Weißer Schimmel oder Salpeter

15.12.2012 Lilly



Hallo,
wir haben ein über 200 Jahre altes Haus gekauft (ja ich weiß, selber schuld;-) und haben nun beim Putzabschlagen (zum Großteil Lehmputz) an einer Außenwand, die durch drei Zimmer geht, weißen Schimmel oder Salpeter entdeckt. Nur in einem Raum ist es wirklich schlimm und das ist die Küche. Dort war alles mit Holz abgestellt und das bis unter die Decke und man hat versucht mit Gips irgendwelche Löcher auszubessern. Hinter dem Gips ist es schlimmer.
Die Wand ist nur bedingt feucht und das trotz Dauerregen und Schneemassen. Jetzt eine Frage, woran erkenne ich den Unterschied zwischen weißen Schimmel und Salpeter? Was kann ich dagegen tun? Reicht es das wir eine Bodenplatte mit Dämmung rein machen? Oder brauchen wir eine Drainage?
Weilche Auswirkung auf die Gesundheit, hat dieses Schimmelbild (wenns einer ist)?

Vielen Dank schon mal für eure Antworten

Grüße
Susanna



Schimmel oder Salpeter



Hallo Susanna,

Deine Beschreibung lässt ja eher Schimmel vermuten. Aber Deine Angaben reichen dafür noch nicht. Bitte beschreibe mal genau aus was Deine Wand besteht. Hast Du ein Fachwerkhaus oder ist es eine massive Steinwand. Wenn Fachwerk, wie sind die Gefache gefüllt? Wenn Steinwand, welcher Stein?

Gut wäre auch, wenn Du Dich hier anmeldest und mal ein Foto einstellst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





@ Frank

Hallo,
also die befallenen Wände sind zum größten teil aus Sandstein. Manche Stellen wurden mit einer Art Ziegelstein ausgebessert (keine Ahnung was die da damals alles so verarbeitet habe) Das Fachwerk sieht bisher sehr gut aus und ist auch nur eine Front auf der Etage darüber.
Ich habe heut leider kein Foto machen können. Muss ich morgen machen. Es ist wirklich nicht viel. Es ist nicht so, das jetzt die ganze Wand befallen ist. Es sind immer nur kleine Abschnitte und am meisten unter dem Gips und dann auch nicht sehr dicht. Ach es ist seltsam. Ich versuche mich jetzt nicht verrückt zu machen - oder sollte ich das etwa?

Grüße
Susanna



Schimmel



Hallo Susanna,
Schimmel oder Salzausblühungen kann man mittels Geruchs- und Fingerprobe unterscheiden. Schimmel riecht anders als ausgeblühtes Salz. Das Salz liegt in Kristallform auf der Wand, Sie merken beim Reiben zwischen den Fingern den Unterschied.
Nitrate, eine besonders bauschädigende Salzart, kann man mit einem Glimmtest erkennen. Bringen sie einen Holzspan, ein Stück Pappe oder ein Stück mehrfach gefaltetes Zeitungspapier zum Brennen. Auspusten und die glimmende Seite an der befallenen Wandstelle reiben. Bei Nitratbelastung tauchen winzige Blitze auf.

Viele Grüße





Hallo,
also riechen tu ich jetzt speziell nichts. Es liegt aber eher daran, das die ganze Luft mit Staub durchzogen ist ( wir haben Akkord Putz abschlagen hinter uns - 135qm Haus in sieben Tagen, nur zu zweit, jedes Zimmer). Für mich riecht es nicht muffig oder so.
Aber ich werde diesen Tip mit den Fingern (urg - wollte es eigentlich ja nicht anfassen) mal machen. Ich denke, das Salpeter dann rauer ist, als wenn es Schimmel wäre und der Schimmel dann weich. Auch den Test für Nitrat mach ich gleich morgen. Danke für diese Hinweise.

Grüße





Hallo,
also riechen tu ich jetzt speziell nichts. Es liegt aber eher daran, das die ganze Luft mit Staub durchzogen ist ( wir haben Akkord Putz abschlagen hinter uns - 135qm Haus in sieben Tagen, nur zu zweit, jedes Zimmer). Für mich riecht es nicht muffig oder so.
Aber ich werde diesen Tip mit den Fingern (urg - wollte es eigentlich ja nicht anfassen) mal machen. Ich denke, das Salpeter dann rauer ist, als wenn es Schimmel wäre und der Schimmel dann weich. Auch den Test für Nitrat mach ich gleich morgen. Danke für diese Hinweise.

