radioaktive Schlacke

28.05.2012



Hallo!
Wir möchten in unserem neu gekauften alten Haus möglichst viel im Originalzustand lassen. Ein Holzboden, der auf dem Erdreich liegt, ist aber wurmzerfressen, so dass er raus muss. Darunter kam u.a. Schlacke zum Vorschein. Ein Bekannter meinte jetzt, je nachdem, wo sie herkommt, könnte sie schwach radioaktiv sein und wir sollten sie rausmachen (ist in diesem Zimmer ja kein Problem).
Meine Frage: Wie kann ich überprüfen, ob sich in den anderen Zimmern (mit erhaltenswertem Bodenbelag) radioaktive Schlacke befindet? Kann man das, ohne den Boden öffnen zu müssen? Zum Beispiel mit einem Geigerzähler? (Wo kann man einen leihen?) Im Obergeschoss ist unter einem Betonbodenbelag auch Schlacke, unter einem anderen nicht.

Vielen Dank im Vorraus!
Antje



Schlacke untersuchen lassen



Hallo Antje,

mir ist bis jetzt nicht zu Ohren gekommen, dass Schlacke radioaktiv ist. Sie kann aber ohne weiteres mit diversen Schwermetallen oder anderen Giften kontaminiert sein. Ich habe selber mal Schlacke untersuchen lassen bei der Firma GFU GmbH. www.gfu-analytics.de Probe eingeschickt und Ergebnisse abgewartet. Meiner Meinung nach eine sehr kompetente Firma. Vielleicht dort mal anrufen und fragen.
Herzliche Grüsse

Michael



radioaktive schlacke



wird heute sicher nicht mehr verwendet.

Früher wurde die Hochofenschlacke aber nicht auf Radioaktivität untersucht und konnte, je nach dem welche Erze verhüttet wurden, aus welcher Lagerstätte und welche natürlichen radiaktiven Isotope hierin mit eingeschlossen waren, durchaus radioaktiv sein.

http://www.radontest.de/Page21817/FAQs/Tabellen/tabellen.html

Das zu messen sollte für einen Fachbetrieb eigentlich kein Problem sein.

Gruß Götz





Hallo Antje,

Da solltest du auf jeden Fall vorsichtig sein. Betrete das Zimmer NUR (!!!) noch in einem Schutzanzug, um vor möglicher Strahlung geschützt zu sein.
Aber keine Sorge, du musst dir keinen teuren ABC-Schutzanzug im nächstbesten Supermarkt kaufen. Auf der Raufaserakademie haben wir gelernt, wie man sich einen provisorischen Strahlenschutzanzug baut, das "Tapetenmännchen":
Hierfür wickelst du dich zunächst in eine Tapetenrolle ein, sodass dein ganzer Körper bedeckt ist. Auf Höhe des Gesichts schneidest du ein Sichtfenster rein (wie bei einem Niqab) und verklebst das mit Klarsichtfolie. Um den freistehenden Kopf zu schützen, sollte ein handelsüblicher Fahrradhelm genügen.
Das ist natürlich unnötig und sieht ein wenig dämlich aus, wenn sich die Schlacke als ungefährlich herausstellt. Aber grade bei so was solltest du vorsichtig sein!

Du brauchst mir übrigens nicht zu danken, ich sehe so was täglich.

Liebe Grüße,
Der Raufaserdoktor



radioaktive Schlacke



Ich rate statt der Tapete zu Alufolie, die schützt besser vor den alpha- und beta- Strahlenanteil und sieht auch noch schicker aus. Atemloch nicht vergessen!
Um sich vor lungengängigen radioaktiven Stäuben zu schützen sollen wohl uringetränkte Tücher vor der Nase helfen.



Frag aber besser…



… auch noch mal den PORTAS-Mann (steht üblicherweise immer im Eingangsbereich deiner bevorzugten Mega-Shoppingmall herum).



back to topic:



Wir hatten ursprünglich geplant, Küche, Flur und einen kleinen Durchgangsraum mit Naturschieferfußboden zu machen, uns hat man aber wegen der Radioaktivität des Schiefers davon abgeraten. In diesem Fall kein Problem, wir können auch mit Terrakotta und Holz als Bodenbelag leben, aber es wäre ja schon mal interessant, zu erfahren, ob an dieser Radioaktivität etwas dran ist, oder ob es sich hierbei, wie auch bei der Schlacke, nur rein messbare Spuren unterhalb jeglichen bedenklichen Toleranzbereich handelt.

Vielleicht ist eine Wanderung durch die Vulkaneifel ja somit auch ein Gesundheitsrisiko?



etwas weiter



Hallo!
Vielen Dank für die Antworten bisher!
Wir haben uns jetzt solche Anzüge gebastelt: rosa und blaue Tapete für die Kinder, Rettungsdecke (müßte ja auch gehen) für meinen Mann und mich (silber und gold - sieht echt schick aus). Nur gucken die Nachbarn so komisch, wenn sie uns sehen...
Aber zurück zum Wesentlichen (und für alle, die vor einem ähnlichen Problem stehen): Baubiologen können solche Messungen machen - da hätte ich auch selbst drauf kommen können!