Lehmputz an OSB-Dachschrägen

18.11.2003



Hallo,

ich will die Dachschrägen von innen mit OSB-Platten als Dampfbremse verkleiden und darauf eine Wandheizung in Lehm einbetten. Wie befestige ich die Schilfrohrmatten (als Putzträger) am besten auf der OSB-Platte ohne diese zu perforieren und damit die Dampfbremsschicht zu verletzen? Ich will 12mm starke OSB-Platten verwenden. Nageln kommt ja wohl nicht in Frage, Tackern scheint mir bei der geringen Stärke der Platte mechanisch zu instabil. Welche Möglichkeiten habe ich?





Obacht: Da bekommen Sie auch ganz schön viel Gewicht ins Dach. Hat das mal ein Statiker durchgerechnet. Davon abgesehen bekommen Sie bei 12 mm OSB keine Festigkeit, da ja die Schilfmatten mit dem Lehmputz auch sehr schwer werden. Sie müssen wohl oder Dübel auf die OSB noch eine entsprechend dimensionierte Traglattung aufdoppeln, die in den Sparren befestigt wird (30 bis 40 cm Abstand, je nach Dicke der Schilfmatten). Oder Sie verzichten auf die Schilfmatten und nehmen 35 mm Heraklit (magnesiumgebunden) als Putzträger und Dampfbremse. Ein Gefiesel ist es so und so, die Anschlüsse im Dach dicht zu bekommen.
Gruß gf



Lehmputz an OSB-Dachschrägen



Den Statiker habe ich nicht gefragt. aber der Dachstuhl ist niegelnagelneu mit Sparren 8x18. Das hält wohl.
Das mit der Traglattung habe ich eben an andere Stelle im Forum auch gelesen. Wird wohl so werden. Dann kann ich wohl aber auch auf OSB verzichten und Pappe verwenden. Die Schilfmatten solen nur die ganz dünnen sein, zum Lehmhalten. Die Dämmung erfolgt ja schon zwischen den Sparren mit Isofloc.
Ich werde noch mal drüber nachdenken. Danke.





Noch eine Möglichkeit: Tackern Sie eine Pappe als Dampfbremse an die Sparren und darüber dann eine Sparschalung aus Rauhspundbrettern 25mm. Ein paar Wochen warten, bis die Schwindung einigermaßen abgeschlossen ist, dann die Schilfmatten auf die klammern oder mit Spax-Schrauben und großen Beilagscheiben befestigen. Dürfte auch gut halten, ist allerdings auch schwerer als die OSB-Variante. Andererseits: Wenn Sie mit Isofloc gedämmt haben, müssen Sie schon noch ein bisschen Masse ins Dach bringen als Wärmepuffer (Sommerhitze!). Was hat Ihr Isoflocer vorgeschlagen?
Da kommt dann wieder Heraklith ins Spiel ... Glückwunsch übrigens, dass die Rigips gar nicht erst erwähnen!





Schwinden kann der ganze Dachstuhl mindestens bis nächsten Herbst, erst dann werde ich mich an die Dämmung machen. Im Frühjahr ist erst mal die Lehmschüttung für den Fussboden fällig. Bis dann die Dielen drauf sind ....

Isofloc habe ich mir selber empfohlen, da hier das günstigste Preis-Leistungsverhältnis vorhanden ist.(eben wegen somm. Wäremschutz) Das Unterdach habe ich gerade aus MDF-Platten hergestellt. Hanfdämmung ist mir zu teuer. Der einzig interessante Anbieter (emfa) hat horrende Lieferkosten...
Welches Produkt von Heraklith meinen Sie genau?



re



Wir bieten eine Lehmbauplatte mit integrierter Wandheizung an. Diese wird ähnlich wie eine Fermacell-Platte auf eine Unterkonstruktion aufgeschraubt und in der Oberfläche nur noch dünn abgespachtelt. Ist das eine Alternative für Sie? Viele Grüße Gerd Meurer





Heraklith BM 35 mm stark. www.heraklith.com - da gibt's alle Daten, Preise im Fachhandel (nach meiner Erfahrung ist der Hagebaumarkt günstigster Anbieter, auch wegen der Frachtkosten). Ich wollte auch mit Hanf dämmen, bin aber ebenfalls zu Isofloc geschwenkt, weil ich bei den Lieferkonditionen für Hanf oder Flachs selbst mit der Förderung viel zu teuer bin. Offenbar haben die Hersteller die Förderung auf ihre Preise draufgeschlagen! Unverschämt. Vielleicht züchte ich mir meinen Hanf noch selber. Ist ja vielseitig verwendbar ...
Gruß Günter F.



Lösungen...



... derer Viele, 5 Meinungen gleich 5 Lösungen! Eine vor Ort Besichtigung wäre schon günstig, um eine für Euch akzeptable Losung herauszufinden. Grüße aus der Oberlausitz.



