Dielen aufarbeiten ohne schleifen?

25.02.2013 Ramona



Egal, wo ich suche, ich finde immer schöne Anleitungen zum Dielen abschleifen. Nun will ich gar keine neu aussehende Dielen, sondern würde meinen Nadelholz-Dielen gerne den alten Charme lassen. Zumal sie nicht ganz eben sind und ich sie auch gar nicht Plan haben möchte. (Wie sagte Hundertwasser so schön: "Als wahre GEFAHR für den Menschen wird jedoch der geradlinige, ebene Fußboden erkannt.[...] Denn der unebene Boden ist Bestandteil des menschengerechten Wohnens." :-)


Ein paar Schönheitskorrekturen wären aber leider doch nötig. Ich habe einen Brandfleck und ein paar farblich veränderte Stellen, auf denen Möbel standen. Mit dem brandfleck könnte ich leben, die farblich veränderten Stellen sind hässlich. Kann ich die eliminieren, ohne den ganzen Boden zu schleifen? Und wenn ich den ganzen Boden Schleifen muss, gibt es irgendeine Möglichkeit, doch noch ein bisschen Patina zu erhalten, indem ich bspw. nicht klassisch mit 40er, sondern vielleicht mit 80er-Papier o.ä. beginne?

Die Dielen sehen unbehandelt aus und schlummerten jahrelang unter Linoleum oder sowas ähnlichem. Ob sie irgendwann mal gewachst oder geölt waren oder nicht, kann ich nicht erkennen.

Vielen Dank schonmal für etwaige Tipps :-)



Dielen ohne schleifen aufbereiten



Nicht die Stellen, auf denen Möbel standen haben sich farblich verändert, sondern der Boden, wo keine Abdeckung über Jahre erfolgte. Eine Angleichung erfährst Du über die nächsten Jahre, wenn die Stellen nun das bekommen, was sie bisher nicht hatten: Licht. Du brauchst natürlich Geduld dafür ;-)

Wenn Du Hundertwasser magst und erleben willst, dann geht das sicherlich auch ohne Schleifen. Wenn Du aber partiell schleifst, dann wird ein gleichmäßiger Schliff nötig sein, sonst bekomst Du zu große Farbunterschiede.

Ich würde zuerst einmal grundreinigen: Mit Intensivreiniger 1:3 und groben, grünen Pad den Boden richtig abschrubben, mit Wasser neutralisieren, trocknen lassen und dann gut überlegen, was du noch erreichen willst. Evtl. reicht schon ein Glätten mit dem Schleifvlies. Anschließend kannst du ölen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Nun



ein geschliffener Boden muss nicht zwangsaläufig eben sein, das hängt vom Schleifer ab.
Mit einem Rotations- bzw Schwingschleifer kann schon sehr viel bewirkt werden. Ob Hundertwasser oder nicht.
Wichtig ist vor allem, mit was der Boden zuvor behandelt wurde, vllt reicht ein Grundreiniger auch schon zum refresch aus. Wenn der Boden lakiert ist, kanns harig werden.

Grüsse Thomas



Hundertwasser...



war ein etwas spezieller Ästhet, kein Techniker. Insofern würde ich die Sache mit den Fußböden nicht ganz für voll nehmen. Im Alltag nervt das einfach nur.

Du kannst mit Unebenheiten leben, aber nicht mit farblichen Veränderungen? Das ist inkonsequent. Nimm den Butterflecken - Beuys mit in's bauphilosophische Boot, und genieße den IST - Zustand.

Frank hat eine Reinigungs-Möglichkeit aufgezeigt. Wenn Du mit deren Ergebnissen nicht zufrieden sein solltest, wird nur Schleifen helfen. Allerdings von Grund auf; mit 80er Korn anzufangen ist Unsinn. Das verschleißt nur sinnlos Schleifmittel. Also Schleifen, Ölen, und dann selbst und täglich "fußpatinieren".

Grüße

Thomas



Danke...



Ich schrubb jetzt mal eine Ecke, dann sehen wir weiter.

Diese Rotations- bzw Schwingschleifer sind aber Handgeräte, oder? Was ist der Vorteil zu Walzenschleifer und Co? Abgeschliffen wird es ja dennoch, oder?



Rotationsschleifer



Walzenschleifer werden dazu eingesetzt die Unebenheiten im Boden zu entfernen. Hier wird je nach Unebenheit 2-3 mm oder mehr im Kreuzgang (Quer und Längs zur Faser) abgeschliffen.
Ziel bei diesen Maschinen ist es, eine ebene Fläche zu schaffen.

Mit den Handgeräten, wie Schwing- und Rotationsschleifer werden die Unebhenheiten nicht gänzlich herausgeschliffen.
verwendet man die Handgeräte, so muss vor dem Schleifen geklärt sein wie der Boden behandelt war.
Lack sollte gänzlich herraus geschliffen werden, geölter Boden sollte zuvor mit einem Grundreiniger gesäubert werden.

Grüsse Thomas



Säubern und Schleifen



Es kommt auch ein wenig auf die Größe der Räumlichkeiten an. Mit solchen Handgeräten wirst Du schnell müde werden. Je kleiner das Gerät, umso eher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du das nach Hundertwasser ausführst. Also nicht gleichmäßig.

