Es schleicht sich ein...

01.12.2005



Erstmal danke für die Tipps aber jetzt mal ganz konkret:
Ich bin Gas u Wasserinstallateur,also Bad und Heizungssanierung sind schonmal kein Problem!
Doch bei der Besichtigung ist mir aufgefallen,dass jeder Balken im Wohnbereich verschalt ist.Kann ich jetzt bei der nächsten Besichtigung verlangen,dass man mal mit nem dünnen Bohrer nur so eben in den Balken bohren darf um die Konsistenz des Balkens herauszufinden? Schliesslich will ich ja net die Katze im Sack kaufen. Das Dach ist erst 10 Jahre alt,die Kunststoff-Fenster allerdings schon knapp 20 Jahre,das Haus ist von 1857 und hat eine Wohn- und Nutzfläche von ca 200m² und das Grundstück ist 985 m² gross. Der Preis liegt bei 93000 Euro! Der Kellerraum (keine Stehhöhe) ist total in Ordnung,die Balken auf dem Dachboden auch.Dazu gehören noch eine Wellblechgarage und ein ebensolcher Geräteschuppen.Hinter dem Haus läuft ein niedlicher Bach entlang.Die Aussenwände sind nicht verkleidet,aber die Fächer sind mit Ziegel ausgemauert.Die riesige Eingangshalle ist unterteilt mit einer Holzwand,sodass man den inneren Teil der Eingangshalle beheizen könnte.Der Schornstein ist auch nutzbar und okay.Die Heizung muss neu.Jetzt wäre meine Frage: Ist der Preis gerechtfertigt? Wenn man jetzt noch die Folgekosten von Maklergebühr,Notar,Grundbucheintrag etc dazurechnet (8,5%) dann wären wir immerhin schon bei 101000 und paar kaputte...Und dann müsste ja eben noch viel gemacht werden,ich denke,ich kann getrost insgesamt mit rund 120000 Euro rechnen,oder? Ach ja,mein Schwager wäre Architekt,der könnte ja bei der nächsten Besichtigung mitgehen,aber ich bedanke mich auch für die Angebote der Antwortenden meiner letzten Frage,vielleicht komme ich ja nochmal darauf zurück!
Ich bitte um Antwort!Ich bin echt verknallt in diese Hütte....



Es schleicht sich ein..



Grüß Gott Lars,
ich stand vor einigen Wochen vor derselben Entscheidung, kaufen oder nicht. Die Gefühlsschwankungen von ja zu nein waren schon enorm. Aber es war " Liebe auf den ertsen Blick " wie man so schön sagt. Denke das ist etwa so wie heiraten. Man kann sich nie ganz sicher sein, ob alles so wird wie man sich es erträumt. Mit Überraschungen musst Du beim Kauf eines Fachwerkhauses immer rechnen, denn Du kannst ja zum Beispiel nicht jede Wand aufstemmen und schauen was drin ist. Würde mir zur allg. Nervenberuhigung von dem Gewerk, wo ich Zweifel oder keine Ahnung habe, einen Fachmann kommen lassen, der seine Beurteilung gegen den Preis seines Stundenlohs abgeben wird. Die Leute sind hilfsbereiter als man denkt. Bei mir gings halt so aus, dass ich beim Notar gesagt habe, (nach der Frage ob ich alles verstanden habe), " ja ich will". Viele gute Wunsche bei Deiner Entscheidung.

Günther



Schwager besser als Bohrer!



Mit dem Bohrer auf Verdacht irgendwo kleine Löcher reinzubohren halte ich für schwierig und wenig zielführend, schließlich treffen Sie noch irgendwelche Wasserleitungen *grins*. Den Architektenschwager mitzuschleifen ist auf jeden Fall sinnvoller, vor allem dann wenn er ein wenig Erfahrung mit Fachwerkbauten mitbringt. Ein Restrisiko bleibt und von hier aus (also so vor unseren Rechnern sitzend), ist es verdammt schwierig einzuschätzen ob die knapp 20000 € für die Reparaturen ausreichen.
Je mehr Infos Sie über das Haus haben umso besser, Sie wissen selber was Wasser alles anrichten kann (Gas auch, aber da sind die Schäden offensichtlicher), also ruhig noch ein paar Fachleute anschleppen und mehrere Meinungen anhören.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



verknallt...



