Was bringt mir Denkmalschutz?




Hallo liebe Fachwerkler/innen,

wir besitzen einen 200 Jahre alten Resthof samt Stall und Scheune. Viel haben wir schon renoviert und restauriert.Die Frage, die uns umtreibt ist, ob es sich lohnt das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Können wir Zuschüsse bekommen? Sind wir noch Herrin im eigenen Haus oder müssen wir machen, was der Denkmalschutzbeamte will? Dürfen wir eine Solaranlage einbauen? Müssen wir bei den Baumaterialien auf irgend etwas achten?
Schon mal Danke an alle, die antworten!





wir haben zwar erst seit kurzem Kontakt mit dem Denkmalschutz, das war bisher aber nicht unangenehm.

Solange das Gebäude noch nicht unter Denkmaschutz steht (ist bei Euch wohl so) können die gar nichts sagen. Wenn man das Gebäude aber flugs vorher in einen Glaspalast umbaut, wird's hinterher nie Denkmalschutz geben, auch wenn man ihn später beantragt. Solange man unter Denkmalschutz gar nichts unternimmt, kann die Behörde auch nichts sagen (was macht man aber, wenn die Fenster irgendwann nun wirklich ausgetauscht werden müssen!).
Grundsätzlich gilt auch, dass man immer eine schriftliche Stellungnahme der Behörde braucht, bevor man mit der Durchführung der Maßnahme beginnt (meines Wissens muss man auch Kostenvoranschläge einreichen).

Die Chance beim Denkmalschutz ist, dass man sich bereit erklärt, ein denkmalgeschütztes Bauwerk in seiner Geschichte zu erhalten und ggf. auch weiter zu entwickeln. Dafür gibt's Mittel, die einem ermöglichen Dinge zu tun, die man sonst eben nicht hätte tun können. Die Behörden in Deutschland sind aber in ihrer Eischätzung wohl sehr uneinheitlich, deswegen immer vorher fragen. Am Ende gibt's dann aber auch Fördermittel und AFA. Sinn des Denkmalschutzes ist es sicher nicht ein billiges altes Gebäude in ein teures neues umzuwandeln. Ohne Denkmalschutz würden aber noch viel mehr alte Gebäude verfallen, weil es kostengünstiger ist in einem Neubau zu wohnen.
KFW-irgendwas wird man nie erreichen, eine Solaranlage ist aber wohl auch nicht überall ausgeschlossen. Ob man das an einem solchen Gebäude aber selber will....?

Abgesehen von Zuschüssen, die man bei der zuständigen Gemeinde und der Denkmalschutzbehörde erfragen und beantragen muss, gibt's natürlich die AFA.
Achtung, ich bein keine Steuerberater:
Bei selbstgenutzten Immobilien kann man 10 Jahre lang 9% der Sanierungs- / Restaurierungs-Kosten steuerlich absetzen, vorausgesetzt die Maßnahme wird von den Denkmalschutzbehörden befürwortet (sie muss für die zeitgemäße Nutzung erforderlich sein , d.h. pool geht sicher nicht, die Umwidmung eine Scheune in Appartements könnte schwierig sein, ein modernes Heizungssystem mit Sanierung von Decken und Böden geht aber schon). Die zweite Voraussetzung ist natürlich, das man auch wirklich Steuern in der entsprechenden Höhe zahlt. Soweit ich mich belesen habe, können auch Eigenleistungen entsprechend eingerechnet werden unter der Voraussetzung, das sie korrekt steuerlich ausweisbar sind.
Ich sags aber nochmal: ich bin ein Laie, daher unbedingt Seuerberater fragen.

Ich finde Denkmalschutz ist eine Chance, die man unbedingt prüfen sollte.

Gruß G.

p.s.

ach so, ganz vergessen:

natürlich kann die Denkmalschutzbehörde auch aus eigenen Stücken euer Gebäude unter Schutz stellen (wenn es wirklich schützenswert ist, und das vorher keiner gemerkt hat). Wenn der Schutz besteht, aus welchen Gründen auch immer, gibt's kein zurück.

Also vorher gut überlegen, Fachgleute zu Rate ziehen und den Taschenrechner nehmen.





Hi


Beschäftige mich jetzt das erste Jahr mit dem Denkmalschutz und habe grad die erste Steuererklärung mit Sanierungskosten gemacht.
Diese 9% klingen am Anfang sehr gut, doch du must auf diesen Betrag, die die 9& ausmachen noch deinen Steuersatz anwenden.
Also z.B. du inverstierst ca. 5.500€, dann wären 9% = 495€ die du auf 10 Jahre ansetzen könntest. Dann noch mit deinem Steuersatz verrechnen und du bekommst so um die 150€ jährlich von deinen Kosten erstattet, auf 10 Jahre.

Grob kann man sagen auf 10 Jahre gesehen machen das so ca 1/4 vom gesamt Volumen aus.
Nicht viel aber besser als nichts.

Mit Förderungen ist hier zum Beispiel in Nordhessen nix. Gemeinde und Land haben die Förderungen wegen dem negativen Haushalt eingestellt und vom Denkmalamt gabs nix, weil der mini-Topf leer ist.


Mfg

Sebastian