Bleiwabenverglasung???

14.01.2012


Hallo liebe Fachwerkgemeinde,
ich bin gerade dabei barocke Kreutzstockfenster mit Schiebeflügel zu sanieren um sie dann in unsere Scheune einbauen zu können. Die Holzteile stellen eigentlich kein Problem dar, aber in den Fenstern befindet sich meiner Vermutung nach noch die originalen Scheiben als Bleiwabenverglasung mit Karniesblei.
Ich denke die ganzen Scheiben müssten neu eingebleit bzw. repariert werden.
Wer von euch hat Erfahrung mit dieser Art Verglasung? Für Tips zum Selbermachen oder die Nennung geeigneter Handwerker wäre ich sehr dankbar.

Grüße aus dem Pammelersch Hof in Sünna/Rhön
Christoph

Ps. Ich hab vergessen zu sagen das ich gerne weitere Detailfotos posten kann wenn Bedarf besteht. schreibt mich einfach an....



Hallo



Christoph,

sehr interessantes Objekt leider kann ich nicht wirklich was konstruktives beisteuern würde aber mal bei der Kirche nachfragen dort kommt sowas ja häufiger vor.

Viel Erfolg



@ ALLE



Da dies mein erstes Projekt in dieser Richtung ist werde ich mal ein paar Detailfotos der Reparaturen (Holz) posten und auf Eure Meinungen und Verbesserungsvorschläge hoffen. ;-)



Bleiverglasung



@ Christoph



Da hilft Dir die Glaserinnung weiter, das ist ne Nummer zu groß für Selbermacher...


Viel Spass


Andreas



Tips zum Selbermachen



Hallo Christoph!
Vor zwanzig Jahren habe ich bei sowas schonmal mitgemacht,aber nur kurz und später dann nicht wieder. War im Rahmen einer weiterbildung im Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege Fulda.
Kannst dort ja auch ´mal anfragen,vielleicht haben sie Arbeitsblätter zur Fensterrestaurierung? In meinen Unterlagen konnte ich nichts finden,was Dir helfen würde.
Aber irgendwo hatte ich auch darüber gelesen...?

Profilblei kannst Du als Meterware kaufen,es gibt verschiedene Stegbreiten je nach Glasdicke. Falls Du kein extra Umblei bekommst,kannst Du auch vom normalen Profilblei mit dem Messer die äußeren "Flansche" abschneiden.
Du brauchst einen großen Lötkolben und weiches Zinn (mit wenig Bleianteil)und ein Bleimesser.
Eine ausreichend große Grundplatte zum auf die Hobel-/Werkbank spannen mit flachen Leisten im rechten Winkel an 2 Seiten darauf. In dieser Ecke beginnst Du mit Umblei und dem Zusammenfügen der Fläche. Kannst auch den Aufriß der Originalscheibe unterlegen (abzeichnen od. kopieren). Ich würde mir auch die einzelnen Scheiben vor dem Zerlegen zeichnen,damit es zum Schluß wieder genau so wird.
Adäquat dazu natürlich Ergänzungen einzelner Scheiben,falls keine komplette Neuverbleiung nötig ist. Nur mitten in der Fläche eine Scheibe wechseln ist schwierig ohne diese zum Rand hin zu öffnen. Bei´m abgebildeten Fenster aber kein Problem.

soviel ich eben davon noch im Kopf habe...
Gruß Oliver

P.S.: schönes Projekt,hübsche Fenster!



Bleibt nur noch die Frage : --



-- Bleiwabenfenster für eine S c h e u n e ????????? ---
Liebe Freunde,da ich zu dieser Jahreszeit stets spröde Lippen habe, solltet ihr es vermeiden, mich derart zum
Grinsen animieren zu wollen . --- Mist ! - schon wieder
ein Riss in der Oberlippe.



`ne Nummer zu groß für Selbermacher?



