Altbau Fußboden erdanliegend erneuern

24.06.2010



Hallo,
ich möchte in meinem 300 Jahre alten Haus in Siebenbürgen/Rumänien den erdanliegenden Fußboden neu aufbauen. Das Grundwasser ist aufgrund der Hanglage ungefähr 40 cm unter dem Fußboden.
Ich habe bereits das erdreich bus zum Fundament der Wände ausgehoben und die Kanalisation verlegt.
Nun möchte ich eine Sauberkeitschicht aus Beton einbringen, die ich sehr dünn halten möchte, damit ich hinterher ausreichend hohen Wohnraum habe. Nun kommen alle möglichen Leute mit vielen sicher gut gemeinten Ratschlägen. Ist es sinnvoll, die Sauberkeitsschicht zu bewehren?
Darüber möchte ich Bitumbahnen verlegen, dann 7 cm EPS, Trennlage, darüber 4 cm Estrich und dann Fliesen. Oder macht es Sinn, den Estrich zu bewehren?
Wie gesagt, die vielen Meinungen der örtlichen Handwerker verunsichern mich als Laien. Zwar soll der Raum als Wohnraumgenutzt werden, aber ich habe nicht vor, Tonnen von Gewicht zu lagern.
Würde mich über guten Rat freuen, da ich hier vor Ort bei den vielen Ratschlägen eigentlich keine schlüssigen Begründungen bekommen habe.

Volker



das



was Du da planst bzw vorhast, ist nicht ganz ohne Denkfehler ! Das hängt vielleicht auch nur mit deiner Bezeichnung "Sauberkeitsschicht aus Beton" zusammen.

Unten kommt eine kapilarbrechende Schicht Kies/Splitt rein, die man über die Drainage entwässern könnte - bzw in eine Schleuse. Dann kann(!) man eine Sauberkeitsschicht aus Beton einbauen, die aber nicht bewehrt wird, darauf käme möglicherweise eine Abdichtung gegen drückendes Wasser- Bitumenbahn verschweißt ! nicht verlegen , dann eine tragfähiger Unterbeton (auf den könnte auch die Schweißbahn verklebt werden, kommt auf die Örtlichkeiten an) dann die Dämmung, Folie und dann der Estrich. Den Estrich wirst Du bei 4 cm nicht bewehren können, da Deine Lehren dann weniger als 2 cm stark sein müssen und das werden dann wohl eher keine Lehren, sondern "Fitzbögen". Denn die Bewehrung sollte im Estrich liegen (AKS-Gitter)und dann kommen erst die lehren drauf - in der Praxis könnte das etwa 5-7 cm sein. Estrich Faserarmiert wäre eine Option, aber da keine Fußbodenheizung kommt, müsste es auch so gehen - aber nicht weniger !!!



zwei Fragen



Hallo,
vielen Dank erst einmal.
Zwei Fragen hätte ich:
1.Du schreibst von einem tragfähigen Unterbeton. Hab ich anderweitig auch schon gehört, nur möchte ich ja kein Haus auf den Fußboden bauen, sodern lediglich einige Möbel stellen. Das Haus steht seit 300 Jahren und der Untergrund macht mir nicht den Einduck, als würde er absachen oder sich bewegen. Grundsätzlich scheint es ja für die Sauberkeitsschicht unterschiedliche Ansichten zu geben, einmal aus Kies, einmal aus Magerbeton. Mein Gedanke war, dass ich die Scweißbahnen auf die Sauberkeitsschicht aufbringe und mir die Bodenplatte spare, da ich ja darauf kein Haus mehr baue, wie es beim Neubau der Fall wäre...
2. Beim schwimmenden Estrich über der Dämmung ist mir ein wenig unklar geblieben, ob ein AKS-Gitter auch ohne Lehren ausreichend ist.

Volker



das



tragfähig bezieht sich auf eine "angemessene" Dicke, z.B. 10 cm, wobei ich mich nicht um +/- 2 cm streiten würde. Als Handwerker würde ich aber nicht unter dem gehen, wenns der Planer nicht anders vorgibt und auf seine Kappe nimmt. Was Du selber machst, ist Dein eigenes Glück - siehe mein Motto....

De Lehren brachts Du, um den Zementestrich (erdfeucht) eben einzubauen und abzurichten. Anschließend kommen die Lehren noch während des Verreibens raus. Ohne Lehren (z.B. alte Wasserohre, verzinkt) würde ich nicht arbeiten, denn das legst Du an Fliesenkleber drauf !! Deshalb muss das AKS-Gitter unter die Lehren ......



alles klar



Dann würde ich so vorgehen:
Kies
Beton 8cm
Dichtung
Dämmung
Trennlage
Estrich mit AKS Gitter
Fliesen

Danke



Sauberkeitsschicht



Mal zur Aufklärung, eine Sauberkeitsschicht hat keinerlei statische Funktion.
Die Aufgabe dieser, aus Beton geringerer Güte bestehenden Schicht, ist lediglich die “Sauberkeit” während der Montage der eigentlichen Bodenplatte.
Damit ist gemeint, das sich z.B. Abstandshalter der Bewehrung der eigentlichen Bodenplatte, nicht in den Baugrund verflüchtigen und somit die Betonüberdeckung nicht gewährleistet ist.

Nur der Definition wegen, hier geht es um Unterbeton.

Grüße aus Schönebeck