Schimmel an den Außenwänden in der kalten Jahreszeit

25.11.2014



Schönen guten Abend an alle Fachleute hier,
Ich habe vor 3 Jahren ein Haus gekauft. Baujahr 1935. Außenwände nicht gedämmt. Das Haus ist vollständig unterkellert.
Schon im ersten Winter hatten wir Probleme mit Schimmel im Schlafzimmer, vor allem an der Ecke wo sich 2 Außenwände treffen, unterm Bettkasten (der ist sofort abgebaut worden), immer wieder aber auch unter der Matratze vom Bett.
Dieses Jahr erstreckt es sich über 2 komplette Außenwände, nur in Bodennähe. Es war ein Gutachter da, dieser sagte dann das die Fenster (ca. 15 Jahre alt, Wärneschutzverglasung) nicht so kalt wären wie die Außenwände und aus dem Grund das Wasser an der Wand kondensiert und sich dort Schimmel bildet. Die Feuchtigkeit kommt allein vom Kondenswasser, das Mauerwek ist trocken.
Seine Empfehlung: Hohlraumisolierung der Wand (hatte ich sowieso schon mal drüber nachgedacht, auch wegen der Energiekosten) und Sockelleisten. Dann wäre das Problem behoben.
Mir liegt das Haus sehr am Herzen, ich stecke jeden Cent in das Haus um es zu verschönern oder sonstiges besser zu machen.
Ich würde mir hier gerne eine Meinung einholen ob Sie ähnlich wie der Gutachter denken das der Schaden damit behoben sei?
Lieben Gruß



Außenwandsanierung



Kondensatbildung ist bei der beschriebenen Außenwandkonstruktion sicherlich zu erwarten. Diese dann aber auch und ggf. bevorzugt in den oberen Wandbereichen, in den kalten Innenkanten zwischen Wand/Decke, z. B. an der vielleicht ungedämmten Decke über dem OG, zum kalten Dachraum hin.

Die Feuchtebelastung in Bodennähe lässt eher auf aufsteigende Feuchte aus dem Kellermauerwerk bei fehlender oder schadhafter Horizontalabdichtung des Mauerwerks schließen. Eventuell in Kombination mit einer Spritzwasserbelastung im Sockelbereich und einer "Sockelsanierung" vor Ihrer Zeit, dem Aufbringen von Sperrputzen, die die vorhandene MAuerwerksfeuchte weiter nach oben treiben.

Welche Qualifikation hatte der "Gutachter". War er fachlich in der Lage, das Haus in seiner Gesamtheit konstruktiv und auch unter bauphysikalischen Aspekten zu untersuchen?

Die nachträgliche Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks ist generell möglich, bedarf aber der genaueren Voruntersuchung und der Klärung konstruktiver DetaIls, um schadensfrei durchgeführt werden zu können. Das ist nichts, was eben mal so im Handstreich entschieden werden sollte, um das Haus "energetisch zu optimieren".

Die Sockelleistenheizung als Bauteiltemperierung zur Vermeidung von Wärmebrücken im kalten/feuchten Sockelbereich ist umstritten. Sie mag zwar theoretisch funktionieren, ist aber m.E. nur der Versuch der Kaschierung eines konstruktiv ungelösten Baudetails.

Wenn Sie bereit sind, jeden Cent in Ihr Haus zu invesitieren, dann lassen Sie diese Investition einer sorgfältigen und umfassenden Bauaufnahme zukommen und der seriösen Sanierungsberatung eines unabhängigen Planers.



Ergänzung



Hallo, im OG ist eine zweite Etage, die ebenfalls bewohnt und geheizt ist. Ich habe heute angefangen die Tapeten in 1 Raum zu entfernen, davor stand ein Kleiderschrank, in diesem Raum waren die Tapeten hinter dem Schrank sehr stark vom Schimmel befallen, die Wand nur leicht. Ich habe alles sorgfältig mit Spiritus gereinigt und hinter einen Schimmelentferner mit Chlor benutzt. In einem anderen Raum ist nur die Tapete befallen, die Wand dahinter ist nicht befallen. Im Keller haben wir keine Probleme mit Feuchtigkeit, der ist trocken.
Nur um das noch mal ergänzend hinzuzufügen.





