Bodenaufbau Bad auf Lehmdecke

22.10.2008



Ich hatte gar keine Ahnung das es so schwierig ist den "richtigen" Fußbodenaufbau für das Bad zu wählen. Habe viele, viele Beiträge zu diesem Themema studiert. Aber leider war nix passendes dabei. Meine Situation ist eine ganz andere und ich weiß so langsam nicht mehr weiter.
Ich versuche mein Problem man deutlich zu machen:
Habe die Dielen im Bad entfernt, diese waren extrem Wurmstichig und federten, desweiteren war es sowieso von Nöten, die Dielen im Bereich der Außenwände zu entfernen, da ich eine Leichtlehm Innenschale eingebracht habe und diese natürlich auch den vorhandenen Lehmboden und nicht auf die schadhaften Dielen aufsetzen wollte. Soweit, sogut.
Nun habe ich einen Lehmboden (1. Etage) zwischen Balken mit Abstand ca 70cm, Balkenköpfe schauen oben heraus. Gerne würde ich Holz oder Kork als Endbelag wählen, mein Problem ich der dazwischenliegende Aufbau auf den Lehm.
Dachte eigentlich an eine Lösung mit Fermacell Ausgleichsschüttung und entsprechenden Faserplatten. Nun gibt es aber keine Info's darüber ob die Schüttung direkt auf den Lehm aufgebracht werden kann, es wird immer davon ausgegangen das die Schüttung auf den bestehenden Dielenboden aufgebracht wird, kann ich die Schüttung auch direkt auf den Lehm aufbringen? Und wenn, mit oder ohne Abdichtung. Weiterhin ist mir nicht so gant klar wie die Abdichtung am sinnvollsten ist.
In einschlägiger Literatur wird die Dichtungsfolie direkt auf den bestehenden Fußboden aufgebracht und darauf die Schüttung. In Prospekten der Firma xella (Fermacell etc.) wird ein Dichtungssystem über dem eingebrachten neuen Fußboden angewendet. Was machte mehr Sinn?
Und ist es überhaupt erforderlich mit Fermacell Elementen zu arbeiten oder eignen sich für diesen Zweck auch OSB oder Spanplatten und gibt es Alternativen zur Fermacell Schüttung?
Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen, bin für jeden Ratschlag dankbar. Seit ca 3 Jahren am renovieren, sanieren und brauche unbedingt Hilfe.............



Wieviel...



...Aufbauhöhe verbleibt denn für Dielung +Unterbau?

Grüße

Thomas



Für Dielung u Unterbau...



verbleiben 6-7 cm. An einigen Stellen auch etwas mehr da der Boden uneben ist. Das ist ja auch der Grund warum ich eine Schüttung wählen wollte.



Verzichten Sie auf Schüttungen...



...Platten etc. Bringen Sie direkt auf die Balken Ausgleichshölzer zum Nivellieren und Verlegen Sie darauf direkt raumlange Dielen. Den Raum zwischen den Lagerhölzern müssen Sie nicht verfüllen.

Keine Folie - damit erreichen Sie nur, daß eingedrungenes Wasser nicht oder schwer entweichen kann. Ein paar Tropfen kompensiert die Lehmfüllung, und eine auslaufende Waschmaschine ist in jedem Fall eine Havarie.

Grüße

Thomas



Nun ja,



die anerkannten Regeln der Technik verlangen in diesem Fall eine wasserdichte Ebene.
Gerade im Havariefall kann in einem Altbau mit Lehm in der Decke enorm viel Wasser verschwinden und wird erst viel zu spät bemerkt, dann ist der Schaden gewaltig. Und da es sich um einen Innenbereich handelt, wird die Abdichtung auch nicht als Dampfsperre wirken.
Eine geeignete Absperrung auf den alten Boden und darauf dann Lagerhölzer und Dielen. Eventuell noch eine Belüftung, getarnt durch die Sockelleiste.
MfG
dasMaurer



Schüttung und Trockenestrich...



im Bad halte ich für ok.
Die Fermacel- Schüttung ist rein mineralisch und belastbar. Für einen Aufbau auf einer Holzbalkendecke muss zuvor eine lastabtragende Schicht (OSB) auf den Balken montiert werden. Die Deckenfelder dürfen nicht belastet werden! Darauf kann der Trockenestrich dann schwimmend verlegt werden. Der Einsatz einer mineralischen und Mäuseresistenten Schüttung in Hohlräumen halte ich für sinnvoll. Allein schon weil ich Mäusen und anderem Kleingetier den zusätzlichen Tummelplatz nicht gönne...

Viele Grüße vom Edersee
Mathias



Ich gehe davon aus,



daß die meisten "wasserdichten" Sperrschichten im AB nicht wirklich dicht werden (zumindest nicht dauerhaft dicht)gegen flüssiges Wasser. Die Abgabe von Wasserdampf wird durch sie aber nach unten recht zuverlässig verhindert.

Liegt Holz direkt auf der Abdichtebene, wird es dann auch im Wasser liegen, das man kaum weg bekommt. Die Dielen werden eher Schaden nehmen und müssen auch immer raus, wenn da ein Eimer umgefallen ist.

Fehlt dagegen die Absperrebene, kann die feuchtere Decke auch von unten trockengelüftet werden.

Im Fall "Bad" würde ich noch weiter gehen, und den Lehm ganz rauswerfen - ein Wasserspeicher ist hier eher nicht so sinnvoll. Einschub herstellen, nichtabsperrender Rieselschutz, und Liapor-Schüttung. Die bindet kein Wasser.

