Souterain von außen dämmen

06.07.2010



Hallo Allerseits,
ich habe runs ums Haus aufgebuddelt, die schadhaften Teile der Kellerwand repariert (innen war trotzdem alles trocken), einen Sockelputz aufgetragen und alles fein mit Bitumkaltanstrich abgedichtet.
Nun soll noch Styrodur drauf, welches ich nur punktuell befestigen moechte da es eh nur ~70cm im Erdreich auf dem Streifenfundament steht und damit fast von allein haelt. Muss ich da speziellen Kleber fuer nehmen oder kann ich das mit den Resten meines Silicon-/Acrylvorrates anpappen?
Noppenfolie kommt zum Schlus noch gegen, also ich dacht gleich im selben Schritt.
Danke schon im Voraus



Kellerdämmung



Was für ein Abenteuer, so eine Kellerdämmung!
nehmen Sie es mir nicht übel, aber ein Keller ist kein Abenteuerspielplatz für große Jungs.
Wenns gut geht, nimmt Ihr Haus keinen Schaden.
Was normalerweise passiert: Sie versenken eine Menge Geld unnütz.
Was kann im ungünstigsten Fall passieren: Heimwerker tot, Haus kaputt.
Zwischen diesen drei Spielebenen bewegen Sie sich gerade.

Ich mache Ihnen ein Angebot:
Lassen Sie erst mal die Arbeit ruhen. Nehmen Sie eine Kamera und fotografieren Sie die jetzige Situation außen. Wichtig wären auch ein paar Angaben über den bisherigen Arbeitsverlauf, was der "Bitumenkaltanstrich" für ein Material ist und was für "Styrodur" drauf soll bzw. ob das Material für Kelleraußendämmung zugelassen ist.
Dann wäre es interessant, warum Sie überhaupt dämmen wollen und wie die Nutzung der Kellerräume aussehen soll.

Viele Grüße





Ja danke, so ein Abenteuer ist es nun auch wieder nicht.
Ich weiss auch gerade nicht was man so mit Styrodur (BASF Styrodur 3035 CS) falsch machen sollte, das haette ich tatsaechlich auch mit 3 Jahren an die Wand pappen koennen, vermutlich damals aber mit mit Sand aus der Kleckerburg was dann vermutlich sogar die 5min gehalten haette.
Ich bin ja auch fuer fachliche Anleitungen, nur wird es oft gern uebertrieben. Auch lasse ich mich beraten, z.B. werde ich tatsaechlich den Thermomix einsetzen, aber das nur mal am Rande.
Natuerlich habe ich nicht das ganze Haus ausgebuddelt, sondern jeweils nur eine Seite und auch nur vorerst bis zum Streifenfundament, war ja nicht tief.
Die Frage lautete ja, kann ich die Platten mit Silicon anpunkten oder schadet das dem Kaltanstrich?
Soweit ich das naemlich sehe dient das Fixieren nur gegens Verrutschen bei Erdreichschliessung oder liege ich da falsch?
Aktualisierung:
Schnell-Fliesenkleber soll wohl auch gehen, haette ich auch noch da.
Es geht mir hier hauptsaechlich darum nicht extra noch was kaufen zu muessen da noch genug Baustoffe vorhanden sind mit den man Kleben koennte...



Souterrain dämmen



Hallo papeter,

sie haben leider nicht zugehört bzw. verstanden, was Ihnen Georg Böttcher mitteilen wollte. Ich bekomme - ungesehen - spontan Gänsehaut bei so viel "Kunst"-stoff um Ihr Haus herum.
Daß Fachleute erst anhand von Fotos verbindlichere Antworten geben möchten, sollten Sie auch (erst einmal) verstehen. Andere haben das Kunststoffzeitalter schon überwunden. Zum Glück für die alten Häuser.

Nachdenkliche Grüße



Kellerabdichtung



Hallo Papeter,
langsam frage ich mich, warum ich jedes Jahr einen Haufen Geld für Weiterbildungen, Lehrgänge, Fachtagungen und Literatur ausgebe.
Und dann schreibt jemand wie Sie, er hätte Styrodur schon mit 3 Jahren an die Wand pappen können.
Nun seis drum.
Immerhin lebe ich als Gutachter auch von den Folgen solcher Sanierungen im Geiste Dreijähriger.

