ziegelfundament isolieren

12.06.2009



Hallo, hier meine Frage:
Haus Baujahr 1895 mit Ziegelfundament. Kellerwände zum Teil auch von defekten Regenfallrohren durchfeuchtet. Entwässerung ist jetzt repariert und Fundament zum abtrocknen freigelegt. Wände sind in gutem Zustand. Nun weiß ich nicht, wie ich Isolieren soll und ob überhaupt. Fundament ist normaler Weise von märkischem Sand umgeben. Wer kann Rat geben? Gruß von Rainer



Fundament freilegen



Wenn ich Ihre Anfrage wörtlich nehme, dann brauchten Sie nur die nächsten ein oder zwei starken Regengüsse abzuwarten und dann die Trümmer Ihres eingestürzten Hauses abfahren zu lassen.

Fundamente sollten nur bis Oberkante freigelegt werden. Alles darunter ist gefährlich; nur unter Beachtung von Sicherheitsregeln (DIN 4123) und mit der nötigen Erfahrung kann man tiefer gehen.
Für alle Arten der nachträglichen Abdichtung ist das Freilegen der Fundamente ohnehin nicht erforderlich.
Füllen Sie die Baugrube schnellstens wieder bis Höhe Fundamentoberkante auf; am besten mit einem Magerbetonkeil (ca. 45° zum Haus ansteigend).
Zur Abdichtung:
Die Ursache der Durchfeuchtung ist beseitigt; eine zuzsätzliche Abdichtung ist nicht erforderlich. Immerhin hat es ja bis jetzt funktioniert.
Da der Keller nun schon mal freigelegt ist, können Sie einen einfachen Pinselputz ( PIII)und darauf 2-3 mal eine mineralische Dichtschlämme auftragen.
Den Fußpunkt mit einer Dichtkehle ausbilden!
Bei dem anstehenden Karnickelsand liegt nur der Lastfall Bodenfeuchte vor.
Mit der Dichtschlämme sind Sie vor weiteren Überraschungen wie undichten Grundleitungen sicher.

Viele Grüße



Bei



Dichtschlämme würde ich eine flexible Dichtschlämme nehmen, damit evtl. Risse/ Setzungen/ Bewegungen nicht gleich zu Rissen in der Abdichtung führen.

Gruß H. Köhler



Von flexibler



Dichtschlämme möchte ich abraten. Die flexibilität wird durch Kunststoffe erreicht, die gleichzeitig für Dampfdichtigkeit führt. Rein mineralische Dichtschlämmen sind diffusionsfähig und lassen somit ein langsames Austrocknen zu und verhindern das erneute eindringen von Wasser.
MfG
dasMaurer



allerdings



recht die kleinste Bewegung und sie haben einen Riss in der Abdichtung. Dann nützt die beste Dichtschlämme leider nichts mehr.

Ist leider so.



Herr Fedtke,



ich nehme an das Sie nicht die Fundamente, sondern Ihre Kellerwände freigelegt haben.
Wenn das so ist, haben Sie den größten Teil der Arbeiten bereits erledigt. Ich empfehle die Abdichtung der erdberührten Kellerwände mit einer KMB auszuführen. Diese ist dann auch Rissüberbrückend.
Die Diffusionsfähigkeit einer Wand im erdberührtem bereich nach außen geht ohne hin gegen Null.
Die Diffusion muss nach innen gewährleistet und eventuell verbessert werden.



Lehmmischung



Eine sehr interessante Lösung ist eine Lehmmischung, die auch alle Unebenheiten des alten Mauerwerks ausgleicht.
Ich halte von einer Bitumen- oder Zementabdichtung bei einem alten Haus nicht viel.
Schauen Sie einmal bei http://www.dernoton.de vorbei.



