Dicke Dielen aus Eiche verlegen?

09.10.2009



Liebes Forum,


vor 4 Jahren stand ich vor der Frage, was ich beim Einkauf massiver Rohdielen im Sägewerk und bei ihrer Trocknung in unserem Garten beachten soll. Ich habe damals gute Ratschläge von Hr. Florian Kurz bekommen, wonach ich auch gehandelt habe.
Ich habe Eichen auf 50 mm schneiden und aufgelaltet 3,5 Jahre geschützt liegen lassen. Das Ergebnis 17 % HF. Im Frühling d.J wurden sie dann im Kammer auf 10 HF % heruntergetrocknet. Mein Tischler hat sie anschließend auf 38 mm Stärke gehobelt und auf jeder Längsseite mittig eine Nut von 14 mm Breite und 14 mm Höhe eingefräst. Das Gegenstück– lose Feder (25 x 14 mm) – sollen.in die Nut eingelegt werden.
Ich lege ein paar Foto bei.

Jetzt ist es endlich ist es soweit: Dielen liegen wieder aufgestapelt im Wohnzimmer und sollen demnächst verlegt werden. Ich wende mich wieder an das Forum, um Hinweise und guten Rat zu bekommen. Viele von meiner Fragen wurde hier mehrmals behandelt, aber immer in einem anderne Fokus. Ich bitte um Geduld.

Der neue Dielenboden kommt in zwei Zimmer im 1. OG. Das erste befindet sich über einem Tonnengewölbe. Das zweite liegt auf einer Hourdis Decke. Die Räume unten im EG werden nicht regelmäßig beheizt. Das Haus allgemein ist trocken, seine Bausubstanz gesund.

Die Unterbaukonstruktion des Fußbodens : die vorhandene Schüttung aus Schlacke , Sand, Asche und alte Balken wurden entfernt. Das war Fehler, besonders bei Tonnengewölbe. Deswegen habe ich monatelang nach einer „neuen“ Schlacke gesucht. Und gefunden. Jetzt ist als Schüttung wieder neue trockene Schlacke da (mit wenig Bauschutt) gestampft.
Neue Lagerhölzer aus Fichte 8 x 16 cm x 5000 mm (auf 3950mm Zimmerbreite werden verkürzt)
Raumfeuchtigkeit 48 – 52 % unbeheizt
Dielen Stärke 38 cm, Breite 18 – 35 cm, Länge 410 cm
Lichten Balkenabstand 80 cm, Balken
Das sind sozusagend Gegebenheiten für die Neuverlegung.

Obwohl ich das Forum schon x-mal durchgeschaut habe, einen Meinungsaustausch zu solch dicken Dielen und Nut/Feder Verbindung, wie oben beschrieben, habe ich da nicht gefunden.

Meine fragen sind jetzt:
1. Mit welchen Schrauben (Nägeln) und an welcher Stelle würden die Dielen besser zu verschrauben (oder zu vernageln?). Von der Dielenstärke selbst sind es nur 15 mm, die die Schraube zu überwinden hat um das darunterliegende Lagerholz anzufassen. Das ist für eine Schraube nicht viel und vielleicht wohl der Grund, warum einige Fußbodentischler vor Schrauben zurückweichen (wegen Aufspaltungen im Holzinneren) und betonen, das Holz soll mit Stauchkopfstiften in die Nut (untere Lippe) jeweils auf einer Dielenseite genagelt werden. Die anderen lehnen die Methode mit dem verdeckten schrauben oder nageln grundsätzlich ab, sie meinen, die Bretter an den Aussenstellen arbeiten und das "Fleisch" dort ist zu mickrig, dann wegbricht und alles wird locker. Sie würden einfach von oben Strick spannen und nageln.
2. Wenn ich doch die Schrauben nehme (die meisten Aussagen im Forum sprechen hierfür), dann schraube ich in die Nut oder an der oberen Kante der Feder? Im Würth Katalog gibt es viele spezielle Typen von Dielenschrauben, welche soll nehmen?
Welche Ausführung soll der Schraubenkopf haben: mit Fräßrippen oder Fräßtaschen. Ist eine Bohrspitze bei Hartholz wichtig ?
Vollgewinde oder Teilgewinde? Wie groß/dick sollen die Schrauben sein?
Wieviele Schrauben pro Brett und Balken?


3. Was alles ich beim Verlegen beachten soll? Das Material ist erstklassig und war teuer. Ich will das nicht verpfuschen lassen. Hier in meiner Umgebung (um Prag herum) habe ich keinen mutigen Tischler/Zimmermann gefunden, der genug Erfahrung mit Verkeilen der Holzbalken im Schlackebett hätte. Auch vor Eiche haben die meisten viel Respekt. Und so bin ich auf Profi von entfernen Regionen Tschechiens angewießen. Die kenne ich aber nicht und nachdem der neue Boden fertig ist, werde ich sie wahrscheinlich nie mehr sehen . Die Anonymität erschwert auch den Wahl des richtigen Handwerkers.

4. Und dann stellt sich noch die Frage, ob ich eine Folie als Auflage für die Schüttung verwenden soll , ob das hilft das bekannte „nach oben Stauben“ bei der Schlacke dauerhaft zu verhindern verhindert. Bei der alten Dielung (60 Jahre alt), auch wenn sehr gut ausgeführt und mit nur kleinen Fugen war das ein Problem. Oder muss man das halt in Kauf nehmen, wenn man nach alten Regeln baut.



Vielen Dank für eure Hilfe

Hana



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...am besten an:

Restauratio GmbH
Thomas W. Böhme
Pillnitzer Landstraße 124
01326 Dresden
Tel.: 0351 2685949
Fax : 0351 2685948
eMail: mail@restauratio.com

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Stefan Procopius, Parkett & Dielenböden
Kirchhainer Str. 4
03238 Finsterwalde
Tel.: 03531 70 26 30
Fax : 03531 50 17 38
eMail: parkett-procopius@barnika.de

Ich hoffe für's erste geholfen zu haben.

Grüße ins Tschechische,
Udo Mühle



Hallo,



Florians Rat haben Sie ja mit viel Geduld und Zeit umgesetzt und haben nun ein hochwertiges Material für die Verlegung.

Bei Breiten über 25cm schraube ich 2-fach von oben. 2 Varianten: Edelstahlschrauben mit Torx-Antrieb, oberflächenbündig versenkt, oder 10mm-Löcher sauber vorbohren mit Forstner-Bohrer, schrauben und verschließen mit Querholzscheiben 10mm, aus dem Verschnitt des Brettes selbst hergestellt mit Scheíbenfräser. Des harmonischen Gesamteindruckes wegen würde ich auch die schmaleren Bretter so befestigen.

Nageln lehne ich als technisch minderwertig ab. Wer's unbedingt braucht, muß mit zusätzlichen Knarrgeräuschen leben wollen.

Wenn dann geölt werden soll: Für eine Heißölbehandlung komme ich auch gern in's "böhmische".

Grüße

Thomas



Umlaufend...



...als Randdämmstreifen mit Kokosstreifen arbeiten.
Die Arbeiten von unserem Thomas kenne ich zu gut und habe gerade erst ein interessantes fertiggestelltes Objekt bestaunen dürfen.
Sie wären da in guten Händen.

Grüße ins Böhmische,
Udo Mühle