Alte Dieleung, Schüttung, Trittschall

17.09.2009



Liebes Forum,
diese Themen sind hier schon öfter besprochen worden, ich bitte um Geduld. Ich habe eine Altbauwohnung im Dachgeschoss mit alter Dielung, wohl Kiefer, 25mm dick, auf die Balken genagelt, teilweise mit alten Wurmlöchern, Rissen und wellig.

In einem Zimmer haben wir die Dielung abgenommen. Wir hatten nicht nur 20% Bruch, das war eher der Anteil der unversehrten Bretter, ob das an unserer Technik, dem Zustand der Dielen und Nägel oder allem zusammen lag, weiß ich nicht.

Unter den Dielen sind die Deckenbalken dazwischen etwa 7 cm tief Schlacke, Sand, Asche, Dreck. Wir haben die Dielen abgenommen, weil zwischen den Brettern teils breite Fugen waren, durch die die Schlacke nach oben kommen konnte. Über die Schüttung sollte also zumindest eine Folie gelegt werden. Eventuell soll auch die Schüttung ausgetauscht werden.

Meine Fragen sind jetzt:
1. Welche Folie eignet sich als Auflage für die Schüttung? Kann ich Luftdichtungsbahnen oder Rieselschutzpapier verwenden?
2. Die Schlacke wollte ich durch Holz-Lehmschüttung oder Hanfleichtlehmschüttung ersetzen. Ist beides gleichermaßen geeignet? Brauche ich einen Statiker? Wo bekomme ich Holzspan-Lehmdämmung?
3. Ich würde gerne den Trittschall verbessern, aber an der Bodenhöhe nicht viel ändern. Ich dachte an fogenden Bodenaufbau:

Rieselschutzpapier
Hobelspan-Lehmschüttung zwischen die Balken
Auf die Balken Hanffliesstreifen nageln oder tackern (?)
dann Latten zwischen die Balken in die Schüttung hängen und darauf die Dielung festnageln.

Die einfache Version wäre Schlacke drin lassen, Rieselschutzpapier darüber breiten, Dielen wieder auf Balken nageln. Gefällt mir weniger.

Nach der Lektüre eines Beitrags zu einem anderen Dachgeschossnadelboden, stellt sich allerdings auch die Frage, ob ich die alten Dielen nicht gleich wegwerfe, denn zuviel Geld habe ich nicht.

Das Bild ist leider verwackelt.

Vielen Dank für Eure Hilfe
Caroline



Dielung



Hallo Caroline,
was soll die Folie bzw. das Rieselschutzpapier auf der Schüttung bewirken?
Warum soll die Schüttung ausgetauscht werden?
Was befindet sich im unteren Geschoss, eine andere Wohnung?

Viele Grüße



Die Folie auf der Schüttung



soll verhindern, daß die Schlacke nach oben staubt.
Der Austausch der Schüttung ist wohl eher irrational: Der Dreck von 100 Jahren wirkt erstmal nicht so schön. Wer weiß, was da alles drin ist. In die Hobelspandämmung, so wie sie auf Bildern gezeigt wird, möchte man schon fast reinspringen. :)

Abgesehen von der Ästhetik scheint die Schlacke den Trittschall nicht so wirksam nach unten zu dämmen. Vielleicht hat sie an Volumen verloren? Eine neue Schüttung muß da selbstverständlich nicht besser sein. Könnte man die alte Schüttung eventuell auch einfach auffüllen? Darunter ist eine andere Wohnung und ich habe zwei lebhafte Kleinkinder.



Dielung



Die Frage des Schallschutzes ist natürlich zu bedenken.
Ein Weg um Schallschutz zu erreichen ist Masse; eine Lehm-Hobelspandämmung hat da keine Vorteile.
Das die Schüttung im Laufe der Zeit über die Fugen dreckig geworden ist, daran ändert eine Folie auch nichts. Nur ein neuer Fußboden kann das verhindern oder wollt Ihr wieder Dielung mit großen Ritzen verlegen?
Ich glaube auch nicht, das bei der alten Dielung mit den großen Ritzen Dreck nach oben gestaubt ist, der Weg war wohl eher umgekehrt. Dreck fällt nun mal nach unten.
Außerdem würde nach Deiner Theorie der Dreck, der sich dann wieder auf der Folie ansammelt, nach oben stauben.

