Wie lüften wir unseren Keller...

05.10.2008 Olf



richtig. Wir besitzen ein 100 Jahre altes Haus, dessen Keller völlig original ist - Wände Bruchstein, Boden Ziegelstein, normale Feuchtigkeit. Der Keller hat 8 Öffnungen mit Gitterfenster (ohne Glas) und Eisenklappen, die man von aussen schliessen kann. Wie Lüften wir über Herbst/Winter am besten um nicht zuviel Feuchtigkeit von aussen über die Luft in den Keller zu bekommen?

Danke & Gruss
Michael



Ganz einfach



Im Sommer Klappen zu im Winter Klappen auf. Im Sommer kann die warme Luft viel Wasser aufnehmen. Im Keller kann diese dann an den kalten Wänden kondensieren. Im Winter wird die kühle Luft von außen im Keller erwärmt und kann so auch mehr Wasser aufnehmen und auch abtransportieren.

Gruß Marko



So einfach ist es auch wieder nicht



Hallo,

wenn ich obige Antwort beherzigen würde, dann wäre mein Keller total feucht und muffelig, d.h. jedes Lüftungsverhalten muss den baulichen Gegebenheiten des Kellers angepasst werden. Ich habe z.B. meinen Keller(eines Bruchsteinhauses) im ganzen Jahr offen und er ist relativ trocken. Würde ich ihn im Sommer jedoch schließen, wäre sehr schnell mit Feuchtigkeit etc. zu rechnen...
Also, ausprobieren, experimentieren und sich weiterhin mit dem Problem auseinandersetzen. ...
Gruß





Vorausgesetzt, man lebt in einer geographischen Zone, in der Winters der Keller wärmer ist als die Außentemperatur, und Sommers umgekehrt, gibt es eigentlich nur sehr wenige Gegebenheiten, welche Antwort Nr.1 außer Kraft setzen könnten. Bauliche wären z.B., dass sich der Keller in einen geschützten, vielleicht sogar beheizten Bereich öffnet, oder in einen ganzjährig stark besonnten, windgeschützten Bereich, wie auch immer, so jedenfalls, dass mit den natürlich gegebenen Temperatur- und Wasserdampfdruckgefällen an der oder den Lüftungsöffnungen des Kellers nicht zu rechnen ist.
Sollte das aber aber nicht „gegeben“ sein, trifft die erste Antwort ohne wenn und aber zu.



Kellerfeuchte, Taupunkt & Kollegen



Ausgehend von Kondesfeuchte: Normalerweise nicht permanent Lüften, nur wenn es draußen kühler ist als Ihre Kellerwände es sind, dazu gibt es hier im Forum aber zahlreiche Erläuterungen. Nach dem o.g. Verfahren kann man vorgehen und beobachten, ob sich irgendetwas an den Wänden regt

Präziser (aber aufwendiger) wäre folgende Vorgehensweise: (ohne Verschließen der Öffnungen)

Mit einem digitalem Thermomenter die Temperaturen an einer feuchten und einer trockenen Stelle messen und aufschreiben. (Ganz genaue Menschen machen dies sogar morgens, mittags und abends). Zum jeweilegen Messzeitpunkt können Sie sich im Internet den Taupunkt abrufen. Nach ein paar Tagen werden Sie wahrscheinlich einen Zusammenhang erkennen.

Um die Wand dann letztlich trockener zu bekommen lüften Sie wie "ermessen". Also im Sommer wird sich zeigen, dass die beste Zeit zum Lüften in den Morgenstunden liegen wird, irgendwann vor dem Sonnenaufgang, wenn die abgekühlte Luft den Taupunkt überschritten und sich einem großen Teil der Feuchtigkeit bereits entledigt hat. An trockenen Wintertagen kann wohl durchgängig geöffnet werden.

Natürlich gibt es regionale Unterschiede, Nebelhäufungen etc.

Bei einem Zusammenspiel von Kondensfeucht und z.B. drückendem Wasser, hohem Grundwasserspiegel, Brunnen im Keller, Bachnähe etc. kann das Verhalten dann aber anders aussehen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer