Alte Dielen und was nun? Schlacke als Untergrund

06.09.2006



Hallo,
wir sind gerade dabei einen alten Bauernhof zu renovieren. In jedem Zimmer befindet sich alter Dielenboden auf Holzbalken und Schlacke als Trittschall.
Meine Frage da der Dielenboden so schlecht ist muss er auf jedenfall raus aber wie ist das mit der Schlacke? Und da ich ja nur Balken zum auflegen für die Dielen habe kann ich die wohl nur wieder so auflegen oder????
Und wie kann ich wenn ich für alle Räume die selbe Holzart nehme den Boden trotzdem Farbig gestalten d.h. wobei ich die Maserung noch sehen möchte...



Eigenartig ...



dass keiner was dazu sagt.

Also fange ich mal mit einem Teilpünktchen an. Sozusagen als Lawinenauslöser. Kann amn die Dielen wirklich nicht retten? ...
Oft sehen sehr "benutzte" Dielen ganz Toll!!!! aus, wenn man sie aufbereitet hat. - Aber das ist wohl Geschmackssache.

Zur Schlacke gibt es sicherlich unterschiedliche Meinungen. Ein Freund von mir hat auch Schlacke in seinem Haus. Der größte Vorteil ist die super-gute Schallisolierung. ich glaube, das ist nicht zu übertreffen. Was allerdings der Metallanteil (ist einer drin - ich glaube schon) in Sachen elektromagnetische Strahlung bedeutet...? Vielleicht kann sich mal ein Fachmann dazu äußern.!
Zum Bodenaufbau bei Dielenböden ist schon viel im Forum zu finden. Einfach mal Dielenboden als Suchwort eingeben.
Wenn doch noch Fragen sind, bitte das Problem näher beschreiben. Jedenfalls "muss" man die Dielen nicht "nur so wieder" auflegen. Es gbt viele Möglichkeiten. Die Frage ist was soll erreicht werden!?

Zum Einfärben der Hölzer soll lieber jemand etwas sagen, der sich damit auskennt.

Viel Erfolg beim Bau!!!
felicesinger



Dielen tauschen



Falls Sie wirklich neue Dielen wollen, tauschen Sie einfach die Neuen gegen die Alten aus. Eventuell auf die Schlacke eine Staubbahn spannen, diffusionsoffen.
Was war denn an den alten Dielen schlecht, ist Feuchtigkeit aufgetreten?
Weiterhin können Sie verschiedene Farben mit Hartöl erreichen, finden Sie im Forum, aber das hat Felice schon geschrieben.



Danke



Vielen Dank erstmal für die Nachricht, aber aufgrund, dass sich keiner gemeldet hat, haben wir in einem Raum die alten dielen rausgemacht. Die Schlacke haben wir nun abgesaugt und legen den Zwischenraum mit Dämmung aus.Mit der Folie das werden wir dann in den anderen Räumen machen.

Aber wenn noch jemand Ahnung hat wie man Holz behandeln kann, spich heller und dunkler machen kann.das wär Super!!!
Kennt noch jmd Dielenbodenhändler in Sachsen? Bzw. gleich irgendeine Form von Holzhandeln.



Schlacke...



...wo noch drin, sollte bleiben. Schlacke klimatisiert aufgrund der größeren Masse auch gut - und sie kostet nix mehr.

Von der farbigen Gestaltung von Dielenböden rate ich ab. Der Pflegeaufwand eigentlich ja pflegeleichter Böden steigt enorm. Die Pigmente dringen nicht in das Holz ein, sondern liegen als Schicht obenauf. Deshalb bieten Öl- und /oder Wachsoberflächen keinen hinreichenden Schutz, man sieht sehr schnell an Kratzern und Abnutzungen den ursprünglichen Holzton. Man müsste die Dielen dann lackieren - Lackoberflächen sehen zwar ein paar Jahre gut aus, sind aber nicht regenerierbar und müssen, wenn verbraucht, abgeschliffen werden. Und sie haben noch ein paar weitere Nachteile.

Wir haben uns auf individuelle Dielen und Parkette spezialisiert und sind uns sicher, daß viele Ihrer Farbwünsche auch mit verschiedenen ungefärbten Hölzern realisierbar sind. Wir beraten sachsenweit gern vor Ort und bitten um Kontaktaufnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas W. Böhme



Was würden Sie denn empfehlen,



@Herr Böhme, als oberste "Schicht" für Holzdielen? Wir haben in vier Räumen gewachst - finden aber den Pflegeaufwand zu groß. ...



