Welche Schüttung aufs Gewölbe

30.01.2009


Hallo,

ich habe in der vergangenen Zeit hier schon mehrfach reingeschaut und mir Rat angelesen. Dickes LOB !!
Nun ist es an der Zeit, wo ich mal direkt danach fragen muss.

Zur Vorgeschichte:
Im Erdgeschoß unseres etwa 1900 gebauten Fachwerkhauses wurde im Herbst vergangenes Jahres der EHS (Echte HausSchwamm) festgestellt. Er befiel zum Glück nur einen kleinen Teil der Fassade und des Bodens rund um die Haustür.
Der Pilzbekämpfer und auch der Zimmermann sind mit ihren Arbeiten nun soweit durch, daß ich mit der Sanierung beginnen kann.

Nun wurde im Zuge der Schwammbekämpfung die ursprüngliche Schüttung (Geröll, Lehmboden, Schlacke) oberhalb des Kellergewölbes entfernt und entsorgt.

Als weiterer Aufbau auf dieser Schüttung war ein ca. 8-10cm dicker Betonboden mit ca. 4-5cm Estrich.

SCHEMA:
- Estrich
- Papier (hellbraun)
- 1cm Styropor
- Betonboden
- PVC-Folie
- Schüttung
- Gewölbekeller (Ziegel)

Womit fülle ich nun die entstandenen Hohlräume wieder auf?
Dachte da an Trockenschüttung. Aber die sind ja scheinbar nicht für solche höhen zu gebrauchen...

Und wie konstruiere ich den weiteren Bodenaufbau.

Schlecht fand ich den alten Aufbau persönlich nicht, bis auf die eingebrachte Folie, das Papier und das Styropor.
Denn genau in diesen Trennlagen war der Schwamm ins Hausinnere gewachsen.

MfG.
Markus Hahn





Hallo,

der Aufbau hatte den Vorzug, eine eindeutige druckverteilende Platte zu sein und eine gewisse Auflast auf den Gewölbebogen darzustellen (360-400 kg/m²)
Ich würde, damit die Verhältisse wieder ins Lot kommen, zunächst eine Lage Leichtbeton (Thermozell 250) auf Trennfolie vom Estrichleger mit der Maschine einbringen lassen, die oberflächig glatt abgezogen werden kann. In einer Lage eingebracht, mit 3 Wochen Austrocknungszeit, sollte sie nicht dicker als 12 cm sein. Der Wärmeleitrechenwert liegt ungefähr bei 0,100. Dann können Sie Wärmedämmung (ab 5 cm WLG 030) und Estrich (dicker als 5 cm) einbauen. Und zwischendurch immer wieder warten (Estrich 28 Tage). Wenn Ihnen die Zeitverkürzung etwas wert ist, können Sie den Estrichleger nach Ardex (einem schnell abbindenden Estrich) fragen. (jetzt sind es rund 140 kg, das reicht aber).

Grüße vom Niederrhein



Klingt gut, aber..



was nehme ich als Schüttung für den Hohlraum darunter.
Das muss ja erstmal aufgefüllt sein.





Hallo,

meinen Sie den Zwickel, der beim Zusammentreffen zweier Bögen entsteht ? Wenn es der ist, dann können Sie sehr ungleichmäßige Vertiefungen mit Perlite, einem expandierten Vulkangestein, auffüllen.
Dicke Schichten kann man aber nur mit gebundener Schüttung auffüllen (Thermozell), notfalls in mehreren Schichten.

Grüße



Hmmm...



Mit Thermozell meinen sie diesen Leichtbeton?

Damit wäre das Gewölbe von Oben ja auf Dauer feste eingegossen.

Ich hatte eigentlich gehofft eine "lose" Schüttung zu finden, die das mitmacht.
Aber gut. Wenn das nicht möglich ist werde ich wohl den "Zwickel" mit Leichtbeton ausgießen.

Kann ich hier nach außen hin denn noch eine "isolierung" einbringen? So zu sagen um keine Kältebrücke von der Hausaussenwand in den Boden zu haben, da der Beton ja einen recht schlechten Dämmwert hat.





Hallo,

ja sicher: Thermozell hat wärmedämmende Eigenschaften (Wärmeleitrechenwert 0,10), aber Sie können außerdem noch einen Streifen Schaumstoffdämmung umlaufend einstellen.

Was die lose Schüttung angeht: Oberhalb 10 cm Dicke werden die späteren Bewegungen, Setzungen und Verschiebungen unkontrollierbar. Daher die Empfehlung mit Leichtbeton.

Es gibt ihn übrigens in einer Variante für Selberbauer und/oder für den Kleinbedarf, der muß allerdings mit dem Rührpaddel angemacht werden und ist qualitativ nicht so überzeugend wie der maschinell zu verarbeitende.

Grüße





Ich will ja keine Panik verbreiten, aber als ich las, man hätte das Gewölbe von oben frei gelegt, wurde es mir erstmal mulmig. Wurde das vor der Maßnahme mit einem Statiker besprochen?

So was macht man normal nicht einfach so, denn durch diese „Füllung“ wird gerade der gemauerte Bogen (das Gewölbe) ausgesteift, und kann überhaupt erst ab dann als statisches System funktionieren. Nachdem nichts eingestürzt ist, oder sich verzogen hat, ist entweder das Gewölbe sehr stabil, oder vielleicht auch gar nicht so groß. Glück gehabt, oder sie waren wirklich gut beraten vorher.

Jedenfalls klingt es so, dass die vorhergehende Füllung als Druckfeste fungiert hat. (Um den Bogen am Ausknicken zu hindern). Das macht auch Geröll und Lehm, und sowieso über ein Jahrhundert stellt sich das alles stabil aufeinander ein. Das Gewicht der obigen Betondecke tat sein übriges um den Bogen in sich zu stabilisieren, ist aber für das statische System selbst nicht relevant, imho.Allerdings bezweifle ich, dass mit einer leichten nicht druckaufnehmenden Füllung die Betondecke auf dem Scheitel des Bogens diesen nicht ernsthaft gefährdet hätte.

Insofern wie der Herr Beckmann schon sagt, ist eine leichte lose Füllung ist eigentlich auszuschließen

Ich kann nur empfehlen, unbedingt einen Bauingenieur mit der Planung dieses statischen Details beauftragen.