Schiefereindeckung bei einer Dachneigung unter 8°?

17.08.2014 Löber LindaL



Hallo,
ich möchte gerne ein Pultdach mit einer Neigung von 8° optisch schön eindecken.
Es handelt sich um ein an das Wohnhaus angrenzendes Nebengebäude, dass wir als Außenküche nutzen wollen.
Aktuell ist hier eine Konstruktion aus Holzsparren und klassischen Asbestplatten drauf. Auf dem Gebäude als solches ist eine flache Betonplatte angebracht.
Eigentlich hatte ich hierfür ein Gründach geplant. Allerdings ist es mir aufgrund der Last von mehreren Tonnen (es geht hier um 40 qm Dachfläche etwas unheimlich. Vom Kostenfaktor mal ganz abgesehen...
Jetzt hatte ich überlegt, das Dach mit Schiefer einzudecken.
Allerdings geht das wohl erst ab 22° Dachneigung.
Hat jemand Erfahrung mit Schiefer bei weniger als 10°?
Bzw. hat jemand eine andere Idee?

Vielen Dank,
LindaL



Schieferdeckung



Hi LindaL,
die acht Grad kann man getrost vergessen.
Es gibt folgende Möglichkeiten:
Entweder die UKo aufständern um die Regeldachneigung (je nach Verlegeart) von 22°…30° zu erreichen oder man führt das Unterdach wasserdicht aus und kann dann die o.g. DN um 10° unterschreiten.
Aber auch dann passt es in diesem Falle nicht; also doch aufständern bzw. eine Kombination von beidem.
Das sagen die FRDD. Wenn man es selbst macht, muss man sich nicht dran halten, aber man trägt dann auch das Risiko. Und die Regeln sind nicht irgendeine DIN, sondern haben sich in der Praxis bewährt.
Viel Erfolg.
SG



Schiefereindeckung bei einer Dachneigung unter 8°?



Vielen Dank für den Tipp mit der UK. Das klappt tatsächlich gerade so, dass ich die Dachneigung auf 13° gebogen kriege.
Dann sind immer noch 10 cm frei bis zum Schwellbalken vom Sichtfachwerk des Wohnhauses. Sollte also mit vernünftigem Wandanschluss und ggf. nem Zinkblech funktionieren.



Flaches Dach



Auch eine Dachneigung von 13° ist für eine dichte Dacheindeckung mit Schiefer nicht ausreichend. Ein wasserdichtes Unterdach bei Schiefer wird nur schwer umsetzbar sein und auch kostenintensiv.

10 cm Platz zwischen Fachwerkschwelle und aufgeständertem Dach kann zu wenig sein, da dann die Schwelle gewissermaßen in einem selbstgebauten Spritzwasserbereich liegt und mehr Wasser abbekommen kann als ihr gut tut.

Bei Dächern in diesen Neigungsbereichen würde ich eine Eindeckung mit Blechen empfehlen, z.B. ein Zink oder Aluminiumstehfalzdach oder ebend eine Flachdachabdichtung. Genaueres kann man jedoch nur vor Ort klären.

Mit Grüßen
Dachdenker



Schiefereindeckung bei einer Dachneigung unter 8°--Metalldach



ok. Habe gerade gesehen, es gibt von Rheinzink Doppelfalzdächer in Schiefergrau. Das macht dann wohl Sinn. Jetzt muss ich also nur noch herausfinden, wo ich das Zeug herbekomme. Oder kann das nur vom Fachmann angebracht werden? Sah eigentlich gar nicht so schwer aus. Aber vielleicht habe ich da was überlesen.
Danke für den Hinweis bez. Spritzwasser. Eigentlich sollte ich somit fast den Dachaufbau etwas zurücknehmen, damit ich noch mehr Sprizschutz habe.



Metalldach/Schieferdach



Das Problem an der Traufe sehe ich nicht.
Aber ein Metalldach ist sicher eine Möglichkeit; die Mindestdachneigung beträgt 7° (mit Zusatzmaßnahmen 3°).
Allerdings ist das keine Arbeit für einen Laien.
Ein Bild oder eine Skizze wäre sicher hilfreich zum besseren Beurteilen der Gegebenheiten.
SG



Traufproblem



Wo war hier ein Traufproblem?
Mit Grüßen



Schiefereindeckung bei einer Dachneigung unter 8°--Metalldach



hier mal ne Skizze





und hier das Haus in Natura. Das freizulegende Fachwerk ist im 1. OG,aktuell ca. 50 cm über dem Asbestdach des Nebengebäudes



Dachdeckung Nebengebäude



@Danilo
Ich habe Schwelle mit Traufe assoziiert; jetzt nach den Bildern wird die Situation klarer.

Die Schwelle ist durch den Dachüberstand geschützt. Zum anderen besteht die Möglichkeit, sie in die belüftete UKo einzubeziehen.

Desweiteren ist zu überlegen, ob es sinnvoll ist, den Giebel unbekleidet zu lassen. Welche Himmelsrichtung hat er?

SG



Schiefereindeckung bei einer Dachneigung unter 8°--Metalldach



das ist Richtung Osten.
Neben dem Dachüberstand vom Haus kommt nochmal ein zweites kleines Überdach zum Schutz des Fachwerks dazu, weil der Giebel im DG auch mit Scheifer verkleidet wird. Und diese Verkleidung endet mit einem kleinen Überdach. Also von oben ist der Schutz gegen Regen ziemlich gut.
Und Freilegen werden wir das Fachwerk auf jeden Fall. Wie man auf dem Bild sehen kann, ist die aktuelle Optik echt hässlich und das Fachwerk ziemlich schön.
An allen anderen Seiten des Hauses bleibt es aber verputzt, weil hier zu viel Wettereinflüsse wirken würden.



Dachdeckung Nebengebäude



Auf der Ostseite ist kein Wetterschutz erforderlich, da sollte auch der Dachüberstand reichen, um Niederschlag von der Schwelle fernzuhalten.
Und wenn dann noch der Fußpunkt der Giebelbekleidung ausgestellt wird, ist man auf der sicheren Seite.
Die jetzige Optik ist wahrlich nicht schön.
SG



Die



Fachwerkinnenansicht auf ihrem Bild sieht wirklich gut und vielversprechend aus.

Auf ihrer Skizze ist die Wassereinleitung des Gründaches in die Zisterne eingeplant.
Wenn sie das Wasser für weitere Zwecke, als eine Gartenbewässerung nutzen wollen, sollte es eventuell separat abgeleitet werden. Da das Gründach die Wasserqualität ( Trübungen, Schwebeteilchen usw.) beeinträchtigen kann.

Mit Grüßen Danilo