Erstmal alle Möbel von den ungedämmten Außenwänden weg. Die Wände müssen abtrocknen können.
Schränke sollten auf Füßen stehen und wenigsten 5cm Luft zur Auenwand haben, besser wäre 10cm.
Zweitens Feuchteeintrag versuchen zu minimieren. Entsteht durch feuchte Wäsche, Kochen, Pflanzen, Duschen etc. Alles das produziert neben dem eigenen Körper weitere Luftfeuchtigkeit.
Heizen! Umso kälter der Raum um eher Kondensat wenn warme Luft aus dem Nachbarraum durch offene Tür in den kalten Raum kommt.
Mind. 2x am Tag richtig Querlüften. Vorher möglichst aufheizen damit die warme Luft viel Feuchtigkeit nach außen transportiert.

Zur Sockelleiste: Du kannst das erstmal elektrisch lösen. Das Stichwort ist Heizkabel. Kostet nicht viel aber du kannst sehen ob es wirkt.



eigenes Verhalten bedenken



Hallo, wenn ein Haus von 1935 jetzt Probleme macht, - und bauliche Fehler erstmal nicht betrachtet werden müssen, dann bleibt nur folgender Satz:
Feuchteproduktion ist höher als der Feuchteabtransport !
Durch den Fenstertausch ist die unkontrollierte Lüftung und Kondensatabfuhr der alten einscheibenverglasten Fenster verloren gegeangen. Deshalb ist heute mehr heizen und mind. 2 x tägliches Stoßlüften notwendig. Die Temperatur sollte nicht unter 18° fallen, auch wenn der Raum tagsüber unbenutzt bleibt .Die Wände können sich sonst nicht ausreichend aufheizen.Kein Dauerkipplüften vornehmen.
Am besten: ein elektronisches Hygrometer in den befallenen Bereichen aufstellen, Luftfeuchte täglich kontrollieren und aufzeichnen, sie sollte nie über 65% gehen( Vorsorgewert).



Nutzerverhalten



In einer ähnlichen Situation, zu der ich vor ein paar Wochen gebeten wurde, hat sich zum Schluß herausgestellt, das die ungewöhnliche Kondensat- und Schimmelbildung in einem bisher nicht gedämmten Bruchsteinhaus, hauptsächlich aus dem Nutzerverhalten enstanden ist:

GEringes Lüftungsbewußtsein, nur partielles Heizen einzelner Räume, die hauptsächlich genutzt werden und das auch nur zeitweise. Zusätzlich hat man die warme/feuchte Luft der genutzten Räume (Küche/Wohnzimmer) über das Treppenhaus nach "oben geschickt", um die Schlafräume etwas zu temperieren. Dort traten dann die Schimmelprobleme bis hin zum Befall von Kleidungsstücken auf.



Schimmel an Außenwänden



Das beschriebene Phänomen hat höchstwahrscheinlich folgende Ursache:
Der Austausch der Fenster ohne die Wand adäquat zu dämmen.
Dann Möblierung und Heiz- und Lüftungsverhalten.
An Außenwänden sollten keine kompakten Möbel stehen. Ist dies nicht zu vermeiden, sollten sie bei geschlossenem Sockel mindesten 10 cm, besser 15 cm vor der Wand stehen; bei Möbeln mit Füßen reichen 5 cm.
Desweiteren sollten die Räume auf mindestens 18 °C geheizt und ausreichend gelüftet werden, d.h. Luftaustausch alle zwei Stunden.
Hohlraumdämmung kann durchaus zielführend sein; dies ist vor Ort von einem kompetenten Fachmann rsp. einer kompetenten Fachfrau zu prüfen.
Von einer Heizleiste rate ich ab. Sinnvoll ist eine Wandheizung alternativ große Flachheizkörper.
Viel Erfolg.



