Schlacken als Füll- und Dämmstoffe




Liebe ForumskollegInnen!

Bei einer Frage zum Fußbodenaufbau kam am Rande das Thema Schlacken als Füll- und Dämmstoffe auf.

Wir haben uns da ein wenig festgespielt und sind nicht so recht weitergekommen. Ich würde mich allgemein für Eure Erfahrungen mit möglicher baubiologischer Belastung von Schlacken aus der Metallerzeugung sowie Schlacken aus der Müllverbrennung interessieren.

Schlacken aus der Müllverbrennung wurden, zumindest in Ostdeutschland, genutzt; bei unserer Sanierung vor etwa 20 Jahren schlug mir noch ein Bauingenieur im Ernst vor, solche Schlacken als Dämmung zu nehmen. Es gibt Fälle in Brandenburg mit Kontaminierung durch Lindan und DDT (Quelle: http://www.sbb-mbh.de/fileadmin/media/publikationen/seminarunterlagen/2014-01-22/4_pop_14_friedrichs.pdf).
Das LFU Bayern berichtet über natürlich Radionuklide, die sich bei der Verschlackung von Kohle u.U. in der Schlacke anreichern und empfiehlt die Prüfung von Schlacken aus bestimmten Abbaugebieten auf radioaktive Strahlung. (http://www.lfu.bayern.de/strahlung/rueckstaende_mit_nat_radioaktivitaet/doc/infoblatt_fehlboeden.pdf)

Daher die Frage in die Runde, die auch immer mal wieder von Bauherren (oder Bauherrinnen, wenn das der gendermäßig korrekte Ausdruck ist) gestellt wird: Wie soll man Schlacken baubiologisch werten? In welchen Regionen wurden evtl. bedenkliche Schlacken verwendet? Auf was sollte man unter Umständen testen und wer würde ggfs. Tests durchführen?

Vielen Dank und Gruß in die Runde!



Nun,



ich kann immer noch nicht erkennen, weshalb diese Frage interessant sein könnte. Vielleicht könnten Sie besser ein Feature daraus machen und auf einem der vielen Sender verbreiten, die ich nicht höre?

1. Daß Schlacken aus der Müllverbrennung in Ostdeutschland als Schüttungen im Hausbau verwendet wurden, ist mir neu. Sollte das überhaupt geschehen sein, wäre fraglich, ob überhaupt in nennenswertem Umfang. Wie auch immer:

2. Schlacken sind in jedem Fall rein mineralische Produkte, entstanden durch Verschmelzung und / oder Versinterung. Egal ob aus Müll oder Hochofen, organische Substanzen überleben den Werdeprozess nicht. Also auch keine Holzschutzmittel, wie der Eingangsthread zu vermuten nahelegt.

3. Im angegebenen link wird denn auch ganz klar von einer Sekundärkontamination geschrieben. Also hat da jemand beim Vergiften der Balken gekleckert. Das kann durchaus passiert sein, ist aber kein Schlackethema. Genauso könnte der Füllsand oder der Lehmverstrich AUF DER BAUSTELLE kontaminiert worden sein. Wer kontaminierte Balken feststellt, sollte sich auch das Umfeld anschauen. Was hat das konkret mit Schlacke zu tun?

4. Radioaktivität: Konkret findet sich in dem link wenig Konkretes. Baurechtliche Bestimmungen zum Thema gibt es nicht. Kohlen könnten u.U. eine GERINGE zusätzliche (zur ohnehin allgegenwärtigen Umgebungsstrahlung von rund 0,1 Mikrosievert/h) Strahlung haben, die "Anreicherung" in der Schlacke, von der der Ausgangsthread etwas schwammig schreibt, ist aber logischerweise nur relativ. Also massebezogen insofern, als daß die organischen Bestandsteile fort sind.

Das Wertvollste im 2. thread ist die schon lange unstrittige Anregung, staubbildende Materialien nur mit geegnetem Atemschutz zu entsorgen...

Der Wiedereinbau von Schlacke aus Sparsamkeitsgründen sollte aus meiner Sicht in jedem Fall unterlassen werden, allein schon des von mir unterstellten geringen Dämmwertes wegen. Das teilweise Belassen als Füllstoff, vorzugsweise unter einem neuzuerstellendem Estrich ist wohl unkritisch.

Statt jedoch auf Scheinthemen herumzukauen, sei darauf verwiesen, daß Aschen und Schlacken in tatsächlich relevanten Mengen als Zuschlagstoffe in Baustoffen verwendet werden (was auch immer das für Konsequenzen haben mag), ferner, daß historisch gesehen SchlackeSTEINE weit wichtiger sein dürften, als Schüttungen.

Grüße

Thomas



nun,



es ist immer wieder erstaunlich, dass sich hier Leute äußern, die am Thema kein Interesse haben oder "nicht erkennen, was interessant sei"....
Halten Sie doch einfach die Finger still und verschonen Sie den Rest des Forums mit Ihren Beiträgen. Und Sie tun ganz nebenbei noch etwas für die Qualität des Forums....
- Danke für Ihr Verständnis !

Zum Thema:
Ich habe meine Schlackenschüttung rausgenommen, da mein Berater gemeint hatte, dass eine Schwermetallbelastung möglich sei. Per Labor habe ich das nicht überprüfen lassen.

Das bayr. Landesamt für Umweltschutz hat dazu auch eine Info rausgegeben:
www.bayern.de/lfu/abfall/rueckbau/pdf/437.pdf



Bleiben Sie...



...offen für Erstaunliches und Überraschendes, lieber Andreas. Das hält jung.

Die Aussage Ihres Beraters ist genauso diffus wie der link nach Bayern. Was sind in konkreten Falle "Schwermetalle"?

Eisen vielleicht?

Nicht daß ich hier Schlackefüllungen verteidigen will, aber soweit eine Staubbelastung (die immer vermieden werden sollte) nicht vorliegt; wo wären da die Risiken metallischer Beimengungen?

Grüße

Thomas