Trotzdem erlaube ich mir, Ihnen einige wohlmeinende Ratschläge zu geben. Sie brauchen Sie ja nicht zu befolgen, und wenn Sie das alles schon wissen ist es ja gut.

1.
Ich hoffe der Lastfall Bodenfeuchte liegt an und die Abdichtung istdafür gemäß den Regeln der DIN 18195 aufgebaut. Ich vermute mit "Bitumenkaltanstrich" meinen Sie eine KMB.
2.
Ich hoffe auch, das Sie den Fußpunkt der Abdichtung gemäß diesen Regeln ausgeführt haben, sonst droht hier das Eindringen von Wasser.
3.
Ich hoffe weiterhin, das die Reparaturen an den Mauern dazu geführt haben, eine ebene, tragfähige, saubere! Fläche zu schaffen, sonst hält weder die KMB noch ist die Perimeterdämmung eng anliegend und mit dicht gesetzten Fugen einzubauen.
4.
Beim Kleben der Perimeterdämmung ist gemäß DIN 4108-2 auf eine schubsichere Verbindung zur Abdichtung zu achten.
5.
Die unterste Platte soll auf dem Fundamentüberstand aufstehen und gegen Abrutschen gesichert werden.
6.
Im Sockelbereich ist die o.g. Dämmplatte nicht einsetzbar, da nicht zu überputzen. Üblich ist dafür die ST 2800 C.
7.
Als Kleber wird im Sockelbereich Baukleber eingesetz, zu beziehen über den Fachhandel oder den Lieferanten der Platten. Im Bereich der KMB kann mit KMB geklebt werden.
8.
Geklebt wird im buttering- floating- oder im Wulst-Punkt- Verfahren.
9.
Im Sockelbereich genügt das Wulst- Punkt- Verfahren.
Nach dem Aushärten des Bauklebers werden pro Platte 4 Tellerdübel mit min. 6 cm Kopfdurchmesser gesetzt.
10.
Die Noppenbahn sollten Sie weglassen. Je nach Lastfall wird eine kombinierte Bahn, die Gleit- Schutz- und Dränfunktion übernimmt, eingesetzt.
Beim Lastfall Bodenfeuchte und bei dem Material ist sie nicht erforderlich.


Die Anschlußgestaltung an Fensterlaibungen und Lichtschächten erspare ich mir.
Noch eins zum Schluß:
Falls Wasser zwischen zwischen Dämmung und Abdichtung läuft, ist die Dämmung praktisch wertlos.

Viele Grüße





Oh danke für die Ausführungen,
nein nur der erdberuehrende Teil wird mit 3035 gedämmt, ich habe auch noch die 2800c, die kommt aber über die Schnittstelle da wo die 3035 aufliegt.
"Die Reparaturen an den Mauern" klingt natuerlich zu großspurig, es gab 3 Mauerdurchbrueche die abzudichten waren und anschließend kam darauf ein Sockelputz. So ganz 100% eben ist der leider nicht geworden, aber ich denke es reicht aus.
Eine schubsichere Verbindung der Platten mit dem Mauerwerk soll es werden, also wohl dann nicht nur anpunkten oder?
Allerdings ist auch oft zu lesen die Platten werden mit ~60% der Fläche verklebt und in den Fugen z.B. nicht, da könnte doch auch Wasser hinterlaufen und die Dämmung adabsurdum führen.
Dann klebe ich eben mit KMB, supi, denn davon hab ich auch noch was. (muss eh noch einige Tage warten da man ja Kaltbitumenabdichtungen vor dem Aufbringen der Dämmplatten eine Woche ablüften soll)
Die Noppenbahn habe ich allerdings auch schon, und so ganz falsch ist die ja doch auch nicht oder muss ich die weglassen?

Herr Dietmar Fröhlich:
Wir reden hier von ~28m² Dämmung im erdberührenden Bereich, ich glaube soviel Kunststoff ist das gar nicht wie Sie meinen, genaugenommen sind es keine 10% der Außenwände, Dach mal weggelassen.
Verbindliche Antworten verlange ich hier auch gar nicht, wie denn auch.
Ich bin hier um Tips und Anregungen zu bekommen, und das funktioniert hier auch sehr gut, daür bedanke ich mich auch.

z.I.
Von BASF und ISOVER gibt es PDFs zu Styrodur und Perimeterdämmung, an deren Vorgehensweise habe ich mich angelehnt.

