Wärmedämmung: Gutachten schön gerechnet?




Liebe Fachwerkgemeinde,

ich benötige eure Erfahrungen: Ein (nach Selbstauskunft unabhängiger) Gutachter (jedoch mit Remmers-Kontakten ;-), hat uns bei einer energetischen Sanierung mit IQ-Therm eine Energieeinsparung von 73,9 %, mit SLP 50 56,6 % errechnet. Was sagen eure auf die Realität bezogenen Erfahrungswerte? Es handelt sich um eine alte Villa (Bj. 1900)bisher ungedämmt. Fenster müssen und werden Holz bleiben, nur Innendämmung möglich. Da es sich jedoch um einige Quadratmeter handelt, sind wir gezwungen, abzuwägen ... - und hoffen auf Infos, gerne auch Ratschläge. dämmen wollen wir, jedoch muss alles im Kosten- Nutzenverhältnis stehen .. . Und wir sind auch offen für Tipps unabhängig der beiden o.g. Systeme. Herzlichen Dank vorab!!
sagt gespannt wartend Schlossherrin



Hallo Schloßherrin,



ich halte die IQ Therm Platte für ungeeignet. Die Material ist das falsch, der Prei übrigens auch. Lassen sich sich doch bitte mal Referenzen zeigen die älter als 5 Jahr sind.

73,9 % hört sich erst mal sehr viel an, wie dick soll den die vorgeschlagene Platte sein?

Grüße



Dämmungs"Wunder"



Lieben Dank für die schnelle Reaktion!!! Im Gespräch waren 50er und 80er, Erstere wären wohl ausreichend (Auskunft des Sachverständigen). Warum halten Sie die Platten für ungeeignet (abgesehen vom Preis ;-)? Was bietet sich in unserem Fall an? Dank schon vorab und viele Grüße schlossherrin



Villa dämmen



Bei einem freistehenden Gebäude BJ 1900 sind, bei einer kompletten energetischen Sanierung (rein rechnerisch) durchaus Einsparungen von bis zu 75% zu erreichen. Allerdings müssen dann auch Fenster + Fensteranschlüsse mit einbezogen werden. Ohne diese Maßnahme sind ca. 50% Einsparung zu erwarten, vorausgesetzt, Aussenwände, Dach + Kellerdecke unterhalb werden komplett gedämmt mit ca. 8 cm, im Dach so viel, wie geht. Das IQ-Therm-Systhem kenne ich nicht aus der Praxis, allerdings müssen solche Systheme komplett aus einer Hand mit aufeinander abgestimmten Komponenten ausgeführt werden. Zu dämmen empfiehlt sich immer, weil sich die Maßnahme innerhalb von 15-20 Jahren amortisiert. Sollten in Ihrer Villa Holzbalkendecken eingebaut sein, muss überprüft werden, ob die Balkenköpfe im Wandauflager noch intakt sind. Die Innendecken müssen zusätzlich gedämmt werden, damit keine Wärmebrücke und dam it Tauwasserausfall an den Balkenköpfen entsteht. Zudem muss das Mauerwerk für die Innendämmung trocken sein. Das Durchrechnen durch einen unabhängigen Berater mit entsprechendem bauphysikalischen Wissen und geeigneter Software (nicht nur nach dem Glaser-Verfahren) ist anzuraten.



Innendämmung Nein danke!



Sie sind zwar entschlossen zu dämmen - aber vielleicht kommen Sie auch noch drauf, dass Sie den finanziellen Einsatz nie mehr herausbekommen werden.

Zudem bekommen Sie noch kältere Wände - eine Verschiebung des Taupunktes - damit auf lange Sicht feuchtere Wände.

Sie werden kontern: Ha! Ich will ja Kapillar aktive Materialien verwenden.
Da sage ich Ihnen: "Der Klapperstoch bringt auch nicht die Kinder!"

Sie schreiben ja selbst, dass es in einem "Kosten- Nutzen Verhältnis stehen soll" - Das sehe ich ebenso - und auch noch die Anfälligkeit solcher Konstruktionen und die Nachhaltigkeit sollten Sie da mit betrachten.

Wenn da bei den Putzen und Einbettungen zementäre Baustoffe verwendet werden haben Sie nix von der kapillaren Aktivität - Nur viel Geld ausgegeben.

