leicht Schimmelbildung an Balkenlage nach Einbringung von feuchter Hanf/Lehmschüttung

15.09.2012



Hallo!

Wir hatten vor einer Woche begonnen eine frisch gemischte Hanf/Lehmschüttung zwischen die Balkenlage im ersten Stock einzubringen. Nach einer Woche Lüften hat sich nun teilweise an der Balkenlage leichter Schimmel gebildet! Eigentlich wollten wir heute den zweiten Teil ausbringen und die Schüttung bündig mit der Balkenlage abziehen. Die Balken waren bisher max 2-3cm mit der Schüttung bedeckt - was wir kurzerhand wieder frei gelegt haben. Was tun? Hätte man die Balken vorab behandeln müssen? Bin da jetzt für jeden Tip dankbar. Vor allem weil ich eigentlich Kanthölzer in die frische Schüttung einbringen wollten, auf denen der spätere Dielenboden gestoßen werden soll. Zwecks schwimmender Verlegung. Aber das traue ich mich jetzt erst gar nicht ...

Gruß Oli



Balken mit einem Hartöl



behandeln würde ein wenig helfen - aber bitte kein Ölivenöl, Rapsöl, Salatöl - das würde nur Nährstoff sein. Ein aushärtendes Hartöl oder eine Naturharzöl-Lasur würde eine rasche und hohe Feuchteaufnahme verzögern.

Ein wenig wundere ich mich über die übermäßige Feuchte und ich frage mich, ob diese überhaupt nötig ist. Schau mal hier:

Hanffaser Uckermark

Die Verarbeiten die Schüttung trocken und würden nur bei druckbelasteten Flächen eine Anfeuchtung des eingebauten Materials zur Verdichtung vorschlagen.

Das Lagerholz würde ich so nicht einbetten. Evtl. hilft ein Jutefilzstreifen den man unter dem Lagerholz in die Schüttung eindrückt und dann das Lagerholz bis zur Trocknung wieder entnimmt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Meine Eigenmischung ist im Prinzip nichts anderes



wie das was man bei den "großen" als getrocknete Fertigmischung bekommt. Da ich aber die benötigte Menge nicht zu aktzeptablen Konditionen heran bekommen habe (die zusätzlichen Transportkosten lagen meißt wesentlich höher wie die eigentlichen Materialkosten), blieb nur selbst mischen. Ich mache im Prinzip nichts anderes wie eine Lehmschlämme die ich über die Hanfschäben gebe. So viel Feuchtigkeit ist das im Prinzip gar nicht: Auf 50L Hanfschäben kommen 15kg Lehm und 7,5 Liter Wasser um die Schäben schön zu umhüllen. Da die Lagerhölzer an 3 Seiten von der Schüttung umschlossen sind, wird mir wohl nicht anders bleiben als diese vorab zu behandeln.

Tut es denn alternativ zur Naturharzöl-Lasur auch ein Leinöl? Da müßte ich nämlich noch was da haben. Bei erstem müßt ich erstmal wieder schaun wo ich das her bekommen ...



Geduld und kein Wasser



Ich empfinde dieses Wasser vor einem Fußbodenaufbau auf einer Holzdecke als kontraproduktiv.

Bei der Beschreibung von Hanffaser Uckermark hast Du ja gesehen, dass die das auch trocken einbringen. Wäre also gut, wenn Du Die Mischung Hanffaser/Lehm vor dem Einbau trocknen lässt - bzw. wenigstens deutlich antrocknen lässt. Sonst besteht eben die Schimmelgefahr.

Nur Leinöl ist weniger gut als die Mischungen mit Kolophonium, Teilen von Tungöl und Sikkativen. Wenn Du tatsächlich nur Leinöl hast, dann wäre noch die Frage welches? Für den Anstrich auf Holz solltest Du nur speziell dafür gereinigtes nehmen und hoffentlich auch mit Sikkativen (Leinölfirnis), da Du sonst noch recht lange bis zum feuchten Einfüllen warten mußt.

Der Anstrich sollte auch austrocknen können. Bei der Holzlasur von Natural (=Naturharzöl) würde ich 10 Tage warten wollen, bevor da über Stunden feuchtes Material angepresst wird.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Warum überhaupt



Hallo

Sie schreiben:
… blieb nur selbst mischen …
Das sehe ich anders: Gar nicht machen!
Wenn es aus dem einen oder anderen Grund nicht geht: (kein Geld, keine Erfahrung, keine Planung, kein Wissen darüber, keine Geduld, … ) sollte man vorher wissen was zu tun ist oder es gar nicht machen.

Gerade die vermeintliche und vermeidbare Dämmerei ist doch meist nur Modeerscheinung und wird dann als ambitioniertes Selbst-Bau-Projekt in die Hose gehen.

Wasser trocknet halt schlecht, vor allem wenn es in "Zellstoffen" wie Hanf sich speichert und dann von einem Wasserdichter eingeschlossen ist.

Das was Sie im Moment sehen als "leichte Schimmelbildung" ist doch nur die Spitze des Eisberges - aber nur das wird registriert und realisiert.

