Schrauben gesucht

20.03.2020



Für der Sanierung unseres Fachwerkhauses suchen wir dringend alte, unverzinkte Schlüsselschrauben (sechskant, oder vierkant) in den Maßen 10 mmx 80 mm bis 10 mm x 180 mm in Kleinmengen. Wer hat so etwas, wo können wir so etwas bekommen?
Gruß
Ingo



Fachwerk...



...mit Wiener Schrauben? Das ist eine ungewöhnliche Sanierung... Und eher nicht fachgerecht.

Grüße

Thomas



Schrauben gesucht



Sechskantschrauben gibt es un jeden Fachhandel. Kurz in Salzsäure legen und die Verzinkung verschwindet.
Haben wir zum Beispiel bei Stalltüren gemacht wenn es ein rustikalen Aussehen bei Eichenklaspentüren sein soll



Zufällig gefunden:



https://picclick.de/100-St%C3%BCck-Wiener-Schrauben-Sechskant-Holzschrauben-Schrauben-8x120-232009385110.html

Aber ehrlich, an welchen Stellen willst Du die in's Fachwerk wuchten?

Solltest Du die Schrauben absäuern, musst Du hinterher neutralisieren und mit etwas Öl in einem Gefäß schütteln, damit die Teile nicht umgehend korrodieren.

Grüße

Thomas



Schrauben gesucht...



Hallo
Wiener Schrauben, den Begriff habe ich shon gehört, kann ich aber nicht zuordnen. Fakt scheint zu sein, daß verzinkte Schrauben in Eiche extrem schnell kaputt gehen, da das Zink mit der Gerbsäure reagiert. Der gewünschte Effekt, des Korrosionsschutzes wird nicht nur nicht erreicht, sondern sogar umgekehrt...Edelstahlschrauben haben leider den Nachteil, das sie schneller brechen, wobei Eisen verbiegt. Es geht hier nicht um das Aussehen, es geht um statisch wichtige Teile. Wir brauchen solche Schrauben zum Beispiel, wenn wir unsere Stichbalken zugfest verbinden, oder bei Anblattungen von Riegeln in Bereichen, wo wir möglichst wenig eingreifen wollen- da sind das gar keine großen Schrauben. Wir haben auch schon Bolzen von 16 mm mit einer Länge von 500 mm verarbeitet.
Die Sache mit der Salzsäure mag ich nicht anwenden. Wir haben alternativ Natronlauge verwendet, was den Vorteil hat, das das Eisen nicht angegriffen wird, aber der Umweltaspekt ist mehr als kritisch.
Vielleicht hat ja doch noch jemand etwas liegen an Schrauben?
Gruß Ingo



Salzsäure...



...löst das Zink sofort. Natronlauge eher unzufriedenstellend.

Umweltaspekt? Umweltaspik? Natronlauge + Salzsäure = Kochsalz. Nicht alles, was "chemisch" klingt, umweltelt negativ. Einfach nicht in's Müsli kippen, dann geht das schon.

Fakt ist, daß ein historisches Fachwerk völlig ohne Wiener Schrauben (das ist dasselbe wie der eher kindisch wirkende Begriff "Schlüsselschrauben") auskommt. Zimmermännische Reparaturen desselben ebenso.

Völlig falsch ist hingegen der Eindruck, nur Zink würde mit Eiche reagieren. Eisen ist ebenfalls sehr angreifbar durch die Gerbsäure der Eiche, und Eisen (nicht Zink) sorgt für die schwarzen Verfärbungen und das Wegwittern der Eiche um die Schrauben. Und die galvanische Verzinkung ist eh nur ein Hauch.

Grüße

Thomas



Schrauben ins Fachwerk...



Wie Herr Böhme schon geschrieben hat haben Schrauben da im Grunde nix verloren. Vielleicht überdenken Sie die geplante Vorgehensweise noch einmal und holen sich ggf. Rat in einer ordentlichen Zimmerei mit Erfahrung in der Fachwerksanierung!
Schrauben, Winkel usw. gehören da nicht her.
Viel Erfolg



Schrauben ins Fachwerk!



