Welche Schüttung zwischen Gewölbekeller und Parkett

21.07.2004



Hallo,

welche Schüttung (Perlit Bitoperl o.ä.) ist gut geeignet für den Zwischenraum zwischen Gewölbekeller und Parkett.

Angeblich soll der Aufbau wie folgt aussehen:
Gewölbekeller
Folie
Schüttung
Baupapier
Hartfaserplatte
Parkett verklebt.

Durch das Gewölbe ist die Schüttung unterschiedlich dick und gibt mehr oder weniger stark nach.

Was kann man hier am besten nehmen / machen?

Danke für Eure Ratschläge
Klaus



Schüttung ?



Hallo Klaus

Ich sehe hier einige Probleme.
1) Was soll die Folie auf dem Gewölbe überhaupt für eine Funktion haben? Könnte durch den hohen sd-Wert eher Problem geben, da die Folie dann auf der Kaltseite liegt.
2) Du wirst auch beim Zwischenverdichten von Bituperl o.ä. immer das Problem mit ungleichmäßigen Setzungen haben. Vielleicht lieber ein sich nicht oder nur gering verdichtendes Material (z.B. Liapor)

Gruß


Lutz Parisek



Fußbodenaufbau



Guten Abend,

wie schon zutreffend bemerkt wurde: verdichtendes material bereitet Probleme. Besser sind Blähton oder Blähschiefer.
Die Folienschichten sind überflüssig.
Hartfaser ist etwas wenig als Tragschicht für Parkett (oder lieben Sie hallige Schritte und biegsame Fußböden ?), ich würde etwas massiveres nehmen, z.B. Perlcon-floor - aber vorsichtig beim Schrauben ! -

viel Spaß !



Biegsame Fußböden !



Stimmt was Dietmar schreibt !
Hab ich ganz übersehen, dass deinem Fußbodenaufbau eine steife Unterschicht fehlt.

Aber Dietmar,
was zum Teufel ist "perlcorn-floor" und welche tollen Eigenschaften hat das Zeug ?
Warum nicht einfach ein Trockenestrich aus Gipsfaserplatten, OSB-Platten, Zemenzgebundene Spanplatten etc.?

Gruß

Lutz



Danke und bitte um Erklärung



Hallo,

vielen Dank für die Tipps!

Bitte um Erklärung, warum keine Folie unter der Schüttung
verlegt werden soll. Ich selber bin Laie, aber der befragte Architekt hat das vorgeschlagen.

Gibt es bei den Schüttungen aus Blähton o.ä. noch Unterschiede auf denen man achten soll.

Nochmals vielen Dank und freundliche Grüße
Klaus



Folien !! ???



Lieber Klaus

Als grundsätzliche bauphysiklische Regel gilt:

Materialien mit hohen Dampfwiderstand (z.B. Folien) sind immer auf der Warmseite (beheizte Seite) des Baukörpers anzuordnen. Da davon auszugehen ist, dass der Keller kälter ist als das darüberliegende Geschoss wäre wenn überhaupt, die Folie in die obere Schicht zu verschieben.

Bloß wozu die Folie überhaupt?
Folien können unter andern als Dampfbremse dienen. In diesem Fall sind jedoch keine krassen Temperaturgefälle zu vermuten. Dazu kommt das im Keller vorhandene Feuchtigkeiten die Möglichkeit haben sollten schnell zu entweichen oder sich auszugleichen.

Der Sinn der Folie bliebe dann nur im Rieselschutz:
Als Rieselschutz wäre ein anderes diffusionsoffenes, verottungsfestes Material (z.B. Geotextilien) sicher eher angebracht.

Ich finde übrigens, auch Architekten sollten ihren Bauherren gegenüber Vorschläge erläutern und den Sinn transparent machen. Vielleicht stecken ja noch andere Überlegungen dahinter die uns verborgen sind.

Ach ja, die Ausnahme das Materialien mit hohem sd-Wert auf der Kaltseite angebracht werden, ist natürlich der erdberührte Bereich.

Beim Blähtons kannst du zwischen verschiedenen Korngrößen wählen. Je feiner desto höher das spez. Gewicht. Ich würde an deiner Stelle große Korngrößen bevorzugen.


Mit besten Grüßen


Lutz Parisek



ich weiß, was Du meinst....



