Neulinge fragen: Nachtspeicherheizung entfernen, neue Heizung, Freilegung des Fachwerks...

10.10.2006



Guten Tag.

Wir sind gerade dabei, ein Fachwerkhaus in der Stadt (innerhalb der Stadtmauer) zu "erben". Das Fachwerk ist nicht freigelegt.

Kurze Infos, die ich weiß: Haus ist etwa zwischen 1830 - 1850 erbaut worden. Es ist innen sehr gepflegt und trocken, allerdings sind innen alle Hinweise auf Fachwerk unsichtbar gemacht worden, zum Beispiel durch Ummantelung der Balken mit holzgemusterten Spanplatten (grauslich). Über den Zustand der Wände kann ich nichts sagen, weil alle verputzt und tapeziert sind. Ich habe das Gefühl, daß die Vorbesitzer verschleiern wollten, daß das Haus ein Fachwerkhaus ist.

Wir sind absolute Neulinge, deswegen haben wir ein paar Fragen:

Kann Freilegung gefördert werden, zum Beispiel durch ortsansässige Vereine. Ist das üblich?

Der Vorbesitzer hat ärgerlicherweise eine teure Nachtspeicherheizung einbauen lassen. Wir hätten gern eine kostengünstigere Methode. Gibt es etwas, das nicht so teuer ist und so viel Dreck macht?

Ist es theoretisch möglich, im 2. OG ein neues Bad einzubauen, wenn man den alten Schornstein als Weg für die Leitungen benutzt? Es scheint bereits eine Leitung vorhanden zu sein, denn im 1. OG ist in der Küche das Waschbecken genau am Schornstein befestigt.

Wasser läuft über Boiler. Wie kann man das modernisieren?

Meine Fragen verdeutlichen sicherlich meine Unwissenheit, über Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank im Voraus.



ich denke,



ihre fragen wird ihnen hier niemand beantworten können, da sie von vielen faktoren abhängig sind, wie z.b. ihren finanziellen möglichkeiten und den räumlichen/baulichen gegebenheiten.
sie sollten das gespräch mnit einem unabhängigen fachplaner heizung/sanitär suchen.
zu den fördermitteln: ich bezweifle, dass es vereine gibt, die über solche finnziellen möglichkeiten verfügen, wenn, wird man ihnen hilfe zur selbsthilfe anbieten. nicht ausgeschlossen ist aber, das die öffentliche hand bereit ist, dafür geld zu lassen. telefonieren sie doch einfach mal mit dem bau-/denkmalamt ihrer kommune/ihres kreises. auch auf landesbene gibts mal was. da hilft nur tapfer den hörer festhalten und sich durchfragen.



Heizung



Moin,

was ist gegen eine Nachtspeicher Heizung einzuwenden? bei den z. Zt. herrschenden Preisen fuer fossile Brennstoffe eine echt guenstige Alternative die ich auch habe. Zu dieser wird in Kuerze ein Grundofen kommen.





Ich würde den Schornstein nicht als Weg für Leitungen opfern wenn eine
Alternative zu Nachtspeicheröfen gesucht wird,da er dann nicht mehr anderweitig,zb mit einem Grundofen oder anderen Heizsystemen,die einen Schornstein brauchen betrieben werden kann.





Danke, daß Sie sich meinen Kopf zerbrechen.

Ist ein Grundofen das Ding im Keller, mit dem man alle vorhandenen Heizungen im Haus "befeuert"? Darunter könnte ich mir was vorstellen, Verwandte haben so etwas. Der kommt dann in den Keller, oder?



Ein Grundofen ist nicht das Ding was im Keller steht



Das Ding was im Keller steht, ist in der Regel ein Heizkessel, betrieben mit Öl,Gas,Pellets oder Holz.
Ein Grundofen ist der traditionelle Kachelofen, bei dem das Feuer aus einem gemauerten Feuerraum, durch Züge genannte Kanäle hindurch, bei maximaler Ausnutzung der Ofenoberfläche zum Schornstein geführt wird. Er produziert
Strahlungswärme pro Quadratmeter Oberfläche ca.0,7 kw ,es gibt sie in geputzter oder mit Kacheln gesetzter Oberfläche oder als Lehmofen. So ein Ding sollte möglichst zentral im Haus stehen, wie zb bei den alten Höfen in Bayern, Östreich oder der Schweiz, bin selbst seit ca 15 Jahren mit der Leistung und der Wärme eines solchen Ofens sehr zufrieden.