Hallo
Schrauben und Metall im Fachwerk sind gar nicht ungewöhnlich. Dazu muß man allerdings die Situation kennen. Bei uns wird in der Tat alles nach bestem Wissen und Gewissen repariert. Entscheidend wichtig ist uns, daß wir einen möglichst großen Teil unseres Fachwerkhauses erhalten wollen. Viel zu oft sieht man mangelhafte Fachwerksanierungen. Uns ist es ein Anspruch zu zeigen, daß es auch anders geht. Die Aussage, daß ein Fachwerkhaus immer komplett ohne Metallverbindungen auskommt, ist so nicht zu halten. Schon seit Jahrhunderten werden an kritischen Verbindungen individuell angefertigte Schrauben und Nägel, sowie verschiedenen Bleche, oder Flachstähle eingesetzt. Und so machen wir es auch. Bei einigen Teilen ist es auch nicht anders möglich, da Holznägel, oder Dollen gar nicht zugfest genug sind, das wussten schon die Handwerker vor Jahrhunderten. Und wenn wir einen Riegel erhalten wollen, der an einem Ende zu sehr kaputt ist, dann kann ich eine Anblattung nicht mit ruhigem Gewissen mit einer Dolle befestigen. Das würde uns auch kein Statiker abnehmen.
Die Verwendung von Sechskantholzschrauben ohne Zink ist besonders geeignet, da wir nur geringe Probleme mit der Korrosion haben. Das Problem mit dem Zink ist, daß es in Verbindung mit Gerbsäure eine Korrosion der Stahlschraube auslöst, die ohne Zink nicht entstehen würde. Die schwarze Verfärbung im Holz schadet weder Holz noch Metall. Es ist richtig, es gibt auch verschiedene andere Reaktionen zwischen den verschiedenen Metallen (auch denen im Edelstahl) und der Gerbsäure. Bei der Reaktion von Eisen (Stahl) und Gerbsäure soll allerdings sogar ein Stoff entstehen, der das Eisen erhält.
Von einem Entfernen von Zink mit Natronlauge rate ich eher ab, wer geauner wissen will warum, der lese gerne folgendes: https://www.carlroth.com/downloads/sdb/de/4/SDB_4351_DE_DE.pdf
Vielleicht hat ja doch noch jemand eine Sammlung alter Schrauben? Ich würde mich freuen.
Ingo



Woher...



...stammen denn diese Erkenntnisse?

"Das Problem mit dem Zink ist, daß es in Verbindung mit Gerbsäure eine Korrosion der Stahlschraube auslöst, die ohne Zink nicht entstehen würde. Die schwarze Verfärbung im Holz schadet weder Holz noch Metall. "

Wenn Eisen mit Eiche (oder richtiger mit der Gerbsäure darin) reagiert, geht genau da der einzige Schutz verloren, den die Eiche hat, nämlich die Gerbsäure. Um diese Kontaktstellen bilden sich nicht nur schwarze Flecken (die Eisengallus - Reaktion) sondern eben auch Verwitterungszonen. Daß Eisen/Gerbsäure zu Stoffen reagieren, die das Holz schützen, scheint mir märchenhaft. Meine Beobachtungen legen mir Gegenteiliges nahe. Der fette Kopf der Schraube hält das Wasser denn auch noch genau da, wo es nicht sein soll.

Ein spezielles Problem im Zusammenhang mit verzinkten Schrauben konnte ich bisher weder praktisch erkennen noch theoretisch herleiten.

Ich habe mich gegen Wiener Schrauben bei der Fachwerksanierung ausgesprochen. Wenn denn der Statiker Schrauben als unverzichtbar ausrechnet, dann muß man ja nicht auch noch die hässlichen und unhistorischen Schraubenköpfe bewusst herausstellen und auch der Korrosion anbieten. Normale Senkkopfschrauben könnten z.B. in Senklöchern hinter Querholzscheiben unsichtbar und vor der Korrosion geschützt eingebracht werden. An manchen Stellen wirkt auch ein flach darüber eingetriebener Holznagel akzeptabel.

Selbst, wenn Senkkopfschrauben oberflächenbündig sichtig blieben, wäre das vorgesetzten Eisenklötzen vorzuziehen.

Was genau soll der Link zum Sicherheitsdatenblatt für Natronlauge? Abgesehen davon, daß ich nicht ablaugen sondern mit Salzsäure absäuern würde, mit Chemikalien kann man fachgerecht umgehen. Ätzend ist auch Essig (auch mit Essig - Essenz aus dem Bioladen können Sie wunderbar nachhaltig Zink von Schrauben absäuern, es dauert nur länger und ist teuer) oder Zement, 100g Kochsalz sind die letale Dosis und selbst mit einem schlichten Akku - Schrauber kann der geneigte Depp ganz Grauenvolles anrichten.

Große Erfolge wünscht

Thomas



Wenn...



...ihr Riegel so zerfallen ist das Sie Ihn mit einer fachgerechten zimmermännischen Reparatur nicht halten können, dann sollte man darüber nachdenken den Riegel zu ersetzten. Schwer vorzustellen das Schrauben halt finden sollen wo Holznägel nicht packen.
Sie haben recht, man findet in altem Fachwerk Schrauben, Dorneisen, Laschen... aber ob die vom einstigen Erbauer so gedacht waren oder vielleicht dann doch später irgendwann mal eingetrieben wurden? Ich hab ein paar Jahre in einer Zimmerei gearbeitet die sich auf Fachwerksanierung spezialisiert hatte. Handwerklich richtig und traditionell, die Idee einen Riegel mit Schrauben zu sanieren...ich glaube der Altgeselle hätte einen im Spänebunken erstickt.

Viel Erfolg