Konzentriert Euch lieber auf einen neuen Fußbodenaufbau.
Eine neue (und staubdichte) Dielung ist die einfachste Variante, obwohl sie nichts zur Verbesserung des Schallschutzes beiträgt.
Den Trittschall kann man mit ein paar Teppichen bzw. Läufern etwas dämpfen.
Möglich ist auch die schwimmende Verlegung von OSB- Platten, allerdings wird es dann teurer, die Aufbauhöhe steigt und es ist noch ein textiler Belag erforderlich. Mit diesem Aufbau kann man den Trittschall deutlicher dämpfen.
Erforderlich ist das nicht, die Wohnungen haben Bestandsschutz.

Viele Grüße



Die Folie auf der Schüttung



und die dazugehörige Theorie des Nach-Oben-Staubens stammt gar nicht von mir, ich fand das aber überzeugend;). Das Dreck durch die Fugen fallen würde, hofften wir durch das Neuverlegen der Dielen zu verhindern. Davor sollten die Ränder der Dielen um die Fugen zu schließen gerade gesägt, das ganze zusammengeschoben und durch neue Bretter ergänzt werden. Eine neue Dielung wäre wohl sehr viel teurer und ich fände es auch schade um die alten Bretter.

Die Schüttung ist an sich dreckig. Nachdem wir die Dielung abgenommen hatten, waren wir alle schwarz eingestaubt. Irgendwie halte ich Asche für dem Raumklima abträglich und wäre sie lieber los.

Sind Dämmstreifen auf den Holzbalken und/oder eine Verlegung auf Latten zwischen den Balken ungeeignet den Trittschall zu dämpfen? Das die Lehm-Hobelspandämmung da vielleicht nicht viel bringt, habe ich befürchtet, aber Teppiche würde ich gerne genauso vermeiden wie das kürzen der Türen.

Das klingt jetzt alles sehr belehrungsresistent, ist aber gar nicht so gemeint. Ich werde mir noch weiter Gedanken machen müssen.



Dielung



Hallo Caroline,
dann gogle doch mal bei den Trockenbauherstellern unter "Trockenestrich", dort findest Du Regelaufbauten, technische Merkblätter und Verarbeitungshinweise.

Viele Grüße



Schallschutz...



Wenn die Schlacke aus persönlichen Gründen entfernt wird, dann würde ich die Gefache nach Fugen untersuchen und diese mit Stopfflachs abdichten.

Bei uns hat sich dann ein 5mm Jutefilz in 1m Breite bewährt. Diesen in das Gefach legen und darauf dann die geplante neue Schüttung. Diese sollte in etwa das gleiche Gewicht wie die alte bringen.

Die Idee mit dem Hanfvlies ist gut. Ich würde jedoch auch hier Jutefilz vorziehen (ca. 10mm) und diesen mit Leim auf den Balken fixieren und nicht mit Klammern oder Breitkopfnägel. Wichtig wäre hier zu prüfen, ob die Balken eben liegen.

Die Dielen sollten aber nicht genagelt sondern mit Teilgewindeschrauben auf die in der Schüttung liegenden Lagerhölzern befestigt werden. Ich würde auch bei den Lagerhölzern vorichtshalber Jutefilz unterlegen.

Die alte Dielung muss wirklich noch was an Dicke, Funktion und Schönheit bringen, wenn sie wiederverwendet werden soll. Das Verarbeiten wird sehr aufwändig werden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Erstmal vielen Dank



für alle Antworten, auch die per e-mail. Das ist eine große Hilfe.

Leider haben wir ein neues Problem: Ein Anruf beim Containerdienst hat ergeben, daß die Schlacke niemand abnimmt, außer man läßt sie auf Schadstoffe untersuchen. Die Analyse würde 14 Tage dauern. So lange können wir nicht mit der Arbeit aussetzen. Dann würden wir höchstwahrscheinlich nicht soweit fertig werden, daß wir rechtzeitig einziehen können.

Ein Schreiner, der aus anderem Grund da war, hat uns vorgeschlagen, ein Vlies auf die Dielen zu machen und neue Hobeldielen darüber zu schrauben. Hätte den Vorteil wir wären schneller fertig, nur wären die alten Kieferdielen eben weg (Die übrigens zwar bis zu 45cm breit sind –das ist schön–, aber auch sehr verwurmt und nur 22-25mm dick sind. Also lohnt´s, wenn man vernünftig ist, den Aufwand wohl eher nicht.).

Als Trittschalldämmung würde das Vlies wohl nichts bringen. Wenn es nicht so hoch wäre, würde ich lieber die Gutexplatten mit der Fichtenleiste verlegen.

Herzliche Grüße
Caroline