Bodenaufbau über Gewölbekeller

10.04.2011



Ich mache mir gerade Gedanken zum zukünftigen Bodenaufbau über dem Gewölbekeller. Aktuell ist einfach der Hohlraum über dem Gewölbe mit Sand/Kies verfüllt und darüber eine Balkenkonstruktion mit Spanplatte. Irgendwann in den 50ern mal gemacht worden.

Ich wollte nun die Schüttung bis zum Scheitelpunkt des Gewölbes entfernen (etwa 25cm) und durch Perlite ersetzen. Unter dem Perlite selbstverständlich noch eine Feuchtigkeitssperre. Dann eine Dämmplatte erstellen und dann wieder die Balkenkonstruktion. Zwischen die Balken kommt dann noch eine Trockenbaufußbodenheizung und dann als Abschluss wieder eine Dielendecke.

Ist der Aufbau soweit korrekt und machbar? (Über die FBH will ich gar nicht diskutieren, da scheiden sich hier im Forum ja die Geister). Unser Architekt will immer auf einen kompletten neuen Estrichboden ab Gewölbe Scheitelpunkt und die aktuellen Balken komplett entfernen.

Selbiges wollte ich auch im Anbau machen. Dieser ist nicht unterkellert, hatte ursprünglich aber einen Kriechbereich von 60cm. Dieser wurde ebenfalls verfüllt und dann ein Betonestrich aufgebracht. Da der Estrich dort komplett raus muss, wollte ich dort den Aufbau wie über dem Gewölbe realisieren, allerdings als Abschluss mit Trockenzementestrich und Fliesen.

Oder ist ein neuer Estrich mit Dämmung im EG doch die bessere Wahl?



Fußbodenaufbau



Die einfachste Variante wäre hier ein Trockenestrich auf Perliteschüttung. Die Höhe der Schüttung bitte nach den Empfehlungen des Estrichherstellers ausrichten.
Als zweite Variante empfehle ich Massivestrich mit Fußbodenheizung auf einer gebundenen Dämmschüttung.

Viele Grüße



..Poriment statt loser Schüttung?!



hallo..

die selbe Problematik hatten wir auch bei unserem aktuellen BV.
Evtl. wäre auch hier möglich anstatt der losen Schüttung Poriment einzubauen.
Dies bringt einige Vorteile mit sich:

- kein Setzmaß (im Gegensatz zur losen Schüttung!)
- schneller Einbau (Mischfahrzeug)
- als Dämmstoff zugelassen (zusätzliche WÄDÄ empfiehlt sich über Gewölbe trotzdem)
- zur Aufnahme von gebundenen Estrichen geeignet
- günstig

VG aus NBG!





Rückmeldung von meiner Seite bezüglich der Umsetzung, der Aufbau aus der Frage wird nur bedingt umgesetzt:

Zunächst wurden alle Fugen der Wände im Sockelbereich und im Bereich der bisherigen Stein/Geröllschüttung instandgesetzt. Hier war teilweise bis zu 10cm heraus gebröselt. Der neue Aufbau wird nun wie folgt aussehen und wird gerade realisiert:

1) Massivholzdielen auf Balken verschraubt
2) Fußbodenheizung (Trockensystem) zwischen Balkenlage
3) Schüttung zwischen Holzkonstruktion (Isoself Perlite)
4) Holzkonstruktion auf Kappe mit Balken, Abstand 50cm
5) Klebebitumen Bauder gegen aufsteigende Feuchtigkeit, auch seitlich hochgezogen, bis Fußbodenniveau
6) Kappendecke

Aktueller Stand auf dem beigefügten Bild.

Als Schüttung verwenden wir nun Isoself von Knauf, das kommt uns vom Wärmedämmwert sehr entgegen und ist preislich noch akzeptabel. Mit der Schüttung wird von der tiefsten Stelle (65cm) bis kurz unter das zukünftige Fußbodenniveau bzw. FBH aufgefüllt. Die Holzkonstruktion hat dabei drei Auflagerpunkte: Jeweils einen Querbalken auf der tiefsten Kappenposition (soweit möglich) und einen mittig am Scheitel der Kappe. Auf die Querbalken kommen Ständer für die Balkenlage. Die Ständer werden zusätzliche mit dem Mauerwerk verschraubt, um die Kappe ein wenig zu entlasten und die Kräfte nicht nur auf drei Stellen aufzulagern. Wahrscheinlich unnötig, mehr für mein statisches Wohlbefinden, allerdings ist das nur ein geringer zusätzlicher Aufwand. Theoretisch könnte man auf die unteren Querbalken sicherlich auch verzichten und die neuen Balken ausschließlich mit der Wandkonstruktion verschrauben und diese somit von der Kappe entkoppeln. Wir wählen allerdings die etwas aufwändigere Konstruktion.

