Welche Schüttung und Dämmung unter Dielen/Parkett

11.11.2012 PG1988



Guten Abend miteinander.
Die Beiträge in diesem Forum haben mir bereits sehr weitergeholfen und ich bin positiv über die Hilfsbereitschaft in diesem Forum überrascht. Daher habe ich mich nun auch angemeldet in der Hoffnung, dass mir ebenfalls weitergeholfen werden kann.
Ich habe vor kurzem ein Haus aus dem Jahr 1913 geerbt. Hierbei handelt es sich zwar um kein Fachwerkhaus, aber das Haus ist mit Holzbalkendecken ausgestattet. Die Balken sind von oben und unten mit Dielen vernagelt. Der Zwischenraum ist größtenteils leer und nur etwa einen Zentimeter hoch mit einer Zementstrohmischung gefüllt. Auf den Dielen waren OSB-Platten auf eine Lattung verschraubt. Da die OSB-Platten genau wie die nun freigelegten Dielen stark abfielen, habe ich diese entfernt. Ich habe nun vor den Boden mit einer Schüttung zu nivellieren und auf die Schüttung eine Trittschalldämmung aufzubringen und darüber Trockenestrich oder aber sofort Parkett oder eine Dielung. Nun stellt sich die Frage welche Produkte am besten geeignet sind und für mich als Studenten auch wichtig bezahlbar. Es sind insgesamt etwa 80m² auf zwei Etagen auszugleichen. Da der Höhenunterschied 10 cm hoch ist zwischen der höchsten und der Tiefsten Ecke des Raums stellt sich die Frage, welche (am liebsten Trocken-)Schüttung für diese Bereiche geeignet sind. Ich habe im Moment Liapor Fit ins Auge gefasst, jedoch finde ich keine Angabe bis zu welcher Höhe die Schüttung geeignet ist. Hat jemand Erfahrungen mit der Schüttung oder kann mir eine andere empfehlen? Gibt es die auch eventuell im Big Pack, da für die benötigte Menge (Überschlägig 4cm*80m²*10l/cm*m²=3200Liter) 50 Liter Säcke wohl ungeeignet und recht teuer sind.
Auf die Schüttung habe ich vor eine Holzfaseplatte zu legen und darauf in der Küche und im Badezimmer Trockenestrich und Fliesen. Im Wohnzimmer und im Schlafzimmer möchte ich nicht wieder Laminat sondern am Liebsten einen Dielenboden oder Parkett verlegen. Jetzt bin ich auf die Produkte von Doser und Pavatex gestoßen. Kann jemand eine Empfehlung zu einer Holzfaserplatte zur Lastenverteilung (Pavathex Standart-Dämmplatte, Pavapor?)für auf die Schüttung und unter den Estrich geben. Außerdem wäre ich für eine Empfehlung für Trittschaldämmung mit integrierter Lattung für die Dielen (DHD 50, Pavatherm-Profil?)dankbar. Damit könnte ich die OSB Platten oder Trockenestrich in den Räumen sparen in denen ich Dielen oder Parkett legen möchte.
Als letztes eine Frage zu den Dielen. Sollten diese auch wie Laminat vom Fenster weg verlegt werden, oder können diese auch gegen die Sonneneinfallrichtung verlegt werden? Ich hätte am liebsten raumlange Dielen wegen der Optik und Verlegbarkeit und da ich einen offenen Wohn/ Essbereich habe müssten die Dielen die durchgehen sonst 7,50m sein und die werden wohl nicht erschwinglich sein. In dem anderen Weg wären es 4,05m bzw. 3,86m. Kann mir jemand den ungefähren Preisunterschied zwischen Dielen in dieser Länge und Dielen mit fallenden Lägen von 2m oder 2,50m nennen. Ich hätte gerne einen ziemlich dunklen Boden also geräucherte und gealterte Eiche oder einen dunklen Nussholzboden. Insgesamt ist der Wohn-/Essbereich 29m² und das Schlafzimmer 10m²groß.
Es wäre unglaublich hilfreich für mich, wenn jemand die Zeit fände meine Fragen zu beantworten und mir Händler in meiner Umgebung oder generell für die benötigten Produkte empfehlen könnte, da weder die Schüttung (außer Fermacell Trockenschüttung 14€ pro 50l Sack) noch die Dämmplatten und Dielenböden in den gewöhnlichen Baumärkten zu haben sind.
Herzlichen Dank an alle die in diesem Forum ihr Wissen teilen.
Peter



Die billigste Schüttung...



...ist gar keine Schüttung, und besonders keine tragende in solchen Höhen. Verzichten Sie darauf, und sie haben auch nicht das Risiko von Setzungen.

Für einen passenden Aufbau bräuchte ich Infos: Wird darunter geheizt (Wärmedämmung erforderlich?) Mehrfamilienhaus mit Bewohnern darunter (Trittschalldämpfung erforderlich?).

Unter geeigneten Bedingungen ist die Baustellenräucherung eines Eichenbodens möglich.