Die AaRdT sind das eine, aber der Altbau entspricht ihnen in seiner Gänze nicht. Insofern wird es da keinen "Königsweg" geben.

Grüße

Thomas



Super, danke,



da sind ja wirklich ein paar gute Ratschläge dabei, aber es tun sich auch erneut Fragen auf:

Hallo Thomas, hatte ich ganz zu Beginn auch schon mal gedacht. Spart ja auch ne Menge Geld ein.
Irgendwie bin ich auf die Idee mit der Schüttung und der Abdichtung gekommen weil wir Zwillinge im Alter von knapp 4 Jahren haben und das baden meißt mit einer kleinen Havarie endet. Gut die werden älter, vielleicht kann man mit denen reden;)
Ne Waschmaschine wird nicht in's Bad gestellt, die kommt in den Keller.
Mein Problem mit Lagerhölzern ist folgendes:
Im Bereich einer Außenwand hab' ich eine Leichtlehmwand auf den Deckenbalken aufgebracht, so das die verbleibende gerade Fläche des Balkens gerade mal noch 2-3 cm beträgt.
Auf der gegenüberliegenden Seite wurde eine Trennwand gestellt, diese bedeckt den darunter liegenden Deckenbalken komplett. So das ich nicht weiß wie ich mit Lagerhölzern arbeiten soll. Diese kann ich ja nicht auf den vorhandenen Lehmboden aufbringen? Oder gibt es da Möglichkeiten?

Danke dasMaurer, was würdest du denn als geeignete Absperrung bezeichnen? Ne PE Folie oder gar Teichfolie? Hab mich noch gar nicht so recht damit befasst. Und was ist mit den Stellen wo Abflußrohre die Abdichtung durchbrechen? Das wäre nur im Bereich der Dusche der Fall, alle anderen Rohre hab ich oberhalb des Fußbodens zugeführt. Verklebt man die Folie mit den HT Rohren oder wie läuft das?

Grüße zurück zum Edersee, danke Mathias, danke. Bisher hab ich nicht gewußt das die Deckenfelder nicht belastet werden dürfen - ups, laufe schon seit geraumer Zeit daraufherum ohne mir Gedanken darüber gemacht zu haben:)))
Selbst zwei Firmen die Trockenestrichprodukte produzieren bestätigten mir am Telefon das es kein Problem sei, die Schüttung diekt auf den vorhandenen Lehmboden einzubringen???
Mit dem verlegen der OSB Platten hab ich die selben Schwierigkeiten wie ich schon Thomas geschildert habe, was mache ich auf der Innenwandseite wo ich dummerweise keine Auflagefläche für die OSB-Platte mehr habe, da die Wand auf dem gesamten Balken aufsteht? Ich kann doch auch das Ende der Platte nicht einfach auf dem Deckenfeld enden lassen?
Von einer Abdichtung schreibt auch du nichts, wie sind den die Wasseraufnahme und Abgabefähigkeiten von der Trockenestrichschüttung? Nimmt die Wasser auf? Ich finde das Zeugs sieht aus wie Katzenstreu.
Auf jeden Fall erstma vielen Dank, .....



Das war auch meine Überlegung,



mit der Absperrung. kontrolieren ob die wirklich dicht ist, kann man nicht und selbst wenn wie lange bleibt sie dicht?
Und wenn man an Problemstellen z.B. Wasserablauf Dusche nen Verarbeitungsfehler macht, dann ist das ja wie ein "Wasserablauf" direkt in den Lehmfüllung. Das ist wahrscheinlich schlimmer als wenn sich das Wasser verteilen kann.
Auch die Lösung mit der kompletten Freilegung der Deckenbalken hatte ich schon, aber dummerweise erst jetzt, wir wollen nächstes Jahr einziehen, ein Bad ist unabdingbar und jetzt noch die Decke rauswerfen? Das würde mich weit zurückwerfen, der Raum darunter, die Küche, ist komplett fertig, es fehlt nur noch der Boden.
Auch wenn du sicherlich recht hast, denke ich das ich auf die gegebene Situation aufbauen muß und hoffe das ohne eine Sperrschicht und mit Vorsicht und Bedacht alles gut gehen wird.

Grüße Micha



Den Lehmboden...



...müsste man doch aber entfernen können, ohne im darunterliegen Geschoß zu landen, der liegt doch sicher auf einem Einschub?

Eine seitliche Balkenauflage muß natürlich sein. Dazu sollte noch ein Lagerholz passender Breite an die Wandbalken angeschraubt werden.

Grüße

Thomas



Nun ja,



Sperrschichten im Altbau verlangen schon sehr akribisches und exaktes Arbeiten, aber sind durchaus realisierbar.
Bei Holzböden ist es durchaus sinnvoll, die Lagerhölzer aus dem nassen Bereich herauszuhalten. Zum Beispiel mit Edelstahlwinkeln aufstelzen.
Und bei dem zu erwartenden Badeverhalten des Nachwuchses wäre ein Ablauf in der Abdichtungsebene sinnvoll.
Man muss hier für jeden Einzelfall eine geeignete Lösung aus der Viehlzahl der auf dem Markt befindlichen Möglichkeiten erarbeiten. Die in der Regel angebotenen Standardlösungen passen in den seltensten Fällen.
MfG
dasMaurer