Schimmelbefall Holzbalkendecke

21.08.2020 Stefan87

Schimmelbefall Holzbalkendecke

Guten Tag zusammen,

ich habe bei mir im OG die Balken der Decke freigelegt (hier waren Spalierlatten und Putz dran befestigt). Nun habe ich an zwei Stellen (hauptsächlich an den Brettern zwischen den Balken) einen weißen Pilz entdeckt, der an zwei Stellen (etwa Handflächengroß) auch den Balken bedeckt. Ich habe entsprechend ein Foto beigefügt.

Um was für einen Pilz kann es sich hierbei handeln? Könnte es der Hausschwamm sein? Wie kann ich das Entfernen ohne mir Sorgen machen zu müssen?

Da vom Balken selbst nur ein kleiner Teil davon bedeckt ist, wäre mein Plan, die befallenen Bretter abzureißen und den Schimmel vom Balken einfach nur abzukratzen und dann ein paar mal zu schleifen. Die Decke soll im Anschluss mit Rigips wieder beplankt werden.



Moin,



wenn man davon ausgeht, dass es der EH ist ist alles Holz min. 1,50 m um den letzten sichtbaren Befall auszubauen, suchen Sie weitere Mycelstränge, Oberflächenbehandlung und Holzschutz.
Am sinnvollsten ist es einen Fachmann vor Ort zu konsultieren.
Mit Rigips verkleiden ist auch keine gute Idee, Feuchtigkeitsursache abstellen ist oberstes Gebot.
Sollten Sie keine Pilzbestimmung vornehmen, gehen Sie von einem Befall mit EH aus und handel so.



Oweia



das klingt schlecht...die Feuchtigkeit weiss ich leider nicht, woher sie stammt..darüber ist der (halbwegs) ausgebaute Dachboden, der soweit eigentlich trocken ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es noch vom vorherigen Aufbau stammt. Die Decke war zusätzlich zum Putz noch mit Holz verkleidet..wobei das Holz eher weniger diffusionsoffen war. Anders kann ich mir das eigentlich nicht erklären. Luftfeuchtigkeit auch eher weniger, da in der zweiten Raumhälfte keinerlei Schäden sind..dort sind die Bretter aber auch von scheinbar deutlich neuerem Datum.

Alles in 1,5m Abstand an Holz ersetzen wäre der Supergau! Darüber kommen direkt die Balken des Daches. Es sind schon so viele Baumängel vom Vorgänger aufgetreten, dass langsam die Reserven aufgebraucht sind...

Was für einen Fachmann kann man hier am besten Fragen? Schimmelexperten von der Verbraucherzentrale? Oder ggfs. den Zimmermann?



Sachverständige für Holzschutz



Hallo,
das wäre der richtige Ansprechpartner.
Wichtig ist die Feuchtigkeitsquelle zu ergründen. Wenn es die Decke zum Dachboden ist, liegt ein undichtes Dach nahe.
Es kann aber auch ein alter unentdeckter Schaden sein (und die Feuchtigkeitsquelle existiert nicht mehr). Wie lange ist es denn her, das der Dachboden ausgebaut und das Dach erneuert wurde?

Es ist zu klären, ob es ein aktiver Befall ist. Übrigens sollte nicht nur das Holz in Umkreis von 1,50 ausgetaucht werden, sondern auch die Lehmschüttung. Das Myzel wächst da wundervoll durch. (eigene leidvolle Erfahrung).

Gruß
Sebastian



Sachverständige



den Sachverständigen können Sie über den DHBV (dhbv.de) finden



Altschäden


Altschäden

Ich gehe von Altschäden aus. Den Raum darüber kann ich betreten..dort befindet sich an dieser Stelle eine OSB Platte mit Bodenbelag. Die Dachschräge ist mit Rigips verkleidet. Auf dem Dachboden sind keinerlei Feuchte Stellen zu sehen im besagten Bereich.

Eines der Bretter habe ich einmal entfernt..hier kann man auch sehen, wie es den Lehm durchzieht. Der Balken selbst sieht an für sich intakt aus bis auf den Schimmelpelz...nicht morsch oder "angefressen".

Danke für den Link..da werde ich einmal nach Experten suchen



Sehr akribisch schauen



>>Auf dem Dachboden sind keinerlei feuchte Stellen zu sehen im besagten Bereich.<<

Das hat nichts zu sagen. Wasser geht manchmal seltsame Wege. Und der Lehm leitet die Feuchtigkeit auch gut weiter.
Ist denn der Lehm an der geöffneten Stelle feucht/nass?