@ Andreas
Wieso willst Du das für ihn so einschätzen?
Christoph ist Restaurator im Zimmerhandwerk und das wohl auch aus Passion,sonst würde er sich wohl nicht sogar in der Freizeit mit solchen Projekten beschäftigen.
Und wenn er sich an diese für ihn neuen Arbeiten nicht herantrauen würde,hätte er seine Frage anders gestellt.
Dann könnte ich mir ja auch meine Schreiberei sparen.
Außerdem wächst man mit seinen Aufgaben.

Ich zumindest schätze fachliche Tips sehr,wenn ich etwas Neues angehen möchte oder zwischenzeitliche Hilfe benötige.
Für Hinweise wie: "wenden sie sich an einen Fachmann" brauche ich kein Forum,dann gehe ich gleich zu jenigem.

handwerkliche Grüße aus Thüringen
Oliver



@ Andreas



...kennst du meine Scheune????
Erstens sollen die Fenster genau in diese Scheune weil sie eben genau in die vorgegebenen Öffnungen passen.
Zweitens: was nützen mir diese Fenster wenn sie irgendwo in einer Ecke "vergammeln" im Haus hab ich nämlich schon alle Fenster.
Drittens bleibt eventuell in Betracht zu ziehen die Scheune später mal als Wohnraum nutzbar zu machen und dann möchte ich eben genau diese Fenster haben.
Viertens gibt es Labellos!!
Fünftens hätte ich mir gerade von Dir Andreas eine qualifiziertere Antwort erhofft.
Sechstens Vielen Dank Oliver für deine Einschätzung (ich fühl mich geschmeichelt) ;-)



Bleiverglasung



@ Oliver


Ich hab mal zugeschaut, wie jemand Bleiglasfenster gebaut hat. Ich denk, wenn es gut werden soll, sollte es ein Fachmann machen.
Aber selbstverständlich kann es auch jeder selbst probieren...wie Du schon sagst, jeder wächst mit seinen Aufgaben. Und wenn alles hinterher am Boden liegt, kann man ja noch jemanden fragen, der sich damit auskennt.



Andreas



Fehlende Scheiben?



Bleiverglasen kann man schon selber machen, aber man braucht einiges an Übung, bis das ordentlich aussieht. Ist jetzt die Frage, wie perfektionistisch du bist. Ich kenne mich und weiß, dass ich das nicht in absehbarer Zeit so ordentlich hinbekommen könnte, dass es mir gefällt. Auf jeden Fall würde ich vorher an was anderem üben. Spaß macht sowas aber schon.

Das Hauptproblem sehe ich bei den fehlenden Scheiben (oder liegen die noch wo rum?). Modernes Glas sieht deutlich anders aus als antikes. Vielleicht mal einen (Kirchen/Fenster)-Restaurator fragen, ob man Glas bekommen kann.

Aber auf jeden Fall ein spannendes Projekt.



@Tina



über die fehlenden Scheiben mach ich mir eigentlich keine Gedanken. Ich habe mich da mal schlau gemacht und eine ganz gute Adresse gefunden;-)
http://www.glas-per-klick.de/bleitechnik/bleiprofile/index.html
..die bieten auch Bleiruten und das ganze Zubehör an



Lieber Christoph ! --



-- Meine Antwort bezog sich darauf, einfach Kritik zu üben
und um meine Verwunderung zum Ausdruck zu bringen, wie
ein Restaurator im Handwerk überhaupt auf die Idee kommen kann, Bleiglasfenster in eine Scheune einbauen zu wollen.
-
War meine Antwort etwa eine Unqualifizierte in Bezug auf
die Belange des Denkmalschutzes ?
-
In einer Scheune gab es niemals bleiverglaste Fenster !
-
Aus Deiner ursprünglichen Frage konnte niemand herauslesen oder erraten, daß Du die Scheune eventuell einmal als Wohnraum nutzen möchtest.
-
Dann ist es aber keine Scheune mehr !
-
Alle Menschen, auch der allergrößte Restaurator,
sind Dauerlehrlinge, -- vergiss das bitte nie !
-
Gruß, Andreas





Lieber Andreas!

