Schorsteinkopfabdeckung……oder doch nicht?

04.09.2014 Equicon



Hallo Zusammen,

wir haben in unserem Haus für zwei neue offene Feuerstelle doppelwandige Edelstahlrohre mit entsprechender Verkleidung durch das Haus geführt. Die Rohre haben einen Durchmesser von 300 mm und 400 mm. Oben auf dem Dach bzw. auf dem Schornstein haben wir jeweils einen schönen, abgestuften Schornsteinkopf erstellen lassen. Die Köpfe sind 1m x 1m bzw 1 m x 0,8 m groß. Die Rohre werden durch elektrische Klappen (Kutzner & Weber) verschlossen

Jetzt stehen wir vor der Aufgabe bzw. dem Problem, dass übliche Regenabdeckungen wie etwa ein Napoleonhut oder die Meidinger Scheibe nicht wirklich gut auf dem Schornsteinkopf aussehen.

Meine Frage an Euch:
Kann man nach Eurer Erfahrung/Meinung auf eine Regenhaube verzichten?
Wie wurde das denn früher gelöst?

Vielen Dank, Peter



Schornstein



Wirklich 300 bzw. 400 mm im Durchmesser?



Ja,….



wirklich. Eine Feuerstätte in der Küche ist 80 x 70 und die im Wohnzimmer 160 x 120 mm.



Quatsch, da fehlen die Nullen



0,8 m x 0,7 m und 1,6 m x 1,2 m.



Offene Kamine



Habe ich das richtig verstanden, dass Ihr Euch zwei neue (!) offene Feuerstellen incl. Schornsteinsanierung mit 300 bzw. 400mm Edelstahl doppelwandig habt installieren lassen? Diese sind i.A. nur für gelegentliche Nutzung zugelassen, wobei diese Definition naturgemäß sehr schwammig ist. Logischerweise haben sich damit auch schon Gerichte auseinandergesetzt, die etwas konkreteren Beschreibungen gehen aber auch hier weit auseinander, das reicht von „manchmal“ bis hin zu „8mal im Monat mit max. 5Stunden“.
Ich würde gerne mehr dazu erfahren, welchen Grund und Sinn das bei hat, ebenso zur eher ungewöhnlichen Abgasrohrdimensionierung.

Die eigentliche Frage nach der Regenhaube lässt sich natürlich nicht beantworten, da hier niemand Dein Haus kennt, ebenso nicht regionale Gepflogenheiten und nicht zuletzt den persönlichen Geschmack.

Es bleibt noch anzumerken, dass „früher“ die Frage nach einer Regenhaube oft weitgehend unwichtig war, da die meist einzige Feuerstelle i.d.R. täglich genutzt wurde, allein zum Kochen, und so auch ein nass geregneter Kaminzug ziemlich schnell wieder trocken wurde.



offene Feuerstelle



Wie Sebastian Hausleithner schon schrieb, dürfen offene Feuerstellen nur gelegentlich betrieben werden.
Die Durchmesser der Rauchrohre sind ja exorbitant.
Was sind das denn für Feuerstätten und welche Leistung haben sie?
Hat der Schornsteinfegermeister die Kamine abgenommen?
Und was sind das für Maße?
Welche Klappen (Typenbezeichnung) wurden verbaut?



Vielleicht habe ich den Begriff



falsch gewählt: Offene Feuerstelle = offener Kamin . Das Ganze ist natürlich mit dem Schornsteinfeger abgesprochen und wir wollen damit auch nicht das Haus oder Teile des Hauses heizen. Wir wollten einfach einen offenen Kamin im Wohnzimmer und in der Küche bzw. im Frühstückszimmer. Tja, und die Durchmesser haben sich aufgrund der Dimension der Feuerstelle rechnerisch ergeben. Wahrscheinlich hätten die Rohre noch etwas breiter sein dürfen aber die Kamine werden schon ziehen.

Ich verstehe das so: Mit einer Regenabdeckung verhindere ich, dass bei Regen Wasser in mein Haus kommt. Da aber bei diesen Querschnitten die Haube einen recht großen Abstand von der Mündung haben muss, um den Zug nicht zu behindern, kommt ohnehin Regen von der Seite rein. Also, könnte ich doch auch die Abdeckung gleich weg lassen, oder. Ich habe nur Sorge, dass mir dann irgendwann mein Wohnzimmer unter Wasser steht…..