Auf der anderen Seite prüfe mal, wieviel Du überhaupt wegschleifen kannst, ohne statisch oder funktionell Probleme zu bekommen.

Evt. kannst Du auch mal ein paar Fotos hier reinstellen. Wenn der Boden z.B. alte Lackschichten hat, dann wird es aufwendiger.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Böse Gedanken...



... auf den Hundertwasser-Kindergarten schauend: An den Brandfleck kommt ein Pfeil dran, daneben schreibst Du "War ne geile Party!" - und die Möbelkonturen malst Du nach und schreibst "Omis Lieblingskommode", "Der hässliche Schrank ist endlich weg!" und "Platz für neues Sofa" dran.


Sorry, der musste sein ;-)

Dirk



:-)



Lach, gar keine schlechte Idee. So könnten die geschätzt 7000 Macken des Hauses eine ganz neue Bedeutung gewinnen :-)



Es gibt Leute...



...die zahlen ein Heidengeld für künstlich verschrammte Dielen...



So eine Party ....



... bei der die Dielen wunschgemäß altern, kostet halt.
Da kann man ja schließlich keine Billigtruppe aus China nehmen, sondern nur gestandene Manns- und Weibsbilder, die richtig zu feieren wissen.



Foren-Treffen



Romana, damit steht das Angebot: Wenn wir das nächste Fachwerk-Forentreffen bei Dir in der Wohnung durchführen können, werden Thomas, DeMeinweg und ich für wunderschöne-individuelle Patina sorgen ;-)



Spontan



ist immer am besten...
Ich bring Met mit.... ;-)



Als alter Hundertwasserfan



muss ich auch was dazu schreiben. Ich persönlich möchte nicht in einem Hundertwasserhaus wohnen und Macken und Flecken im Boden haben auch nix mit Hundertwasser zu tun. Da kommt es wohl eher auf die persönliche Toleranzgrenze an. Wenn ich jeden Tag über die selbe unebene Stelle stolpere oder einen Fleck als hässlich empfinde, dann sind das eben Fakten. Das ist auch mit dem Abschleifen so. Das kann was sehr Meditatives und Haptisches haben, muss es aber nicht. Für die einen ist es Arbeit für die anderes ein schönes Erlebnis. Übrigens an alle: Es ist oft sehr köstlich zu lesen, mit welchen Humor viele an die Antworten herangehen und was für eine Dynamik sich daraus entwickelt. Soviel Lebendigkeit und unkonventionelle Konversation- Hundertwasser wäre wahrscheinlich angetan gewesen..... (auch wenn jetzt dieser Beitrag nicht wirklich eine zielführende Antwort ist)



Angebot...



angenommen - aber wehe, Ihr kommt nicht :-)

Das mit Hundertwasser war natürlich augenzwinkernd gemeint. Dennoch mag ich mich noch nicht wirklich an den Gedanken gewöhnen, die schönen alten Dielen durch abschleifen zu sterilisieren. Neue Dielen wird es leider schon im EG geben müssen (die nach dem Forumstreffen vermutlich auch nicht mehr neu aussehen werden :-)).



Vorsicht,



sonst belagern bald Tausende trinkwütige Fachwerkler, analog zu den gefürchteten Facebookparties, Deinen ruhigen Vorort. Und es werden völlig gratis auch noch die Außenanlagen patiniert... Und die der Nachbarn... Der nächstgelegene Getränkestützpunkt... Spaß beiseite, Fachwerkler trinken Kräutertee und hören Vivaldi.

Wenn Du Zeit, Lust, einen brauchbaren Exzenterschleifer wie die Rotex 150 und einen leistungsfähigen (Handwerker)Staubsauger hast, kannst Du auch damit über die Flächen huschen. Damit würden die Unebenheiten nicht nivelliert, und Du hast besser im Blick, wo Du vieviel abnehmen willst. Es ist aber leich möglich, daß Du auf halbem Weg abbrichst. Ist etwas arbeitsintensiv.

Grüße

Thomas



Vivaldi



als Baustellenmusik ?? Sie sind mir ja ein ausgeglichener Zeitgenosse Herr Böhme ;-) Ich brauch da schon was lauteres und schnelleres daß es den Baulärm übertönt...

Da ich grad am Balken säubern war heute ...
Versuch es doch mal mit Messing- oder erstmal mit Nylonbürste auf Bohrmaschine an unauffälliger Stelle MIT der Faser, an meinen Balken ging nur der oberste Dreck weg ohne Schäden oder Riefen, eine nicht unansehnliche Patina blieb erhalten

Grüße Micha



Das war halb ernst...



jetzt steht denn doch ein kleines Glas Feierabendrotwein neben der Tastatur.

Zum Heißölen höre ich aber tatsächlich, weil das so schön ruhig und nahezu meditativ ist, Vivaldi oder die Callas. Heißölen darf in meiner Firma im übrigen nur der Chef :-)

Grüße

Thomas



Heißöltechnik mit Callas ...



... die Heißölmaschine gibt sicherlich einen guten Ostinato ab. Solange Du nicht mitsingst mag das dann meditativ bleiben. ;-)

Frank



Ähm,



bei "Casta Diva" überkommt es mich mitunter:-)

Ich versichere aber, daß mein Mitgesang in jeder Passage wohlklingender ist als der übliche Baustellenradiolärm.

Grüße

Thomas