MFG



Meine Güte,



das ist ja wie beim Soljanka kochen…

Was soll das eigentlich werden?
Eine Abdichtung?
Eine Dämmung?
Oder beides?


Grüße aus Schönebeck





Ja kochen kann ich auch nicht ;-(

Aber zu Ihrer Frage, im Prinzip wollte ich schauen wie der Bestand ist, dann Abdichten und als Bonus dämmen.
Zum Schluss muss noch der Blechner kommen, aber da bin ich noch nicht.
Einwände?
Wie gesagt, der Keller ist ja trocken, Grundwasser kommt bei ~4m.





Das iss es ja,
bei Soljanka muss man nicht kochen können.


Grüße aus Schönebeck



Kellerabdichtung



Hallo Papeter,
nach Ihren Bemerkungen zu urteilen haben Sie weder als 3- jähriger noch später eine Perimeterdämmung aufgeklebt.

Auch wenn Sie es mir nicht glauben:
Stellen Sie sich das nicht so einfach vor, die Dämmung mängelfrei hinzukriegen.
Nur vom Lesen von Verarbeitungshinweisen (was aber schon besser ist als gar nix lesen) lernt man das nicht.
Sonst könnten auch solche Berufe wie Geigenbauer, Goldschmied oder von mir aus Maurer im Abendstudium und nach Handbüchern erlernt werden.

Viele Grüße





Wenn der Profi einem Laien was zu erklaeren versucht, dann verliert der Profi oft die eigentliche Frage aus den Augen. Ich weiss wovon ich rede, bin selber Profi, eben nur nicht beim Hausbau.

Richtig, noch nie verklebt eine solche Dämmung, aber es ist nie zu spaet fuer ein Erstes Mal.
Das geht hier auch nicht drum ob ich jemandem Glauben schenke, ich wollt ja nur wissen ob anpunkten mit Silikon/Fliesenkleber reicht oder eben nicht.

Eine korrekte Antwort waere da z.B., nein duerfen Sie nicht weil Punkt A, Punkt B usw...
Oder besser fuer mich natuerlich, ja koennen Sie ruhig machen, weil Punkt A, Punkt B usw...





Hier können Sie die Rili studieren.

http://www.sg-weber.de/uploads/media/KMB-Richtlinie_Nov_2001.PDF





Danke, gelesen, aber auch wenn es überheblich klingt, ne Menge der Voraussetzungen ergeben sich von selbst soweit man halbwegs duchschnittlichen Verstand an den Tag legt.

Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf, ich hatte vorher einen trockenen Keller, also was soll also nach Abdichtung und Dämmung durch mich passieren? Wird der Keller plötzlich naß, na ich glaube ja wohl kaum selbst wenn ich die Noppenfolie mit Noppen nach außen anbringe.

Interessant ist im Moment nur die Tatsache dass der KMB nach 48h noch nicht vollstaendig trocken ist, obwohl vor Sonne und Regen temp. geschützt.
Also im Moment kommt das Styrodur noch nicht ran, Ihr dürft mich also gern noch weiter verunsichern ;-)



Kellerabdichtung



Dann werde ich eben noch deutlicher:
- Baukleber oder Klebemörtel, kein Silikon,
- bei KMB als Kleber empfehle ich buttering-floating,
- Oberhalb im Sockelbereich Wulst- Punkt- Verfahren,
das ist nicht "Anpunkten"!
Es wird umlaufend eine Kleberwulst an den Plattenrand gesetzt, in der Mitte einige Kleberpunkte, vorzugsweise da wo die Dübel sitzen werden
So ist die Platte gegen Hinterlaufen geschützt.
Im Erdreich gibt es bei dem Lastfall kein Wasser, das in die Fugen laufen kann. Es gibt nur Bodenfeuchte.
Der Sockelbereich, wo flüssiges Wasser auftreten kann, wird durch Putz und eine weitere Abdichtung geschützt.
Es geht um das Wasser, das bei Regen unmittelbar auf die Wand trifft und an der Wand herunterläuft. Dieses Wasser darf nicht in den Spalt zwischen Abdichtung und Dämmung gelangen. Was meinen Sie was passiert wenn dieses Wasser gefriert?
Die Platten müssen eben, in Flucht und im Lot gesetzt werden, damit die Stöße dicht aneinandersitzen, also
0- 1 mm und nicht 5 oder 10! Der Abstand zur Wand sollte minimal sein, mehr wie 10, 15 mm kann man mit Kleber nicht ausgleichen. Deshalb eine ebene Wand.
Mit "aber ich denke das reicht schon aus" wird das in die Hose gehen.