Ich bin immer wieder erstaunt wie leichtsinnig und leichtgläubig wie die "do it Yourselfer" mit komplexen Realitäten umgehen und gerade "Substanzielles" ausser Acht lassen und oder ignorieren.

Immer hinterfragen und nicht alles glauben was so rumgeistert in Foren, und anderen suspekten WWW-Ergüssen.

Florian Kurz
www.slow-house.de



Welcher Hanf war das denn?



Das wäre bei dem "Selbermachen" auch noch die Frage, ob Du den richtigen Hanf genommen hast. Also, wie war der für das Abmischen mit Lehm aufbereitet?

Hoffentlich nicht frisch geerntet ;-)

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Jetzt macht doch...



... den Oliver nicht fertig.

Ausgebaut ist ja das nasse Zeug...

Balken erstmal trocknen lassen, Schimmelspuren mit Drahtbürste weg, ggf. dezent Chlorchemie einsetzen... ist doch erstmal nur ein lokales Problem...

Insgesamt hat Wasser in der Mischung da wenig bis nix zu suchen, die Verfestigung soll mit der Zeit über den Feuchtehaushalt des Gebäudes erfolgen...

VG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Hanf ist nicht gleich Hanf ...



Sorry, aber ich will hier niemanden "fertig" machen.

Dennoch bleibt die Frage bestehen, da Hanf nicht gleich Hanf ist. Die Schimmelbildung kann sehr gut auch durch bereits vorbelasteten Hanf entstanden sein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Hanfschäben...



der Bafa GmbH kamen zum Einsatz. Diese werden ja vielfältig verwendet. Irgendwie kann ich die Aufregung hier auch nicht ganz nachvollziehen! Was spricht denn gegen das selbst mischen? Zumal ich denke das ich mit dem Mischungsverhältnis nicht vollkommen daneben liege? Aber ich lerne auch gern dazu! Auch habe ich weder vollflächigen Schimmel, sondern nur ansatzweise am Rand der Balkenlage. Vor allem hier auch nur an den Balken die bereits verbaut waren. Das was wir getauscht und ausgebessert haben ist frei von "Sporen". An Stelle hier wieder auf den "do it Yourselfern" rum zu hauen, wären konstruktive Beiträge eher willkommen.

@Herr Kurz
Sie können mir glauben das ich mit diversen Firmen gesprochen habe, und bei 160,- Euro Transportkosten pro BigBag hört der Spaß leider auf.



Die meisten…



… bieten doch ab einem gewissen Bestellwert versandkostenfrei an, auch BigBags.

Ich habe bisher weder für Lehmputz, noch für Lehmbauplatten oder ähnlich schweres Zeugs jemals Versandkosten bezahlen müssen.

egal, back to topic: Hätte man präventiv ein Fungizid in die Schüttung einmischen sollen oder reicht trocknen, auch wenn evtl. wechselnde Qualitäten beim Hanf schon Schimmelbelastung einbringen?



Ruhe bewahren...



... es geht doch vor allem um Schallschutz...

Also wie gesagt die Balken trocknen und säubern und dann noch mal... mit weniger Wasser... oder ohne...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Schimmelbelastung



Ich verstehe immer noch nicht ganz was ihr hier alle mit der Schimmelbelastung habt? Ein Fungizid in der Schüttung? Mein Probemischungen, wie auch die testweise erstellten "Lehmsteine" sind alle problemlos getrocknet. Schimmelfrei... Auch in der Fläche, egal an welcher Stelle, der 6cm dicken Schüttung ist nichts zu finden. Die trocknet vor sich hin ... Nur eben dort, wo die alten Balken kontakt hatten, sieht man ganz leichten Schimmel bzw. die Feuchte im Holz. Kann mir vielleicht noch jemand erklären warum die wenige cm daneben liegenden (kürzlich gekauften) Kanthölzer keinen "Befall" aufweisen?



Naja, das ist dann...



... wohl der Nährboden...

"Schimmel" entsteht ja nicht einfach so, die doofen Pilze sind fast immer da... und er wächst... und bei "guten" Bedingungen wächst er halt schneller und stärker...

Vorraussetzungen für Schimmel sind v.a. Feuchte und organischer Nährboden...

Schaut, dass die Balken bis zur Sanierung abtrocknen können und baut dann die Schüttung stressfrei und weitgehend ohne Wasser ein...

Lg & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Lege doch einfach....



....ein Ölpapier als Rieselschutz auf den Fehlboden und ziehe diese seitlich an den DB hoch.

Gruß Ronny



Warum…



… muss es denn überhaupt etwas Organisches sein?

Falls traditionell begründet, so werden die Altvorderen die Schüttung doch sicherlich trocken bzw. so eingebracht haben, dass Schimmel ausgeschlossen war.

Die neu gekauften Kanthölzer werden keinen Befall haben, weil sie wahrscheinlich frisch behandelt worden sind. Das hält aber auch nicht ewig.