Das ich mich auch als Dauerlehrling sehe, zeigt denke ich mein Beitrag in diesem Forum indem ich ja bekanntlich um Hilfe bitte.

Ich würde diese Fenster auch gerne Restaurieren lassen aber selbst als „allergrößter Restaurator“ ist die Bezahlung nicht so gut als das man eine heidengroße Summe zur Restaurierung von „Scheunenfenstern“ ausgeben möchte!

Das es in einer Scheune niemals bleiverglaste Fenster gab ist mir ebenfalls bewusst, ich ziehe es aber lieber vor vorhandene bauzeitlich korrekte h i s t o r i s c h e Fenster zu sanieren und gegeben falls auch reversibel in eine Scheune einzubauen als mir Fenstern die den Originalfenstern entlehnt sind, bauen zu lassen.

Zu meiner Schande muss ich aber gestehen das ich nur 3 historische Fenster besitze, die anderen 6 muss ich mir wohl oder übel nachbauen lassen.

Selbst wenn ich die Scheune später mal als Wohnraum nutze, wird sie aber in Bezug auf die Gehöftform (Dreiseithof) immer Scheune bleiben und auch als solche erkennbar sein.
Dein Einwand bezüglich Denkmalschutz und dem Einbau von bleiverglasten Fenstern in eine Scheune ist durchaus gerechtfertigt, schaut man aber mal über den Tellerrand hinweg und betrachtet das Fenster an sich Zitat“ Besonders häufig sind in der Rhön jedoch Kreuzstockfenster mit einem oder zwei Schiebefenstern anzutreffen, die ebenfalls seit der zweiten Hälfte des 18. Jhd. verwendet wurden. Diese bestehen aus einem einfachen Eichenrahmen mit kreuzförmig eingefügten Leisten. In der Regel sind zwei oder drei Felder des so gebildeten Kreuzes mit festen Glasscheiben versehen, während ein oder zwei Felder durch Schiebefenster, deren Führung in einer Nuterfolgt, geöffnet werden können. Die Verriegelun wird duch eine in die untere Nut eingelegte Holzleiste gewährleistet. Die ursprüngliche Verglasung bestand aus bleigefaßten Butzenscheiben, dann aus Sechseckscheiben, später aus Glas mit Bleiruten.“ Quelle: Siedlung, Haus und Hof in der Rhön,ist es denkmalpflegerisch durchaus korrekt diese Fenster auch einzubauen.

Sei´s drum….Gruß Christoph

Ps. anbei ein Foto eines Einsatzstückes am Rahmenholz..weitere Bilder folgen...



Der Rahmen.....



ist fertig!



Eckverbindung



die Erste



Eckverbindung



die Zweite



Eckverbindung



von der Seite betrachtet!



Und



nochmal das eingepasste Reparaturstück in der endgültigen Lage!



Buch gefunden



dem selbsternannten Dauerlehrling ;)

Ich habe in meiner Bibliothek etwas gefunden:
Lehrbuch "Verglasungsarbeiten" von Karl Herkommer
ISBN 0-345-00021-0
Dies war ein DDR-Berufsschul-Lehrbuch. Der Bleiverglasung ist darin ein Kapitel mit 17 Seiten gewidmet,mit Fotos und Zeichnungen,auch der Werkzeuge.
Vielleicht kannst Du ein gebrauchtes Exemplar auftreiben? Wenn nicht,könnte ich Dir Kopien oder Scans der betreffenden Seiten anbieten.

Eventuell finde ich noch anderes Material...?

Gruß Oliver



zu Deinen Bildern



Christoph,ich vermisse an den neuen Eckverbindungen die Holznägel bzw. Löcher dafür.