Lassen Sie sich von einem Nicht-Firmen-Fachmann ein Konzept ausarbeiten, für das der dann gerade stehen darf (20 Jahre und nicht 5 Jahre!!!

Antworten auf dieses Themengebiete hab ich schon oft gegeben und es wird immer gut diskutiert hier - stöbern Sie halt noch ein bisschen.

gutes Gelingen

FK



Durch und durch durchdacht



Liebe Schlossherrin,

bei einer Energieeinsparung von 73,9%! würde ich gerne einmal in die Berechnung sehen. Wenn dann noch Fenster und das Dach angegangen werden befinden Sie sich locker im Bereich eines Energieüberschusses – und das alles "nur" mit einer 80er PUR-Innendämmung? Das kann kaum sein.

Ausschließlich die Innendämmung der Außenwände dürfte kaum mehr als 20-30% Einsparung bringen. Das ist etwas abhängig vom Gebäude. Vor den Wänden stehen als Maßnahmen Fenster, Heizkessel und Dach. Richtig gemacht kann man hier am meisten den Energieverbrauch senken. Den Kostenansatz sollte man aber nie aus den Augen verlieren. Was nützt eine Maßnahme die sich erst in 30 Jahren rentiert?


Meiner Auffassung nach sind Polyurethanschaumplatte als Innendämmung in Altbauten zumeist ungeeignet.
Die benannte Platte iQ-Therm ist eine PUR-Hartschaumplatte und ist per se in gewisser Weise (µ= ca. 27 (vergl: Kalkzementputz µ= ca. 35)) diffusionsfähig. Hier liegt bei dem meisten Platten auch das Problem, dass einmal durchdiffundierte Feuchtigkeit an der bisherigen Innenseite der Außenwand den Taupunkt erreicht, als Kondensat ausfällt und dort verbleibt.
Die benannte PUR-Hartschaumplatte aber wirbt aber mit kapillarem Feuchtetransport, einer Eigenschaft, die PUR-Hartschaumplatten gewiss nicht besitzen. Laut Herstellerangaben wird die Polyurethanschaumplatte mit regelmäßigen, senkrecht zur Oberfläche stehenden Lochungen versehen. Diese Lochungen sind werksseitig mit einem speziellen, hoch kapillaraktiven mineralischen Material verfüllt, was das genau ist vermag ich nicht zu sagen.

Montiert werden die Polyurethanschaumplatten mit dem Systemkleber iQ-Fix. Dieser besteht aus 20-40% Weißzement und 60-80% QuarzSand (µ= ca. 35). Wenn es zu einem Kondensatausfall kommt, dann in dieser Ebene. Die vorgenannten Lochungen sollen – so verstehe ich das – das Kondensat wieder zurück zur Raumseite transportieren, wo die Feuchtigkeit dann von der Raumluft aufgenommen werden soll. In wie weit die verfüllten Lochungen hierzu ausreichen, bzw. wo hier die Transportgrenzen liegen sollte man beim Hersteller einmal anfragen.

Verputzt wird mit dem Systemputz IQ Top, den ich jetzt einmal wegen der werksseitigen Einordnung unter der DIN 1164 zu den Zementputzen zähle, lasse mich aber gerne aufklären. Der Putz wird zweilagig verarbeitet. Einmal als Haftgrund für die Glasfaser-Gewebearmierung iQ-Tex, die dann wieder mit iQ-Top eingebettet wird. Also ein durch und durch durchdachtes System.

Geglättet wird dann mit iQ-Fill gestrichen mit iQ-Paint, einer Dispersionsfarbe, so der Hersteller. Wie es mit der Gewährleistung steht wenn auch nur ein Stoff nicht aus dem System ist bleibt zu erfragen. Jetzt würde mich einmal der Quadratmeterpreis für das Ganze interessieren.

Ich lese: "Dämmen wollen wir, jedoch muss alles im Kosten- Nutzenverhältnis stehen..." Neben den Vorkehrungen /Problemen beim zukünftigen Aufhängen von Oberschränken, Bildern, Regalen müssen auch sämtliche an den Außenwänden befindlichen Fußleisten, Fensterbänke, ggf. Stuckprofile, Steckdosen, Lichtschalter, etc. versetzt werden.

