Schrumpfrisse zwischen Balken und Ausmauerung

12.10.2017 Atpearl



Wir haben ein kleines Gartenhaus gebaut und sicherlich nicht alles richtig durchdacht, aber vielleicht gibt es doch Lösungen.
Innen ist das Fachwerk nicht verputzt und an manchen Stellen haben sich 1 bis 1,5 mm breite Schrumpfrisse zwischen Mauerwerk und Balken gebildet. Das Haus hat ein Reetdach und ist somit ziemlich gut gegen Regenschlag geschützt, insofern macht die Fuge bisher keine Probleme.
Im Innenbereich würde ich die Fuge gern gegen Insekten verschließen.
Ich habe viel gelesen, aber nichts passte so richtig zu meiner Fragestellung. Was bekomme ich in so eine kleine Fuge?



Gefachefugen füllen



Vorher Dreiecksleisten innen an die Fachwerkbalken nageln hätte die Fugen nicht erscheinen lassen.

Entweder den seitlichen Mörtel etwas abschlagen und die Fugen mit Kalkmörtel auswerfen, evt versuchen mit Hanf auszustopfen. Wolle und Baumwolle sind noch feiner aber evt attraktiver für Insekten.
Hanf haben bei uns die Vögel gerne aus den Fensterfugen gezogen und für den Nestbau verwendet.

Innenseitig oder wenn gar kein Schlagregen an die Gefache kommt außen und innen die Fugen mit Lehmmörtel schließen.

Andreas Teich



Die offene Fuge bleibt trotzdem!



Handelt es sich um einen Altbestand oder neue Ausfachung?

Der Vorschlag von Herrn Teich löst aber das problem nicht.
Egal was, die Fuge bleibt trotzdem bestehen.
Die Dreikantleiste gehört umlaufend in die Gefachmitte!!



Hinterher ist man schlauer, schnüff...



Ja, wir haben das falsch gemacht, aber es ist zum Glück nur ein Gartenhaus, kein Wohnhaus. Schon ärgerlich, wir haben drei Jahre lang daran gebaut. Wir müssen wohl mit den Fugen leben. Trotzdem Danke für die Antworten.



Halb so schlimm



Bei meine Fachwerkhaus haben sie vor fast 500 Jahren auch die Dreiecksleisten vergessen. Ich habe das jetzt mit Hanffasern ausgestopft und von innen verputzt. Oben im Dach bleiben die Spalten offen, da schadet die wenige zusätzliche Belüftung nicht. Wo sich Steine lockern werde ich das mit etwas Kalkmörtel verfestigen.

Also alles halb so schlimm. Wenn sie die Zugluft stört ist das mit Hanf schnell behoben. Nur wenn das Gefache zu locker sitzt und droht herauszufallen müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden.



Tröstende Worte



Vielen Dank für die tröstenden Worte, auch nach 500 Jahren werden wohl noch die gleichen Fehler gemacht. Die schlimmsten Stellen stopfe ich mit Japanspachtel und Hanf.





Durch das Ausstopfen mit Hanfwerg hat man vor 500 Jahren auch (Holz-) Schiffe hochsseetüchtig bekommen.

Die Fasern können vorher auch in einem Lehmbrei getaucht werden und in die Ritzen eingedrückt, dass ist besser als Bauschaum und auch nach 200 Jahren noch wunderbar elastisch und dicht.

Auch mit Roggenleim wurden früher Faserstoffe außerordentlich haltbar präpariert (Leinenpanzer).