@Oliver



Danke für deine Mühe...das Buch hab ich mir schon bestellt.
Ich hab ein gebrauchtes aufgetrieben für 8€...
Holznagellöcher sind noch nicht gebohrt weil die Schiebeflügel und die Scheiben noch nicht eingebaut sind...sonst isses schlecht mit dem Zusammenbau,das werde ich ganz zum Schluss dann bohren dachte ich mir so...

Grüße Chris



Aha !



-- wieder etwas gelernt . "Freu" !



@ Andreas



ich muss mich korrigieren.....es gab übrigens auch immer schon bleiverglaste Fenster in Scheunen ist mir eingefallen...aber wahrscheinlich dann als Spolie oder Zweitverwendung ...
Bilder folgen....

Gruß Chris



Freut mich,



zu sehen, dass Du Dir treu bleibst und engagiert bei der Sache bist!
Bedenke, dass die Fenstermaterialien einem Alterungsprozess unterliegen und der Schwerkraft folgen. Altes Glas ist unten dicker als oben ("kaltes Fließen"), Flügel lässt sich "hängen", auch Blei fließt,...
Gerwin Stein in der Beratunsstelle... weiß vielleicht ähnlich gelagerte Fälle, Adrian oder seine Kollegen in Deiner Gegend kennen vielleicht "Organspender". Der Charme alter Gläser ist nicht zu überbieten, versuch zu erhalten, was geht. Ich hör mich um...

herzliche Grüße

Michael Ochsler



Glasrestaurator



Hallo Christoph Lieding und Mitleser alle,
ich hoffe, die Streiterei mit Andreas ist beigelegt. An beiden unterschiedlichen Haltungen ist etwas wahres dran. Jede neue Restaurierungsarbeit bleibt immer wieder eine Herausforderung. Jedes zu bearbeitende Stück ist jeweils anders, so daß es nicht nur Routine sein sollte. Aber eben Erfahrungen, von denen man/frau nie aufhören darf, sie zu sammeln.

Natürlich kann man ALLES lernen. Doch weiterhin gilt m.E. das Sprichwort: Schuster bleib bei Deinen Leisten. Für mich gilt: Wenn ich es mit einem anderen Fachgebiet außer meinem zu tun habe, dann probiere ich nicht erst lange rum, sondern suche eben auch den Kontakt zu Fachkollegen der entsprechenden Branche. Und die Kontakte untereinander sind auch schön, angenehm und eben immer wieder lehrreich.! Auch fehlt manchmal das Handwerksgerät einer anderen Branche.
Zu schnell kocht man/frau im eigenen Saft und schafft es vielleicht doch nicht mit der nötigen Perfektion nach eigenem Anspruch.!.

Sicher gibt es in Thüringen und Hessen auch Glasrestauratoren. Ich kann Dir einen sehr guten Glasrestaurator-Kollegen (inzw. Rentner) am Nordharz empfehlen, der sicher auch passende Gläser hat und so selbstsicher und perfekt arbeitet, wie ich mir dieses in seiner Branche nie zutrauen würde:
Hans Lostert
Beethovenstraße 77
38820 Halberstadt
Tel. 03941-443805, Fax -447778
Sein Sohn Birk baut sich ebenfalls eine Glasrestaurierungswerkstatt auf.
Aber da fehlen mir aktuelle Daten.



PS.



Ich freue mich, Christoph, daß Eure Scheune so gut und so liebevoll in Eigenregie restauriert wird.
Frohes Schaffen weiterhin

wünscht



In Würzburg...



... gibt es die Fa. Rothkegel (oder so ähnlich) für historische Glasrestaurationen. Das dürfte näher an der Rhön liegen.

Ich würde es trotzdem, genügend Zeit, Lernwillen und handwerkliches Geschick und Verständnis vorausgesetzt, selber versuchen. Etwas Besseres als Millionen Tiffany-Glasbilder oder Stehlampen düfte man doch allemal hinbekommen.



