Holzbalkenboden - Schall- und Wärmeisolierung?

17.01.2004



Hallo,
ich habe ein Haus Baujahr 1927 mit Holzbalkenböden. Zwischen den Balken unter den Holzdielen befindet sich sehr feine schwarze Schlacke?. Teilweise wurden die Böden geöffnet und die Schlacke entfernt, so dass nun brüchige dünne Teerpappe zum Vorschein kommt, die auf Holzbrettern ausgelegt wurde. Nun möchte ich die offenen Böden wieder schließen. Mit was soll ich die Zwischenräume füllen, damit ich einen sehr guten Schallschutz und Wärmedämmung erreiche? Welche Alternativen gibt es und was muß ich in etwa dafür investieren? Muß ich die anderen Böden auch öffnen und die Schlacke entfernen bzw. bis zur Balkenhöhe mit Glaswolle... auffüllen? Als Nutzschicht möchte ich Parkett bzw. einen Dielenboden haben. Wie gehe ich dann nach Verfüllung vor? Auf die Balken eine Filzmatte, um Knarren zu vermeiden und Höhenunterschied auszugleichen, dann Spanplatte und dann das Holz?





Hallo,

Glaswolle bringt für den Schallschutz rein gar nichts. Wir haben unsere Böden mit simplem Lehm (ca. 5cm) und Liapor (Tonkugeln, so ähnlich wie Seramis) gefüllt. Der Lehm muss allerdings trocken sein und darf keine Humusanteile oder sonstige organische verschmutzungen enthalten sonst kann es Probleme mit Schimmel geben. Das ist die billigste Variante. Sie können natürlich auch geglühten Sand nehmen, der ist 100% trocken. Ob es statische Probleme durch die Einbringung der Masse gibt kann nur ein Fachmann vor Ort abklären. Auf die Balken sollten Sie, falls erforderlich, Hölzer zum Ausgleich aufbringen. Darauf legen Sie dann ca. 20mm starke Kokosfaserstreifen. Zwischen die Deckenbalken werden Lagerhölzer gelegt, auf die dann die Dielen geschraubt werden. Damit haben sie einen akustisch entkoppelten schwimmenden Boden, der eine recht ordentliche Trittschalldämmung bietet.

Ob die restliche Schlacke raus muss ist schwer zu sagen. Die Frage ist, ob diese Schlacke möglicherweise gesundheitsgefährdene Substanzen enthält, oder nicht. Wenn ja, dann raus, wenn nein dann drinlassen.



Schlacke ist meistens belastet und muß raus!



Schlacke ist ein Abfallprodukt aus der Eisenverhüttung und meist belastet, ich würde die auf jeden Fall entfernen.

In den Zwischenraum können Sie eine Lehmschüttung füllen (gibts auch bei uns: www.lehmbau-sued.de), muß dann nur austrocknen können. Schalleigenschaften sehr gut. Alternativ kann man auch sog. Grünlinge (Lehmziegel) einbringen, die sind schon trocken.



Deckenaufbau



Guten Tag,
um den notwendigen Schallschutz zu erzielen, sind einige umfangreiche Arbeiten nötig. Da die Balken direkt mit dem statischen System verbunden sind, wird auch der gesamte Trittschall und andere Geräusche über das statische System (Außenwände, tragende Innenwände, Stützen usw.) im ganzen Haus verteilt. Daher müssen die Balken weitestgehend entkoppelt werden. Das kann z.B. mit folgendem Aufbau realisiert werden (von unten nach oben):
- GK-Decke im Raum darunter
- Federbügel an Balken
- Mineralwolle zwischen den Balken und seitlich an den Balken 80 mm (auch Lehm möglich,
aber wie schon in den anderen Beiträgen gesagt, die höheren Lasten beachten)
- Deckenbalken
- ev. notwendiger Höhenausgleich auf den Balken
- Spanplatte V20, 28 mm
- Trittschalldämmung 28/25 mm (ev. auch 22/20 mm möglich)
- Spanplatte V100G, 22 mm
- gewünschter Bodenbelag mit dem systembedingten Aufbau, schwimmende Verlegung.
Dieser Vorschlag ist natürlich von den konkreten Bedingen, wie möglichen Aufbauhöhen usw. im entsprechenden Obergeschoss abhängig.
Das alte Dämmmaterial sollte ausgetauscht werden, da die Dämmeigenschaften dieser Stoffen bei weitem hinter den heute üblichen Materialeigenschaften liegen. Einen großen Teil der Arbeiten am Deckenaufbau kann durch Eigenleistung realisiert werden, damit können die Kosten in überschaubare Größen gehalten werden.



Isolierung



Ich hatte das selbe Problem. Wir lösten es mit Celluloseplatten (Firma Haga, oder Isofloc), die sowohl gut isolieren, sowie auch gute schallschluckende Eigenschaften aufweisen. Es gibt sie in verscheidenen Dicken. Diese sind auch vom Gewicht kein Problem!
Tragen sie unbedingt einen Mundschutz beim rausnehen der Schlacke!
goot work... :-)
Mit besten Grüssen
W. Grau