Grüße



Schimmel



Hallo Susanna,
jetzt in dieser Jahreszeit noch anzufangen ein Haus zu Entkernen ist schon kühn.
Ich denke das bei einer vorgesetzten Wandschale wie in der Küche die Feuchteprobleme dahinter mit dem Abbau erst einmal verschwinden werden.
Ihren etwas sprunghaften Bemerkungen über Dränung und Bodenplatte entnehme ich das wohl noch kein Konzept vorliegt.
Nach den notwendigsten! Entrümpelungs- und Abbrucharbeiten, der Winterfestmachung und Sicherung haben Sie bis zum Frühjahr Zeit, erst einmal in Ruhe eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, sich über die zukünftige Nutzung Gedanken zu machen und dearauf aufbauend dann das Sanierungskonzept zu erarbeiten.
Ich empfehle Ihnen sich dafür professionelle Hilfe und Beratung zu suchen. Es geht nicht nur um die fachliche Begleitung sondern auch um eine objektive Sichtweise gerade was das Nutzungskonzept betrifft.
Ich habe selber oft erlebt, das hier in der Schnelle subjektiv gefärbte Entschlüsse gefasst wurden die man dann später bereuen mußte.

Viele Grüße





Hallo,

also ich denke auch, das es damit erst einmal getan ist - ich hoffe es zumindest :-).
Also das mit der Bodenplatt steht. Denn wir haben kein Keller und damals wurden ja nur Balken eingezogen und darauf der Boden gelagt. Das passiert aber alles erst im Frühjahr. Ich habe auch nur gefragt, ob das Problem mit der anscheinend aufsteigenden Feuchtigkeit (die evtl. zur Schimmelbildung beigetragen hat) sich damit geregelt hat.
Das mit der Wintersanierung ist schon wahr. Aber leider ging es nicht anders und ich persönlich finde es jetzt nicht allzu schlimm. Wir haben in die Küche jetzt einen Radiator gestellt, um diese etwas mehr zu erwärmen (haben aber auch noch die alten Öl-Öfen und Öl). Bisher ist alles gut gegangen, außer das wir festgestellt haben, das wir eine Außenwand, die nachträglich angebaut wurde, wieder abgerissen werden muss, da die Gesamtbelastung der Wand zu hoch ist und diese nicht mit dem daneben liegenden Fachwerk verbunden ist. Sie hat sich durch den Druck etwas durchgedrückt und vom Fachwerk entfernt. Also wird Abgestützt und dann abgerissen und dann neu aufgebaut. Wir haben einen Bauingenieur/Statiker, der auf alte Häuser spezialisiert ist. Er kommt nächste Woche wieder und dann wollte ich mich mit ihm noch mal über dieses neue Problem unterhalten. Ich hoffte nur, mit etwas wissen darüber aneignen zu können und schon mal über Lösungen nach zu denken.
In diesen Raum soll wieder die Küche, da direkt darüber das Bad hin soll (so wie es war). Bisher schien alles, so wie es geplant war, auch möglich. Würden Sie den Raum nicht so nutzen?

Susanna



Sanierung



Das wäre doch sehr vermessen von mir, so eine Frage beantworten zu wollen.
Ich bin kein Hellseher, ich kenne weder Ihr Haus noch dessen Bestand, noch das Umfeld noch Ihre Bedürfnisse hinsichtlich Wohnraum.
Eins kenne ich aber aus meiner jahrzehntelangen Praxis:
Bevor man ein Bauwerk anfängt zu bauen oder zu sanieren sollte man zuerst im Kopf und dann auf Papier alle anstehenden Probleme klären. Es ist nämlich einfacher eine Rohrdurchführung oder eine Türöffnung oder die Wahl der Dämmung oder des Heizsystems oder oder oder... auf dem Papier zu korrigieren als in der Realität.
Das wird passieren da so ein Vorhaben ganzheitlich betrachtet und gelöst werden muß und nicht nur aus der Summe von Einzelentscheidungen besteht.
Erst wenn diese Gesamtplanung steht kann man sich über technische Details unterhalten, wie z.b. den Aufbau des Fußbodens im Erdgeschoss.

Viele Grüße