Bücher für Autodidakten!



Hallo Chris!
"Ich hab ein gebrauchtes aufgetrieben für 8€"
TOP!(...und so fix!)

"Holznagellöcher sind noch nicht gebohrt weil die Schiebeflügel und die Scheiben noch nicht eingebaut sind...sonst isses schlecht mit dem Zusammenbau,das werde ich ganz zum Schluss dann bohren dachte ich mir so..."
Ja klar,abgenagelt hätte ich auch erst zum Schluß,aber die Löcher könnte man schon eher... wie man´s nimmt.
Du machst das schon,die alten Rahmen sind ja von der Konstruktion dem Fachwerk ähnlich,hält alles ganz ohne Kleber und Schrauben zusammen. :)

Vor kurzem habe ich erst zwei Kreuzstock-Schiebefenster mit Unterlicht,aber ohne Bleisprossen mit Tafelglas,aus einem Altfenster-Container geborgen. Habe noch keinen konkreten Plan dafür,Hauptsache erstmal gerettet!
Hier in Thüringen sind Fensterrahmen landläufig aus Nadelholz,Eiche wurde fast nur in Schlössern,Burgen,Kirchen usw. verwendet. Bei Fachwerk findet man sie auch kaum,weil regional zu wenig Eichen wachsen.

Freue mich auf weitere Berichterstattung von Deiner Fensterbaustelle und wünsche gutes Gelingen!*
Oliver

*ohne den Telefonjoker bei der Glaserinnung in Anspruch nehmen zu müssen ;)



Bücher für Autodidakten!



Hallo Chris!
"Ich hab ein gebrauchtes aufgetrieben für 8€"
TOP!(...und so fix!)

"Holznagellöcher sind noch nicht gebohrt weil die Schiebeflügel und die Scheiben noch nicht eingebaut sind...sonst isses schlecht mit dem Zusammenbau,das werde ich ganz zum Schluss dann bohren dachte ich mir so..."
Ja klar,abgenagelt hätte ich auch erst zum Schluß,aber die Löcher könnte man schon eher... wie man´s nimmt.
Du machst das schon,die alten Rahmen sind ja von der Konstruktion dem Fachwerk ähnlich,hält alles ganz ohne Kleber und Schrauben zusammen. :)

Vor kurzem habe ich erst zwei Kreuzstock-Schiebefenster mit Unterlicht,aber ohne Bleisprossen mit Tafelglas,aus einem Altfenster-Container geborgen. Habe noch keinen konkreten Plan dafür,Hauptsache erstmal gerettet!
Hier in meiner Umgebung sind Fensterrahmen landläufig aus Nadelholz,Eiche wurde fast nur in Schlössern,Burgen,Kirchen usw. verwendet. Bei Fachwerk findet man sie auch kaum,weil regional zu wenig Eichen wachsen.

Freue mich auf weitere Berichterstattung von Deiner Fensterbaustelle und wünsche gutes Gelingen!*
Oliver

*ohne den Telefonjoker bei der Glaserinnung in Anspruch nehmen zu müssen ;)



Hier der Beweis....



für bleiverglaste Fenster in Scheunen.
Die Fenster befinden sich in der Alten Traufe der Scheune.
Hier verdeckt durch den Anbau



Genau



hier...



Bleiverglasung



Christoph


ich vermute mal, daß die Fenster nicht original eingebaut wurden, sondern "Frührecycling"versuche unserer Altvorderen wahren.


" Und im Vordergrund (Anbau) sieht mal die Bleiverglasungen Made in GDR... Gußrahmen mit Kit und Altglas".... fg




Andreas



Also..



...mein Scheunen-Anbau hat ebenfalls Fenster mit Gußrahmen, Glas und Kit. Die sind aber sicher schon so alt, da gab es die "GDR" noch gar nicht. Gemäß "Hinterlassenschaft" im Beton nämlich von 1920!