Abdichtung



Mineralische Dichtschlämme ist in starrer und flexibler Ausbildung für Kellerabdichtungen geeignet und zugelassen.
Mit flexibler Schlämme liegt man natürlich auf der sicheren Seite; wobei das bei dem vorliegenden niedrigen Lastfall keine Rolle spielen wird.
Sie ist mit Abstand die kostengünstigste Lösung und auch von handwerklich und fachlich wenig vorgebildeten Heimwerkern ausführbar.
Wenn man mit steinfreiem Sand anfüllt, kann man sich sogar den Anfüllschutz sparen.
Andere Abdichtungslösungen wie KMB, Dernoton oder Dichtungsbahnen sind für den Karnickelsand viel zu aufwändig, sehr teuer und für einen Laien nichts in der Ausführung.
So etwas gehört in die Hand des dafür geschulten Fachmanns.

Viele Grüße



@ Herr Böttcher



Hallo Herr Böttcher,
was verstehen Sie bitte unter einer flexiblen Schlämme? Was genau ist das?
Mir wurde Dernoton vom Denkmalamt empfohlen und ich finde dass es sich ehr interessant anhört und auf der Internetseite wird es als leicht einzubauen beschrieben. Beim Denkmalamt wurde mir gesagt dass eine Mischung aus Lehm und Brandkalk das gleiche Ergebnis bringt.
Lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren.



Abdichtung



Mineralische Dichtschlämmen sind Gemische aus Zementmineralien (z.B.Belit)und mineralischen Feinstzuschlägen wie Silikagel.
Ein graues Pulver, das eine Art Zementmörtel mit Feinstkornzuschlägen darstellt. Mit Wasser angerührt wird es als Schlämme mit dem Pinsel oder der Bürste verstrichen.
Dicker angerührt kann es als Dichtmörtel eingesetzt werden. Nach dem Erhärten ist die Struktur so dicht, das kein Wasser durchdringen kann.
Kunststoffzusätze wirken rissüberbrückend, falls sich der Untergrund nach dem Erhärten verformen sollte(flexible Schlämme).
Diese Materialien haben sich seit vielen Jahren bewährt. Ihre Verarbeitung ist in der

"Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen erdberührter Bauteile mit flexiblen Dichtungsschlämmen"

geregelt.
Sie gilt als anerkannte Regel der Technik.
Ich halte sie für die billigste und für einen Laien am besten zu handhabende Art einer einfachen Abdichtung gegen Bodenfeuchte.
Die anderen sind alle teurer, komplizierter und vom ungeübten Laien nicht zu händeln.
Wer mit Dernoton arbeiten will, muß über Fachkenntnisse im Bereich Tiefbau verfügen, dazu kommt noch Spezialwerkzeug wie geeignete Verdichtungsgeräte.
Wie wollen Sie z.B als Laie einen Verdichtungsgrad von DPr. von 97% garantieren bzw. nachweisen?
Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber ich glaube kaum, das Sie überhaupt wissen, was Proctordichte ist, von Bettungsmodul ganz zu schweigen.

Geradezu schwachsinnig ist der Vorschlag des Denkmalamtes einer Bodenstabilisierung mit Branntkalk.
Das ist eine sehr spezielle Tiefbautechnologie zur Stabilisierung/ Verbesserung von zu feuchten bindigen Böden, die als vorhandenes Baumaterial für Erdbauwerke und Gründungen dienen müssen.
Für einen Laien und für den o.g. Zweck völlig ungeeignet.

Viele Grüße



Dank für die vielen Hinweise!



Herzlichen Dank für die interessanten Beiträge zur Isolierung meiner Kellerwände aus Ziegel. Natürlich habe ich nicht das Fundament, sondern nur die Kellerwände bis zum Fundament freigelegt.
Um den Feuchtigkeitsaustausch der vermutlich mit Kalk-Sand-Mörtel gemauerten Ziegelwände zu gewährleisten, überlege ich, die Wände abzufegen und einfach mit dem vorhandenem relativ trockenem Sand wieder zuzuschütten.



Was wollen Sie denn überhaupt erreichen?



