Alte Dielenböden

28.11.2006



Hallo!
Wir haben uns ein altes Fachwerkhaus Bj. vor 1860 gekauft.
In Kürze wollen wir mit dem Renovieren anfangen. Im kompletten Haus ist Dielenboden(laut Vorbesitzer) der aber leider mit Spanplatten und Linoleum oder Teppich ausgelegt wurde. Wir hoffen natürlich, daß wir evtl die Dielenböden erhalten können, wissen aber nicht wie wir feststellen ob es sich überhaupt lohnt?!
In einem Zimmer ist der Dielenboden sichtbar. Sieht auch noch recht gut aus. Leider ist dieses Zimmer nicht unterkellert. Also wird doch in diesem Zimmer der Boden immer kalt bleiben, oder? Muß ich ihn dann rausreißen und darunter dämmen? Bitte um gute Ratschläge!



...aus dem Baualltag heraus...



Hallo
die einen Bodenbretter sind tadellos in ordnung, ordentlich dick und man kann ohne weiteres etwas Abschleifen - die Bretter haben keine Feuchte, und keinen "Wurm" gesehen und gespürt!

die anderen schauen ganz gut aus - von oben, sind wurmdurchfressen und auch noch würfelbrüchig ... zu dünn um abzuschleiffen und die Konstruktion drunter ist auch ersatzbedürftig....

Wie alles im Leben: Nix g'wies woas ma!

Spanplatten und Teppich sind keine guten Vorzeichen - Lino eher schon!

Und ob sich eine Bearbeitung "lohnt" - dazu sollte man erst sehen was unter den Brettern alles ist, wie die Randbedingungen sind ... Altschäden, Neuschäden ...

Aber wenn es in dem "nicht unterkellerten" Bereich nicht "riecht" keine Feuchte vorhanden ist brauchen Sie keine Panik schieben, dass Ihre Füsse immer kalt sind ... das hängt wiederum an verschiedenen Sachen ...

Nachschauen, Fachmann holen, der Ihr Vertrauen verdient, Konzept erstellen lassen, bearbeiten.

Und das gilt für alle Bereiche einer Sanierung!

Frohes Schaffen und gute Berater und Handwerker!

FK



Falls Sie dämmen wollen...



sollten Sie einen Fachmann einschalten. Viele alte, vor der Dämmung guterhaltene Böden sind schon mit ungeeigneten Maßnahmen ruiniert worden.

Ich wünsche Ihnen, daß Sie nur gute Dielen unter den Spanplatten finden. Das Abschleifen übernehmen viele Bauherren mit Erfolg selbst.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Fachmann



Hallo!
Natürlich könnten wir uns für alle Renovierungsarbeiten Fachmänner kommen lassen, aber wer soll das Bezahlen. Wir wohnen im Moment mietfrei drei Häuser unter unserem neuen Haus. Das heißt wir können uns ein Jahr oder auch länger Zeit lassen. Wir werden versuchen mit Hilfe von Fachmännern (Verwandte und Freunde die Dachdecker, Schreiner, Maler, Maurer,...sind) soviel wie möglich selber zu machen. Mein Mann ist Elektriker und handwerklich auch begabt, also wird es schon klappen.
Wir wollen die Entscheidungen nur nicht vorschnell treffen und uns lieber mehrere Meinungen einholen.
Deshalb hoffe ich weiterhin auf gute Ratschläge aus diesem Forum!?



Dann...



...sollten Sie wenigstens Ihren Freundeskreis um einen Architekten erweitern. Die Planung der Maßnahme als Ganzes muß vorher erfolgen, und dafür sollte man auch etwas Geld vorsehen. Sonst zahlen Sie später drauf, dieses Forum ist voll mit Geschichten darüber. Gerade bei einem Fachwerkhaus kann man mit wenigen Maßnahmen sehr viel falschmachen.

Die Möglichkeiten des Forums als Ratgeber sind naturgegeben begrenzt, weil die vielen kompetenten Leute hier zu Sachverhalten Ratschläge erteilen, die sie nur durch Ihre Schilderung kennen und nicht selbst vor Ort gewesen sind.

