Dielen mit Dellen abschleifen

24.11.2007



Ich beabsichtige, einen uuuralten Riemenboden abzuschleifen. Ist teilweise ziemlich ausgetreten, aber noch längst dick genug. Ich habe mich durch die Beiträge zum Dielenabschliefen durchgelesen, und wenn ich das richtig verstehe, haben die Leute fast ausnahmslos den Boden Plan geschliffen. Gibt es auch Erfahrungen mir Böden, die nur etwas fitgemacht wurden, will heissen, dass die Unebenheiten erhalten blieben? Ist dann der Bandschleifer noch immer das Mittel der Wahl? Tut es dann nicht auch ein Exzenterschleifer mit 150mm Durchmesser - gibt zwar etwas mehr Arbeit, aber ist ja auch keine Farbe auf dem Boden, und der kleinere Teller passt sich besser den Unebenheiten an.



Wozu schleifen,



wenn keine Farbe da ist?

Reinigen kann man den Boden auch mit Orangenschalenöl und groben Pads - das beläßt die Patia des alten Bodens.

Grüße

Thomas





Hatte ich schon gemacht... Sah teilweise sehr schön aus, aber seit offenbar etlichen Jahrzehnten stand das Sofa am selben Platz. Und die genagelten Schuhe haben den Boden ausgetreten, am Sofa ist noch die alte, glatte Oberfläche. Farblich habe ich eine ziemlich gute Anpassung hinbekommen, aber die Struktur ist dermassen verschieden, dass es wie die Faust auf's Auge passt. Mit dem 'sanften' Schleifen suche ich eine Mischung aus 'ein bisschen altes' und 'ein bisschen neu'.



Rotex von Festo



damit habe ich schon gute Erfahrungen bei der Behandlung von unebenen Dielen gemacht, die ich nicht "einebnen" wollte.

Grüße aus Frangn,

Frank





Danke, Frangk aus Frangn

Ich habe nun folgendes getan: Erst bin ich mit der "Flex" mit 40-er Fächerschleifer drüber; das war nötig, weil ich teilweise etwas mehr abtragen wollte. Wo der Boden stark ausgetreten ist, war die Oberfläche faserig, sprich spriessenfreundlich und damit barfuss- und kinder-auf-dem-Boden-spiel-unfreundlich. Mit dem Winkelschleifer konnte ich hier etwas tiefer (sind ja noch immer maximal 2 bis 3 mm) gehen, ohne sooo viel Zeit wie mit der Schleifscheibe zu brauchen. Danach sah der Boden aus, als wär er mit dem Handhobel bearbeitet worden. Um eine glattere Oberfläche hinzubekommen, bin ich mit dem Excenterschleifer (ab 60) drüber. Bin noch nicht fertig, aber der erste Teil sieht ausgezeichnet aus.
Jetzt erzählt der Boden noch etwas von den alten Tagen, ist aber doch nicht einfach nur ein alter Gammelkopp.



bitte bei 60er Korn nicht stehen bleiben



Hallo Marcel,

Deine Bearbeitung klingt ja recht rustikal. Dennoch würde ich den Schleifaufbau deutlich verfeinern und dann das ganze mit Parkettöl behandeln.

Grüße aus Frangn

Frank





Salut Frank

ja, rustikal darf/soll es sein. Ich habe schon feiner geschliffen; "ab 60" heisst: erst 60, und dann feiner bis 120.
Der "Handhobelcharakter" ist dann ganz weg. Was aber bleibt, sind ein paar alte, tiefe Hicke - müsste sonst einen halben bis ganzen Zentimeter wegnehmen. Und die Äste bleiben höher; da ja auch härter.
Noch ein Vorteil, nebenbei und mittendrin erwähnt: Ich musste die zahlreichen, verschiedenen Schrauben und Nägel nicht entfernen. Ausser einem halben Dutzend, das sowieso rausstand.

Noch nicht klar bin ich mir über die Nachbehandlung. Was mir sehr gefällt, aber halt altert und relativ schmutzanfällig ist, ist blosses Seifen. Ich habe eine (unverdünnt) ziemlich dunkle Schmierseife, die dem Holz einen honigfarbenen Hauch gibt. Und dann steht noch Tripptrapp-Öl rum; bekommt zwar nicht so gute Noten, hab' ich halt noch. Was ich auch gerne machen würde, wäre etwas mit Fichtenharz. Ich arbeite im Forst, und dann Harz könnte ich fast ohne Ende sammeln. Müsste dann nur ein gutes Rezept haben, um es zu verarbeiten. Gibt bestimmt noch vieles anderes - Was rätst Du mir denn?
Ich mach' dann in einer Ecke ein paar Proben; entscheiden wird dann wohl vor allem meine Innenarchitektin, sprich mein ehelich Weib.



Trip-Trap



Bei mir stehen seit 4 Jahren Gebinde von diesem Öl rum. Mein Ersteindruck war so miserabel, daß ich es niemandem in's Haus wünsche. Natürliche Bodenöle sind solchen "Resten" vorzuziehen.

Grüße

Thomas



Schmierseife und Fichtenharz mit Trip Trap Öl



ich würde erst mal den Schliff noch wenigstens auf 180 verfeinern und dann mit Parkettöl von Natural einlassen. Dann bekommst du auch diesen honigfarbenen Ton - hast aber auch einen Tiefenschutz. Wenn Du noch Trip-Trap hast, dann muss es halt das Trip-Trap sein :o)

Seife und Öl schließen sich gegenseitig aus. Nur Seife laugt aus und die Oberfläche neigt sehr schnell zur Verschmutzung - das muss dann schon einem gefallen - in alten Stuben war das aber normal.

Eigenes Harz sammeln und anwenden empfehle ich Dir nicht. Das wird mächtig aufwendig und am Schluß pappt Dir alles zusammen.

Wenn du eine Probe vom Natural brauchst, dann lass es mich wissen.

Grüße,

Frank



...Fortsetzung



Ich melde mich mal wieder; für die am Thread und am Thema interessierten.
Die Methode mit Flex/Exzenterschleifer hat ein seeeehr schönes Resultat ergeben. Nicht nur für das bare Auge, sondern auch für die baren Füsse. Keine Spriessen und doch die samtene Oberfläche von Holz, und die kleinen Unebenheiten machen das Fusswohlgefühl erst so richtig komplett. Jeder Fussfühlgewohnte kann mir wohl bestätigen, dass alle diese superplanen Böden nicht so doll sind.
Und betreffend Spalten zwischen den Brettern. Nach vielem Rumhören und -lesen kann ich sagen: Es gibt keine befriedigende Lösung, diese zu verfüllen. Also habe ich die Bretter rausgenommen, die Federn/Nuten vom alten Dreck entkratzt, und nun werden sie neu eingebaut. Die fehlenden Zentimeter werden dann ergänz. Noch ein paar Tipps zum Schrauben-/Nägellösen.
- Wenn bei einer Schraube der Schlitz ausgenudelt ist: Kleines Loch reinbohren, Inbusschlüssel (="Innensechskant") reinschlagen, Schraube rausdrehen
- Nägel: Kopf mit Bohrer entfernen, mit einem massiven Durchschlag die Nägel durch's Brett treiben.

Und bezüglicherseits der Oberflächenbehandlung: Ich werde die Bretter ganz einfach einseifen. Viel Geld gespart. Denn die anderen alten Böden, die weder Wachs noch Öl gesehen haben, sehen vorzüglichst aus.