Hanfdämmung



eine kurze Frage. Ist Isolfloc schon drin? Ich habe auch wegen Hanf mit mir gerungen. Die Lösung ist, man bestellt in Österreich direkt bei bioinnova. Emfa ist nur der deutsche Händler. Nimmt man ein paar Paletten, geht es auch direkt (70 Euro/m2) zzgl. Fracht.
Ob die Förderung noch läuft, weiss ich allerdings nicht.
Gruß

bw



Isofloc wartet noch ...



denn man hat doch immer weniger Zeit, als man denkt ...
Zudem ringe ich noch ob Isofloc oder Holzfaser (auch einblasen).
Allerdings Hanf ist komplett aussen vor, zumal die Schrägen schon fertig verdampfbremst sind. Auf (unter?) der Dampfbremse befindet dich jetzt eine Vollholzschalung 23mm. Nur zum Einblasen werden noch ein paar Bretter noch mal abgenommen.
Die 70€/m³ (!) will auch Emfa haben, aber da habe ich die Transportkosten wie gesagt schon gecheckt: Horrend!



Hanf



das mit den 70 €/m³ erstaunt mich. Ich habe dort ein Angebot über 100 €/m³ gehabt, wovon allerdings noch 35 €/m³ Förderung runter gingen. Bei Bioinnova habe ich 70 abzgl 35 Förderung bezahlt. Fracht ist natürlich ein Thema.
Mit den Einblasdämmstoffen habe ich mich nicht so beschäftigt, trotzdem das eine oder andere aufgeschanppt.
1. Isofloc hat kaum Masse und dürfte als sommerlicher Wärmeschutz nichts bringen.
2. Hast Du Feuchtigkeit im Dach hast Du bei Isofloc den Supergau, bei Holzfaser könnte noch was zu retten sein.
3. Druckerschwärze enthält meines Wissens krebserregende Substanzen, daher kam IsoFloc für mich nie in Frage.
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel Konfusion gestreut :-)





Der Massevorteil von Hanf gegenüber Einblasdämmung ist aber sehr gering. Wer innen sogut wie keine weitere Wand/Deckenverkleidsung vornimmt, den interessiert das netürlich. Aber i.d.R. kommt innen ja doch meistens Fermacell, GKP oder ähnliches zum Einsatz und dann relativiert sich das ganz schnell.
Wobei beide Produkte je nach Einsatz Vor-und Nachteile haben, pauschaliert kann man da nix empfehlen.

Naja und das mit der Druckerschwärze......wie oft lesen sie Tageszeitung ? Da hat man direkten Körperkontakt und wie selten kommt man mit dem Isoflock in Berührung ???
Wobei ich lieber klimaflock benutze, die verzichten auf Borate.



Masse von Isofloc



1. Isofloc hat kaum Masse und dürfte als sommerlicher Wärmeschutz nichts bringen.

Einblasdämmung wird i.d.R. mit 40-60Kg/m³ eingeblasen. Dabei ist es erstmal egal, um welchen Stoff es sich handelt.
Entscheiden für den somm. Wärmeschutz ist die spezifische Wärmespeicherkapazität (wie heisst das gleich genau?) des Materials pro Kg.
2. Hast Du Feuchtigkeit im Dach hast Du bei Isofloc den Supergau, bei Holzfaser könnte noch was zu retten sein.
Ja, das geht mir auch durch den Kopf. Die Frage ist nur, wenn soviel Feuchtigkeit reinkommt, kann das dann überhaupt noch abtrocknen ohne die Konstruktion zu öffnen?



Masse von Isofloc



1. Isofloc hat kaum Masse und dürfte als sommerlicher Wärmeschutz nichts bringen.

Einblasdämmung wird i.d.R. mit 40-60Kg/m³ eingeblasen. Dabei ist es erstmal egal, um welchen Stoff es sich handelt.
Entscheiden für den somm. Wärmeschutz ist die spezifische Wärmespeicherkapazität (wie heisst das gleich genau?) des Materials pro Kg.
2. Hast Du Feuchtigkeit im Dach hast Du bei Isofloc den Supergau, bei Holzfaser könnte noch was zu retten sein.
Ja, das geht mir auch durch den Kopf. Die Frage ist nur, wenn soviel Feuchtigkeit reinkommt, kann das dann überhaupt noch abtrocknen ohne die Konstruktion zu öffnen?



@ Jens



Hallo,
ich hatte in meinem mit Zellulose gedämmten Dach, außen Weichholzfaserplatte sitzend den "Supergau". Bei der Dacheindeckung ist die Dachpappe beim Sturm abgerissen. Es lief soviel Wasser durch die Dämmung rein, das es von den Decken tropfte. 4 Wochen später war die Feuchtigkeit messbar wieder draußen. Viele Grüße Gerd Meurer