... ein bisschen Mut gehört auch dazu... zu mir sagen sie alle, ich sein verrückt :o( - aber die wissen ja nicht, was ihnen in ihrem Betonhaus entgeht :o).

Nun ist es ja auch so, dass man an nem Fachwerkhaus viiiieles selber machen kann (und dabei spart). Und da eine Fachwerkhaussanierung immer viel länger dauert, als man denkt, kann man in der Zwischenzeit auch immer noch ein bisschen sparen wenn die Finanzierung nicht zu eng berechnet wird.

Und wenn Sie dann noch ein paar "gute" Argumente haben (Heizung neu usw.), dann lassen sich mindestens noch die 3.000 Euro vom Verkaufspreis runterhandeln. :-)

Und wenn Sie schnell sind, dann gibts ja noch die Eigenheimzulage.

Und wenn Denkmalschutz besteht, haben Sie vielleicht das "Glück" einer Förderung...

Und im Forum gibts kostenlosen Rat und Tat rund um die Uhr...

Günther hats schon richtig geschrieben, ich glaube, schöner hätte mans nicht formulieren können.

Viel Glück! Annette



Entscheidungen



Hallo Lars,
ich erlaube mir hier einige kurze Gedanken zum Hauskauf einzubringen:

Der Kauf eines Hauses stellt eine Entscheidung dar, die für die meisten von uns mangels finanzieller Potenz nur einmal im Leben getroffen werden kann.

Ich bin immer wieder verwundert mit welcher Leichtigkeit meine Mitmenschen Häuser kaufen, ohne dieses genau untersucht oder geprüft zu haben.

Ich erlebe oft beim Autokauf wie ein Gebrauchtwagen der 5.000 oder auch 10.000 Euro kostet, auf Herz und Nieren genauestens untersucht wird.

+ Hier werden Wartungsrechnungen geprüft,
+ der Wagen in allen Ecken und Teilen inspiziert,
+ Probefahrten unternommen,
+ von Werkstätten Stellungnahmen eingeholt,
+ beim TÜV ein Check gemacht ....etc.



Bei einem Haus welches das zehn- oder auch das dreissigfache kostet,

+ hat man "ein gutes Gefühl",
+ sich auf den ersten Blick in das Objekt "verliebt",
+ einen vernünftigen "Eindruck",
+ ein "freundliches" Gespräch mit einem "sympathischen" Verkäufer,
+ gibt es nach "Auskunft" und nach "Wissen" des Verkäufers keine Mängel.

Ich denke dies sind vielleicht "subjektiv" wichtige aber bestimmt "objektiv" keine entscheidenden Kriterien.
Daher erinnert mich der Hauskauf oft eher an eine Eheschließung als an einen Immobilienkauf.

Gruß

Lutz

PS.: Ich bin übrigens gerade dabei eine Fragebogen zum Immobilienkauf auszuarbeiten, der dem Käufer helfen soll so einen Handel auf ein wenig festere Füße zu stellen.



ich glaube...



...ich ziehe um ;-)
Bei den Preisen, die ich hier im Ländle gewohnt bin, wäre allein das Grundstück voll erschlossen rund 390 000 ,- Euro wert... Da würde ich mich wahrscheinlich bei einer derartigen Verliebtheit und dem Preis sofort in das Abenteuer stürzen! Günther und Annette haben es wirklich schön rübergebracht. Ein Minimum an kritischer Prüfung sollte dennoch unbedingt sein "denn prüfe, wer sich ewig bindet" oder so. Du bist Handwerker, der Schwager Architekt, das ist doch so schlecht nicht.

Aber es ist schon so ein gesellschaftlicher Trend, das für das geliebte Heilige Blechle (also das Auto), Urlaub oder Multimedia-schnickschnack deutlich mehr ausgegeben (im Vergleich) und geprüft/verglichen wird als beim Immokauf und deren Innenleben. Wohngesund - was ist das? Da kann der Laminatboden nicht billig genug sein.




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