Schimmel im Natursteinkeller




Liebe Fachwerker,

Ich komme mit meinem Fachwerkhaus nicht so richtig zur Ruhe. Jetzt habe ich leichten Schimmelbefall an drei Stellen im Keller. Das Haus ist von 1929 und es handelt sich um einen typischen Natursteinkeller aus der damaligen Zeit. Trotz Lüften und natürlich auch unter Beachtung der bekannten Lüftungsregeln - nur wenn es draußen kühler ist als drinnen etc. - liegt die Feuchtigkeit immer bei über 95%. Jetzt habe ich die Fenster rund um die Uhr offen und schon bekomme ich Schimmel.

Folgende Fragen:
1. Welchen wirksamen aber trotzdem unbedenklichen Schimmelentferner empfiehlt ihr. Ich habe nur welche gefunden, die ätzend sind, auf die Augen und auf die Haut gehen etc.
2. Wie lange hilft ein ein Kalkanstrich, auch wenn ich die Luftfeuchtigkeit wohl nicht wirklich tiefer bekomme
3. Habt ihr noch eine gute Idee, was ich machen kann

Liebe Grüße
Dieter





Bei 95 Prozent Feuchtigkeit kann etwas nicht stimmen. Hast du Wasserschäden im Keller?

Also heute morgen habe in Leipzig 9 Grad und 90 Prozent relative Luftfeuchtigkeit draußen. Die Luft enthält ca. 8 Gramm Wasser pro Kubikmeter und ist damit recht trocken. Damit sollte das Kellerklima etwas verbessert werden können.

Wie "warm" ist es den im Keller?

Es ist nicht ganz optimal die Fenster ständig geöffnete zu lassen, da so der Keller zu stark auskühlt und die Luft so auch weniger Wasser aufnehmen kann.

Am besten man führt eine stoßweise Querlüftung vor. Das kann man automatisieren. Schaue mal bei "(Keller-) Taupunktlüftung" im Internet.

Oder man stellt sich einen Luftentfeuchter in den Keller. Der wird über ein Hygrostat gesteuert. Die Geräte mit Absorbtionstrockner haben auch bei niedrigen Temperaturen eine gute Entfeuchtungsleistung. Auch ein separater Kondensatablauf spart Arbeit. Da bei niedrigen Temperaturen der Wassergehalt recht gering ist bleibt der Energieaufwand überschaubar.

Der Zusammenhang zwischen Luftfeuchtigkeit und Wassergehalt, mit Berechnung wird hier erläutert.

http://www.pb-schilling.de/baubiologie/luftfeuchte-rechner/


Zur Desinfektion empfiehlt sich Soda (dm, neben Waschmitteln). Das löst man in heißen Wasser auf und schrubbt (Bürste) die Stellen ab.

Handschuhe wirst du benötigen. Die Mittel zerstören ja die Zellmembran der Pilze und können deswegen nicht sanft zur Haut sein. Physiologisch ist das Produkt in Spuren aber unbedenklich und erzeugt keine Dämpfe. Man kann sich damit die Zähne putzen.

Nach Reinigung und Trocknung könne die Stellen mit einer Kalkfarbe gestrichen werden. Die Farbe hat auch durch ihre hohe Alkalität fungizide Wirkung die aber mit der Zeit nachlässt. Auch treiben beim Trocknen Salze die Farbe von der Wand. Die sollten regelmäßig sorgfältig abgekehrt und entsorgt werden. Der Anstrich wird nur temporär wirken und gelegentlich zu erneuern sein.



Es ist noch viel zu früh,



um durch Kellerlüftung die Luftfeuchtigkeit zu senken. Um wirklich einen Effekt zu erreichen, möchte ich empfehlen, daß erst bei Minusgraden draußen der Keller belüftet wird. Um die Luftfeuchte zu senken, braucht es Geduld.
Der Wintereffekt: Die sehr kalte Luft von draußen, die sich dann drinnen allmählich erwärmt, kann danach viel mehr Feuchtigkeit neu aufnehmen.
Bei 5 Grad Differenz bewirkt das noch nichts. Dieser Effekt ermöglicht dann erst bei großen Temperaturdifferenzen, daß Feuchtigkeit aus den Wänden allmählich an die Raumluft abgegeben wird. Aber auch das zieht sich über Monate hin, vorausgesetzt, die Wände bekommen nicht noch woanders her Wasser.

Kann der Schimmel vielleicht auch Salpeter sein?





Der Unterschied zwischen 90 und 65 Prozent bei 16 Grad machen etwa 3 g Wasser pro Kubikmeter. Das ergibt bei einem Keller von 100 Quadratmetern etwa einen halben Liter Wasser. Bei 90 Prozent lohnt sich das Lüften fast immer.





Danke für die Antworten. Im Keller sind es so 15 Grad.

Ich habe mal Ein Bild hochgeladen



Schimmel



Wenn ich lese, Schimmel im Keller, stelle ich mir Schlimmeres vor. Diese Stelle würde ich mit Isopropanol oder Spiritus reinigen. (Ersteres ist effektiver, da sich die Sporen nicht nur verkapseln, sondern abgetötet werden.) Dann mit Löschkalk streichen.

