schräge Giebelwand (Wetterseite)

28.05.2017



Hallo alle zusammen,

ich hab schon sehr viel hilfreiches hier im Forum gelesen und hab jetzt mal eine Frage zu der ich nichts gefunden habe.
Es geht um ein ca. 150-200 Jahre altes Weberhaus mit Mansarddach. Während der (sehr intensiven) Umbaumaßnahmen, war ich immer wieder beeindruckt über die Präzision, mit der das Haus gebaut wurde. Beispielsweise sind die Deckenbalken in beiden Stockwerken exakt übereinander, perfekte Ausrichtung zu den Himmelsrichtungen und soetwas. Genau deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass die schräge Giebelwand an der Wetterseite ein Versehen war. Weiß jemand bzw. hat jemand von euch eine Idee aus welchem Grund die Wand schief gebaut wurde?
Zur besseren Vorstellung: die Wand fällt im oberen Dachgeschoß um ca. einen halben Meter nach innen. So dass im obersten Geschoss die letzte Reihe Belken fehlt und die Giebelspitze mit der weiter innen liegenden Balkenreihe abschließt.

Ich hoffe ihr könnt euch etwas darunter vorstellen. Ich bin schon länger am rätseln was das angeht. Vielleicht wurde die Reihe Balken auch bei der letzten Dachsarnierung entfernt und die Wand oben neu gemacht, aber warum sollte das jemand machen??

Insgesamt wäre mir eine Neigung in die andere Richtung auch deutlich lieber, weil es die einzige Feuchte Wand im Haus ist. Dachüberstand gibt es keinen.

schonmal vielen Dank für eure Antworten,
Mikkl



Giebel



Je nach Dachtragwerk war es üblich, das Giebelmauerwerk leicht nach innen fallen zu lassen. Die Verankerung erfolgte am Tragwerk, der Zweck war höhere Stabilität und Sicherheit gegen herabfallende Steine aus der Giebelspitze.
Die Neigung bewegte sich im stabilen Bereich, der Schwerpunkt lag innerhalb der Wandaufstandsfläche.
Ein halber Meter ist weit außerhalb,das ist nicht normal und muß einen Grund haben.