Hallo Felice Singer,



Wachs allein ist zwar auch ein Schutz für das Holz und ja auch bewährt (Bohnerwachs), aber der Pflegeaufwand ist recht hoch. Auch die heute in Naturwachsmischungen verbreiteten Hartwachse (Carnaubawachs, Candeliawachs etc.) sind in dieser Hinsicht ähnlich zu bewerten. Bienenwachs pur ist viel zu weich und kann durch evtl. Honigreste sogar Schutz festhalten - davon wäre ganz abzuraten.

Über die Vorzüge eines Ölbodens gegenüber Lack habe ich kürzlich einer Interessentin geschrieben. Ich kopiere das einfach 'mal hierher, da ich immer noch im Einfingersuchsystem tippe. Alles gilt analog auch für Dielenböden. Im Gegensatz zu Lackböden müssen gewachste Böden natürlich nicht überschliffen werden, sie können abgewachst und im Thermopadverfahren mit Öl überarbeitet werden. Wenn Sie weitere Fragen haben, werde ich diese natürlich gern beantworten.

"Für die besichtigten Parkettböden empfehlen wir den Überschliff und den Auftrag von „Natural“-Heißöl im Thermopadverfahren.

Die bisherige Lackoberfläche hat, wie alle Lackoberflächen, den Nachteil einer begrenzten Haltbarkeit. Besonders im viel betretenen Bereichen sind Lackflächen oft schon nach 2-3 Jahren großflächig beschädigt, das Holz darunter wird grau. Eine Regenerierung der Lackoberfläche ist nicht möglich, das Parkett muß vollflächig überschliffen werden. Bei einen Abtrag pro Schliff von ca. 2mm ist die Nutzungsdauer des Parketts auf wenige Jahrzehnte begrenzt, bei gleichzeitig hohem Aufwand (finanziell und zeitlich, Staubbelastung) für die immer wieder erforderlichen kompletten Überschliffe.

Dem gegenüber bieten geölte Oberflächen wesentliche Vorteile:
· Das Bodenöl dringt in das Holz ein, es findet keine Schichtbildung auf dem Holz statt
· Das Öl härtet die Holzoberfläche durch natürliche Oxydation und Vernetzung mit den Holzmolekülen
· Durch den Öleintrag wird die Holzoberfläche stark wasserabweisend, kann aber gasförmiges Wasser aufnehmen und abgeben – geölte Böden wirken raumfeuchteregulierend
· Geölte Böden werden barfuß als wesentlich wärmer gegenüber Lackflächen empfunden, weil der Fuß direkt auf dem wärmedämmenden Holz steht.
· Geölte Böden können leicht mit entsprechenden Wischzusätzen gepflegt und gereinigt werden
· Da geölte Böden keine Schicht auf dem Holz haben, müssen sie nicht geschliffen werden. Geölte Böden können auch bei größerer Belastung mit geringem Aufwand regeneriert und mit neuem Öl eingepflegt werden. Da nicht geschliffen wird, können größere oder schwerere Einrichtungsgegenstände ggf. stehenbleiben.
· Besonders belastete Flächen wie Türdurchgänge können auch partiell renoviert werden
· Keine Lösemittelbelastung
· Somit sind geölte Böden in den Folgekosten und aus baubiologischer Sicht den lackierten Böden weit überlegen.

Beim Thermopadverfahren wird ein spezielles Öl bei ca. 60 Grad mit einer Einscheibenmaschine in das Holz einmassiert.
· Damit wird beim ersten Ölauftrag eine besonders hohe Eindringtiefe erreicht. Das ist wichtig für die Dauerhaftigkeit der Öloberfläche
· Aufgrund der höheren Arbeitstemperatur sind die erforderlichen 2-3 Aufträge an einem Tag möglich. Bereits am nächsten Tag kann die Fläche mit Socken betreten werden

Wir verwenden ausschließlich volldeklarierte Bödenöle, die aus anwendungstechnischer und baubiologischer Sicht einwandfrei sind. Somit ist zu keiner Zeit eine Belastung der Raumluft durch Lösungsmittel oder ausdunstende Weichmacher zu befürchten."

Mit freundlichen Grüßen

Thomas W. Böhme



Bierlasur für Dielen...



mit ein wenig blauen Pigmenten, ist das was ich in den nächsten paar Tagen ausprobiere.
Die Maserung bleibt sichtbar. Da das ganze in der Küche ist und der Boden natürlich strapazierfähig sein muß, kommt drüber Hartöl.

So weit erst mal meine Pläne...

Gruß
karin