Wer mit Lehm bauen will,



sollte auch dessen Besonderheiten beachten: Sie brauchen viel Luft zum Austrocknen und deshalb auch Zeit. Lehm nimmt Wasser dankbar auf und gibt es nur zögernd wieder ab. Mit nur angekippten Fenstern ist nach einer Woche nichts anderes zu erwarten als eben - Schimmel (oder gar richtige Pilzkörper).

Davor bewahrt Sie auch kein Öl.

Was genau versprechen Sie sich im Übrigen von dicken, naß eingebrachten Lehmschichten zwischen EG und OG? Es gibt bewährte trockne Aufbauten mit Naturmaterialien. Ihre Aufbauidee hingegen ist höchst bedenklich.

Grüße

Thomas



Und:



Schwimmende Verlegung massiver Dielen auf Balkenlage, wie soll das aussehen? Da lauert möglicherweise ein fettes Problem im Busch.

Grüße

Thomas



Zugluft...



Es wurde - soweit möglich die gesamte Woche für Zugluft (inklusive Ventilator) gesorgt. Organisch - weil ich im System bleiben möchte. Sprich darunter befindet sich eine Decke mit Lehmeinschüben/-Staken. Hanf-Lehm deshalb weil es doch hervorragende Schalldämmende Eigenschaften hat und ich ein Material benötigt habe, um den entstandenen Hohlraum nach Ausnivellierung der Balkenlage zu füllen.

Allerdings habe ich mich wohl von der schnellen Trocknung der Testmischungen im freien verleiten lassen. Zukünftig werde ich wohl besser mischen und die Schüttung dann ausgebreitet im Hof trocknen lassen. Bzw. die aktuell eingebrachte Schüttung wird sowieso die Zeit bekommen komplett durch zutrocknen bevor die Decke geschlossen wird. Das das Zeit benötigt, war mir klar. Aus diesem Grund wurden auch nicht direkt alles verfüllt!

Zum Thema: Ich habe 27er Massivholzdielen die schwimmend auf der Balkenlage verlegt werden sollen. Auf die Balkenlage kommt noch ein Hanfstreifen und gestoßen werden sollten die Dielen auf in die Schüttung eingebrachte Kanthölzer. Damit erhoffe ich mir den Trittschall bestmöglich in den Griff zu bekommen. Ist der Aufbau denn so falsch?



Der Aufbau...



mit den zwischengeschobenen Leisten funktioniert.

Die Lehmpamperei hingegen ist überflüssig. Für die Schallhemmung ist die Masse verantwortlich; die Hanfbeimengung eher kontraproduktiv. Glühsand oder gröberer Waschkies auf Rieselschutz funktioniert genausogut. Vorallem ist es auch für mich als "älteren Hasen" schwierig, den hinreichenden Austrocknungsgrad einer feucht eingebrachten Lehmschicht zu bestimmen - was für das Dielenlegen aber unverzichtbar ist.

Letztlich: Die Rolle der Schallhemmung im EFH wird häufig überschätzt. Ist es wirklich so schrecklich, wenn lautere Spielgeräusche der Kinder im OG im EG gerade noch hörbar sind?

Grüße

Thomas



Die Masse ist entscheidend...



und genau aus dem Grund habe ich die gewählte Mischung eingebracht. Meine Tests vorab haben ergeben das ich in getrocknetem Zustand irgendwo bei 350kg/cbm liegen müßte. Diese Mischungen sind zum einen nicht fertig zu bekommen und zweitens der Mittelweg aus richtigen schweren Materialen (hatte vorher Schlacke drin (600kg/cbm?) und den ganz leichten Materialien wie Perlite & co. Den Austrocknungsvorgang in verbautem und leicht verdichtetem Zustand hatte ich wirklich unterschätzt ...



Hanffaser Uckermark



bietet die Lehm-Dämmschüttung mit 200kg/m³ oder wahlweise mit 300kg/m³ an - trocken.

Die Mischung ist also durchaus fertig zu bekommen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Wo befindet sich die alte Lehmwickeldecke? Im Stockwerk drunter oder unter der Hanf-Lehm-Dämmschüttung?

Könnte mir vorstellen, dass man früher Fehlboden und Lehmschicht zuerst eingebaut hat, so dass das von beiden Seiten trocknen kann.

In den Verarbeitungshinweisen der Uckermärker zur Hanf-Lehm-Dämmschüttung findet sich aber auch der Hinweis auf anfeuchten mit Gießkanne, wenn man eine verdichtete Schicht bauen möchte.

Ist das jetzt vielleicht die falsche Jahreszeit für so ein Vorhaben?

Wenn die Räume über der Decke bewohnt werden, worauf die Hinweise auf die Trittschalldämmung schließen lassen, dann hätte man vielleicht auch ganz auf den Hanf verzichten können.

Vielleicht muss man die punktuellen Schimmelansätze aber auch nicht überbewerten. Sobald die Feuchtigkeit auf ein normales Maß gesunken ist, wird der Schimmel wieder absterben. Dass der auf altem Holz leichter ansetzt als auf frischem, ist m.W. auch normal.
Vielleicht kann man die Bereiche der alten Balken etwas schneller trocknen. Warmluftgebläse. Oder die Räume unter der Decke etwas stärker heizen.