Zumindest für meinen Altbau wären dies nicht die Stoffe aus denen meine Träume sind.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Rein rechnerisch



würde sich evetuell die Wärmedämmung für diese m² Bauteil ergeben aber wenhn die Wärmebrücken (Zwischenwände Decken und Böden) mit eingerechnet werden sicherlich nicht.

Warum die Platte nich richtig funktioniert hat der Kollege Kornmayer schon beschrieben.

Das läßt sich noch erweitern!

Meine Empfehlung ist eine putzfähige Weichholzfaserdämmplatte eventuell in Kobination miot einer Wandheiznug/ Temperierung.

Grüße aus Koblenz



Energieeinsparung



Dieser Gutachter? hat wahrscheinlich mit der hygrothermischen Beurteilungshilfe von Remmers gearbeitet.
Dort kann man je nach Wandkonstruktion und Art der Innendämmung die Heizkostenersparnis und die CO²- Reduktion bzogen auf 100 m² reine Wandfläche ablesen.
Die Berechnungsgrundlagen dazu wie Nutzungsgrad, Heizwert und Heizkosten bezogen auf Erdgas sind dort mit angegeben.
Einfach eine Prozentzahl als Einsparungspotential zu nennen halte ich für höchst unseriös, zumal solche Art von Berechnungen generell vorsichtig zu werten sind.
Zweck dieser Beurteilungshilfe ist die preislichen Differenzen in €/a zwischen einzelnen Innendämmungen bezogen auf 100 m² Wandfläche zu benennen.
Dafür wurde ein vergleichbarer Rahmen geschaffen.

Viele Grüße



Aus



ca 50% der Umfassungsflächen 70% Energieeinsparung???
Wieviel Öl tropft denn da aus der Wand?? Und wo wird´s aufgefangen?? Oder kommt´s als Schröders Gas??
Explosionsgefahr!!!!
Was kann man den Leuten eigentlich noch alles für Dummfug erzählen??? Ist der gesunde Menschenverstand und die Grundrechenarten komplett im A....??
Verzweifelnde Grüsse
dasMaurer
Wer hat eigentlich die letzte Pisa_Studie geschönt??



Dämmen: Nein Danke.



Hallo Schloßherrin,
Ihr Haus steht 110 Jahre. Wenn Sie möchten,daß es weitere 110 Jahre steht, Hände weg von der Dämmung.
Schauen Sie sich die damaligen Baupläne an. Was ist es für ein Baukörper?, wie wurde er damals erwärmt? Mißbrauchen Sie Ihre Atemluft nicht als Heizmedium. Beobachten Sie die Natur (Sonnenwärme, Licht/Schatten, Feuer ...) Verbinden Sie Ihre heutigen Lebensgewohnheiten mit der vorgefundenen Baukörpersituation. Vergessen Sie die 'Energieeinsparverordnung', ergründen Sie die Denke der Altvorderen und Sie werden Ihre richtigen Entscheidungen treffen. Auf diesem spannenden Weg alles Gute.
mit besten Wünschen,
Adam





a) "Die vorgenannten Lochungen sollen – so verstehe ich das – das Kondensat wieder zurück zur Raumseite transportieren, wo die Feuchtigkeit dann von der Raumluft aufgenommen werden soll."
Wie Herr Kornmayer schreibt, kann das nicht funktionieren - sonst müssten ja einfachverglaste Fenster, wo kein Diffusionswiderstand zwischen Kondensatbildungsebene und der warmen Raumluft besteht, noch schneller trocknen. Das tun sie aber erfahrungsgemäss nicht. Und die Diffusionsrichtung ist in der kalten Jahreszeit nun mal von innen nach aussen.
b) was Frank (Nachname unbekannt ...) schreibt, stimmt, wenn man bereit ist, so zu wohnen wie zur Bauzeit des Hauses. Also kein warmes Badezimmer, Schlafräume ebenfalls ungeheizt, vielleicht Zimmeröfen mit Kohlefeuerung. Wenn Sie das wollen, müssen Sie nicht dämmen.
Man kann solche Häuser durch dämmen auf heutigen Wohnkomfort bringen, allerdings muss das fachgerecht gemacht werden. Oft wird das nicht richtig geplant ("schade ums Honorar") und wenns dann Probleme gibt, ist die Dämmung an sich schuld und nicht derjenige, der es verbrochen hat.



Aber



das Produkt IQ-Therm läuft. Wir kreigendas ganz deutlich mit.