Viele Grüße
p.s. Wenn die Kellerwand vor dem Auftragen der KMB nicht gründlich von Staub, Sand, Schmutz usw. gereinigt war, kann man das Zeug wie eine Wurstpelle wieder abziehen.





OK, es gibt die Dämmung NUR im erdberührendem Bereich, nix oberhalb.
Mit nicht ganz eben meine ich Unebenheiten von 1-5mm, also nix im Zentimeterbereich, aber ich sehe natuerlich das es nicht ganz gerade ist.
>>Wenn die Kellerwand vor dem Auftragen der KMB nicht gründlich von Staub, Sand, Schmutz usw. gereinigt war, kann man das Zeug wie eine Wurstpelle wieder abziehen.
==> das war z.B. einer der Punkte die ja vorher klar sein muessen, in den seltensten Faellen darf man halbloses Zeug dran lassen, na eigentlich nie
(na vielleicht bei Rostumandler wobei man da ja trotzdessen grob das Zeug wegmacht)

Dann wuerde doch die dichte Verklebung im oberen Erdbereich ausreichen und den unteren Teil kann man mittels Batzentechnik anpappen?
Der Dachklempner macht eh noch den Sockel und die Fensterbänke...





Ach papeter

Wenn Sie doch “halbwegs duchschnittlichen Verstand” an den Tag gelegt haben fragen ich mich warum Sie dann fragen, ob die Platten im Punktverfahren ankleben können?
Herr Böttcher hatte Ihnen den Tipp mit dem dahinter laufendem Wasser doch bereits gegeben.
Auch frage ich mich, warum Sie die KMB direkte Sonnenbestrahlung aussetzen.

In der Rili, und mit Sicherheit auch in technischem Merkblatt Ihres Produktes, steht doch klar und deutlich:

---“Bitumendickbeschichtungen sind auch während der Trocknungszeit gegen
Wärmeeinwirkung, zum Beispiel intensive Sonnenstrahlung, durch geeignete
Maßnahmen wie Abhängen mit Folien zu schützen.”---

Nun überlegen Sie mal warum Ihre KMB nicht fest(er) wird.

Kleiner Tipp:

Was ist der Sinn einer Abdichtung???

Grüße aus Schönebeck



Und...



dieser wichtigen Anmerkung von Herr Böttcher:

“Wenn die Kellerwand vor dem Auftragen der KMB nicht gründlich von Staub, Sand, Schmutz usw. gereinigt war, kann man das Zeug wie eine Wurstpelle wieder abziehen.”

sollten Sie ganz besondere Beachtung schenken, sonst ist Ihr einst trockener Keller nämlich künftig doch nass. Das wirkt dann ganz besonders am Übergang, erdberürtem- und Sockelbereich, (extreme Temperaturschwankungen erleichtern das) wie ein Trichter für den Schlagregen der von der Fassade runter kommt.

Aber Sie kriegen das schon in trockene Tücher.

Grüße aus Schönebeck





Zur allgemeinen Beruhigung habe ich mir quick-mix Klebe- und Gewebespachtel gekauft, olé.





Das beruhigt natürlich, dann können Sie sicher die Dämmplatten nach dem nächsten Frost wieder aus dem Erdreich ziehen.
Wenn Sie Glück haben sogar mit der KMB.
Ole`



Abdichtungen



gehören zu den sogenannten "Uhrmacherarbeiten" auf dem Bau.
Da ist es wie bei Kondomen, kleines Loch wird wohl nicht Schaden ;-)). Jahrelange Folgekosten für den Ausführenden sind garantiert.
MfG
dasMaurer





Stimmt natuerlich, das Zeug ist fuer oberhalb vom Erdreich und deshalb habe ich auch mit dem KMB-Zeugs geklebt, ne Wurst drum mit paar Batzen inne Mitte.