Kamin / Regenhaube



Ehrlich gesagt macht die erweiterte Beschreibung das auch nicht klarer...
Selbst wenn der Schorni genickt hat, scheint das erstmal energetischer Quatsch zu sein, deshalb meine erneute Bitte um mehr Input... vielleicht auch ein paar Fotos...

Das Rohr kannst Du auch am Schornsteinkopf direkt eindichten (lassen), was dennoch hineinregnet, kommt am Kondensat-Anschluss wieder an und hinaus.



Rauchrohrdurchmesser



…dass mit den angegebenen Durchmessern (auch noch gerechnet) glaube ich nicht! 20 cm wären ok. Das Wohnzimmer wird ja keine Fabrikhalle sein;-))
Oder handelt es sich bei den doppelwandigen Rohren um den Außendurchmesser?
Und ich bin nicht der Einzige, der mehr Input abfragt.
Du willst ein Problem im Forum gelöst haben, da musst Du schon die gestellten Fragen beantworten. Oder es gibt keine neuen Erkenntnisse für Dich.



Also, ich würde ja gerne "inputen" aber…..



ich weiß nicht so recht was Ihr wissen müßt/wollt.

- Wohnzimmer und Küche haben jeweils eine Grundfläche von ca. 50 Quadratmeter.
- Der von mir genannte Durchmesser der Rohre von Poll ist der jeweilige Innendurchmesser. Mit doppelter Wand und zertifizierter Verkleidung ist das natürlich noch mehr.
- Beide Rohre sind bereits montiert.
- Der Küchenkamin geht ca. 8 Meter gerade hoch. Der Wohnzimmerkamin ist ca 10 Meter hoch und verschenkt zwei Mal um 30 Grad.

Wenn der Durchmesser geringer wäre, würde ich mir ja auch nicht so viele Gedanken um den Regen machen.

Das ein offener Kamin energetischer Quatsch ist, ist vollkommen richtig. Sieht aber sehr schön aus.

Was ist denn ein Kondensat-Anschluss?? Ich versuche gleich 'mal ein Foto hochzuladen, muss mich aber erst einloggen



Bild 1



Hier sieht man beide Kamine



Bild 2



Wohnzimmerkamin außen



Bild 3



Küchenkamin Rohbau



Bild 4



Wohnzimmer noch unverkleidet



Weitere Daten



Die Daten zu den Feuerstellen wären noch von Interesse... Auch hier können Fotos helfen...
Wie Du ja inzwischen herausgehört hast, ist die eigentliche Frage nach der Regenhaube eher Nebensache, kosmetisch/optisch...

Das ist doch brutal, irgendwas läuft da völlig falsch...
Als "Hüftschuss" könnte man das mit 'nem 150er bis 200'er hinkriegen...

Die Thematik mit der offenen Feuerstelle sei mal jetzt gegeben, obwohl sie "bekloppt" ist...



Autofahren



ist auch energetischer Quatsch.....sogar völliger !

Die Baumpflegemaßnahme an der Hainbuche rechts hinten ,neben dem Kamin halte ich allerdings für diskussions würdig;-)

Grüße Martin



Ist eine Ulme



die vom Gärtner des Vorbesitzers vollkommen verschnitten wurde. Leider.





Dem Habitus nach, hätt ich ich s für ne Hainbuche gehalten....

Dauerhaft Totalschaden! Ein regelmäßiges einkürzen der Ständer ,schwierig aufgrund der vielen regelmäßigen Seitentriebe im Feinastbereich,was für die Ulme spricht ,wird die Lebenszeit und die Verkehrsicherheit deutlich verlängern.

So und jetzt weiter mit dem Kaminkopf

Grüße Martin



Kamin



Über ästhetische Fragen hätten Sie sich vor dem Bau dieser Riesentrumms schon Gedanken machen sollen. Damit meine ich nicht nur die Abdeckungen, die bei den Querschnitten unumgänglich sind.
Bin gespannt wie die dazu gehörenden Kamine aussehen werden wenn dafür solche Querschnitte bei der Berechnung herauskamen.
Nach Ansicht der Bilder hätte ich eine Menge Fragen an Ihren Bauleiter bzw. Baubetreuer, nicht nur wegen den Schornsteinen.



Ich bin mir nicht ganz sicher



ob Sie, lieber Herr Böttcher, aus der Distanz wirklich beurteilen können, wie viele Gedanken wir uns bei diesem Umbau über die Ästhetik vieler, vieler Details gemacht haben.

