Ist es möglich meine alte Holztür dicht und sicher zu machen?




Hallo Leute,
leider ist meine Eingangstür mittlerweile sehr unansehnlich, absolut nicht winddicht, völlig ungedämmt und auch sicherheitstechnisch nicht auf der Höhe der Zeit. Also muss diese entweder von Grund auf restauriert und modernisiert oder ersetzt werden.

Die Tür ist, wenn ich nicht falsch informiert bin etwa BJ 1890, aus Eiche und vor ~ 30 Jahren mal an einer Stelle (ein Brett ganz unten unten) mit irgendeinem Weichholz ausgebessert worden. Es ist tatsächlich so, dass ein kleines Loch in einer Stelle in der Füllung ist. Undicht scheints mir auch am Rahmen zu sein. Der vertikale Balken, der den Schlitz zwischen den Flügeln verdeckt, ist verzogen. Hier ein paar Bilder:

http://img839.imageshack.us/g/99295544.jpg/

Zum einen gefällt mir der Gedanke die alte Tür zu Restaurieren besser zum anderen wird eine neue zweiflügelige Tür auf jeden Fall echt teuer.

Ich hatte bereits drei Schreiner hier, geraten wurde mir jedesmal die Tür zu ersetzen. Ich frage mich, ob es tatsächlich so abwegig ist die alte Tür zu restaurieren oder ob ich einfach die falschen Schreiner hier hatte? Ich habe das Gefühl hier in der Gegend (Siegerland) gibt es keine Holz-Restaurations-Spezialisten?

Also was meint Ihr? Ist es möglich die Tür und den Rahmen so zu restaurieren / modernisieren, dass sie ebenso dicht ist wie eine neue Tür? Kann die Tür auch sicherheitstechnisch auf die Höhe der Zeit gebracht werden?

Die Tür nur optisch zu restaurieren und in den Wintermonaten einen Vorhang davor hängen kommt nicht in Frage. Das wird momentan so gemacht, dank des Kamineffekts bei uns im Flur kühlt das gesamte Haus aus. Einen Windfang außen bauen möchte ich ebenfalls nicht.

Falls Ihr euch fragt, was ich mit dem Backsteinhaus im Fachwerkforum zu suchen habe; Ich habe mich hier eigentlich angemeldet um Infos für die Renovierung meiner Fachwerk-Innenwände zu finden.

Ich freue mich auf eure Antworten.
Bye, Jörg



wir..



habens gemacht, - aber nur wegen dem schreiner in der familie. und der war nicht gerade wenige stunden dran...

zuerst haben wir die tür Abbeizen lassen, alle beschläge entfernt, und nur die elemente geborgen die den charakter der türe ausmachen. für diese wurde dann "hintendran" eine komplett neue tür mit neuer schließtechnik, (holzfaser)dämmung, neuen bändern, dämmglas etc. gebaut und diese alten holzteile entsprechend eingebaut.



Perfekt wärmedgedämmt



wird so eine Tür nie. Das Holz ist an den dünnsten Stellen vermutlich kaum über 10mm dick.

Was man tun kann: Löcher in der Tür verschließen und Fugen zwischen Tür und Rahmen mit eingepaßten Leisten, Dichtungen und Silikondichtungen im Eigenbau erheblich verringern.
Ein schwerer Vorhang innen wäre absolut stilecht, genauso ein WIndfang innen, dafür scheint mir aber zu wenig Platz zu sein.

Sicherheitstechnisch gibt es IMO zwei Schwachpunkte: die Füllungen selbst und die Verriegelung. Die Füllungen kann man beispielsweise durch das Aufsetzen von 4mm Stahlblechstreifen (waagrecht) oder einem vollständigen Gitter sichern, das verändert die Optik der Tür, ist aber seit Urzeiten so üblich (natürlich innen). Zur Verriegelung fiele mir spontan ein sogenanntes Balkenriegelschloß ein, das sichert die Tür auch dagegen, einfach aus den Angeln gehoben zu werden. EIn waagrechtes solches verbindet beide Flügel massiv mit dem Rahmen (senkrechte sind gebräuchlicher, lassen aber die Angelseite eher ungeschützt).

Diese Maßnahmen machen daraus noch keine moderne Sicherheitstür, dürften aber den 08/15-Gelegenheitseinbrecher, der sich mit der Schulter rasch gegen die Füllungen schmeißt oder rasch mit einem Brecheisen zwischen die Flügel geht ausreichend abhalten. Prinzipiell gilt: man kommt bei JEDER Tür rein, ist nur eine Frage von Aufwand und Zeit.



Backsteinfreaks..



..sind hier auch willkommen , soviel sei mal gesagt .

Natürlich lässt sich Deine Tür "aufarbeiten " , also morsche Stellen ersetzen , Oberfläche ( sprich : Farbe ) runter und wieder drauf , mit Dichtungen versehen und ggfls auch eine Mehrfachverriegelung einbauen .
"Neu" , also auf heutigen energetischen und Sicherheitsstandard gebracht wird sie dennoch nicht sein ..
Daß nicht jeder Tischler bei dem auftrag hurra schreit , mag auch daran liegen , daß es am Ende immer einen Kompromiß beim Ergebnis gibt ..
Preislich wird eine Restaurierung , so denn umfassend gemacht , kein Schnäppchen !
besten Gruß aus Minden - Meißen
Jürgen Kube



Moin Jörg,



meine spontane Idee:

Fälze "begradigen" und mit Nut und Profildichtung versehen.

Kältefeind einbauen für die untere Abdichtung.

Das erstmal machen lassen und gucken ob's das bringt, bevor ihr an eine aufwändige Restaurierung geht - sollte jeder Schreiner können.

Zur "Sicherheit": Ich hatte mal auf einer Baustelle von Bekannten den Berater der örtlichen Kripo da - war sehr aufschlussreich und die Sicherheitmängel ganz woanders als gedacht. Kann ich nur empfehlen.

Gruss, Boris



Sollte gehen.



Bei mir wird gerade eine restaurierte Tür eingebaut, die den modernen Anforderungen an Dichtigkeit und Sicherheit durchaus genügt. Nach Restaurierung der alten Tür wurde von innen sozusagen eine zweite Tür vorgesetzt, die der Außenseite weitgehend gleicht. Wie man einen Schreiner findet, der so etwas kann und will, weiß ich allerdings nicht. Ich habe die Tür von einer Restauratorin, die auf alte Türen und Tore spezialisiert ist.
Zur Kostenfrage: Ich habe auch Angebot für den Bau einer neuen Tür eingeholt. Da die keine Standardmaße hat, also immer eine Sonderanfertigung sein muss, waren die Preise gar nicht viel niedriger, aber die Türen viel weniger schön.