Schimmel über Schimmel - Was ist zu tun?

05.01.2005 CMR CONSULTING



Hallo Forum, wir haben ein Haus(ca. 200 jahre alt) geerbt und wollen nun umbauen. Im unteren Bereich des Hauses in einer Wohnung sind die Wände stark befallen mit Schimmel. (Bild) Die Mieter hatten ständig gewaschen und ihre Wäsche in der Wohnung aufgehängt. Noch dazu scheint aufsteigendes Wasser bzw. Spritzwasser vom Hof in die mit harten Steinen (auch Sandstein) gemauerte Wand einzudringen. Die Wohnung steht nun leer und wird belüftet, so dass schon ein wenig austrocknen kann, doch was machen wir mit dem ganzen Schimmel, der sich mittlerweile auch in das 1. OG ausgebreitet hat. Unsere Überlegungen:

1. abtragen der kompletten Putze in der gesamten Wohnung.
2. austrocken der Wände
3. im Außenbereich Spritzwasserschutz anbringen und Fundament fassen.

Beim anschließenden Verputzen der Wand haben wir nun schon einiges über sog. Entfeuchteputze gehört. z.b. Klimasan-Perlit-Putz bzw. Micropore hat jemand schon damit gearbeitet?

Für die eine oder andere Hilfe Vielen Dank

Clemens



iiiiiiiiiiiihhhhhhhhhhh



Also ich persönlich würde alles rausreißen, was auf der Unterkonstruktion ist (Rigipsplatten usw) und würde erst braunen Lehm draufmachen. Dann entweder einen Lehmputz oder Kalk.

Auch ich hänge meine Wäsche zum Trocknen im Haus auf, auch wenn ich koche, entsteht Wasserdampf, aber bei uns ist es nicht schimmelig. Ich denke, es ist die Kombination dichtes Kunststofffenster/falscher Untergrund.

Lehm leitet die Feuchtigkeit weiter, bei Ihnen scheint irgendwas zu sein, was diesen Feuchtigkeitstransport hindert (und wenns "nur" die dicke Schaumtapete ist).

Grüße Annette



Schimmel



Dachog, schon öfters im Forum dargelegt: Schimmel benötigt zur Existenz organische Substanz. Tapete runter, Kleister runter, Kalkfarbe drauf. Silikondichtungen der Fenster mit Essigessenz abreiben, greift Kunstoffmantel der Fenster o.ä. nicht an. Meine Meinung



Doppelt genäht



Lieber Clemens

Möchte die Anregungen meiner Vorgänger bestätigen.

a) Feuchtigkeitsursachen herausfinden und nachhaltig beseitigen.
b) Unter Einhaltung gewisser Arbeitsschutzmaßnahmen den Schimmel incl. Innenbeschichtung entfernen.
c)An den Außenwänden in diesem Fall organische Beschichtungen vermeiden.
d) Über Lüftungs, Heiz und Klimatechnik gründlich nachdenken und Baustoffen mit hohem Feuchteabsorbtions- und desorbtionsvermögen verwenden.

Gruß


Lutz
c)



Von allen machbaren Möglichkeiten ist die einfachste die Beste!



Hallo Clemens!

Alles richtig bisher, ich möchte nur einige Begriffe mal übersetzen und noch etwas zu Feutigkeitshaushalt und Heizung beitragen.

Feuchteabsorbtions- und desorbtionsvermögen:
Bei Feuchtigkeit im Haus und in Wand und Dach gehen die Blicke immer erst nach aussen.
Sicher, reinregnen sollte es nicht, aber das Feuchtigkeitsproblem der meisten Häuser kommt weder von unten oder außen sondern von innen.

Auch ich hänge meine Wäsche im Haus auf. Ich hänge sie gegen Mitternacht auf, wenn ich morgens um 0700 wieder runterkomme ist sie trocken... und
nicht ein bischen Kondenswasser an den Fenstern, und die sind teilweise einfachverglast.
Verwenden Sie grundsätzlich nur wasserleitende Baustoffe.
Da gibt es nicht viele; Holz leitet hygroskopisch; Kalk, Ziegel und Lehm kapilar.
Sollten Sie sich bei der Sanierung Ihres Hauses auf diese Baustoffe beschränken ist das schon die halbe Miete.
Denn die in der Wand kondensierende Feuchtigkeit aus der Luft muß ja erst einmal in wasserform durch die Wand, um dann an der Oberfläche wieder verdunsten zu können. Es wird immer viel auf die Diffusionsfähigkeit gezeigt.
Diffundieren kann allerdings nur ein Gas. Kondensiert Wasserdampf zu Wasser ist nix mehr mit Diffusionsfähigkeit.
Gern persönlich noch genauere Erklärung.
Lesen Sie auch mal A.Rigelstetter "Der Weg zum richtigen Haus"! Gibts gleich hier bai Amazoon.

Ansonsten ist die richtige Art zu Heizen ganz wichtig.
A.Eisenschink "Falch geheizt ist halb gestorben"
Standardwerk seit nunmehr Generationen.
Und Eisenschink sagt auch: "Wer das Erste richtig macht, bekommt das Zweite und Dritte geschenkt!"
Also auf jeden Fall Stahlungswärme einplanen, dann wird nicht jeder Baumangel zum Bauschaden.
Ich persönlich empfehle natürlich Heizleisten.
Einfach, übersichtlich, und dank radia-therm mittlerweile auch preiswert.

Der Ingo



Was für ein Info-Wust!



Hallo Herr Rüttler,
Ich hoffe, Sie haben Ihre Schimmel-Probleme in den Griff bekommen!
Es ist zum Teil wirklich erstaunlich, auf welche Ideen manche Menschen in solch einem Forum kommen. Da kann man es manchmal wirklich mit der Angst zu tun bekommen!
Wenn Sie MicroPore Entfeuchtungsputz einemal im "Einsatz" sehen wollen, können Sie sich gerne das AWO Gebäude (Arbeiterwohlfahrt) in Hanau ansehen, das ist komplett im Kellerbereich gemacht worden. Der gesamte Keller besteht aus Bruchstein und dort waren sehr hohe Feuchtigkeitswerte zu messen (Digits über 150). Im Süddeutschen Raum, bei Passau wurden knapp 20 Kirchen im innen oder Aussenbereich mit MicroPore Entfeuchtungsputz saniert.
Wenn Sie die entsprechenden Bilder und Dokumentationen sehen wollen, besuchen Sie doch einfach unsere bekannte Homepage: www.Micro.Pore.com

Weiterhin noch frohes Schaffen, T.Bauer