Mir ist übrigens gerade Ihre Signatur aufgefallen. Wie recht Sie doch haben….

Nachdem wir nun alle ein Bild Ihres Wohnzimmerkamins gesehen haben :-)), hier ein Bild, wie es bei uns aussehen soll.





Alter Schwede, das ist fett.
Der riesige Durchmesser könnte an dem sehr kurzen Zug liegen.

Bei meinem 60kW Holzvergaser wurden auf 8 Meter Schornsteinhöhe 250mm Durchmesser berechnet. Bei 6 Meter wären es schon 300mm gewesen.
Bei den 18 Meter hohen Schornsteinen bei mir im Schloss geht selbst bei den ganz kleinen Zügen (120mm) die Post ab, wenn sie einmal warm sind. Das ist, als würde oben jemand mit dem riesen Staubsauger stehen und absaugen. Sind sie jedoch noch kalt, vor allem, wenn es regnet, qualmts manchmal doch ins Zimmer rein.

Aber egal. Schönes Häuschen.

Wie man das früher gemacht hat, wurde schon beantwortet, nämlich sehr oft befeuert und damit getrocknet.
Und was ihr machen sollt, hängt von Eurem Geschmack ab.
Man kann den Kamin mit einem Deckel versehen, muss man aber nicht.

PS: Die untere Denkmalschutzbehörde hat mich ausdrücklich darum gebeten, die Schornsteine regelmässig zu befeuern, damit sie nicht kaputt gehen. Soviel zum Thema "gelegentliche Nutzung" und der Auslegung ;-)





Na, jetzt sind wir ja wieder beim Thema, danke Klaus. Ich würde auch liebend gerne auf den Deckel verzichten. Hätten wir einen klassisch gemauerten Kaminzug würde ich auch nicht so lange nachdenken, denn dann würde der Stein ja durch das Feuer getrocknet.

Wir haben nun aber glatte Edelstahlrohre, durch die der Rege durchflutscht…..



Kamin



Sie wollten so etwas, also müssen Sie auch eine Abdeckung akzeptieren.
Wer A sagt muß auch B sagen.
Sie können es natürlich lassen und "aus ästhetischen Gründen" keine Abdeckung verbauen. Was passiert: Nichts.
Höchstens wenn es mal kräftig regnet. Bei einer täglichen Regenspende von 40 Litern pro m² und mehr(so was passiert ab und an mal) haben Sie ca. 5 Liter Wasser die in den Kamin laufen.





Naja, ganz so ist es nicht. Meistens fällt der Regen ja nicht senkrecht aber wenn mal ein richtiger Schauer kommt, wäre man nicht davor gefeit.
Alternativ, wenn denn die Kamine nur selten angeheizt werden, könnte man sich überlegen, ob man nicht oberhalb der Sichtlinie des Kamins, also unten, irgendeine Halterung reinmacht, auf die man eine Wanne stellt. Wäre zwar doof, weil man die immer rausnehmen muss, bevor man anfeuert aber zumindest wäre das eine Alternative.

PS: Ich sehe gerade das Wort Kondensatanschluss. Weil das offene Kamine sind, dürften die kaum sowas haben.
Ein Kondensatanschluss ist nichts weiter als ein Ablaufrohr für Wasser, welches ganz weit unten auf dem Boden eines Schornsteins ist und wo das Wasser rauslaufen kann, wäre der Schornstein geschlossen. Ist er aber nicht.



Schornsteinkopfabdeckung?



Meine Fragen wurden ja nicht beantwortet, daher nur noch kurz:
Der Regen, der in den Kamin fällt, läuft auch unten wieder raus.
Das Edelstahlrohr sollte unten einen Kondensatablauf haben. Da kann man einen Eimer drunter stellen. Oder, wenn man's komfortabler haben will, eine Kondensatpumpe anschließen.
@ Klaus: bei 40 l/m2 Regenspende laufen schon 5 l in den Kamin, da hat Georg durchaus recht.





Ja stimmt...beim nochmaligen überdenken habt Ihr recht.

Was den Kondensatanschluss angeht, was ist denn das im Wohnzimmer für ein Rohr, was in der Wand verschwindet?