Die Wände waren vorher feucht und bleiben es weiter, es wird sich daran überhaupt nichts ändern!
Ob mit oder ohne Dichtungsschlämme.
Ich behaupte einfach, da Sie von defekten Regenfallrohren schreiben, dass zwar die Wände feucht waren aber kein Wasser - weder Stau- noch Grundwasser eingedrungen ist, und es deswegen ausschließlich Kondensation ist.
Wer hat Ihnen denn geraten, dass Sie aufgraben sollen.
Das Bild zeigt eine Kellerwand nach 2 Jahren.
Hier wurde aussen aufgegraben und abgedichtet - innen wurde der alte Kalkverputz abgeschlagen und durch einen Sanierputz erneuert.
Das Ergebnis sieht dann so aus.



Jahre lang



ist das Dachflächenwasser durch undichte Fallrohre an die Kellerwände/Fundament gesickert. Da ich die Regenwasserkanalisation neu verlegt habe, mußte ich sowieso die Kellerwände frei legen. Habe sie allerdings bisher noch nicht wieder zugeschüttet, um Luft an die feuchten Stellen zu lassen. Zuschütten mit oder ohne Behandlung der Außenwände?



Nun wenn denn schon auf ist, dann so schnell wie möglich wieder zu



Ich würde jetzt so handeln wie Herr Bötcher geschrieben hat.
Und da der Untergrund auch "starr" ist ist es doch gleich - welche Dichtungsschlämme Sie einsetzen.
Und die Auffüllung, so dicht wie möglich - am Besten mit bindigen Material wie z. B. Lehm.
Keinen Kies weil sonst mehr Wasser eindringt, je offener dieser ist.





Hallo Herr Fedtke,
mich würde mal interessieren ob an den freigelegten Wänden Salzausblühungen zu erkennen sind?

mfg A.Hoppe





Nein, mit Ausblühungen habe ich zum Glück nicht zu kämpfen. Die Kellerwände sind durch die Wochenlange Freilegung abgetrocknet. Ansonsten habe ich mich für die 0-Lösung entschieden: Letzte Woche habe ich nun die Gräben wieder zugeschüttet, ohne irgendeine Isolierung zu verwenden. Ich hoffe, dass der relativ trockene Sandboden und die neu verlegten Dachflächenwasserrohre ausreichende Trockenheit in die Wände bringen. Gruß aus der Hauptstadt r. fedtke



oh Gott



Dichtschlämme und Magerbeton, mir fehlen die Worte.

Lassen Sie den Feuchteschaden vor Ort begutachten und ein Sanierungskonzept erarbeiten. Vor allen Dingen, lassen Sie sich alles genau erklären und verstecken Sie nichts hinter Sperrputze oder Calzium-Silikatplatten u. ä. Dauerhafte Austrocknung muss das erste Gebot sein, Vorsicht vor Porenverschließenden Produkten oder Wasserverdickung durch Gele im Mauerwerk, vor Salzhaltigen ätzenden Abdichtungslaken, Mauersäger und Kästchenvertreiber. Lassen Sie sich nicht von Garantien beirren die der Verarbeiter gibt, schauen Sie auf die Herstellergarantie für die Wirkungsdauer.

Gruß Ralf



Ich plädiere für



nicht isolieren... Ruhe ist.

Gefahr (defekte Fallrohre) erkannt und gebannt, damit fertig. Erdberührende Kellerräume und damit verbundene kühle Feuchte sind als solche zu aktzeptieren.

Würste und Weine reifen in solchen Räumen aufs Beste, Kartoffeln und anderes Gartenzeugs lässt sich gut lagern und auch die Kühltruhe steht da unten am energiesparendsten...

Gruß...J.



Abdichten!!!



Hi Jürgen,

Du meinst also die Reparatur des defekten Fallrohrs hat das Feuchteproblem gelöst?
Das Haus benötigt keinen Feuchteschutz mehr?
Der Keller soll nass bleiben auf das die Kühltruhe vor sich hin rostet und organische Materialien anfangen zu schimmeln? Was wird da wohl der Herr Böge sagen?
Das der Mörtel immer schwächer wird ist sicher auch kein Problem, Mörtelkompression gibt es nicht.