Insofern sind Ihre Freunde natürlich eine Säule Ihres Projektes, wenn Sie aber sicher und wertbeständig bauen wollen, brauchen Sie als zweite Säule und Basis des Ganzen eine vollständige Planung.

Grüße

Thomas



2 Leute fragen - 3 Meinungen



Also zum einen ist ein Architekt kein Garant für die "richtigen" Baustoffe (mangelnde Baustoffkunde) und zum anderen empfehle ich die blickfesten Dielen abzuschleifen und darunter für eine Dämmung zu sorgen. Sollten Sie es wohngesund machen wollen, empfehle ich meinen Baubiologen Kollegen Herrn Dieter Schuller unter 08102-778911, der zu diesem Thema etwas über foamglas erzählen kann.

Viel Erfolg
Alex



Schön, schön...



...sicher gibt es Architekten, die iher Zeit hinterher sind, das gilt auch für alle anderen Berufsgruppen einschließlich Baubiologen.

Mich würde in diesem Zusammenhang vielmehr interessieren: Haftet ein Baubiologe in gleicher Art und Weise für seine Beratung wie ein Architekt?

Grüße

Thomas



Beratungshaftung



Selbstverständlich haftet der Verkäufer (seit 1.1.2004) für seine Aussagen die er gegenüber dem Kunden getroffen hat. Der Begriff "Beratungshaftung" muß den Baubiologen an der Front seit langem bekannt sein.

Gruß Alex



Aha,



dann wird der Baubiologe tunlichst sein eigenes Feld beackern und nicht gleich noch die Aufgaben des Architekten und des Statikers mitübernehmen wollen. Eine komplexe Sanierung hat schließlich viele Aspekte, die nichts mit Baubiologie zu tun haben.

Grüße

Thomas



Klasse



Hilft wirklich auf dieser Plattform oder?!
Wirklich Fachlich Klasse....toll!

Übrigens!
Bin in der Erwachsenenbildung (auch für Architekten tätig)
Beisitzender Richter einer Vergabekammer
Studium auch vorhanden
noch Fragen....Herr Böhme



Dielung



Sabine Weber fragt,Thomas Böhme antwortet, Alex hat eine Meinung (oder zwei?), dann gebe ich meine Meinung auch noch dazu:
Zum Vorschlag von Thomas:
Das mit dem Baufachmann (kann auch ein Architekt sein)ist ein sinnvoller Vorschlag, nicht nur für die Frage Fußboden. Ein altes Haus hat noch viele Bauteile und viele Entscheidungen, die einer fachlichen Klärung vor der Sanierung bedürfen.
Zum Vorschlag von Axel:
Er schrieb, Sabine solle die "blickfesten" (schönes Juristendeutsch!) Dielen abschleifen und für eine Dämmung darunter sorgen.
Lieber Axel, soll sie erst Schleifen und dann für eine Dämmung sorgen oder erst dämmen und dann schleifen?
Soll sie die Dielen also ausbauen, zwischenlagern, dämmen, wieder einbauen und dann schleifen?
Soll sie eine Abdichtung unter die Dämmung bauen oder nicht? Wie soll die Dämmung dimensioniert sein?
Wenn schon Ratschläge erteilt werden, sollten sie etwas hilfreicher sein! Falls Du nicht verstehst, was ich meine, lieber Axel, frag bei Thomas nach, der kann Dir erklären, wie eine Dielung nach dem Ausbau aussieht, das Schleifen ist eines der geringeren Probleme beim Wiedereinbau. Deinen Baubiologen frag lieber nicht danach.


Georg



Klasse, Alex...



...Deine Diplome kannst Du hier aber erst zeigen, wenn Du Dich anmeldest, vorher geht das mit den Photos nicht...

Ich ziehe mich aus dieser Frage zurück, weil's gar nicht mehr um das Thema geht. Ich habe einer Fragestellerin, die wohl mit den überreichlich im Forum schon vorhandenen, gut aufgearbeiteten Informationen nichts anfangen kann, geraten, für eine das gesamte Vorhaben berücksichtigende Planung einen Architekten hinzuzuziehen. Daß der entsprechende Kenntnisse hinsichtlich Baumaterialien und Baubiologie haben muß, brauche ich da nicht extra betonen. Wer ein wenig fragt, findert einen Planer, der mit Sanierungen Erfahrung hat und Referenzobjekte auch in Oberfranken benennen kann.