Der vorhandene Aufbau war trotz Schüttung nach knapp 40 Jahren schon wieder teilweise ganz schön vermodert und von Feuchtigkeit angegriffen. Gegen die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Keller haben wir die Bitumen über der Kappe eingebaut und auch im Keller den Feuchtigkeitseintritt reduziert. Dort bestand der Boden aus Erde, auf dem Ziegelsteine lagen. Die dadurch herrschende und aufsteigende Luftfeuchte kann sich sicherlich jeder vorstellen, insbesondere in Nähe eines ehemaligen Rheinarms. Wir haben dieses Problem gelöst, indem wir den IST-Boden im Keller gegen einen neuen SOLL-Boden aus V60 Bitumenbahn und 6cm Betonestrich ausgetauscht haben. Der Unterschied in der Luftfeuchte und Klima war im Keller innerhalb von Tagen spürbar. Der vorhandene Modergeruch im Keller und EG ist jetzt schon komplett verschwunden. Über die Wände wird dagegen immer noch ein gewisser Feuctegrad eingetragen, ist aber i.O..

Grüße aus Köln



Fußbodenaufbau



Meine Meinung:
Umständlich, kompliziert, teuer.
Punktförmige Lasteintragungen auf den Gewölbescheiteln sollten vermieden werden.

Viele Grüße





Eine Punktförmige Lasteintragung am Scheitel existiert nicht. Der Querbalken dient ausschließlich dem Vorbeugen einer Durchbiegung und könnte eigentlich auch eingespart werden.

Teurer ist der gewählte Aufbau nicht, das haben wir durchgerechnet. Im Gegenteil: Das gewählte Konstruktionsvollholz liegt bei 3,5 Euro/Meter. Die benötigte Schüttung bei etwa 11 Euro + MwSt. / 100 Liter. Wir fahren somit sogar deutlich günstiger, als bei einer zu verdichtenden Perliteschüttung wie Bituperl oder Massivestrich auf gebundener Schüttung.

Ein Trockenestrich auf Perliteschüttung – bspw. Bituperl – kommt teurer, da hier alle ca. 20cm eine Zwischenlage aus OSB/Spanplatte erstellt werden muss, aufgrund der Verdichtung und um möglicher Verschiebung vorzubeugen. Hier habe ich extra mit Knauf telefoniert. Bei einem solchen Aufbau wurde mir dort im Übrigen von Isoself abgeraten, ich hatte da mal ganz dumm gefragt. Ebenso ist die vernünftige Verdichtung und Aufbau auch recht aufwendig und die Schüttung kostet nahezu das Doppelte (~21€) von Isoself per 100 Liter.

Gebunde Schüttung ist nochmals teuer als Bituperl - Schüttung. Bei Massivestrich fällt bei geringen Flächen neben den schon recht sportlichen Konditionen auch noch ein Mindermengen und Sanierungszuschlag an, wenn man diesen nicht gerade selber einbaut (dann 30 Liter Sack 2,90 Euro). Habe mir extra Preise bei fünf Fachfirmen besorgt. Hier wären für etwa 6cm Estrich knapp 1300 Euro + MwSt. fällig geworden (günstigstes Angebot), zusätzlich zu der gebundenen Schüttung.

Rechnerisch ist der gewählte Aufbau bei uns damit definitiv der günstigste mögliche Aufbau bei zwei Kappen und etwa 35m² Fläche. Kompliziert finde ich den Aufbau nicht. Man kann jedenfalls nicht immer pauschal sagen, das ist kompliziert und teuer, kommt sicherlich auch immer auf die örtlichen Begebenheiten an. Preise und gegenüberstellende Rechnungen lügen selten, wenn man sich fundiert kundig macht und entsprechende Angebote einholt.

Grüße aus Köln



Fußbodenaufbau



Da Sie schon die beste und billigste Variante geplant haben erübrigt es sich dann Ihnen meine Lösungen vorzuschlagen.

Viele Grüße