Tragfähigkeit einer Lehmwickeldecke?

31.07.2012



Hallo zusammen!

Wie ist es um die Tragfähigkeit einer Lehmwickeldecke bestellt? Hintergrund: Ich möchte eine bereits entsorgte Schlackeschüttung, die direkt auf den Lehmwickeln lag, durch eine Hanfschäben-Leichtlehmschüttung ersetzen. Der weitere Bodenaufbau erfolgt mittels Massivholzdielen auf Balkenlage (Kanthölzer ausnivelliert) die auf die Deckenbalken genagelt wurden. Aus dem Grund habe ich nun ein Gefälle von der Außenseite des Raumes (=Hauswand) zur anderen Seite hin (Mitte des Hauses) von 1cm -->10cm Raum den ich verfüllen muss.
Ich plane eine (selbstgemischte) Schüttung mit einer Dicht von ca 300kg/cbm - was ja die Hälfte der ursprünglichen Belastung durch die Schlacke (750kg/cbm) entsprechen dürfte, falls die Dichte der Schlacke stimmt. Am liebsten würde ich dann die Massivholzdielen schwimmend Verlegen und nur auf zusätzlichen Kanthölzern verschrauben, die dann in die Schüttung eingebettet sind.

Macht das Sinn? Oder sollte man den Windelboden mittels Fehlboden (Sparschalung) von der Schüttung entlasten?


Gruß Oli



Lehmwickelstakung



im Verbund mit der Schlackefüllung hat keine tragende Funktion. Sie dient in erster Linie dem Trittschallschutz und bedingt auch dem Wärmeschutz. Einzig die Deckenbalken an sich sind tragende Bauteile. Diese müssen alle Lasten übernehmen. Ein Verlegen von tragenden Kanthölzern in der Füllung geht nicht, da dann ja die Stakung die gesamte Fußbodenlast ableiten müsste.
Schwimmend verlegte Dielen werden auf Hanfdämmstreifen auf den ausgleichenden Kanthölzern als Scheibe verlegt, ohne mit diesen verbunden zu sein. Ein Fehlboden auf den Balken und dann mit Dämmplatten den Dielenboden aufgelegt geht auch. Allerdings muss die Gesamtlast mit der Traglast der Balken verglichen werden.



Lehmwickeldecke



Hallo,

ihrer Antwort entnehme ich das ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt hatte. Ich versuche deshalb den Aufbau einfach nochmal zu beschreiben :-) Auf den Deckenbalken, zwischen denen die Lehmwickel bündig eingebracht sind, ist bereits eine ausnivelierte Balkenlage aufgebracht. Diese soll mit einem Dämmstreifen versehen die tragende Funktion der Massivholzdielen übernehmen. Die Kanthölzer auf der Schüttung dienen rein der Verschraubung und haben keine tragende Funktion. Ich möchte nur nicht in die Balkenlage schrauben um den Fußboden zu entkoppeln. Im wesentlichen Interessiert mich ob ich mit meiner Leichtlehmschüttung als Ersatz für die Schlacke auf dem richtigen Weg bin und ob ich den Raum zwischen den Balken wieder bedenkelos auffüllen kann? Oder nochmal eine "Schicht" zur Lastverteilung einbringen sollte ....



AhA



natürlich ist das möglich. Ich hatte nur nicht verstanden, dass die Kanthölzer nur der Verbindung der Diehlen untereinander dient. Normalerweise werden die Diehlen untereinander verleimt und nich zusätzlich genagelt. Bei schwimmendem Parkett ist es das gleiche. Aber die Randfuge zum Dehungsausgleich nicht vergessen.
mit freundlichen Grüßen



Lehmwickeldecke



Eins würde mich noch interessieren: Was ist denn von der Belastung der Lehmwickel durch die Schüttung zu halten? Sollte man hier mit einem Zwischenboden für eine entsprechende Entlastung sorgen oder ist eine entsprechende Tragfähigkeit gegeben? Wie sind hier die Erfahrungswerte?



der Beschreibung nach



sehe ich da kein Problem, da ja die Schlacke wesentlich schwerer als Hanfschäben-Lehmgemisch ist. Sollten dennoch Bedenken bestehen sind leicht verdichtete Hanfschäben ohne Lehmzusatz auch ok. Hanf erzeugt sein eigenes Insektizid - daher bestehen da auch keine Probleme.