Schieferdach sanieren?

24.01.2015



Hallo!

Wir haben ein Schieferdach, dass seit Bau des Hauses (ca. 1895) auf dem Haus liegt. Es ist dicht und die Schieferplatten sind soweit wir es sehen können, noch intakt. Keine Risse oder so. Wir haben jetzt das Problem, dass die Stifte, mit denen die Dachplatten ursprünglich besfestigt wurden, weggerottet sind. Die Dachpfannen liegen praktisch nur noch auf. Vor ca. 15 Jahren wurden die Platten teilweise verklebt. Wie gesagt, wir haben soweit keinen Ärger mit dem Dach, meinen Eltern ist aber unwohl bei dem Gedanken, dass die Platten nur lose aufliegen und eventuell bei Sturm wegfliegen bzw. jemanden verletzen und denken darüber nach das Dach zu erneuern. Verschiedene Dachdeckermeister waren hier und alle wollen natürlich neue Pfannen verkaufen. Wir sind da total unbedarft und wissen kaum etwas. Ein Dachdeckermeister war begeistert von dem Schieferdach und sagte etwas von altem englischen Schiefer und soetwas würde es heute nicht mehr geben.
Meine Frage ist nun, ob es nicht auch möglich wäre, die vorhandenen Schieferplattten wieder befestigen zu lassen?
Irgendwie finden wir es alle so schade um das Schieferdach! Alle bieten nur Tonpflannen oder sogar Blech an.
Um etwas Beratung bzw. Hilfe wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße



Na,



daß es sowas heute nicht mehr gibt, kann nicht stimmen. Es gab damals und es gibt heute sehr unterschiedliche Schieferqualitäten. Ob Euere Schieferplatten es wert sind, umverlegt zu werden, bezweifle ich. Da könnte nur ein Schieferspezialist vor Ort entscheiden. Die Teil-Verklebung ist da aber gar nicht hilfreich!

In jedem Falle wäre es eine komplette Aufnahme und Neuverlegung erforderlich, Reparaturen einzelner Stellen nicht zielführend. Ich habe mich gegen meine hundertjährigen Schiefer entschieden, weil mir das Risiko, ein paar "faule" Platten zu übersehen, zu groß war. Andererseits ist manches Dachgestühl, daß für Schiefer gedacht war, zu schwach für Dachpfannen ausgelegt, wie auch bei mir. Ich Habe eine klassische Stehfalzdeckung in Zink gewählt, das passt gut zum Charakter des Hauses.

Grüße

Thomas



Stehfalz



Grundsätzlich kann man den Schieferbelag bergen und neu verlegen.
Das setzt aber voraus, das der vorhandene Schiefer noch in brauchbarem Zustand ist. Die Teilverklebung ist kontraproduktiv. Ob sich das Bergen und Neuverlegen wirtschaftlich lohnt, wage ich zu bezweifeln.

@ Thomas
by the way: Du solltest die Befestigungsschrauben der Dachtritte durch Edelstahlschrauben ersetzen lassen;-)



Die Rostfahnen...



habe ich auch erst auf dem Foto gesehen.

Rust never sleeps...



Schieferdach



Hallo Stefanie,

Die meisten Dachdecker haben mit Naturschiefer keine Erfahrung, da ists kein Wunder daß zu anderen, schnell zu verlegenden Materialien geraten wird.
Schleswig-Holstein ist ja nun auch nicht gerade eine klassische Schiefergegend.
Bei uns war es etwas leichter jemand zu finden, da die größten Schiefergruben in der Nähe sind- hat aber auch einige Anläufe gebraucht.
Allerdings haben wir die komplette Unterkonstruktion, Schalungen, Folienverlegung, Reinigung, Schiefertransport etc selber gemacht.
Dafür paßt das Ergebnis gut zum Haus- auch wenn das Dach vor gut 20 Jahren komplett neu gebaut worden ist.

Vielleicht kannst du z.B. bei Ratschek Schiefer oder Magog nachfragen, ob sie einen Dachdecker in deiner Gegend kennen-zumindest beliefern die fast überall Schieferdecker.

Dann nur aufpassen, daß nicht evt unnötigerweise komplette Neuschiefer verkauft werden- da kann man aber nur auf einen seriösen Handwerker hoffen.

Einzelne Schiefer zu verkleben ist durchaus üblich- Ratschek verkauft auch die entsprechenden Kleber dazu.
Großflächig ist das nicht sinnvoll.
Ob eine Aufnahme der alten Schiefer wirtschaftlich ist muß der Dachdecker sehen- schließlich müssen fehlende durch neue entsprechend zugeschlagene ersetzt werden und wenn die womöglich alle einzeln von Hand zugerichtet werden müssen wirds teuer werden.
Hat dein Dachdecker gesagt welche Deckungsart bei dir verwendet wurde ?
(Schuppendeckung, Altdeutsche Deckung etc)
Grundsätzlich können Schieferdächer auch weit über 150 Jahre alt werden
Andreas Teich