Schilfrohrdämmung innen

26.01.2018 Patrick



Hallo nochmal! Die Fragen häufen sich....

Wer kann mir über seine Erfahrungen mit der Schilfrohrinnendämmung berichten? Mein Informationsstand sieht so aus:

Bei korrekter Ausführung (vollfächig in Lehm gebettet und mit Lehm verputzt) bis 5cm in der Praxis bewährt. Theoretisch ungeeinget als Innendämmung da das Schilfrohr kein Wasser aufnimmt.

DANKE!



Schilfrohr



Als Putzträger ist es gut geeignet, aufgrund kaum gegebener Kapillarität als Innendämmung bei möglichem Kondensatausfall nicht sehr empfehlenswert.
Bei dicken, homogenen Wänden evt möglich, wenn die Schilfrohre in Lehm eingebettet sind und der Schilf die Dämmung und der Lehm Masse und Kapillarität sichern.

Als Außendämmung wie bei WDVS sind Schilfrohrmaten gut geeignet, auch als hinterlüftete Vorsatzschale auf Holz oder Stegträgern.

Andreas Teich



Gute Erfahrung



Hi Patrick,

Ich selbst habe folgenden Aufbau bei 2 Objekten umgesetzt und gute Erfahrung: Sandsteinmauer, Lehm, 8cm Schilfrohr, Wandheizung Lehmputz.

Bewohne seit 6 Jahren das Haus: Alles prima, keinerlei Probleme.

Gruß Peter



Wetterseite



Danke!
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass es sich um die Süd- und Westseite handelt, die ich Freilegen möchte. Da ist wahrscheinlich der Lehmstein oder die Voratzschale mit Leichtlehmschüttung sicherer.



Schilfrohrdämmung



Es gibt eine vergleichende Untersuchung verschiedener Innendämmsysteme in der alten Schäfflerei Kloster Benidiktbeuren.
Ich zitiere auszugsweise aus der Bewertung von Schilf:
"Bei den Feuchteschutzaspekten schneidet der Dämmstoff aufgrund der Diffusionsoffenheit in Verbindung mit der dadurch erforderlichen Dampfbremse jedoch relativ ungünstig ab. Ebenso ist ein energetisch hohes Niveau nur mit großen Dämmstoffdicken zu erreichen. Bautechnisch ist der Einbau mit der gewählten Konstruktion besonders aufwändig, da zur Erzielung des gewünschten Wärmedurchlasswiderstandes ein zweischichtiger Aufbau mit Rahmenkonstruktion erforderlich wurde."
Der Auszug stammt aus einem Beitrag von Martin Krus, Stefan Bichlmair und Ralf Kilian vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP.
Veröffentlicht u.a. auf dem 4. Innendämmkongress der TU Dresden, Institut für Bauklimatik und zu finden in den Tagungsunterlagen.



Alternativ und ergänzend - Thypha



Dabei handelt es sich um ein Material, das trotz relativ hoher Rohdichte, einer hohen Festigkeit eine relativ niedrige Wärmeleitfähigkeit von 0,055 W/mK aufweist, kapillaraktiv ist und eine mittlere Diffusionsoffenheit zeigt, wodurch in vielen Anwendungsfällen auf den Einsatz einer Dampf-bremse verzichtet werden kann.
-
Umweltfreundlich, sehr stabil (aussteifend) natürlich ohne Umweltbelastung usw..
Nähere Informationen durch: Typha Technik und Naturbaustoffe vertreten durch:
David und Johannes Theuerkorn
Siehe auch: https://wufi.de/literatur/Theuerkorn,%20Fritsch%20et%20al%20-%20Neuer%20Baustoff%20f%C3%BCr%20umweltfreundliche.pdf
-
Aus Wikipedia.org In den 2000er Jahren entwickelte der Architekt Wolfgang Theuerkorn aus Typha angustifolia einen Dämmstoff, indem er Streifen der Blätter mit Magnesit zu Platten verklebte und zunächst bei der Sanierung eines historischen Fachwerkhauses in Nürnberg einsetzte. Inzwischen wurden etliche weitere Gebäude mit den 2 bis 12 Zentimeter starken, diffusionsoffenen, kapillaraktiven, schalldämmenden und aufgrund enthaltener Gerbstoffe schimmelresistenten Platten gedämmt, die in einer kleinen Fabrik im bayerischen Schönau (Rottal) hergestellt werden. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen (Oberbayern) errichtete zum Langzeittest eine Hütte.[1][9]



Alternativ und ergänzend - Thypha



doppelt