Somit wäre jetzt hier Raum genug, damit Du weiter über Deinen Bekannten und dessen Meinung zu Foam-Glas erzählen kannst (ein gutes Material, wo's passt); oder aber eigene Erkenntnisse aus Deiner erwachsenenbildenden Tätigkeit für Architekten anbieten kannst.

Keine weiteren Fragen, Herr Richter...

Scheidende Grüße

Thomas



...wer wird denn gleich aufgeben ...



Hallo

m.E. würde ich gar nicht dämmen, da es langfristig zu mehr Schäden führt, als es dem Bauherren zum Nutzen gereicht!

Wenn die Bretten auf den Tragbalken einen trockenen Untergrund (Kalkschotter o.ä.) haben, wird dem Boden nichts passieren, wenn dieser Boden dann auch noch be und entlüftet ist- wie man es früher so einfach und gut gemacht hat, dann wird und bleibt der Boden in Ordnung ....

wenn Sie sperrende Folien, dichte Zementplatten oder Pressholzgedöns reinmachen wird das m.E. ebenso in die H... gehen, wie die Dämmerei!

Die Fußkälte hat dit den spezifischen Eigenschaften der Belagsmaterialien zu tun, und nicht mit irgend gearteten Dämmstoffdicken, die man darunter packt ...

...aber das habe ich an anderer Stelle auch schon "breitgetreten" ... und das nicht nur ich ...

frohes Bauen, Meinen, Richten und "Scheiden" und was sonst noch so einfällt!

FK



Alte Dielenböden



Hallo Sabine,

unser Haus ist ebenfalls nicht unterkellert. Auf Grund von erheblichen Schäden am Schwellbalken haben wir im EG den Fußboden komplett aufgenommen (zumal unser Vorgänger hiermit bereits begonnen hat). Teuer war das nicht sondern nur anstrengend und zeitintensiv. Nachdem wir auf ca. 100 qm den Fußboden (Lehm- Tonschicht, mit losen teilweise riesigen Sandsteinen, Ziegelbruch und feucht) nochmals um ca. 30-40 cm ausgeschachtet haben, stellt sich die Frage nach dem Fußbodenaufbau.

Auf Grund eines guten Hinweises hier im Forum (vor zwei Jahren) haben wir den Boden mit groben Kies ohne Feinanteile aufgefüllt (30-40 cm). Abgezogen gerüttelt und hierauf Balken mit 10 cm, Durchschnitt verlegt (mit kleinen Betonlagern zur Stabilisierung). Die Zwischräume haben wir mit Blähton aufgefüllt und Dielung aufgeracht. Die Dielung selbst anschließen einmal lackiert (Grundlack), so dass noch eine Atumngsaktivität gewährleistet war. Nachdem die Dielung ein Jahr gelegen hat wurden sie wieder abgeschliffen und anschließend geölt.

Kalte Füße haben wir keine und die anfängliche Schüsselbildung hatte sich nach ca. einem dreiviertel jahr liegen gegeben. Verzug durch Feuchtigkeit haben wir bisher ebenfalls nicht. Dies erscheint mir zumindest für das EG eine mögliche Lösung, soweit die Gegebenheiten vergeleichbar sind, was ich aber nicht weiß.

Im Obergeschoss haben wir die vorhandene Dielung trotz Fraßlöcher abgeschliffen. Holzstärke war noch genug da und der Wurm bereits ausgezogen (hört man und sieht es auch an der Holzmehlfarbe). Die Fraßgänge haben auch was.

Zu den Kosten des Kieses sind diese mit ca. 500 € zu beziffern. Der Blähtun war da wesentlich preisintensiver aber auch noch im Limit.

Gruss
Olaf



Diesem Rat...



...würde ich nicht so ganz unreflektiert folgen.