Ich finde manche von euch verhalten sich den Kommentaren nach genauso, wie jener "Denkmalschutz" der von vielen gefürchtet wird.

Übrigens: Schöne Arbeit Christoph. Glückwunsch.

Grüße
Martin



Iss doch...



...auch wurschd, ob es so etwas schonmal gegeben hat. Wenn er die Fenster übrig hat und sie ihm gefallen, gleichzeitig kein Beamter etwas dagegen hat, soll er sie doch restaurieren und einbauen.
Auch wenn er sich sorgsam selber daran versucht, und ein Baumarktheimwerker iss er ja nicht wie man sieht, finde ich das OK. Die Dinger hätten auch schon längst auf der Halde landen können.
Übrigens habe ich in meinem Bauerhaus auf der schwäbischen Alb zwei über hundert Jahre alte Bassenas aus Wien und afrikanischen Granit, wenn auch nicht von außen sichtbar, auch nicht gerade stilecht...

Gruß Patrick.



"heiligs Blechle"...



...Patrick. Als wir hier vor Jahren des öffteren unseren Spass hatten, hab ich jedes Wort von dir verstanden. Seit du hier wieder aktiver wirst, hab ich gelegentlich Probleme.

Was sind Bassenas??

Lass mich nicht dumm sterben...(okay, könnt ja auch googeln, mog i aber net ;-) )

Grüße
Martin



Mensch Martin...



...das sind alte Gußwaschbecken aus Wien, waren öffentlich zugänglich, gerne auf Fluren von Mietshäusern.
Jahrelang hatte ich meine Hände in meiner Stammkneipe darin gewaschen. Einmal Sonntags nach dem Café-Treff 2005 war sie geschlossen wegen Umbau. Nach der Wiedereröffnung war das Waschbecken weg. Habe damals den Vorbesitzer der Kneipe ausfindig gemacht und ihm gesagt, ich will das Waschbecken, das ich über zehn Jahre benutzt habe. Bekam beide für 200 RM (Damentoilette war auch eins) und habe sie aufbereiten lassen. Eins hängt im Stall, eins in der Gästetoilette (das aus dem Herrenklo). Scheißtechnik, brauchste ein in der Wand liegendes Siphon. Google mal nach Bildern, habe gerade keins zuhand. Sowas kann man heute aus Aluguß neu nachkaufen, meine sind aber original aus Grauguß.
Allerdings ist vor dem Auslaufventil ein Unterputzmischer vorgeschaltet, sonst wäre es nur kaltes Wasser.

Gruß Patrick.

P.S.: Was hälst du von der Ape?



Mensch Patrick...



...besten Dank für die ausführliche Erläuterung. Hört sich ja echt interessant an. Muß ich mal "recherieren" um mir ein Bild von den "Toiletten"-Waschbecken zu machen. Bei Gelegenheit.

Denn Rest per PM.

Hier gehts ja eigentlich um wunderschöne Bleiglasfenster in, so wie ich das beurteilen kann, guten Händen!

Grüße
Martin



"Bessere"



Häuser hatten auch eine Bassena in jeder Küche... fließendes Kaltwasser IN der Wohnung, welch ein Luxus! ;-)

Das Wort dürfte übrigens vom französischen "bassin" kommen.



So



sieht übrigens eine typische alte Bassena aus.
http://gastgeberin.blogger.de/static/antville/gastgeberin/images/5bassena.jpg

Allerdings kann Bassena durchaus für die meisten Formen nicht-badezimmertauglicher Waschbecken verwendet werden, vom gezeigten Gusseisenprachtstück über eckige Emaillebecken mit Gummirand bis hin zu Plastikwannen - hauptsache sie verfügen über diesen typischen Spritzschutz oben.