Hallo Klaus, wir haben auf unsere Betondecke auch einfach nur Blähton geschüttet und dann Holzdielen drauf gemacht... Ich glaube, Deine Angst liegt darin, dass die Schüttung Feuchtigkeit aufnimmt und nicht oder nur langsam wieder hergibt (dafür ist Blähton ja auch bekannt - oder das andere Zeugs, das aussieht als wäre es Streu für ne Katzentoilette...). Ich msus sagen, ich hab immer noch kein richtig gutes Gefühl bei der Sache... Aber jetzt kann ich schließlich nimmer nachgucken, ob noch alles trocken ist. Wir werden aber unsere Kellerdecke mit Styropor dämmen und ich hoffe, dann ist mein "blödes" Gefühl weg. Grüße Annette



noch eine Lösung



Hallo Klaus,

ich hatte das gleiche Problem und nach langen Recherchen und nach Beratung für folgender Lösung entschieden. Styropurkugeln (80l), Zement( ½ Sack), Wasser mit Berolith-Zusatz kommen in den Estrichzwangsmischer und werden dann ins Haus gepumpt und auf der Gewölbedecke ohne Folie gerade abgezogen. Ich habe damit 2- 16 cm ausgeglichen. Arbeitszeit für 100 m² ca. 2 Stunden, 2 Personen. Kosten ca, 800 € incl. Material.
Das Berolith sorgt übrigens dafür, dass sich der Zement mit den S.Kugeln verbindet und nach dem Austrocknen eine feste Fläche entsteht ( natürlich kann man darauf kein Fußball spielen sondern man sollte schnellstens mit den Nachfolgearbeiten beginnen).
Vorteil:
Brauch nicht verdichtet zu werden
nach ca. 4 Tagen begehbar und dann weiter mit Estrich, Trockenestrich etc. (bei mir Dämmung, Fußbodenheizung, Estrich, Fliesen).
diffusionsoffen
unempfindlich gegen Feuchtigkeit
sehr geringes Gewicht
guter Wärmeschutz? 045

Einen Ansprechpartner im Ruhrgebiet hätte ich bei Interesse zur Verfügung.

Ich hoffe geholfen zu haben und wünsche viel Glück

Dieter



Perlcon-floor



...ist eine Trockenunterbodenplatte, ein einschichtiges Zementestrich-Element mit 25 mm Stufenfalz und vorgestanzten Lochungen zum Verschrauben. Es mißt 600 x 900 und hat bei einer Stärke von 22 mm ein Flächengewicht von ca. 36 kg/m². Brandklasse A 2 (nichtbrennbar). Hersteller ist die Deutsche Perlite GmbH in Dortmund.
Ich verwende die Platte gerne, wenn es auf den Schallschutz ankommt.

Die Alternative in Gips (geringeres Flächengewicht, nur 22 kg/m²) und weniger wasserfest, kommt z.B. von KNAUF und heißt BRIO, 18 oder 23 mm dick, für Altbausanierung auch mit ankaschierter Holzfaserplatte 10 mm. Maße 500 x 1500.

Mit beiden Platten lassen sich F 90-Konstruktionen herstellen.



Styropor?



Wenn man mit Feuchtigkeit rechnen muß, kann Styropor unmöglich der richtige Dämmstoff sein!



Alternativen



Das Einbringen von sogen. Holzkalkestrichen ist eine uralte Technik und hat gleich mehrere positive Funktionen:
1. selbst zu verarbeiten
2. schnelle Abbindezeit und demzufolge rasches Weiterarbeiten
3. sehr gute Wärmedämmeigenschaften
4. gute Tragfähigkeit
5. diffussionsoffen

Rindenlose Holzhackschnitzel, Sägemehl, Hobelspäne und Traßkalk werden benötigt.

Mfg der Lausitzer



@Udo Mühle



Die sehr guten Dämmeigenschaften bitte einmal in Zahlen. Ich habe hierzu keine Informationen.

Gruß Fred Heim



Info's



Architekturbüro für Planen und Bauen im Einklang mit Mensch und Natur
Dipl. Ing. (FH) Michael Nothhelfer
Zum Rebösch 10
88662 Überlingen/Hödingen
Tel.: 07551 / 64585
Fax : 07551 / 64406
eMail: michael_nothhelfer@yahoo.de

Bitte telefonisch kontaktieren, denn er ist einer der Fachleute, de seit vielen Jahren mit derartigen Materialien plant und auch bauen läßt.
Architekt alter Schule eben, der lieber spricht, als E-Mail't!

Grüße zurück



Schüttung ?



Ich dachte das zentrale Problem wäre die Schüttung.

Wenn der Oberbelag auf der Schüttung das Problem ist, kann ich die Verwirrung gerne steigern. Ich empfehle Magnesitestrich(den Erfahrenen auch als "Steinholz" bekannt) besteht aus Sägespänen mit Magnesit gebunden, sehr biologisch !!!!

Gruß

Lutz



Alternativen



Bitte beachtet, ob es sich bei den "Alternativen" um wirkliche "Alternativen" handelt. Organischen Material in einem umschlossenen zumindest leicht feuchten Raum, da sehe ich förmlich den Hausschwamm wachsen!!!!

Gruß


Lutz Parisek