Kalkspachtelmasse - Rezept

28.06.2013 Sascha



Hallo,

ich möchte aus Marmormehl (kleiner 0,032mm) und Weißkalkhydrat CL90 eine Spachtelmasse mischen, die ich freskal, also auf den noch feuchten Kalkputz aufspachteln möchte.

Kennt jemand das Mischungsverhältnis? 1:1 oder 3:2?

Grüße aus Berlin
Sascha



Da liegst Du bei...



... der richtigen Hausnummer. Du musst halt ausprobieren, was Dir am besten von der Kelle geht, aber mit 1:1 bis 2:1 für Marmormehl sollte das klappen...
Misch Dir nicht zuviel auf einmal an, das wird ziemlich zügig anziehen...

MfG,
sh



"zügig anziehen"



Mit Weißkalkhydrat angemischt, sollte es auf gar keinen Fall zügig anziehen, d.h. nicht nur der drunterliegende Putz muss noch ausreichend feucht sein, sondern auch von außen sollte mit dem Wasserzerstäuber vorsichtig einer vorzeitigen Austrocknung ohne Karbonatisierung entgegengewirkt werden.

Im Mörtelkübel, mit einer Schicht Wasser bedeckt, müsste die Mischung doch quasi ewig gelagert werden können, oder ist Marmormehl etwa ein Kohlensäureträger o.ä., der die Reaktion beschleunigt?

In welcher Schichtstärke soll denn der Auftrag erfolgen?



Schichtstärke



Die Spachtelung soll nur die Poren der angeriebenen Feinputzschicht zuziehen und der Decke ein ordentliches weiß geben. Da kommt nun ne hauchdünne Schicht drauf. Hab mir schon eine venizianische Glättkelle organisiert. :-)
Es handelt sich auch um die Zimmerdecke, die wird später eh nicht so sehr mechanisch belastet. ;-)

Die Zimmerwände sind ebenso wie die Decke mit Putz dran (der Grundputz hängt schon dran), da mache ich mir um die Raumluftfeuchte eher weniger Sorgen. Die liegt bei gefühlten 150%. Noch drei grad Abkühlung im Zimmer und ich hab Wolkenbildung.

Aber mal ehrlich, Deckenputzarbeiten... entweder man machts alleine oder man hat bald keine Freunde mehr. Ist wie ein Umzug ins Dachgeschoß mit indischen Vollholzmöbeln.





Sand und Kalk 1:1 wird für Kalkglättemischungen angegeben.

Kalkhydrat würde ich minimal 24h lang einsumpfen.

So ganz minimal dünn wird nicht funktionieren, dann reibt man nur auf den hervostehenden Körnern des Grundputzes herum.

So etwa 1,5 bis 2mm muss man schon auftragen, wenn man halbwegs gut glätten will. Wenn es perfekt glatt werden soll, dann sind zwei dünne Schichten erforderlich.
Mehr als 2mm darf man nicht machen pro Schicht, sonst gibt es Risse.

Habe selbst noch etwas Zement dazu gegeben, da ich nicht wochenlang warten wollte, bis das richtig fest wird. Ist an der Decke aber vielleicht weniger das Problem.

In den kommerziellen Kalkglättemischungen ist häufig auch etwas Tapetenkleber. Das soll das Wasserhaltevermögen verbessern. Da konnte ich selbst aber keine großartige Wirkung feststellen, wenn ich das dazu gegeben habe. Auf sehr stark saugendem Untergrund half es, wenn man vorher Tapetenkleber auf die Wand gestrichen hat.

Geglättet habe ich mit einem feinen Schwammbrett.
Bzgl. feinem und gut dosierbarem Vor- oder Nachnässen hat sich eine Gartenspritze sehr bewährt.

Der frische Putz könnte für so eine dünne Schicht zu stark saugen.