Grüße

Thomas





Hallo Herr Böhme,
es handelt sich um die Decke zwischen EG und ersten OG das Erdgeschoss ist beheizt und wird von einer anderen Wohneinheiten bewohnt. Daher wäre es schön, wenn der zurzeit nicht vorhandene Schallschtz zumindest etwas verbessert werden könnte.
Wie sieht so eine Baustellenräucherung denn aus? Die Decke und Wände wurden vor kurzem von den Vermietern weiß gestrichen bzw. lackiert. Ich wollte das beibehalten. Würde das beim Räuchern nicht angegriffen werden? Wie dunkel wird das Ergebnis bei einer Räuchern vor Ort?
Wie würde ein geeigneter Unterbau ohne Schüttung aussehen?
Vielen Dank
Peter



Also:



Das Einfache zuerst: "Räuchern" hat nichts mit Rauch zu tun, vielmehr wird Ammoniak gasförmig auf das Holz wirken und dieses nachdunkeln. Das bedarf peinlich genauer Abklebungen aller Fugen, ist aber für Ihre Wandfarbe wohl kein Risiko.

Der m.E. beste Ausgleich wäre folgender: Dielen entfernen, und Einschub so weit tiefersetzen, daß seitlich an die Balken Bohlen so angeschraubt werden können, daß deren Oberkanten nivelliert sind. Auf den Bohlenoberkanten werden Streifen von 10mm ( oder 12 / 18 / 25) Holzweichfaserplatte mit Klebstoffstrang befestigt.

Auf den Einschutz kommt der Rieselschutz, z.B. Geovlies. Zwischen die Balken sollte nun Masse. also Glühsand, grober trockner Waschkies etc. Zur Belastbarkeit sollte aber der Statiker 'mal drüberschauen.

Zwischen die Balken, auf die Einschubfüllung, wird eine Latte (KVH 60X40 hochkant) gelegt. Mit leichten Dämmstoffresten punktuell so unterfüttert, daß OK Latte etwas über OK Holzweichfaserplatte ist.

Nun wird die Dielung direkt auf die Holzweichfaserstreifen der Balkenlage verlegt, aber nicht dort verschraubt. Verschraubt wird sie nur mit der "schwebenden" Latte im Balkenzwischenraum, verdeckt durch Nut und Feder.

Dieser Aufbau bringt die geringstmögliche Aufbauhöhe ab OK Balken und ist völlig schallentkoppelt.

Grüße

Thomas



Holzbalkendecke



Ihr größtes Problem ist nicht die Sonneneinfallrichtung sondern Brandschutz und Schallschutz. Bei größeren Eingriffen in die vorhandene Bausubstanz verfällt der Bestandsschutz, dann gelten die aktuellen Regeln der Landesbauordnung. Schauen Sie besser da voher rein ehe Sie solche Maßnahmen in Angriff nehmen.
Dann empfehle ich ihnen gemeinsam mit einem Fachmann eine gründliche Bestandsaufnahme des Gebäudes vorzunehmen und auf dieser Basis einen langfristigen Sanierungsplan zu erarbeiten. Kernaussage muß sein bis wann in welcher Reihenfolge was gemacht werden muß und was das kostet.

Viele Grüße



Vielen Dank für den Hinweis



um diese Problematik zu umgehen hatte ich eigentlich vor die Holzbalkendecke so zu lassen wie sie ist und nur eine leichte Schüttung (bei der Schütthöhe vllt eher eine gebundene Schüttung wie Thermobeton o.ä.) zu verwenden. Darauf eine Holzfaserdämmung und dann die Dielen bzw in Küche und Bad Trockenestich.
@Herr Böhme danke für die Erläuterung der Rächermethode bei Dielenboden. Gibt es Vorteile die Dielen erst nach dem Verlegen zu räuchern? Hat Eiche Vorteile gegenüber Nussbaum? Ihre Variante mit den Bohlen scheint mir sehr aufwendig, wenn erst die kompletten Dielen entfernt werden müssen und dann an den Balken gearbeitet wird. Wenn die Bohlen am Rand 10cm über die Balken überstehen müssen, um den Boden zu begradigen kann ich mir vorstellen, dass bei einem solchen Überstand etwas unstabil werden könnte, oder?
Zurzeit befindet sich kein Einschub in der Decke dieser müsste dann auch noch eingefügt werden, um die Decke innen mit Sand beschweren zu können. Der höhere Bodenaufbau durch eine Schüttung kann vernachlässigt werden, da die Türen im Anschluss auch ausgetauscht werden sollen.

Vielen Dank,

Peter



Wenn...



die Bohlen wenigstens 16cm und raumlang wären, ist die vorgeschlagene Konstruktion auch bei 10cm Überstand sehr solide. Die Balken sollten freilich kantig sein. Das aber kann bei einem Haus von 1913 halbwegs sicher angenommen werden.

So die Aufbauhöhe wirklich nirgends eine Rolle spielt (Treppen, Brüstungshöhen der Fenster?), können Sie freilich mit einer gebundenen Schüttung ausgleichen, und mit Holzweichfaser/Latte den Unterbau für eine Dielung schaffen. Mir wurde da letztens ein Kunstharzestrich als Unterlage geboten, das war eine feine Sache, und weil wasserfrei, sofort belegreif und auch kein Quellpotential für den Untergrund.

Grüße

Thomas