Abgasklappen vorhanden



Hallo Peter,

Sie sprechen von Abgasklappen Marke Kutzner+Weber.
Sind die Klappen in der Nähe der Feuerstätte oder am Ende des Kamins eingebaut?
Die Klappen müssten motorische Diermayerklappen sein (korrekt ?)
Für die Klappen gibt es ja dann bereits eine Regelung, wann die Klappen auf (Feuer an) und wann die Klappen zu (Feuer aus) gehen.
Die gleiche Steuerung (Steuersignal) könnten Sie verwenden um am Kaminkopf einen Verschluss zu installieren.

Standard wäre das nicht und eine solches Verschlussystem muss "Sicher" ausgeführt werden. Auf keinen Fall darf die Diermmayerklappe sich öffnen und die ober Verschlussklappe geschlossen bleiben wenn Sie Feuer machen.

Die obere Verschlussklappe könnte dann optisch weniger auffällig sein, da sie direkt am Kaminkopf anliegen könnte.
Sie muss aber offen sein wenn sie feuern. Das Wasserproblem dürften dann aber auch keine große Rolle spielen. Selbst bei extremen Starkregen würde ich nicht erwarten, das ein ordentliches Feuer ausgehen würde.

Sprechen Sie doch mal Kutzner+Weber an ob die einen solchen Verschluss anbieten könnten. Der Vorteil wäre das eine einheitliche Steuerung verwendet werden könnte.


PS Die Sonderlösung wäre nichts für den "kleinen" Geldbeutel

Gruß Jochen



Regenhaube



Passende Regenhaube und Abdeckblech gibt es direkt von Poll, sollte somit dann auch funzen. Eine eigentlich vorgeschriebene Prüf- und Reinigungsöffnung mit Wasserfangschale ist ebenfalls für das System erhältlich.

So ganz allgemein sollte über die Planungen da noch mal jemand einen Blick drüber werfen, ich kann mir nicht vorstellen, dass der Schorni die beiden sozusagen senkrechten Löcher im Haus als Neuerrichtung einfach so abgenickt hat, das ist ja wildestes Mittelalter, motorische Abgasklappen sind eigentlich nicht wirklich sinnvoll für diesen Zweck.

Der einzige Vorteil, den ich bei diesen Trumms sehe, liegt darin, dass man sich nicht über eine zu kleine Kühltruhe ärgern muss, wenn man mal ein Wildschwein überfahren hat, man muss es nur schaffen, das Biest in fünf Stunden gar zu kriegen... das ist die übliche Definition von „gelegentliche Nutzung“, wie schon erwähnt.



Architekten fragen?



Hallo,

wirklich Respekt vor den Arbeiten und Glückwunsch zu dem schönen Häuschen!

Bei den ganzen Umbaumaßnahmen wird bestimmt ein Architekt involviert gewesen sein!? Hat der keine Lösung oder Antwort parat? Hatte er das nicht berücksichtigt?

Viele Grüße und gutes Gelingen



Ich finde



die Abdeckungsvariante auf dem beigefügten Bild, recht interessant. Allerdings wird dies auf einem Edelstahlschornstein wohl schwierig umzusetzen sein.

Mit Grüßen Danilo



Lamellenhut



Ist ein neuer Schornstein, da darf auch ein modern aussehender Hut drauf. Anbei ein Bild von unserem. Der Schornstein ist alt, mit neuem Edelstahlrohr und neuer Verblechung, und dazu ein Lamellenhut in Edelstahl.

Wir haben bewusst kein Kupfer am Dach, passt nicht zum einfachen Charakter des Hauses.



Vielen Dank



für die rege Diskussion. Ich war bis gerade in Belgien auf der Suche nach alten Klinker Steinen oder Riemchen für die rückwand der Kamine und konnte erst jetzt die Antworten lesen.

Es gibt natürlich von Poll passende Regenhauben und Abdeckungen, die aber nicht zum Kaminkopf passen. Sie müssen mindesten soweit über der Mündung stehen wie der Durchmesser des Rohres ist (also 400 mm bzw. 300 mm über Mündung) und das 1,5 fache des Durchmessers seitlich überstehen…..

Wirklich weitergebracht, und herzlichen Dank dafür, hat mich die Anregung von Jochen die Klappe als Sonderlösung bei K + W anzufragen. Vielleicht ist es ja auch möglich die motorische Diermmayerklappe ganz nach oben als Abschluss zu setzen. Allein für diesen Gedanken hat es sich das Posten gelohnt.