Abdichtung auf Betonboden

10.07.2012



Aktuell ist der Zeitpunkt gekommen, unsere Böden langsam fertig zu stellen.

Die Situation (ich hoffe, ich vergesse keine wichtigen Details): Magerbeton, darüber 10cm mögliche Aufbauhöhe für einen Holzboden. Eine Horizontalsperre ist vorhanden, sie mäandert aber zwischen knapp über Fertigfußbodenoberkante und Rohbodenniveau. Dort wo die Horizontalsperre höher liegt als der Rohboden ist unterhalb der Sperre unregelmäßiges Mischmauerwerk mit relativ tiefen Fugen. Der Rohboden schließt nicht fest an die Wände an, dort sind Randdämmstreifen eingebaut (idee der Baufirma). Unter dem Beton befindet sich noch eine Rollschicht.

Aufgebaut werden soll ein Dielenboden auf Lagerhölzern mit Perlitschüttung.

Die Frage ist jetzt, wie die Abdichtung gegen Feuchtigkeit von unten erfolgen soll. Schweißbahn ist nicht möglich, da auf dem Beton schon Heizungsrohre (ummantelte Cu-Rohre) liegen. Gefitas-Folie (PE 3/300) gefiele mir sehr gut, konnte ich aber bei den hiesigen Baustoffhändlern noch nicht auftreiben, nur eine Firma hatte eine sehr teure Alternative (15m2-Rolle ca. 250 Euro).

Eine Idee war, bituminöse Dichtbahnen mit einem passenden Klaber kalt zu verkleben, was gibt es da günstiges? Oder was für Alternativen gibt es sonst noch?

Die Heizungsrohre liegen übrigens nicht direkt auf dem Boden auf, sondern auf 2cm-Styroporblöcken. Eine Idee wären 2cm XPS-Platten (die könnte ich gratis bekommen) und darüber PVC-Folie. Was ist davon zu halten? Biologisch ist es sicher nicht, aber 15 Jahre alte Platten gasen hoffentlich nicht mehr so viele Schadstoffe aus wie neue.



Wenn ich das alles richtig verstanden habe...



... dann ist das Scheiße hoch drei... sorry, ich werde die Wortwahl zügeln...

Ihr packt grad eine FB-Heizung auf Mini-Dämmung gegen Erdreich (20 mm PS) in eine Dämmschicht (Perlite) und wollt dann noch von oben via Folie versiegeln?! Und oben drauf dann eine luftige Holzkonstrkution?

So Nicht...

Kann aber auch sein, dass ich es missverstanden habe, ich hoffe es...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Ja,



komplett falsch verstanden.
Die Rohre zu den Heizkörpern (Bestand) liegen schon, die sind relativ neu und folglich wollen wir auch nichts dran ändern.
Unter die Rohre, auf den Beton, soll aber eine Feuchtigkeitssperre und die Rohre sollen - wenn nichts grob dagegen spricht - in der Dämmschüttung verschwinden. Ganz oben soll dann der Holzboden drauf.

Konkret geht es vor allem drum, eine Feuchtigkeitssperre zu finden, die ohne Hitze (Flämmen) zu Verlegen ist und vom rauen Beton nicht mechanisch beschädigt wird. Ein Vermögen kosten sollte sie auch nicht unbedingt.



SK Bahn



Eine selbstklebende Bitumenbahn ist nie günstig.



Bodenaufbau



Wenn es nicht dutzende Rohre sind, vom Installateur abschneiden/entlöten lassen, Abdichtung einbauen, dann Rohre wieder in der Dämmlage einbauen.

viele Grüße
p.s. Deshalb macht ein Bauleiter als erstes eine Ablaufplanung



OK, verstanden...



... da war ich zu doof...

Das Beste wäre natürlich, eine durchgehende Dichtungsebene zu schaffen, da wird man möglicherweise die Rohre temporär entfernen müssen, möglicherweise reicht auch vorsichtiges Anheben.

Alles andere ist Flick- und Stückwerk und wird die Probleme von übermorgen darstellen.

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Möglichkeiten der Abdichtung?



Allgemein: Lässt sich den so eine Abdichtung nur mit Bitumen heiß oder Bitumen-Klebefolie kalt (teuer) herbeiführen?
Wie sieht es mit Streichmasse flüssig aus?



Naja



die Bahn unter die Heizungsrohre zu bekommen ist kein Problem - die Rohre liegen wie erwähnt nicht direkt auf dem Beton auf, sondern lose auf 20mm-Styroporblöcken. Die Rohre entlöten zu lassen liefe im Prinzip auf eine komplette Erneuerung hinaus, das kommt nicht in Frage.

Wie sieht denn die Sache mit Bitumen-Kaltkleber für Dachreparaturen aus? Ist der völlig ungeeignet für diesen Zweck? Der erschiene mir nämlich am naheligendsten.

Die Alternative wäre eine stabile PVC-Folie, da fragt sich nur, wie man die gegen mechanische Beschädigung durch den rauen Beton schützt.

Völlig abgesehen davon: das Kind liegt schon im Brunnen, insofern ist es zwar angenehm, für ein hypothetisches nächstes Mal daraus zu lernen, aber ansonsten sind "hättste doch besser"-Kommentare nicht wahnsinnig hilfreich, auch wenn ich die Versuchung nachvollziehen kann.



Abdichtung



Kaltkleber oder Bitumenemulsionen bitte nicht verwenden.
Wenn dann könnte man mit einer mineralischen Dichtschlämme arbeiten. Die sind bei entsprechender Verarbeitung auch dampfdicht.

viele Grüße



Da



ist leider das Problem die Anschlussfuge zwischen Wand und Boden.