Der oben verlinkte Blog zeigt übrigens wunderschön den ganz alltäglichen Wahnsinn in mittel- bis letztklassigen hiesigen Mietshäusern... vielleicht etwas komprimiert aber mit Sicherheit erschütternd realitätsnah.

http://gastgeberin.blogger.de/topics/hausverwaltung/?start=30



Fast...



...genau meins. Der Hersteller ist ein anderer und es steht noch eine römische Ziffer hinter Wien, was auch immer. Ob Bezirk oder Wohneinheit...Nur das obere Abschlußgeschnörkel ist etwas anders.
Das in der Werkstatt sieht nochmal etwas anders aus, etwas schlichter, dafür mit Zinkplakette des Gießers/Händlers samt adresse, Operngasse 6.

Gruß Patrick.



Bleiverglasung



@ Patrick


"Der Hersteller ist ein anderer und es steht noch eine römische Ziffer hinter Wien"

die römische Zahl hinter Wien (zB WienIX) sagt, in welchen Wiener Bezirk der Hersteller zu finden war...WienIX = 9. Wiener Bezirk





Danke Jungs!
Auch wenns nur Kleinigkeiten wie Waschbecken sind,
solche Beiträge wie eure machen dieses Forum so wertvoll.



Ah...



...danke, also Herkunft des Herstellers, nicht der Aufstellort. Danke dir Andreas.
Egal, auf jeden Fall unterstütze ich Christoph bei seinem Vorhaben, das ist nämlich etwas aus dem Fokus gekommen.
Ich finde es gut, daß er die alten Fenster nach bestem Wissen und Gewissen restauriert und in seine Scheune einbaut. Wird bestimmt interessant ausschauen, denn die Scheune gibt was her.
Viel Spaß und Erfolg, Christoph von meiner Seite,

Gruß Patrick.

P.S.: Hier ein Gruß an alle bemitleidenswerten Kommunarden, die keine Scheune haben, ich könnte nicht ohne :-). Scheuer muaß...Wo bitte kann man sich denn in einem normalen Haus ohne Scheune verwirklichen? :-)



Genau,



die Angabe ist der Standort der Gießerei. An den Bezirksnummern wurde übrigens seit deren Einführung Mitte des 19. Jahrhunderts (mit der Eingemeindung der Vorstädte) mehrfach herumgeschoben. Große Änderungen gab es erstmals um 1900 mit der Eingemeindung der Vororte, also der heutigen Bezirke 11-23, dann nochmals 1938 mit der Eingemeindung der heute so genannten "Speckgürtelgemeinden", Wien hatte dann bis 1945/54 26 Bezirke. Die Doppel-Jahreszahl kommt daher, dass die Annullierung der Eingemeindungen zwar 1945 beschlossen, letztlich aber wegen Querelen mit den Aliierten erst 1954 umgesetzt wurde. Bei diesen Gelegenheiten wurde auch an den bestehenden Bezirken immer wieder herumgebastelt. Die Adressschreibweise Wien XY ist (wenn auch nicht mehr mit römischen Ziffern) übrigens bis heute üblich, z.B. im Telefonbuch. Da steht dann z.B. für ein Lokal XY Sushi 18, Währinger STraße 137

Aber wir sind schon seeeehr weit weg vom Ursprungsthema...



@kellergassenkatze:



..danke für den Link zum Hausverwalterblog , lange nicht so schön gelacht !!
Gruß Jürgen Kube



Bitte,



gerne!
Das erschütternde daran: ich hab solche Aktionen (die von der Hausverwaltung, Frau Öl hatte ich noch nicht) schon live miterlebt... sogar die handelnden Personen ähneln sich irgendwie, nur Tote hat es noch keine gegeben.



RAHMEN II



ist fertig!!



RAHMEN II



INNENANSICHT



Sehr schick gemacht -



rrrespekt !


Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de



Was lange währt wird endlich.....



Sie sind fertig...und ich wollte Euch das Ergebnis nicht vorenthalten!!




Fenster-Webinar Auszug


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