Toll, mal wieder was gelernt. Verfall durch nichts tun.



Nun ist der Vorschlag - nichts zu tun- in diesem Falle besser als...



...alles mit Chemiepampe und/oder giftigen Zeug vollzupumpen.
Fundament die feucht bleiben gehen nicht kaputt.
Erst wenn sogenannte "Sanierer" mit ihren fragwürdigen Injektionen drangehen wird es problematisch.
Oft ist halt weniger - mehr



immernoch für Lehm



ich bin immer mehr der Meinung dass Lehm im diesem Falle das Richtige ist. Immerhin sorgt er für einen geregelten Feuchtehaushalt.
Die Mischung Lehm / Brandkalk hat den Vorteil, dass der Brandkalk dem Lehm beim "löschen" das Wasser entzieht und dadurch Rissbildung verhindert. Natürlich wird der Lehm im erdberürten Bereich wohl nie ganz austrocknen, aber er soll ja auch eher Oberflächenwasser vom Fundament ableiten.
Also bin ich der Meinung, ähnlich wie Herr Bromm schreibt entweder gar nix machen (hat ja lang genug wirklich finuktioniert) oder aber mit Lehm abdichten.
Ausserdem natürlich Regenfallrohre Abdichten und evtl. Belag mit Gefälle weg vom Haus zu verlegen.



wirrwarr



Hallo Herr Regenscheit,

Sie meinen also das Feuchtigkeit im Mauerwerk normal und Trockenheit unnormal ist. Ist das wirklich Ihre Meinung?

Lehm ist sicher ein toller Baustoff, aber ich halte Ihre Meinung für absolut unakzeptabel. Sorry, doch Feuchtigkeit transportiert Salze aus dem Erdreich oder Kalk aus dem Mörtel, ist Grundnahrungsmittel für Schimmel, ist ein sehr guter Wärmeleiter, Frostschäden etc. Ich kann Feuchtigkeit im Mauerwerk nichts abgewinnen. Ich trockne Wände lieber aus.

Und Herr Bromm, schön dass wir mal einer Meinung sind. Diese giftigen ätzenden Salzlaken (einige Silikonpampen, Verkieselung u. ä.) die zur Abdichtung ins Mauerwerk gegossen werden und weitere Mauerwerksschädliche chemische Reaktionen folgen lassen.

In dem sinne, Ralf.



Fundament freilegen



An Christian Regenscheit
Es gibt einen Unterschied zwischen dem Theoretisieren - was wäre wenn- und der Praxis.
Ich möchte gern einmal sehen, wie Sie Branntkalkpulver homogen mit feuchtem Lehm im richtigen Mischungsverhältnis einmischen- viel Spass dabei!
Oder wollen Sie Stückkalk nehmen?
Wie, mit was und wie schnell wollen Sie die Mischungen verdichten?
Hat Ihnen mal jemand gesagt, das Lehm und Lehm etwas völlig Unterschiedliches hinsichtlich seiner bodenmechanischen Eigenschaften sein kann?
Als Dichtmaterialien werden Tone oder Lehme bestimmter Zusammensetzung hinsichtlich der Körnung eingesetzt. Es ist eben von entscheidender Bedeutung, ob Tonminerale oder Schluff den bindigen Anteil im Lehm stellen und welche Tonminerale hauptsächlich vorhanden sind.
Nur bei bestimmten Mischungsverhältnissen sind solche Lehme ohne Verbesserung der Körnung als Dichtung einsetzbar.
Wenn Sie wissen wollen welche bzw. mit welcher Kornzusammensetzung- in der DIN 18196 gibt es dazu Angaben.
Eine Kalkstabiisierung, ich wiederhole mich da, dient nicht zum Herstellen einer Abdichtung und funktioniert dafür auch nicht!
Sie gehört nicht in die Hände von Laien!
Von mir aus theoretisieren Sie fleißig weiter über das Thema aber lassen Sie in der Praxis die Finger davon.


Viele Grüße