Intersant ist es mal wieder zu beobachten wie sich Produkte nur aufgrund des Marketings und der Vertriebsstrategie am Markt durchsetzen.

Aber Frank, Dämmung pauschal zu verteufeln ist auch wenig hilfreich.

Grüße Gerd



Alt-Weiber-Argumente



Hallo

Nicht dämmen - Mittelalter
Dämmen - Neuzeit

Wenns so einfach ist Herr Paulsen …?
Das sind Apotheken-Rundschau - oder Bildzeitungsniveau Argumentationen.

Und die andere Seite der Argumentationen: "… gemässigte Dämmungen … " werden jetzt die Dämmstärken bei Innendämmungen von den Innendämmungs-Befürwortern sukzessive dünner geredet.
Vor Jahren noch "dick is gut" heute heisst's "massvoll" ohne Stärke und dann mit Wandheizung im Verbund.

Warten wir noch ein paar Jahre, dann ist die Innendämmung sowieso drunten!

Richtig ist dass ein "guter Name" und ein gutes Marketing jeden Scheiss verkaufen kann - man muss den Käufern nur einreden, dass sie einen "IQ" haben - und schon passt das Zeug - irgend wie technisch auch, ein paar Stempelchen, ein Zertificat ein WTA oder DIN Schildchen, ein blauer Engel - IBU - und dann ist alles in trockenen Tüchern.

Es ist eigentlich nicht als "GLAUBEN"!

Liebe Schlossherrin: Lassen Sie sich diese Berater-Versprechen "schwarz auf weiss" geben, und den Vertrag von einem guten RA absegnen.

Dann haben Sie - wenn Sie Glück haben - falls es nicht klappt Zugriff auf einen Vertrag, evtl auf Nachbesserung, Schadensersatz, etc.
Das ist aber auch schon alles!

Gute Qualität haben sie damit dann auch nicht erreicht.
Geld ist futsch.

Gutes Gelingen

FK



Wenn es



so einfach wäre Herr Kurz.

Es gibt hier im Forum eine Fülle von Personen und meine Wenigkeit gehört dazu die Ihre Häuser mit leichten Innendämmung ausgerüstet haben.

Gerne lade ich jeden der möchte zu mir (auch geren mit Tee Kaffee oder Espresso ein um sich davon zu überzeugen wie eine schadensfreie Innendämmung von 1999 aussieht.

Warum erzählen Sie sowas ohne sich vor Ort mal ein funktionierendes System anzuschauen?



Innendämmung



Das IQ- Therm System funktioniert, auch bei der Rücktrocknung von eindiffundierter Feuchte über Kapillartransport.
Allerdings sind die Platten so gut wie diffusionsdicht, es kann also nicht allzuviel Feuchte eindiffundieren. Das kann man auch als Nachteil sehen, überschüssige Raumfeuchte wird von diesem System nicht gepuffert.
Ob das ein Nachteil ist- wie gesagt Ansichtssache. Bei zuviel Raumfeuchte, zu wenig Heizung und fehlender Lüftung versagt jeder Wandbaustoff früher oder später.

Wie die IQ- Thermplatten in 40 oder 50 Jahren funktionieren werden ist reine Spekulation, wie bei allen neuen Baustoffen.
Das sind eben die Unterschiede zwischen allgemein anerkannten Regeln der Technik, dem Stand der Technik und dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik.
IQ liegt hier in der Mitte.

Viele Grüße



Mit Verstand .....



Hallo Schloßherrin, zuerst einmal-Ferndiagnosen sind mit Vorsicht zu bewerten- es gibt viele Möglichkeiten sinnvolle Massnahmen in punkto Dämmung, Raumklima und Funktionalität. Ich möchte gar nicht auf die Diskusion über Dämmstärke etc. eingehen. Des öfteren habe ich bei Modernisierungsmassnahmen nach einer Kosten-Nutzungsrechnung festgestellt das z.Bsp. ein Wärmedämmputz, neue Fenster, Kältebrücken bearbeiten sowie das erneuern des Heizsystems akzeptable Ergebnisse bringen.Suchen Sie sich einen Handwerker der über den Tellerrand hinausschauen kann und ihre Bau- und Sanierungsarbeiten mit Ihnen begleitet und durchführt. Letztendlich geht es um Ihren Geldbeutel. Liebe Grüße