Schreiben, Schrauben, Hirnholz




Ich bin gerade dabei die Fensterläden (kommplett mit Lamellen) meines Häusschens von 1936 zu entlacken. Das Holz (vermutlich Tanne) ist noch beeindruckend gutem Zustand. Die Beschläge werde ich mit Winkelschleifer und Zopfbürste entlackenu und dann mit Leinöl konserviern. Das Holz möchte ich zuerst mit Timberone (=Leinöl + Holzschutz) und dann mit Leinölfarbe streichen. Zuerst muss aber das ein oder andere saniert werden. Wer kennt sich mit der Materie aus und kann mir sagen wie ich die Eichen-Leisten am besten befestige soll die auf der Obereite der KLappläden jeweils über die ganze Breite gehen und so das Hirnholz der Seitenteiel vom Rahmen schützen. Die originalleisten sind nur von oben genagelt. Manche halten noch bombig, ander sind sehr locker. Ich würde die neuen Eichenleisten lieber mit PU Leim aufkleben, damit die Feuchtigkeit keinen Angriffspunkt hat. Ist das eine gute Idee oder führt das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten der Hoilzarten und Faserausrichtung dazu das sich die Leiste bald wieder löst?
Auch bzgl. der vorhandenen Schraubenlöcher der Winkelbänder bin ich noch unsicher. Soll ich die mit einem Holverfestiger z.B. von Remmers behandeln? Die Löcher sind teilweise ausgedreht. Ich müsste dann auf jeden Fall etwas dickere und soweit noch möglich längere Schrauben verwenden (Werde alle Schreiben in Edelstahl ausführen).
Oder ich bohre die Löcher zB. mit einem 25er Forstnerböhrer bis zum Grund des Schreibenloches aus und Kleben dann Schreiben von Buchenrundholz ein (PU-Leim geeignet?). Nachteile die ich erkennen kann: Ich müsste anschließend in das Hirnholz schrauben. Hält das?

ich denke vor diesen Fragen sind schon viele Selbermacher gestandfen aber im Netz finde ich nichts ausreichend Informatives dazu.
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen und Tipps freuen!

Gruß
Daniel



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Grüße

Thomas



Fensterläden restaurieren



Die oberen Leisten allenfalls nur in der Mitte auf ca 10 cm mit PU anleimen- die Bretter müssen arbeiten können.
Wenn es sich um eine Rahmenkonstruktion handelt kann die Leiste natürlich über die volle Länge verleimt werden.
Je nach Konstruktion wäre eine Nut im Querholz und entsprechende Federn bei den Brettern sinnvoll.

Buche ist für Außenbereiche ungeeignet.

Du kannst bei Fehlstellen zB Querholzdübel aus Fichte oder Kiefer mit PU oder D4 Leim einleiten. Oder diese selber mit einem Zapfenschneider herstellen. ZB: https://www.feinewerkzeuge.de/zapfenschneider.html

Andreas Teich



Es spricht...



...nichts dagegen, die obere Leiste über die gesamte Ladenbreite anzukleben. Das Querstück ist ohnehin Längsholz, wie die Leiste. Die 8 oder 10cm Hirnholz links und rechts arbeiten nicht erheblich.

Ich würde aber, statt Eiche, zu ast- und splintfreier sibirischer oder deutscher Lärche raten. Lärche hat vergleichbare Gerbsäuremengen wie Eiche im Holz gespeichert. Diese werden jedoch weniger schnell ausgewaschen, durch das bei Lärche ebenfalls enthaltene Harz. Zudem habe ich zuweilen beobachtet, daß Verklebungen von Eiche und Nadelholz im bewitterten Bereich an der Leimstelle Schäden zeigen können.

Von Querholzscheiben rate ich im bewitterten Bereich völlig ab. Die Scheiben markieren sich oft und die Farbe reißt an der Bohrungsfuge, somit dringt Wasser ein. Besser ist Ponal Duo, ein 2K Reparatur- und Klebespachtel speziell für Holz. Das Ganze ist schraubbar und füllend, wäre also für die Schraublöcher ebenso wie für die Verklebungen der oberen Leiste geeignet. Es muß gründlich vermischt werden und braucht 24h zum Aushärten.

Grüße

Thomas



Hier ein Bild..


Hier ein Bild..

Na Danke, zwei gegensätzliche Meinungen :-) Und nun...?

Hier mal ein Bild eines abgeschabten aber noch nicht geschliffenen Klappladens. (kann man pro Beitrag nur ein Bild einstellen?)
Schraube 6 von 7 ist eine M6er Schlosssschraube von hinten durchgesteckt. Die anderen 6 Schrauben waren 5mm Holzschrauben. Das sind die Löcher die ich sanieren möchte.
Wie man erkennen kann würden die Querholzdübel komplett von den Winkelbändern verdeckt. Es ist also wohl weniger zu befürchten, dass die weit rauskommen bzw. das es ästhetische Probleme geben könnte.
Die Ponal DUO Variante wäre natürlich bedeutend schneller denke ich als die Querholzdübel (die ca 40com dief rein gehen müssten. Aber würdet ihr dafür die Löcher vorher aufbohren um das anegegriffene Material abzutragen oder einfach so den KLeber/Spachtel reindrücken?

Oben kann man das Abdeckbrett aus Eiche sehen, das sich bei dem Klappladen auch schon sichtbar gelöst hat. Das ist wie gessagt nur von oben mit vier Näglen befestigt.

Ergeben sich aus dem Foto neue Ideen für euch?
Den bisherigen Tipp-gebern auf jeden Fall schon mal vielen Dank!

Gruß
Daniel
P.s. ich starte lgeich noch ein neues Thema in dem mich interessiert wie ich die Klappläden zerstürungsfrei demontiert bekomme.