"die anfängliche Schüsselbildung hatte sich nach ca. einem dreiviertel jahr liegen gegeben. Verzug durch Feuchtigkeit haben wir bisher ebenfalls nicht"

Die Dielen haben geschüsselt, weil es unten feuchter war als oben. Wenn das kein Verzug durch Feuchtigkeit sein soll... Es wäre allenfalls noch denkbar, daß die Dielen viel zu naß eingebaut wurden (Rauhspund), und oben schneller abtrockneten als unten. Aber auch das spricht dafür, daß es unter den Dielen zu feucht war oder ist.

Als Ergebnis des Ganzen mußten die Dielen neu geschliffen werden.

Übrigends: Lack ist Lack, und ganz gleichgültig, ob da nur ein Grundlack oder ein 5facher Auftrag drauf ist, werden die Dielen dadurch massiv bein "Atmen" behindert.

Grüße und Guten Rutsch

Thomas



never change a running system...



wenn es denn funktioniert.
wenn ihr diesen raum so nutzen wollt wie bisher -das heißt vor allem auch Lüftung und heizung- und bisher ist alles in einem akzeptablen zustand, würde ich gar nichts daran ändern. also auch kein Silikon an die fußleisten oder ähnliche heute üblichen dinge.
sobald ihr jedoch veränderungen vornehmt, ändern sich natürlich auch die randbedingungen. euer bisher noch gut asusehender dielenboden könnte durch heizen von oben und feuchte von unten auf einmal aussehen wie der indische ozean. Daher falls ihr ihn freilegt: lasst erst mal die fugen offen, verzichtet auf eine Versiegelung und wartet erst mal ab was passiert. ihr legt euren alten dielenboden ja auch nicht frei, damit er wie ein neues Parkett vom Baumarkt aussieht, oder? ge-,wohnt' euch erst mal aneinander- arbeit habt ihr bestimmt auch so genug. und wenn euer haus schon so alt ist, wird es euch bestimmt auch noch überleben. ihr scheint ja viel netter mit ihm umzugehen als diverse vorgänger.
und noch ein wort an die vieldiskutierer: eure fachlichen diskussionen in allen ehren, aber verunsichert dabei bitte nicht menschen, die einfach nur ihrem Altbau etwas gutes tun wollen. das tun sie so oder so. jedenfalls sobald sie akzeptiert haben, dass es kein Neubau ist, sondern ein wesen mit leib und seele. einfach mal fragen, zuhören ansehen. und vor allem lieben.
gruß von einer, die es aus beruflichen gründen ganz anders sagen müsste (dipl. ing. architektur, gebäudeenergieberaterin)
maxine dieckhoff



Die "Vieldiskutierer"...



...wurden schließlich gefragt. Von jemanden, der offensichtlich alleine mit den angedachten Maßnahmen nicht zu Fache kommt. Das ist der Sinn eines Forums.

"dass es kein neubau ist, sondern ein wesen mit leib und seele"

Schau Dir diesen Teil Deines Beitrages morgen noch mal an. Vermutlich würdest Du das dann gern löschen. Bauwerke folgen den Gesetzen der Bauphysik; mit pseudopsychologischem Brimborium rekonstruiert und restauriert man keine Häuser. Was genau soll die Fragestellerin damit anfangen?

Grüße

Thomas



viel oder wenig ...



Hallo Maxine

Sie schreiben: … gruß von einer, die es aus beruflichen gründen ganz anders sagen müsste (dipl. ing. architektur, gebäudeenergieberaterin) …

Ich frage: Warum "anders"?

Sie sind per Gesetz " … der Sachwalter und Treuhänder des Bauherren …"
und nicht der Büttel der Gesetzgeber - Wenn Sie wissen, dass gewisse Vorgaben, Vorschriten etc. gegen den Bestand des Bauherren arbeiten - auch auf lange Sicht (30 Jahre sind eine lange Zeit) dann sollten Sie sich genau überlegen, was Sie machen ... auch und gerade als "Energieberaterin" und als Architektin!
Glauben Sie denn den "Berechnungen" oder "wissen" Sie das die Vorgaben auch wirklich "richtig" sind ...? oder nur von Lobbyisten gesteuerte Machenschaften?
Hinterfragen Sie mal den Versuchsaufbau, der Ihnen den u-Wert definiert ... das ist ein Beispiel von .....
Sehen Sie selbst!
... never change a running system ... but try to understand it ...

schönes Wochenende

FK