Schimmelgeruch aus Steckdose




Hallo, also, der Wandaufbau müßte folgender sein:
Innenwand Porotonstein, Isolierwolle damals auf Innenwand , dannn Luftschicht und Gefache ausgemauert mit weißen Steinen und außen Sichtputz.
Innenwand leider kein Lehm sondern Tapete mit Latexfarbe gestrichen.
Raumklima war sonst gut aber jetzt müffelt es und es wird immer schlimmer.
Abriß oder Sanierungsmöglichkeiten???
Bin für gute Ideen und Ratschläge dankbar.
Ist damals wohl vieles nicht optimal gelöst worden.



Baubiologen...



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FG Udo Mühle



Schimmel



Das dürfte Sommerkondensat sein, entstanden durch die Wetterlage.
Die Innenwand ist anfangs kühler wie die von außen einströmende warme und Feuchte Luft, die Dämmung wahrscheinlich lückenhaft. Bei Starkregenereignissen kommt noch Schlagregen dazu.
Die Steckdosen sind Schwachstellen in der Wand, hier ist es oft nicht mehr winddicht. Dazu mögliche Kamineffekte in den Lochungen der Ziegel.
Am besten ist es einmal hinter die Wand in den Zwischenraum zu schauen. Dazu genügt es ein ca. 20 mm großes Loch für eine Endoskopkamera zu bohren. Schon das Bohrgut gibt Auskunft über den Zustand, Proben der Mineralwolle kann man auch entnehmen.
Wem das nicht reicht der nehme eine Hartmetall- Bohrkrone. Die Löcher sind leicht wieder zu schließen.
Lösungsansatz:
Die innere Wand versuchen luft- und winddicht nachzuarbeiten, für Entwässerungen in der Fachwerkschale sorgen. Die undichten Stellen findet man mit Überdruck und Rauchgenerator (blower-door-Test). Sie werden sich erschrecken wo es überall bei Ihnen durchzieht, das Nacharbeiten wird kompliziert bis unmöglich.

Noch was allgemeines zu dem Thema Luftspalt:
Es ist ein RIESENunterschied wenn ich in ein vorhandenes Fachwerkhaus eine Vorsatzschale mit Luftspalt setze denn diese neue innere Hülle kriege ich bei dieser! Bauweise nie richtig dicht. Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung als SV bei Fachwerk-Neubauten.
Bei einem massiven Neubau mit einer vorgesetzten Wetterschale aus Klinker ist das etwas GANZ anderes.
Hier ist die Gebäudehülle gedämmt und dicht, die Vorsatzschale dient nur dem Wetterschutz und der Optik. Eingedrungenes Wasser wird an der Innenseite der Vorsatzschale kontrolliert durch Entwässerungsöffnungen abgeführt. Die Dämmung kann, im Gegensatz zum Haus der Fragestellerin, ordentlich befestigt werden.

Was bleibt ist ein altkluger Spruch der unserer Fragestellerin aber nicht weiterhilft: eine kapillaraktive, diffusionsoffene Innendämmung wäre besser (und platzsparender) gewesen.
Vielleicht hilft das ein wenig für das Verständnis dessen was da hinter der Wand passieren kann:

Faustformel:
Schimmelpilz entsteht, wenn an 5 aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 80% relative Luftfeuchte während mindestens 15 Stunden täglich vorhanden ist. Bei Kondensatausfall auf der Wandoberfläche kann es noch schneller gehen. Nach Ansiedlung reichen 75% rLF zum Weiterleben aus.
Unter 65%rLF ist Keimen und Wachstum im Allgemeinen nicht möglich.