Schimmelgeruch

14.07.2008



Hallo,

in meinem Haus findet sich folgende Situation:

Nicht unterkellerter Ziegelbau, etwa 1930:

- Schlackeschüttung
- Lagerhölzer
- Darauf genagelte Holzdielen

Dann hat mein Vorbesitzer zugeschlagen:

- Gewebelage
- Einige Millimeter Augleichsmasse
- Grauseliges Buchenlaminat

Der Raum roch leicht schimmelig. Nach dem Entfernen des Laminats nahm der Schimmelduft zu, dann jedoch stetig ab. Den Boden habe ich nun vorsichtig an einigen Stellen geöffnet, die Schlackelage ist absolut trocken.
Es gibt zwei vergitterte Belüftungsöffnungen in Höhe der Balkenlage nach draußen. Lassen oder verschließen?

Meine Frage: Was mache ich am Besten mit solch einem Unterbau damit ich nicht wieder ein Schimmelproblem „züchte“? Welche Beläge bieten sich an? Die Holzdielen sind allesamt Stückwerk, Nadelholz von geringer Qualität. Aus Kostengründen habe ich nicht vor den gesamten Unterbau zu verändern. Was nun am Besten tun? Welche Beläge bieten sich an?

Viele Grüße Tobias





"Es gibt zwei vergitterte Belüftungsöffnungen in Höhe der Balkenlage nach draußen. Lassen oder verschließen?"

Besser lassen. Zumindest bei Dielenboden.

stt



Schimmelgeruch



Hallo stt,

viel Dank, das dachte ich mir schon. Ich wollte Fertigparkett verlegen. Mein Bodenverkäufer empfiehlt mir zwischen die Ausgleichsschicht und das Parkett eine Dampfsperre zu legen. Da habe ich aber irgendwie ein mulmiges Gefühl, daß die Schimmelei wieder von neuem beginnt. Kann die Ausgleichsmasse überhaupt drinbleiben?

Vielen Dank, Tobias



Auf das Stückwerk...



...der Unterdielung können Sie ohne Ausgleichsarbeiten ohnehin kein Fertigparkett verlegen, oder Sie kaufen in 5 Jahren neu.

Fertigparkett ist durch Kleberschichten und Lack- bzw. UV-härtende "Öl" schichten recht dampfdicht. Es könnte leicht wieder müffeln.

Mein Vorschlag: Unterdielung entfernen, Balkenlage nach Schäden untersuchen. Die Schlacke liegt offenbar im Einschub. Sie dämmt nicht sonderlich gut. Wenn Sie da etwas verbessern wollten, entfernen Sie die Schlacke, legen einen diffusionsoffenen Rieselschutz aus, und füllen Sie mit Liapor auf.

Direkt auf die Balkenlage legen Sie eine raumlange Dielung, die eine geölte Oberfläche erhält. Damit wäre ein Dampfaustausch weiterhin möglich, die Luftlöcher könnten offen bleiben. Fertigparkett über einer nicht dampfdichten Fläche, gegen unbeheizt eingebaut, funktioniert nicht auf Dauer. Bringen sie aber eine Folie unter das Fertigparkett, wird der Unterbau faulen.

Variante zwo (besonders bei schadhafter Balkenlage sinnvoll): Löcher schließen, Balkenlage entfernen, Schotterlage, Bodenplatte, Schweißbahn, Holzweichfaserplatten mit Lagerhölzern. Darauf kann dann eine Dielung oder ein Unterbau wie OSB oder Rauhspund und abschließend ein Fertigparkett gebracht werden.

Grüße

Thomas



Bodenaufbau nicht unterkellerter Raum



Hallo Herr Böhme,

vielen Dank für Ihren Rat. Wenn ich es richtig verstehe komme ich also nicht drum herum den Boden zu öffnen. Wäre es dann nicht auch möglich folgenden Aufbau ohne die Bodenplatte zu nehmen:

1. Lüftungslächer verschließen
2. Aufbau

- Vorhandene trockene Schlackeschicht
- Schweißbahn, hochgezogen bis hinter Randdämmstreifen
- Dämmplatten
- Trennlage / Folie
- Zementestrich
- Trennlage / Pappe
- Fertigparkett

Vielen Dank für Ihre Hilfe

Tobias



Hallo,



etwas anders geschichtet:

Schlackeschicht, ggf. noch etwas Schotter, zu einer etwa ebenen Fläche verdichtet
Trennlage (z.B. Geovlies)
Zementestrich (wenigstens 5cm, sauber waagerecht abgezogen)
Schweißbahn, bis Unterkante Dielung hochgezogen
Dämmplatten (ich bevorzuge HWPL) mit zwischengenuteten Lagerhölzern
darauf Dielung
oder Unterdielung bzw. OSB als Montageebene und Parkett

Die Dielenvariante ist diffusionsoffener und möglicherweise preiswerter.

Grüße

Thomas