Sanierungsaufbau Balkendecke (bspw. welche Schüttung?)



Sanierungsaufbau Balkendecke (bspw. welche Schüttung?)

Wir haben Balkendecken und nun die alten Spagettiplatten darunter entfernt. Die Schüttung besteht momentan aus einem Lehm/Stroh Gemisch. Das muss allerdings im Rahmend er Sanierung entfernt werden, um ein paar Schadstellen auszubessern und ich mache mir daher gerade Gedanken zum neuen Aufbau.

Bisher waren wir davon ausgegangen, dass wie im DG überall eine Ascheschüttung wäre. Daher war bisher der Tenor, die Asche zu entfernen und durch eine Perlite Schüttung zu ersetzen. Da wir nun allerdings Lehm vorgefunden haben, stellt sich die Frage, ob man nicht ggf. einen anderen Aufbau realisiert.

Welche Schüttung ist hier die beste Wahl? Perlite Schüttung (von Fermacell, Quick Mix oder Knauf) oder Blähtonschüttung/Lehmschüttung (bspw. Liapor, Pavatex oder Claytec) oder Lehmsteine (bspw. Claytec)?

Plan war: Schüttung raus, auf die Latten eine OSB Platte zu legen, dann die neue Schüttung rein. Da unter der Lehmschicht allerdings noch etwa 10cm Luftraum ist, stellt sich auch die Frage, was macht mit dem Hohlraum?

Akustisch hat ein Hohlraum in der Regel eher eine schlechte Trittschalleingenschaft. Wäre es besser die Latten und die OSB Platte tiefer einzubauen und somit etwas mehr Schüttung, dafür eine etwas leichtere zu verwenden? Oder aber den Hohlraum bspw. mit Akustikdämmung (bspw. Wolle) auszufüllen und dann von untern mit Trockenbauplatten zu verkleiden?

Bin für Anregungen und Meinungen dankbar.



Deckenaufbau



Die beste Lösung wäre die Decke nur durchzureparieren und den Aufbau so zu belassen. Wenn das DG nicht ausgebaut wird, kann auf die Dielung noch eine zusätzliche (diffusionsoffene) Dämmung aufgebracht werden.
Da die Deckenunterseite schon zerstört wurde, halte ich eine Trockenbau- Unterhangdecke für die einfachste Lösung.

Viele Grüße

p.s. Welche Art Sanierung erfordert den kompletten Rückbau bis auf die Balken?





Ok, ich habe glaube ich an einer Stelle nicht so genau differenziert. ;) Im DG war einmal eine Asche Schüttung verbaut. Es gibt noch leichte Reste. Hier wurde in den 60ern dann mal eine Art Wolle (sehr ekelig) eingebaut. Diese soll raus und durch eine Schüttung ersetzt werden. Das Dachgeschoss war bereits ausgebaut und soll auch weiterhin als Wohnraum dienen. Daher wird das Dach gedämmt.

Im 1. OG (siehe Foto) ist dagegen die Lehmschüttung verbaut. Diese ist allerdings nur 5cm stark und diese Rinden-/Lattenkonstruktion ist stellenweise sehr marode und fiel nach entfernen der Spagettiplatten (aus den 60ern) schon alleine runter und gab den Blick auf die darüber liegende Dielung frei. Darüber hinaus muss der eine oder andere Balkenkopf instandgesetzt werden. Auf dem Bild sieht man den Hausflur, der soweit noch i.O. ist. Die Deckenunterseite wurde übrigens nicht von uns zerstört, sondern bereits in den 60ern.

Warum man beim Hausbau im Übrigen auf zwei unterschiedliche Schüttungen gesetzt hat, erschließt sich mir dagegen nicht. Über den Gewölben gibt’s dann noch die dritte Variante: Kies! Im Anbau die vierte Variante direkt unter der Dielung: Roter Sand (leider auch feucht). ;)

Also wenn ich das richtig verstehe, die Decke soweit wie möglich belassen und nur die schadhaften Stellen im 1. OG austauschen. Womit fülle ich dann wieder auf?

Der Hohlraum zwischen Schüttung und Trockenbau sollte dann allerdings wohl mit irgendeiner Füllung versehen werden um keinen Resonanzraum darzustellen. Was nimmt man da am besten? Vernünftige Wolle?



Deckenaufbau



Wenn oben Aufenthaltsraum ist der innerhalb der Wohnung liegt, dann sollte als Deckenfüllung schweres Material wie Trockenlehmschüttung, Sand und Gehwegplatten o.ä. eingesetzt werden. Darauf dann Dielung oder OSB.
Auf Schallschutz braucht innerhalb einer Wohnung kein gesondertes Augenmerk gerichtet wrerden. Sie können die Unterhangdecke auch als Schallschutzdecke auslegen. Dann werden keine Direktabhänger, sondern Federsysteme eingesetzt und auf die Beplankung kann Mineralwolle gelegt werden.

