Hallo Wissende




Ich habe in meinem Haus einen Schriftbalken, den ich nicht richtig deuten kann. Wenn ich die Buchstaben lese komme ich zu dem Spruch "B.H. Johann Hinrich Holsten u s C J Louise Caroline Holsten g b Hoffmann". Wenn ich das richtig übersetze komme ich zu dem Spruch "Bauherr Johann Hinrich Holsten und seine", und nun kommts was ich nicht hin bekomme "C J", "Louise Caroline Hosten geborene Hoffmann". Ich kenne es so, das hier B F für Baufrau steht. Mit C J kann ich nichts anfangen. Vielleicht hat wer von euch eine Idee.
Beste Dank im vorraus
Jürgen Weiss



lateinischer anfall?



da würde sich anbieten: conjuges (richtig natürlich coniuges, gibt kein "j" im latein - wobei ihr "i" genauso und wahrscheinlich ein "i" ist - die unterschiede zum "j" in "johann" sind recht deutlich)) - ehegatte. kein klassisches latein, sondern ein kirchenlateinischer ausdruck.
der lateinische stamm "coniu" führt zu worten, die alle was mit "verbinden, nahestehend, verwandt etc." zu tun haben.



Schriftbalken Inschrift



Hallo Betina
Also meinst du die abkürzung C J heist C I und steht dan für coniuges, was dann nahestehend/verwandt bedeuten würde. Aber warum hat sie dann den gleichen Nachnamen wie er und ist eine geborene Hoffmann also verheiratet.
Möglich wäre das es seine verwitwete Schwägerin ist.
Also der zweitgebohrene der die Hofstelle samt Ehefrau des erstgebohrenen übernimmt und dann diese Haus baut.
Der ledige erstgebohrene der die Wittwe des zweitgebohrenen übernimmt wird wohl eher unwarscheinlich sein.
Wissen sollte mann vielleicht noch, das das Haus ein Heuerlingshaus ist.
Also eine sehr kleine Hofstelle von einem Mann der von anderen angeheuert wurde (Tagelöhner)und diese Hofstelle nur im nebenerwerb betrieb.
Ich glaube das sollche Hofstellen aber auch an den erstgebohrenen vererbt wurden. In den damaligen Zeiten stellten auch sie einen nicht unbedeutenden Wert dar.
Somit wären solche Varianten auch bei Heuerlingen möglich.
Gruß Jürgen



nee,



coniuges heißt schon ehegatte, kirchenrechtlich. davon gibts keine männl./weibl. form.
inwieweit das in tief protestantidchen gegenden im 19. jh. noch gebräuchlich war, weiß ich natürlich nicht. aber einzelne katholiken gabs ja auch überall.
hätte der erbauer eine klassische lateinische ausbildung, könnte es aber ebenso coniugium (ebenfalls nur sächl.) heißen. heißt auch ehegatte, wurde aber im klassischen latein eher nur in der poesie gebraucht, war weniger ein verrechtliche begriff.
die weite bedeutung des wortstammes hatte ich nur zur verdeutlichung aufgeschrieben. mir fiels eigentlich gleich wie Schuppen aus den haaren, weil coniugare eines der ersten verben ist, was man zuerst in latein lernt: einfache a-deklination und ein lieblings-caesar-wort. conjuges selbst kannte ich nicht, hat dann mein wörterbuch ausgespuckt, ich hatte ursprünglich trotz der offensichtlichen zuordnung auch an ein anders verwandschaftsverhältnis gedacht, asl wort für die ehfrau war mir halt matrona oder uxor geläufig. aber man lernt bekanntlich nie aus.



Schriftbalken Inschrift



Hallo Betina
Danke für die Erklärung. Hatte deine erste Antwort so verstanden das es nahestehend/verwandt heißt. Daher meine deutung. So macht es Sinn. Dann lag ich mit Bau/Ehefrau gar nicht so verkehrt, halt nur lateinisch.
Gruß Jürgen
PS: wieder etwas klüger geworden.



tja,



und mir geht mal wieder auf, dass die vielen jahre latein wenigstens hin und wieder sinn machen. :-))) wobei, so schrecklich wars nun auch wieder nicht. aber caesar verursacht immer noch ausschlag und magendrücken, durfte ich feststellen, als mir auf der suche nach dem wörterbuch das zerflederte reclam-bändchen entgegensegelte. :-)))