Vielen Dank



schonmal für die zahlreichen Antworten. Lüften und heizen tun wir seit dem 1. Jahr das wir hier wohnen sehr konsequent. Am Tage ist es nicht möglich oft zu lüften, da wir den ganzen Tag arbeiten sind. Aber die Heizung läuft konstant in allen Räumen. Das mit dem nötigen Wandabstand und den Füßen werde ich mir in jedenfall zu Herzen nehmen.
Für die Isolierung der Hohlwand kommt diese und nächste Woche eine Firma, schaut sich das an und macht uns ein Angebot und berät uns.
Ich habe etwas Angst das die Isolierung und die nötigen Wandabstände mich nicht zum erwarteten Ziel bringen, aus dem Grund würde ich zur Sicherheit am liebsten noch die Sockelheizleiste anbringen lassen.
Ich bin zur Zeit dabei Tapeten abzureißen und Räume zu renovieren, die ich vor 3 Jahren erst renoviert habe. Aus dem Grund würde ich gerne auf Nummer sicher mit der Heizleiste gehen, bevor ich wieder anfange in 1-2 Jahren weil die Kältebrücke unten nicht behoben wurde.
Denken Sie das das unnütz ist? Ich finde das das eine gute Lösung wäre, bin allerdings auch nur Laie und die Erklärung vom Gutachter hörte sich für mich so logisch und greifbar an. Hier scheint der Großteil aber ja eher gegen diese Heizleisten zu sein.



Luftbewegung,



.. wenn die Heizung läuft, auf wieviel Grad bringt es die am Tag ? Kann die Heizung warme Luft im Raum verteilen, werden die Aussenwände von warmer Luft erreicht ?
manchmal hilft es, mittels eines einfachen Ventilators die Luft im Bewegung zu bringen( mit Zeitschaltuhr), damit die Wände wärmer werden. Heizleisten stehen oft nicht gut da- im Preis-Leistungsverhältnis.



Wie bereits gesagt:



Die ausführennde Dämmfirma will verkaufen und nicht beraten. Ob eine sog. Kerndämmung bei Ihnen funktioniert oder nicht, hängt von vielen Details ab, die vorher in Erfahrung gebracht werden müssen. Diesen Aufwand betreibt die Fa. nicht und sie empfiehlt auch nur, was sie verkaufen kann, nicht das was vielleicht am besten zu Ihrer Situation passt. Sie berät auch nicht zu Alternativen.

Sie sollten einen unabhängigen Planer mit dieser Aufgabe beauftragen, der dann auch die richtige Methode der Gebäudedämmung speziell für Ihr Objekt bestimmt, die Leistung ausschreibt und die ausführende Firma aussucht, deren Ausführungsqualität er dann auch beurteilt. Zum Thema Gebäudedämmung gehört immer die Betrachtung/Untersuchung der Gebäudeabdichtung. I.d.R. sind diese bei Altbauten nicht oder nur unvollständig oder beschädigt vorhanden. Durchfeuchtungen müssen zuverlässig ausgeschaltet worden sein. Wände mit Feuchtebelastungen können nicht gedämmt werden.

Ich rate Ihnen dringend davon ab, eine Reihe von willkürlich zusammengestellten und nicht aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen zu kombinieren in der Hoffnung, das sich ein positiver Effekt (oder jedenfalls kein Schaden) einstellt.

Das geht regelmäßig schief, wie ich dann bei den Ortsterminen zu sehen bekomme.



Hohlraum ist sinnvoll



Hallo

ich würde die Wand nicht "dämmen" … auch wenn es 1000e so machen.

ich würde auch entweder Heizleisten a la sancal nehmen … oder mein Favorit: eine Temperierung nach Großeschmidt einplanen und verwirklichen!

das ist keine "Kaschierung" von mangelhaften Details sondern sinnvolle Ergänzung der Wand, der Räume und der Immobilie … 

neben den "Fehlern" sich Möbel an die Aussenwand zu stellen oder sich die falschen Materialien verbauen zu lassen ist oft ein fehlerhaftes "en vogue" Verhalten bauschadensanfällig (DAS machen doch ALLES so!) … 

Ich sehe so was immer im Gesamtkonzept, das allerdings aufeinander abgestimmt sein soll … und das eher REAL als DIN-gerecht!

Gutes Gelingen und viel Erfolg

Florian Kurz



Ob der



Dämmer nur verkaufen will oder der Plane nur seine Dienstleistung anbieten will sei mal dahin gestellt.

Für den Schimmel kommen oft zwei Ursachen zusammen. Kalte Wandoberflächen und nicht sorptionsfähige Baustoffe.

Einen Hohlraumisolierung ist oft die günstigste Methode hier Abhilfe zu schaffen.

Welche Putze sind denn innenseitig eingebaut und wie Dick ist der Hohlraum im Mauerwerk?

Grüße



Wände dämmen ?



Hallo Franziska,
Wo in NRW bist du denn ? Ich wohne nahe bei Bonn.