Wichtiger Hinweis: in jedem Fall einen Experten vor Ort draufschauen lassen!



Trocken



Der Lehm ist staubtrocken. Die Balken der Dachschräge, die darüber entlanglaufen, sehen ebenfalls absolut gesund aus und weisen keinerlei dunkle Stellen oder Schimmel auf. Die "Schimmelstellen" befinden sich ansonsten recht mittig im Raum. An den restlichen Balken sind keine vergleichbaren Flecken zu finden. Nach Entfernen eines Brettes und des Lehms kann ich sehen, dass sich darüber eine OSB-Platte befindet, quasi als Fußbodenuntergrund des Dachbodens. Auch die Platte zeigt keinerlei Schimmelbefall oder Myzel und sieht aus wie frisch aus dem Baumarkt. Das lässt mich vermuten, dass hier eventuell ein Altschaden war, der so repariert wurde.

Von meinem Zimmermann habe ich nun eine Adresse eines Sachverständigen aus der Gegend erhalten und kann dann weitersehen. Ich hoffe, dass es nur etwas Oberflächliches ist und die Balken nicht ausgetauscht werden müssen...



Dachboden gedämmt ?



wenn ich lese, dass über der Stelle im Dachboden OSB verbaut war und der Dachboden nicht gedämmt ist, fällt mir sofort Kondensat ein. Dann braucht es kein undichtes Dach.



In Ruhe und keine Panik



Guten morgen Stefan,

hier im Forum werden Sie maximal Ratschläge bekommen, aber auf keinen Fall eine Diagnose. Selbst ein Befall mit dem Hausschwamm kann repariert werden und ggf. sogar steuerlich abgesetzt werden.

Wichtig ist nun, dass Sie erstmal darauf achten, dass Sie die Sporen des Pilzes nicht weiter ausbreiten. Gehen Sie behutsam vor und legen Sie diese Schadstelle umfänglich frei. Der Gutachter wird/ muss auch von oben diese Stelle begutachten. Er muss an verschiedenen Stellen Proben nehmen, um diesen Pilz genau bestimmen zu lassen.

Anschließend werden entsprechend die Sanierungsmaßnahmen geplant.



Vielleicht auch "nur" Porenschwamm-Mycel


Vielleicht auch

Gar nicht so leicht die Ruhe zu bewahren^^ So viele Baumängel im Nachgang aufgetaucht, dass es irgendwann an den Nerven zehrt...

Habe noch ein wenig weiter recherchiert und es mit dem Befall verglichen. Je mehr ich gelesen habe, scheint es mir immer mehr nur noch nach einem ausgeprägten Mycel, da keine Fruchtkörper zu finden sind. Das Gewebe ist durchgängig weiß (und zur Lehmseite hin gräulich), trocken und zeigt auch keine bräunliche Färbung, wie es ja beim Hausschwamm typisch wäre.

An einem anderen Brett in dem Raum habe ich noch folgende Struktur gefunden. Dieses Eisblumen Muster würde für den weißen Porenschwamm sprechen (Fruchtkörper kann ich keine finden, um das genauer eingrenzen zu können). Die Stränge sind eher sehr dünn (2-3mm in etwa). Morgen hole ich eins der Bretter vorsichtig herunter und schaue es mir mal bei Tageslicht im Freien an. Montag wird dann der Fachmann konsultiert.



UPDATE: Bei Tageslicht aus der Nähe untersucht


UPDATE: Bei Tageslicht aus der Nähe untersucht

Habe nun ein paar der Bretter ausgebaut und im freien unter Tageslicht angeschaut. Der Flaum ist weiß bis cremefarben und ist extrem weich und leicht. Er ähnelt stark dem Schimmel auf Obst. Ist wie hauchdünne Watte und lässt sich so leicht wie Spinnenweben oder Staub vom Holz mit den Fingern herunterwischen.

Unter dem weißen Flaum ist das Brett weitestgehend unbeschädigt. Die Oberseite der Bretter, die vom Lehm bedeckt waren, weisen Stränge/"Wurzeln" auf (etwa 1-2mm dick und zerfallen schon fast bei Berührung..sehr zart) und zeigen Braunfäule in Form von Querbrüchen zum Faserverlauf. Diese Beschädigung scheint (!) allerdings sehr oberflächlich zu sein..etwa die oberen 2-3mm des Brettes.



Lieber den Experten fragen.



Ich würde mir definitiv einen Sachverständigen kommen lassen evtl. auch eine Probe in ein Labor geben.

Gerade dieses Jahr sind die Meldungen zu reaktivierten echtem Hausschwamm extrem..
Das Risiko wäre mir hier einfach zu hoch.

Mfg
Björn



Etwas zu groß



ist dieser Befall, um hier selbst zu basteln. Der weiße Porenschwamm braucht eineb sehr hohen Feuchtigkeitseintrag und kann tragende Teile in kürzester Zeit zerstören. Sowohl der Hausschwamm als auch der Porenschwamm treten zudem häufig gleichzeitig auf. Beim einem Befall mit weißen Porenschwamm gilt ein etwas geringerer Abstand. Hier reicht es völlig aus, einen Meter ins Gesunde zu schneiden. Also alle organischen Materialien im Umkreis von 1 m des letzten Befalls zu entfernen. Beim Hausschwamm gilt etwa 1,50 m.

Allerdings ist, wie schon gesagt, dieseR Befall zu masdiv, um ohne sachverständigen saniert zu werden



SV holen



Hallo,

es wäre sehr ratsam, wenn sie nicht alle teile ausbauen und wild durchs ganze Haus transportieren. Erstens verteilen Sie evtl. Mycel und Sporen, zweitens kann sich dannd er SV kein Gesamtbild mehr machen. Mir ist es auf der Baustelle wichtig, das gesamte sehen zu können. Damit kann man viel eher was über Schadursachen und vorallem Schadzeitpunkt sagen.
Von den Bildern her ist es schwierig, ohne die Holzfeuchte und das drumherum zu kennen.

Ziehen sie einen SV zu Rate und finden Sie die Ursache.

Beste Grüße,
Tobias Dietrich
SV für Holzschutz



SV kommt morgen



jedoch wollte der SV, DASS ich die Decke soweit wie möglich freilege und aus dem Weg schaffe, damit er den Verlauf anschauen kann. Ein anderer SV, den ich kontaktiert habe, hat dasselbe wie Sie gesagt, dass es möglichst in unberührtem Zustand bleiben sollte, um es besser einzuschätzen. Beide Argumente klingen für mich sinnvoll und so habe ich mich nach dem morgigen SV gerichtet und alles bis auf die Deckenbalken herausgenommen. Hier scheint sich eine Art Mycel (jedoch deutlich anders als der weiche wattige Flaum auf den Fotos) hauchdünn entlang der Balken zu ziehen, das seltsamerweise in der Raummitte die stärkste Ausprägung und Schädigung aufweist.

Sporen vom echten Hausschwamm müsste ich an dem "zimtfarbenen Staub" erkennen können, richtig? Außer des Mycels war hier jedoch nichts zu sehen. Keine Fruchtkörper, keine sichtbaren Sporen. Die Beschädigung scheint von außen nach innen voranzuschreiten. 1 der Balken sollte definitiv ausgetauscht werden. Das kann ich bereits als Laie erkennen. Ich bin überaus gespannt, was der Gutachter feststellt und v.a. woher die Feuchtigkeit kommen soll. Selbst nach dem Freilegen ein Rätsel für mich. Der Befall nimmt in Richtung Außenwände (optisch) ab.



Fruchtkörper und Myzel



Hallo ,

Nur weil kein Fruchtkörper da ist, heißt es nicht, dass es heim EH ist.
Der EH bildet unterschiedliche Myzelien aus.
Luftmyzel watteartig hier wird Feuchtigkeit aus der Luft aufgenommen und über
dicke Myzelienstränge zur Nahrung transportiert um diese zu zersetzen.
Wenn die Umweltbedingungen schlechter werden(zu warm, zu kalt zu viel Zugluft etc.) versetzt sich der EH in einen Ruhezustand und wartet auf bessere Bedingungen. Er bildet dann auch keine Fruchtkörper aus.
In diesem Zustand kann er 30 Jahre überleben.
Daher ist es nicht ungewöhnlich, das gerade bei Sanierungen Einbau von Dämmung etc. eine Reaktivierung stattfindet....

Mit freundlichen Grüßen