Gewicht



@Goldberg
dem stimmen wir erst einmal in aller Form zu.
Trotzdem sollte die Gewichtsbetrachtung nicht außer acht gelassen werden, denn es kommen dabei ganz schöne Kilo's zusammen (je nach Ausführung natürlich!)

Grüße Udo





Ohne eine kompetente Vor-Ort-Sanierungsberatung werden Sie keine geeigneten Aussagen erhalten.

Grüße

Jochen Engelhardt





Nun eigentlich wollen wir nicht komplett sanieren. Wir dachten lediglich über eine andere heizform als Strom (nachtspeicher und boiler) nach und ein kleines bad damit man in der nacht vom 2 og nicht ins eg muß. brauch ich da einen sanierungberater? der komplette stadtkern ist voll erhalten und horrend alt, da wird sich doch vielleicht schon ein heizungsmonteur und ein sani installateur auskennen??? oder brauche ich einen sanierungsberater für alle umbauten, die ich am haus machen will?





Vor Änderungen an einem Gebäude sollte man immer überprüfen, ob diese Veränderungen dem Gebäude schaden, bzw. ob es nicht bessere Alternativen gibt.

Grüße

Jochen Engelhardt



Saniert...



...ist schnell und auch irgend etwas eingebaut!
Ob es dann auch über die Jahrzehnte funktioniert, wird sich erst später heraustellen.
Hier soll eigentlich darauf geachtet werden, daß es sich um Handwerker handeln sollte, die in solchen Gebäuden sehr sensibel und sehr wissend ihr Handwerk ausführen.
Auch mit den vorgefundenen Konstruktionen eine handwerkliche Umgangsform finden und nicht einfach nach Prinzip: Hauptsache meine Installation funktioniert und danach Tschüß!

Grüße Udo





wo in mainfranken?
Installateure bevorzugen oft die brachialmethode und bohren sich ihren weg durchs ganze haus. wenn man dann später die verkleidungen wegmacht sicht man was da alles durchtrennt wurde was eigentlich zusammengehört.Habe beim Denkmalamt schon ein paar abenteuerliche Bilder sehen dürfen. Da würde ich nicht irgendeinen aus dem ort raussuchen. und ich würde mir lieber jetzt etwas mehr zeit nehmen und mir überlegen was will ich mit dem haus machen, was sind da so meine ziele oder vorstellungen. selbst boiler finden sich in "modernen" Häusern. Und Freilegen (vor allem innen) wird selten gefördert kann sich aber zu einem "Hobby" entwickeln ( will heißen braucht zeit, macht dreck und arbeit , aber befriedigt auf eine ungekannte art; ähnlich einem Garten)

In dem Zeitraum in der ihr Haus gebaut sein dürfte war es nicht mehr "in" Fachwerk zu zeigen. Wer es sich leisten konnte lies es Verputzen und/oder tapezierte. Darunter befindet sich auch wahrscheinlich kein als Sichtfachwerk gedachtes Fachwerk, das da auch bleiben kann , wenn es denn der richtige Putz ist. Alte Häuser haben oft mehr als einen Schornstein und wenn dort sowieso schon leitungen liegen ist das vielleicht nicht mal die schlechteste Lösung.

Gruß
dorothée





mainfranken ist so um würzburg und rothenburg o.d.t. rum :) da dort viel altes zeug rumsteht... usw. s.o.

freilegung dachte ich erst mal an außen wegen förderung. das innen meine eigene sache ist, hab ich mir schon gedacht.

der schornstein ist an der außenwand zur straße. es ist ja kein freistehendes haus, sondern ein eckhaus an einer straßenecke. kein garten, kein hof. kleine terasse, kleiner balkon. gottseidank ist die straße schmal :) zurück zum schornstein. wie gesagt ist im 1. og breits ein waschbecken am schornstein befestigt. und das zimmerchen wo wir das bad einzubauen dachen, grenzt auch direkt an den schornstein. deswegen kamen wir darauf.

naja, noch haben wir das haus nicht. es ist seit 1875 im besitz der familie meines lebensgefährten und die vorbesitzer haben sich nicht so einen großen kopf um das erhalten gemacht, da ging es vor allem um modernisieren und bequemlichkeit. so wurde zum beispiel die nachtspeicherheizung eingebaut, weil der opa nicht warten wollte, bis die fernwärme kommt (alle anderen häuser ringsum haben fernwärme).





sry, frage falsch verstanden. neben würzburg.

und danke für Ihre anregungen und warnungen!