Die alten Tapeten zu entfernen ist jedenfalls günstig, auch auf Beseitigung vom Kleister und ggf undurchlässigen Wandfarben achten.
Ich habe ein Gebäude von 1910, was du dir gerne ansehen kannst.
Ich habe ca 50 bis 38 cm dicke Feldbranntsteinwände, die innen mit einem mineralischen Haftputz und mineralischem Dünnputz verputzt und dann mit Rein-Silikatfarbe gestrichen.

Nur die neuen Dächer wurden von mir komplett mit Zellulose gedämmt, da ich eine Einblasmaschine dafür habe.

Seit fast 20 Jahren gab es keinerlei Schimmel, die Innenseite der Außenwände werde ich aber wohl irgendwann mit Holzfaserplatten dämmen.

Du könntest, was am günstigsten wäre, deine jetzigen Heizkörper gegen die dünnen mit nur einer Platte austauschen- dadurch bekommst du einen wesentlich höheren Strahlungsanteil-nur die Fläche muß dabei vergrößert werden, da die Leistung je qm geringer ist.

was hast du denn für eine Außenfassade ?
Wenn die erhaltenswert ist kommt natürlich eine Außendämmung nicht in Frage- bei mir ists Sandsteinsockel zur Fassade und zum Hof Sichtmauerwerk aus Feldbrandsteinen.

Allerdings wurde damals schon eine Dachpappe als horizontale Feuchtigkeitssperre eingebaut.Vielelicht gibst die ja doch bei dir ?
Rufe mich an oder schreib eine mail wenn du Fragen hast

Andreas Teich



Hallo



Heute war jemand von einer Einbalsdämmfirma hier, ca. 2 Stunden, hat sich das Haus, die Gegebenheiten und Möglichkeiten angeschaut und mich beraten. Der Hohlraum der Wand beträgt ca. 10-12 cm.
Der Hohlraum geht auch bis ca. 5-8cm unter die Kellerdecke, ab da ist die Mauer dann Einwandig. So das, das Dämmmaterial unsere kalten Ecken im Bodenbereich vollständig Abdichten würde.
Ich habe gemerkt das die Meinungen hier auseinander gehen, ich bin zwar Laie, beschäftige mich aber intensiv mit den Sachen die ich hier mache, belese mich und erkundige mich.
Ich denke nicht das die Hohlraumdämmung die schlechteste Lösung ist, vor allem weil wir ein trockenes Mauerwerk und einen trockenen Keller haben. Das Haus steht in Lübbecke.



Fassade dämmen



Hallo Franziska,

hast du denn schon ein Angebot zu den Dämmarbeiten oder ungefähre Kosten ?

Aus welchem Material bestehen die Wände und wie dick sind Innen-und Außenwand??

Welchen U-Wert hat die Wand jetzt und

welchen soll sie nach den Dämmarbeiten haben ?

Gibt es irgendwo Belüftungsöffnungen in der Fassade für den Wand-Hohlraum oder gab es welche ?

Welches Material soll als Dämmstoff genommen werden ?

Hast du im Haus schon irgendwelche Dämmarbeiten durchgeführt ?

Falls nicht schon gemacht:
Oberste Geschoßdecke dämmen ist fast immer sinnvoll und rentabel

Mehrere Hygrometer anschaffen (gleich überprüfen, ob alle das gleiche Ergebnis zeigen)
Die gibts in Elektronik Geschäften oder Online-Handel

Diese dann in die Räume legen und sehen, ob sich irgendwo eine Luftfeuchtigkeit über 60-65 % zeigt- dann lüften !

Und eben auch an Beseitigung aller Schimmelquellen, wie Tapeten, Kleister, dichte kunsstoffhaltige Wandfarben etc denken.

Miß auch die Wandtemperatur der Außenwand.

Dann kannst du zumindest sehen, wo evt ein Problem lauert

Teile doch mehr Details zu deinem Bau mit dann lassen sich auch bessere Vorschläge machen, die eher zu einem guten Ergebnis führen.

Ist ja schön, wenn dir das Haus am Herzen liegt- ich habe auch an meinem lange saniert und bin noch dabei mit zum Glück nur noch kleineren Arbeiten-
Aber es lohnt sich doch und ist was ganz anders als ein Neubau !
Bei Fragen melden.
Alles gut planen, sodaß eins zum anderen paßt ist notwendig und sinnvoll
Andreas Teich