Viele Grüße

Viele Grüße



Sanierungsaufbau Holzbalkendecke



Masse ist gut für Schallschutz, und wenn der Fussboden keine Verbindung zu den Deckenbalken hat auch.
Wir hatten mal eine Baustelle bei der zwischen die Deckenbalken, auf an diese genagelte Latten OSB-Platten eingebaut wurden. Das könnte hier entfallen, wenn die Bretter und Latten noch in Ordnung sind. Darauf kam ein Rieselschutzpapier, darauf, zwischen die DBs 5cm (4cm?) dicke Rasenkantenplatte. Wenn die Platten länger sind als der Deckenbalkenabstand gibts Geräte um die Dinger zu knacken. Eventuelle Stöße, und Anschlüsse verschmierten wir mit Lehm. Soweit zur Masse. Den Abstand bis zur DB-Oberkante füllten wir mit Perlite auf, darüber vollflächig, ohne Aushöhung nochmal OSB. Das war die Ebene auf der die Leichtbauwände montiert wurden. Dann kamen die Trockenbauer und verlegten den Gipskarton-Fussbodenelemente schwimmend auf einer Perliteschüttung. Das war dann die Nichtverbindung zu den Deckenbalken.
Wir entschieden uns für die Rasenkantenplatten weils Masse reinbringt,aber keine Feuchtigkeit,( sollte man/frau vorsichtig sein, wegen potentieller Wiederauferstehung von Pilzen) und leicht ins OG zu transportieren war(wenn auch anstrengend).
Bei einer anderen Baustelle wollte der Bauherr erdfeuchten Lehm (war Neubau), das gab Probleme wegen Pilzchen und Moddergestank in der Trockenphase. Bei einer Weiteren wurden ungebrannte Lehmsteine mit Lehmmörtel zwischen den Deckenbalken vermauert.So ähnlich habe ich es bei meiner Bude auch gemacht. Das waren Leichtlehmsteine, die dem Hersteller etwas zu schwer geraten waren. Deshalb gabs die billiger. Ich schnitt die mit einer Ytong-Säge, Lehmbauprofis machens mit einer Alligatorsäge. Soviel zu dem Thema von oben. Über Lösungsvorschläge von unten sollen sich mal Andere 'nen Kopf machen.
Gruß aus dem Nordosten in den Mittleren Westen
Ralph Schneidewind



Sanierungsaufbau Holzbalkendecke



P.S.:Als alter Mineralwollehasser (zu oft zwangsweise damit zu tun gehabt) fiel mir doch noch was zum Thema von unten ein: Mit Cellulose ausflocken,Celluloseplatten (z.B. Homatherm) oder Holzfaserplatten oder Weichfaserplatten dazwischenklemmen.



Hanf-Leichtlehm zur Dämmung und zur Trittschalldämmung



Wenn Leichtlehm drin war, dann nehmen Sie doch am besten wieder einen Leichtlehm. Die besten Dämmwerte und gleichzeitig Schalldämmwerte hat die Hanf-Leichtlehm-Schüttung aus der Uckermark.





Kleine Rückmeldung noch zum Beitrag von meiner Seite.

Wir haben leider sowohl im DG wie auch im 1.OG die Deckenkonstruktion komplett bis auf die Balken losnehmen müssen. Wie schon geschrieben war der Aufbau teilweise marode und kam uns schon von alleine entgegen.

Nach entfernen der Dielen haben wir uns dann dazu entschieden auch im 1. OG den Aufbau bis auf die Deckenbalken zu entfernen. Das Lehm-/Strohgemisch war nur 3cm stark und größtenteils mit gelblich/grünen Schimmel und Sporen durchsetzt, was von unten gar nicht zu sehen war. Das war keine Substanz, die wir erhalten wollten. Zum Glück waren die Balken nicht angegriffen und ließen sich problemlos reinigen.

Die neue Konstruktion wurde wie folgt realisiert:
Neue Lattenkonstruktion an unteren Teil des Deckenbalken verschraubt. 20mm OSB Platten passend zu gesägt. Verschraubung im 45° Winkel mit den Deckenbalken (also durch Latte in Balken) für mehr Stabilität.

Im Anschluss Rieselschutzflies und Blähtonschüttung. Wir haben uns aus Gründen des Gewichtes und auch aus preislichen Aspekten für Fibotherm 2-4mm Körnung entschieden.

Insgesamt ist die Decke sowohl im DG wie auch im 1.OG deutlich stabiler und schwingt deutlich weniger. Bezüglich Akustik kann ich erst nach Einzug eine Aussage treffen.