Ich sehe hier aber eine Ziegelwand, keinen Natursteinkeller.

Meine Empfehlung oben gilt für einen nassen Keller, wenn ich ihn trocken bekommen will auf natürlichem Weg.





Vielen Dank für die Vorschläge! Ich werde dann mal mein Glück versuchen. In der Tat ist noch nicht viel Schimmel da. Der hat sich seit letztem Mittwoch gebildet und ich will ihn im frühen Stadium vernichten. Er hat sich auch nur in den Fugen gebildet.

Und die Wände wurden im Laufe der Jahre auch etwas ausgebessert. Daher die Kilnkersteine. Ich habe hier noch mal ein anderes Bild hochgeladen.

Liebe Grüße und vielen Dank noch mal
Dieter



feuchter Keller



Ich kann auf den Fotos auch nichts erkennen was einem Keller mit durchfeuchteten Wänden gleicht.
Was ist das für ein dunkler Fleck auf dem zweiten Foto oben rechts?
Was für eine Decke ist das (Material, Bauart)?





Das macht mir ja Mut, wenn die Wände nicht so schlimm aussehen. Die Decke besteht aus Klinkersteinen. Ich glaube es sind Hohlklinker. Allerdings wurde dort vor Jahren ein zementhaltiger Putz drüber gelegt. Beim Sanieren haben wir diesen nicht abbekommen. Bei den ersten Versuchen wurden die Klinker zerstört. Deshalb wurde ein Netzgewebe drunter gelegt und dadrauf eine ganz dünne Kalk-Zementputzschicht. Damit die Oberfläche etwas besser aussieht.

Der Felck oben rechts ist Feuchtigkeit.

Vor der Sanierung war der Keller ganz brauchbar, obwohl er nur ein Fenster hatte. Wir haben dort früher unsere Kartoffeln gelagert. Jetzt habe ich draußen die Asbest-Verkleidung und einen Klinker-Sockel weggenommen und den ursprünglichen Zustand mit Fachwerkfassade wieder hergestellt. Dazu habe ich auch ein zweites Fenster eingebaut. Aber seit der Sanierung ist er deutlich feuchter geworden. Ich habe den Spmmer über konstant über 95 % Fechtigkeit. Teilweise sogar über 98%. An den Wasserleitungen kann es nicht liegen - sind alle neu. Einen Fehler habe ich mit dem Boden gemacht. Früher waren dort Klinkersteine reingelegt. Jetzt ist dort Estrich mit Fliesen drin. Und als im Sommer das Hochwasser war, ist von unten das Grundwasser hoch gekommen.

Daher gibt es drei Ursachen für die Feuchtigkeit in diesem Keller:
1. Falsches Lüften im Sommer
2. Wassereinbruch von unten beim Hochwasser
3. Sickerwasser an den Wänden

Und deshalb wohl diese hohe Luftfeuchtigkeit. Eine Vollsanierung macht wirtschaftlich keinen Sinn und der Keller wird auch dann nie richtig trocken. Soll er ja auch nicht. Aber über Werte unter 70% Luftfeuchtigkeit wäre ich trotzdem glücklich!

Liebe Grüße
Dieter





Das macht mir ja Mut, wenn die Wände nicht so schlimm aussehen. Die Decke besteht aus Klinkersteinen. Ich glaube es sind Hohlklinker. Allerdings wurde dort vor Jahren ein zementhaltiger Putz drüber gelegt. Beim Sanieren haben wir diesen nicht abbekommen. Bei den ersten Versuchen wurden die Klinker zerstört. Deshalb wurde ein Netzgewebe drunter gelegt und dadrauf eine ganz dünne Kalk-Zementputzschicht. Damit die Oberfläche etwas besser aussieht.

Der Felck oben rechts ist Feuchtigkeit.

Vor der Sanierung war der Keller ganz brauchbar, obwohl er nur ein Fenster hatte. Wir haben dort früher unsere Kartoffeln gelagert. Jetzt habe ich draußen die Asbest-Verkleidung und einen Klinker-Sockel weggenommen und den ursprünglichen Zustand mit Fachwerkfassade wieder hergestellt. Dazu habe ich auch ein zweites Fenster eingebaut. Aber seit der Sanierung ist er deutlich feuchter geworden. Ich habe den Spmmer über konstant über 95 % Fechtigkeit. Teilweise sogar über 98%. An den Wasserleitungen kann es nicht liegen - sind alle neu. Einen Fehler habe ich mit dem Boden gemacht. Früher waren dort Klinkersteine reingelegt. Jetzt ist dort Estrich mit Fliesen drin. Und als im Sommer das Hochwasser war, ist von unten das Grundwasser hoch gekommen.

Daher gibt es drei Ursachen für die Feuchtigkeit in diesem Keller:
1. Falsches Lüften im Sommer
2. Wassereinbruch von unten beim Hochwasser
3. Sickerwasser an den Wänden

Und deshalb wohl diese hohe Luftfeuchtigkeit. Eine Vollsanierung macht wirtschaftlich keinen Sinn und der Keller wird auch dann nie richtig trocken. Soll er ja auch nicht. Aber über Werte unter 70% Luftfeuchtigkeit wäre ich trotzdem glücklich!

Liebe Grüße
Dieter