Sieht so aus, als ob wir in den sauren Apfel beißen und die selbstklebende Dichtbahn nehmen müssten.

Oder gibt es noch sinnvolle Möglichkeiten mit PVC-Folie? Experimentell haben wir ausprobiert, Geotextilgewebe aufzulegen und darüber Folie (raumgroß). Allerdings entwickelt im Testraum das Geotextil schwarz-grüne, verdächtig nach Schimmel aussehende Felcken, deswegen schien uns das nicht der Weisheit letzter Schluss.



Das



größte Problem ist eigentlich das Ihr sowas wohl noch nie gemacht habt.Aber gut muß auch gehen.
Die Fläche muß besensauber sein.Dann mit einer Bitumenemmulsion Streichen (wegen der Dämpfe). Danach besorgt euch eine SK Unterlagsbahn.
Bauder;Icopal oder Soprema vom Fachhandel.
Schleppsreifen aus der Bahn schneiden und unter die Rohreziehen dann ankleben.
Die Restfläche kommt danach dran.Wichtig ist immer die Höhen und Seitenüberdeckung einzuhalten.Falls Ihr eine Nahtrolle habt dann bitte die Nähte damit abrollen.
Ganz zum Schluß die Nähte mit einem Nagel kontrollieren.
Ich hoffe es klappt.



Ich glaube...



... ich habs jetzt kapiert...

Man könnte eine mineralische Schlämme aufbringen, vielleicht wäre auch ein flüssiges Produkt auf Kunstharzbasis opportun, hierbei ist zu überlegen, ob es tatsächlich möglich ist, die Rohrpopel so anzuheben, dass man "nass in nass" arbeiten kann... Die Schlämme/den Anstrich kann man dann locker seitlich anschließen...

Anschließend dann Lattung, das lau-Styropor als Ausgleich, darauf die Schüttung... das sollte klappen können...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Also



danke für die konstruktiven Vorschläge!

An mineralische Schlämme haben wir auch schon gedacht, aber wie überbrücken wir da den Randspalt zur Mauer?

Eine weitere Alternative ist mir heute noch eingefallen: muss man Schweißbahn eigentlich für diesen Zweck flächig verschweißen oder genügt es, ganze Bahnen unter die Rohre zu praktizieren (die liegen nur punktuell auf 2-3 20x30cm-Styroporblöcken pro Rohr und Raum) und ein ausreichender Entfernung von den Rohren die Bahnen zu verschweißen? Die Schweißbahn könnte uns - wenn das geht - ein Handwerker aus dem Ort machen und wir müssten nicht selber basteln.



Abdichtung



Zum Randspalt:
Bei einer Eigenbaumaßnahme spielt der Spalt praktisch keine Rolle; die wichtigste Funktion der Abdichtung ist die der Dampf- und Kapillarsperre. Die paar cm² an der Wand fallen da nicht ins Gewicht. Die Wand sollte ja wohl trocken sein.
Wenn das so aus vertragsrechtlichen Gründen nicht hinnehmbar ist, sind wir wieder beim Thema Rückbau Leitungen und Abdichtung vernünftig einbauen.
Ich würde es als Baubetreuer eines Bauherren nicht so durchgehen lassen, auch weil ich nicht weiß was mit den Leitungen dabei alles so passiert.


Viele Grüße



Die



Wand ist dort leider nicht trocken, da sich das überwiegend unterhalb der Horizontalsperre befindet. Die Tatsache, dass sich unter der überstehenden Horizontalsperre immer wieder Kröten verstecken, sagt glaube ich genug über das Feuchteniveau.

Von Gewährleistung kann keine Rede sein, weniger als eine Handvoll Gewerke wurde professionell ausgeführt, der Rest ist Familien-Eigenleistung, mein Vater, meine Brüder und ich. Dass die Heizungsrohre schon liegen ist zugegebenermaßen ein Planungsfehler, aber wir waren durch die komplett widersprüchlichen Ratschläge (auch hier im Forum) dermaßen verunsichert, dass wir das Problem zu lange vor uns hergeschoben haben. Zum Zeitpunkt an dem wir die Heizung in Auftrag gegeben haben, war folgende Lösung geplant, die keine Schweißbahn erfordert hätte:
20mm XPS-Platten
PVC-Folie
Kokosfaserstreifen oder Bautenschutzmatte
Bodenaufbau mit Lagerhölzern ohne Schüttung

Das haben wir hauptsächlich verworfen, weil wir Angst hatten, die XPS-Platten könnten zu instabil für diesen Aufbau sein.

Insofern stellt sich nun die Frage, wie wir die verfahrene Situation noch retten können, ohne einen Tausender oder mehr für den Abbau und Wiederaufbau der Heizung hinzulegen.



Bodenaufbau



Dann würde ich diesen geplanten Aufbau beibehalten aber statt Lagerhölzer und Schüttung Weichholzfaserplatten mit eingearbeiteter Traglattung nehmen. Die liegen vollflächig auf. Thomas Böhme kennt sich mit diesem System bestens aus.

viele Grüße

p.s. Teuer ist der Ausbau der Rohre nur, wenn schon abgedrückt und befüllt wurde.



Hmmm



da sehe ich Probleme - immerhin bräuchten wir dann eine Ausgleichslage rund um die Rohre, auf die wir dann die Weichfaserplatten auflegen können. Ansonsten gefällt mir die Idee durchaus.



Abdichtung



Das ist doch kein Problem. Die Zwischenräume werden mit passend zugeschnittenen XPS- Platten egalisiert, kleinere Spalten mit Perlite gefüllt. Sowas ist alltäglich für Estrichbauer und Heizungsmonteure.

Viele Grüße



Ah!



Die Idee gefällt mir wirklich! Danke!