Wärmedämmung unter Dielenboden




Hallo,

haben in unserem 100 Jahre alten Haus den Dielenboden über einem nicht unterkellerten Raum aufgenommen. Hier ist folgender Aufbau vorhanden: Dielen, Lagerhölzer auf gemauerten Pfeilern (ca. 80 cm hoch, Ziegelsteine), dazwischen bis zum Boden nur Luft. Die Pfeiler stehen, soweit erkennbar, in trockenem märkischen Sand, bis auf gute Spatentiefe kein anderweitiger Unterbau zu finden. Die Belüftung erfolgt unterhalb des Dielenbodens über mit Lochblechen verschlossene Aussparungen im der Aussenmauer. Insgesamt sind alle bislang untersuchten Teile trocken, die Hölzer gut erhalten. Welches Verfahren/Materialien wäre angebracht und altbaugerecht, wenn man unter dem Dielenboden eine Wärmedämmung einbringen möchte?

Viele Grüße aus Berlin
Daniel Hadzidiakos



Wenn es die Höhe der Lagerhölzer hergibt,



einen Einschub herstellen und diffusionsoffen dämmen. Dazu stehr schon viel im Forum.

Grüße

Thomas



Diffusionsoffene Dämmung unter Dielenboden



Hierzu haben wir leider sehr widersprüchliche Empfehlungen bekommen: entweder Mineralwolle zwischen die Traghölzer mit entsprechender Lattung unterhalb der Balken zum Auflegen der Wolle oder Styroporplatten direkt unter die Dielen geklebt (soll keine Feuchtigkeitsgefahr bergen, wenn keine Luftschicht zwischen Holz und Styropor verbleibt). Was ist davon zu halten? Mir ist spontan bei der Idee mit Styropor unter Dielung unangenehm zumute.

Grüße
Daniel



MiWo



verwende ich gar nicht. Wenn das mal nass wird, ist die Dämmwirkung dahin. Styrodur allenfalls in Notfällen unter Estrich. Das Ankleben an eine Dielung halte ich für eine Schnapsidee.

Also auf den zu erstellenden Einschub diffusionsoffener Rieselschutz, darauf z.B. eine Blähtonschüttung (Liapor) oder Liaver (Schaumglas).

Grüße

Thomas



Schüttung in Einschub



Lieber Thomas,

vielen Dank für die genaue Beschreibung des Aufbaus und die klare Absage an Styropor. Jetzt würde ich noch gerne wissen, ob die die Stärke der Schüttung genau der Dicke der Lagerhölzer entspricht, also die Dieleunterseite berührt oder ob eine Schicht Luft dazwischen bleiben muss. Zur Präzisierung des Aufbaus sei gesagt, dass wir vorhaben, die Dielen nach dem Abschleifen wegen der Strapazierfähigkeit zu lackieren. Ändert dies etwas an Deinem Vorschlag?

Grüße
Daniel



Die Schüttung


Lack auf Fichte, 5 Jahre danach

kann auf Balkenoberkante abgezogen werden, ein klein wenig wird sie ohnehin noch zusammenrutschen.

Zusätzlich würde ich je Balken einen Streifen Rohfilzpappe in Balkenbreite legen, was eventuelle Reibungsgeräusche verhindern soll.

Es ist ein Trugschluss, daß Holzböden, besonders Nadelholz, durch Lack strapazierfähiger werden. Das mag, je nach Nutzungsintensität, für ein bis 2 Jahre bedingt gelten, danach wird der Lack fehlerhaft, Wischwasser dringt in's Holz und führt zu Vergrauungen, die bis unter die Lachschicht reichen. Nach 5-8 Jahren wird dann wieder vollflächig geschliffen. Wohnung ausräumen, Staub und Kosten. Nun bin ich nicht nur im Bereich der Holzböden tätig, sondern habe auch eine eigene Wohnung mit Holzböden. Vor 9 Jahren wußte ich es nicht besser, und habe Fichtendielen lackiert. 5 Jahre später sah das dann so aus. Der Lack liegt aufgrund seiner großen Moleküle auf dem Holz und löst sich, besonders über Frühholzbereichen ab.

Anders ein (fachgerecht) geölter Boden. Das Öl dringt in die Poren ein, reagiert mit Lignin- und Sauerstoffmolekülen und härtet das Holz sogar etwas. Ein solcher Boden kann durch einfache Pflegemaßnahmen dauerhaft vor dem neuen Überschliff verschont bleiben, weil er regenerierbar ist.

Die Wasseraufnahme des Holzes wird durch Porenverengung auf gasförmiges Wasser begrenzt, der Holzboden wirkt raumfeuchteregulierend und ist im Gegensatz zu einem lackierten Boden fußwarm.

Das sollten genügend gute Gründe sein. Einer noch:

Geölte Böden sind in Erstellung und Unterhalt wesentlich preiswerter als lackierte. Schlecht für den Parkettleger (schon wieder in's eigene Bein...), gut für den Kunden.

Grüße

Thomas