feuchtes Eichenholz - weißer Schimmel ?

02.12.2002 holzer



Moin, Moin zusammen !

Leider muß ich in dieser Jahreszeit mein Heuerhaus
renovieren. Nun nachdem das Haus 2 Monate ungeschützt stand (jetzt ist erstmal Plane drauf)
stelle ich fest das an einigen Balken ein weißer
fasiger Belag austritt. Vermutlich Schimmel. Was kann / muß ich tun ? Abwaschen ? Doch womit.

MfG

Uwe Ehmke



kann sein, muß aber nicht...



Hallo Herr Ehmke, gute Frage das! Aber eindeutig nur schwer zu beantworten. Wenn es Schimmel ist dann gilt eigentlich folgendes: Für Wärme und Zugluft/Durchlüftung sorgen, die Baufeuchte absenken. Wenn die Ursache beseitigt ist, stirbt der Schimmel ab und kann für gewöhnlich abgekehrt/abgebürstet werden. Wenn Sie versuchen den Schimmel abzuwaschen, bringen Sie nur noch mehr Feuchte ein, bekämpfen die Auswirkung, aber nicht die Ursache! So das war die einfache Seite: Wenn es kein Schimmel ist, bleibt die Frage - was ist es dann? Wie sieht der Befall aus: Sie schreiben weißer fasriger Belag. Wenn Fasern erkennbar sind, ist es eher kein Schimmel. Schimmel tritt meistens punktförmig auf, kann weiß sein, häufig aber vielfarbig und eher dunklere Farben. Versuchen Sie mal den Belag genauer zu beschreiben und wo er genau auftritt. Ist das Holz in diesen Bereichen genauso stichfest (mit Schraubendreher, Messer oder Stichel ausprobieren) wie andere Bereiche, die trockener sind und "gesünder" ausschauen?
Mehr input bitte und dann versuchen wir es mal genauer... :-)
Grüße aus Leipzig von





Vielen Dank für Ihre Vorabinformation. Diese Stellen sind mir an drei Punkten augefallen :
1) zwei Sparren - der Belag ist wie mit weißer
Farbe überzogen (ist aber kein Kalk oder Farbe)
betroffen ist ein Stück von ca. 50 cm Länge
dafür aber ringsrum. Holz ist fest.
2) Der Kopf eines Deckenbalkens dort in der Tat
punktförmige "Ausblühungen" sieht im ganzen
wie ein Stern aus. Holz ist fest aber
schmutzig evt. sogar Teer noch dran.
3) Und last an einem aussen gelegen Ständer bei
dem das Gefache noch nicht ausgemauert ist.
Holz ist fest aber die oberste Schicht feucht
leicht schmierig.

MfG

Uwe Ehmke





Vielen Dank für Ihre Vorabinformation. Diese Stellen sind mir an drei Punkten augefallen :
1) zwei Sparren - der Belag ist wie mit weißer
Farbe überzogen (ist aber kein Kalk oder Farbe)
betroffen ist ein Stück von ca. 50 cm Länge
dafür aber ringsrum. Holz ist fest.
2) Der Kopf eines Deckenbalkens dort in der Tat
punktförmige "Ausblühungen" sieht im ganzen
wie ein Stern aus. Holz ist fest aber
schmutzig evt. sogar Teer noch dran.
3) Und last an einem aussen gelegen Ständer bei
dem das Gefache noch nicht ausgemauert ist.
Holz ist fest aber die oberste Schicht feucht
leicht schmierig.

MfG

Uwe Ehmke



Versuch einer Antwort



Zu 1: Wenn die Oberfläche des Befalls eher filzartig fein strukturiert und flächig ausgebildet aussieht, die Holzart Kiefer oder ein anderes Nadelholz ist, käme der Große Rindenpilz in Frage. Das wäre nicht furchtbar tragisch, einfach für schnellstmögliche Abtrocknung sorgen. Chemische Holzschutzmittel in einer Nachbehandlung würden sich dann aber nur noch schlecht einbringen (bei Kiefer) lassen. Sobald die Fasern jedoch wurzelförmig strukturiert sind, ist es ein anderer schwieriger zu behandelender Pilz, aber dann würde auch ziemlich schnell die Stichfestigkeit abnehmen. Ist es ein Laubholz wird es der Große Rindenpilz eher nicht sein.
Können Sie mit diesen dürftigen Infos Großen Rindenpilz und Schimmel ausschliessen, empfiehlt sich ohne örtliche Begutachtung eigentlich nur die Amputation der befallenen Bauteile (einschl. eines Sicherheitsbereiches von mind. 0,3 m.
Zu 2: Hier könnte es sich tatsächlich um Schimmel handeln. Behandlung s. o.
Zu 3: Ist der "schmierige Schicht" tatsächlich auch weiß? Oder eher bräunlich/schwärzlich? Solche schmierige Schichten treten häufig bei Moderfäulen auf. Wenn ja, dann eher siehe unter "Amputation".
Grundsätzlich: Sie merken schon, wenn man sich ein wenig mit diesen "Freunden" beschäftigt fängt man sehr schnell an rumzuopern. Die Krux daran ist, wenn man verantwortungsvoll zum Wohle des Auftraggebers/Nutzers versucht, die unterschiedlichen Eigenschaften der Pilze mit dem vorhandenen Bauwerk und seiner späteren Nutzung in sinnvolle Sanierungsvorschläge zu formulieren, ist eine örtliche Untersuchung fast unumgänglich. Nur so kann man weitgehend Unterlassungen oder radikale Kahlschläge vermeiden. Holen Sie sich einen Holzschutzfachmann/-frau vor Ort und prüfen den Bau auf Herz und Nieren. Was nicht heissen soll, das ich ihnen an dieser Stelle nicht noch weiter helfen möchte: Holzart und ggfs. gemessene Holzfeuchten werden nützlich, Bilder wären klasse (entweder hier einstellen oder an meine Email-Adresse schicken).
Grüße aus Leipzig



Fachmann vor Ort



Sehr geehrter Herr Ehmke,
ich kann Martin Malangeri nur zustimmen, daß Ferndiagnosen nicht sinnvoll sind. Suchen Sie sich einen Fachmann in Ihrer Nähe! z.B. über DHBV oder IHK oder regionale Holzschutzverbände ...
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold