Dielenboden abschleifen und danach WIE behandeln???

14.05.2010



Hallo liebe Foris,

ich habe hier in den letzten Tagen des öfteren herrumgeschaut um möglicherweise Antworten auf meine ganzen Fragen zu finden.

Wir ziehen demnächst um aber davor steht noch einiges an. Im ersten Stock des gemieteten Hauses haben wir einen Dielenboden, der von umseren Vormietern mit "irgendeiner Farbe" weiß gestrichen wurde. die Farbe lässt sich mit dem Fingernagel abkratzen.... wir wollen den Boden nun Schleifen (sehr zur Freude unserer Vermieter, die das derzeitige weiß mehr als grässlich finden) - da nun die Frage WIE am Besten? Der Flur ist über ca. 5m Länge nicht breiter als ca. 1,2m - dann kommt eine etwas größere Fläche, sodass wir vermutlich so um die 20qm-25qm schleifen dürfen. Bandschleifer,Pakettschleifer, Bodenschleifer, etc. wir haben heute so einige Forschläge erhalten, ich konnte nicht alles behalten. Lt. unserer Vermieter sind die Dielen aus einem Weichholz, also keine Eichendielen. Für das Schleifen sollte das erstmal gut sein :)
Wir waren heute auch bei Holz Wieland (Vertreibt, Verlegt Holzfußböden, Laminat, etc.) Er hat uns von einem Lack abgeraten und uns ein Hartwachsöl (Osmo)empfohlen. Jetzt habe ich hier immer wieder gelesen, dass sich Laufstraßen bilden, der Fußboden klebrig ist, was wohl zumeist auf falsches Auftragen schließen lies, usw.
Wir haben einen Hund und wollten den Boden (nicht unbedingt) alle halbe Jahre "neu machen". Was könnt ihr mir empfehlen?? Gibt es hier jemandem, der schon seit Jahren einen mit Hartwachsöl behandelten Fußboden hat und absolut zufrieden ist, obwohl Wuffi ständig drüber läuft und die Kiddis den neuen Bollerwagen zum Testen quer durchs Wohnzimmer ziehen?? Wir sind auf der Suche nach einer Behandlung, bei der die Natürlichkeit des Fußbodens erhalten bleibt, er aber dennoch strapazierfähig und pflegeleicht ist :)
Würde mich wirklich über ein paar gute Ratschläge freuen.

Gruß,
Conny



Wenn die Natürlichkeit des Bodens ...



... erhalten bleiben soll, dann ein Öl nehmen, das volldeklariert Rohstoffe aus der Natur enthält.

Wir verwenden dafür das Parkettöl-Fußbodenöl von Natural und wir verwenden sehr bewußt keine Öl/Wachs-Gemische. Wachs hindert das Öl am Austrocknen und bildet eine Schicht auf der Oberfläche. Sehr strapazierfähig ist Wachs nicht - auch nicht aus Paraffinen. Deshalb bei Naturölen mit Harzen bleiben.

Für die Entfernung der Lackschicht wäre klassisch eine Walzenschleifmaschine zu empfehlen. Wenn die Schicht sehr weich ist, dann würde ich erst mal mit einem sehr groben Schleifvlies auf der Rundmaschine vorarbeiten, da sonst die Schleifbänder zu schnell verkleben.

Ist eine weiter Schwächnung der Dielen möglich - sind sie also dick genug?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo,

danke für die schnelle Antwort. die Dielen schienen "gut dick" zu sein. Meine Sorgen bei einem Öl in Verbindung mit Weichholz ist, dass der Fußboden sehr stoßenpfindlich ist. Darüberhinaus habe ich hier oft gelesen, dass ein geölter Fußboden dennoch mit einer Wachsschicht zum Schluss versiegelt werden soll. Ist das ein Muss?
Die Treppenstufen sind leider nicht mehr sehr stabil, die Treppe soll nämlich auch geschliffen werden. Allerdings sieht es so aus als wäre die vor einer Ewigkeit mit sog. Ochsenblut gestrichen worden und anschließen rot übergestrichen wurde. Die Treppenstufen sind schon recht dünn... die müssen vermutlich erneuert werden...



liebe leute,



ich weiss nicht, warum ihr euch bei Weichholz und den beschriebenen Nutzungen(Bollerwage, Hund...) da eine solche Arbeit machen wollt....sucht euch einfach eine strapazierfähige und euch optisch ansprechende Auslegeware und fertich is....
Gruß herbertchen



Stoßempfindliches Weichholz....



... gerade da ist eine geölte Oberfläche wesentlich besser als irgend eine Schicht - am schlimmsten wäre eine Lackschicht.

Das genannte Parkettöl-Fußbodenöl beinhaltet neben austrocknenden Naturölen auch Harze die aushärten. Wenn damit die Holzfasern gesättigt werden, dann ist das ein ausreichender Schutz. Alles was auf der Oberfläche als Schicht aufgesetzt wird, kann auch verletzt und abgetragen werden - entsprechend sieht das dann auch in kürzester Zeit aus - erst recht wenn Ihr einen Hund habt. Auch der Bollerwagen hinterlässt am ehesten Spuren in einer Schicht. Besonders dann wenn diese wie bei Wachs eine weiche Schicht ist.

Die Treppe muss sich jemand vom Fach anschauen. Das Ochsenblut ist kein Hindernis - der Abschliff aber viel Arbeit und die sollte sich lohnen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



So sieht...



Ölkunstharzlack nach nunmehr 6 Jahren im Flur aus. Prädikat: Nicht empfehlenswert.

Wasserlacke können noch schlimmer patzen. Wachse binden Schmutz.

Wachsfreie Hartöle sind auch aus meiner Sicht die beste Lösung.

Grüße

Thomas



Wir



haben vor 8 Jahren in den meisten Räumen Ölen und wachsen lassen, sieht ziemlich gut aus. Nur beim Nachwachsen haben wir eine "ranzige" Dose Wachs erwischt, die bildete eine dicke klebrige Schicht. Einmal wischen und sehr hartnäckige Stellen mit Reinigungsbenzin bearbeiten und die Sache war wieder erledigt.

Die "Laufstraße" haben wir im Eßzimmer, wo wir eine im Abverkauf der nahen Drogerie erstandene Fußbodenversiegelung auf Wasserbasis verwendet haben. Die war Müll pur!



Habt Ihr...



...separat zuerst ölen, und danach wachsen lassen? Das ginge natürlich auch, bedingt aber einen erhöhten Pflegeaufwand. Die handelsüblichen Ölwachsgemische, wo alles ein einem Arbeitsgang gemacht wird, halte ich jedenfalls für weniger geeignet.

Grüße

Thomas



Habt Ihr...



...separat zuerst ölen, und danach wachsen lassen? Das ginge natürlich auch, bedingt aber einen erhöhten Pflegeaufwand. Die handelsüblichen Ölwachsgemische, wo alles ein einem Arbeitsgang gemacht wird, halte ich jedenfalls für weniger geeignet.

Grüße

Thomas



Ja,



bei uns wurde erst ein Öl von Auro aufgebracht (die Bezeichnung habe ich vergessen, war aber laut Aufschrift eine Grundierung, habe mich damals gewundert warum die Malermeisterin kein als Fußbodenöl ausgewisenes Produkt genommen hat) und dann mit der Einscheibenmaschine ein Bienenwachs. Als Pflegehinweise erhielten wir: alle paar Monate schwach feucht mit Auro-Bopdenpflege-Emulsion wischen und ab und zu nachwachsen.

Das Resultat ist an sich recht zufriedenstellend, aber leider irre empfindlich auf Feuchtigkeit. Meiner Oma ist mal ein Glas Wasser umgekippt, ein Teil wurde sofort weggewischt, ein anderer lief unbemerkt unter das Bett. Als ich das Bett abgebaut habe konnte ich feststellen: dort wo das Wasser innerhalb von 2 Minuten weggewischt worden ist war der Boden sichtbar verfärbt, dort wo es unbemerkt blieb hatten sich die Holzfasern aufgestellt und die Oberfläche war rauh, die Verfärbung deutlich stärker. Mittlerweile liegt ein Teppich drauf.



Dann war...



...zum einen der Schliff zu grob, oder der in der Körnung richtige Schliff wurde an dieser Stelle mit einem sehr stupfen Schleifmittel ausgeführt, deswegen die aufstehenden Fasern.

Zum anderen sind dünne Wachschichten wenig wasserfest, weswegen ich immer zu mehreren Ölaufträgen, vorzugsweise Heißöl, bis zur Fasersättigung rate. Bienenwachs pur ist sowieso zu weich, und als Bodenwachs nicht die erste Wahl.

Letzlich ist es ja nicht das Ziel, mit viel Aufwand einen Boden zu produzieren, wo dann der Teppich draufmuß.

Grüße

Thomas



Auch ohne Hund ...



Ich habe zwar keinen Hund, aber Weichholzdielen und möchte daher aus Erfahrung vorhersagen, dass Wuffi und Bollerwagen auf jeden Fall Kratzer verursachen werden, egal ob Lack, Öl oder Hartwachsöl verwendet wird. Ich selber habe Hartwachsöl im Wohnzimmer (zwei mal dünn aufgetragen) und weder klebt's noch haben sich Laufstraßen gebildet. Pflegeleicht ist der Boden, aber unempfindlicher als geölter bestimmt nicht.

Grüße



und wo wir gerade dabei sind...



...muß Heißöl wirklich heiß verarbeitet werden oder deutet der Name auf den Herstellungsprozess hin? Habe bei einem Händler das Angebot einer "Bohnermaschiene mit Heizung ect" gefunden und schließe daraus, dass man Heißöl als Laie wohl nicht selbst Verarbeiten kann. Richtig?
Danke herbertchen



Schliff:



40-80-120 mit der Walzenmaschine, dann 120-150 und Poliergitter 180 mit der Einscheibenmaschine.
Öl einmal satt aufgetragen, nach 30 Minuten Überstand abgenommen, am Folgetag nochmals Öl mit weißem Pad flächig aufgebraht, gefolgt von Wachsauftrag. Holz: Eiche. Wachs: Bodenwachs auf Bienenwachsbasis.

Der Teppich ist übrigens kein Teppichboden sondern ein Orientteppich, keine Sorge ;-)

Zur letzten Frage: Heißöl wird nach dem was ich hier im Forum gelernt habe tatsächlich heiß aufgetragen und soll für Anfänger nicht ganz ohne sein.

Ganz ehrlich... wenn ich es vermeiden kann, mach ich Böden nicht nochmal selber. Profis sind enorm viel schneller, das Resultat wird besser und mitunter kaum teurer als Schleifpapier, Maschinenleihgebühr, Lack/Öl usw. Allerdings würde ich auf Referenzen bestehen, die ich auch selber begutachten kann.



Boden Ölen



Der Schleifaufbau von Kellergassenkatze geht schon in die richtig Richtung. Der Rat mit dem einmaligen Ölauftrag aber nicht.

Heißöl ist wirklich was für Profis. Mit Anleitung und Fernbetreuung macht das der Erstanwender evtl. auch - aber die Gefahr der Überölung ist schon gegeben - dazu kommt noch, dass es die Heißölmaschine nicht so oft im Verleih gibt.

Es gibt aber das Parkettöl-Fußbodenöl von Natural, das problemlos kalt auch von Laien verarbeitet werden kann. Hier wäre es aber wirklich nicht gut, nur einen Auftrag zu machen.

Das Holz muss mit Öl gesättigt werden:

Das Öl wird m e h r f a c h flächig mit einer Rolle, Pinsel oder Kunststoff-Wischlippe (kein schwarzer Gummi) in ca. 30-Minuten-Abständen aufgetragen, bis die Holzfaser kein Öl mehr in sich aufnimmt und es glänzend auf der Oberfläche bleibt.

30 bis 40 Minuten nach dem letzten Auftrag alles – wirklich alles – was auf der Oberfläche glänzt mit gut saugenden Lappen abwischen – so, wie wenn man den Dielenboden abtrocknen wollte. Dann kann es sein, dass kapillar aus den Längsfugen oder Astrissen Öl nach oben gezogen ist und auf der Oberfläche glänzt. Auch diesen Überstand abnehmen.

Nach 24 Stunden Ruhezeit nochmal Öl tropfenweise aufpolieren.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ferner:



Vor dem Wachsauftrag, wenn's denn unbedingt sein muß, sollte das Öl gut durchgehärtet sein. Also direkt nach dem Ölen zu wachsen ist falsch.

40/80/120 mit der Parkettschleifmaschine wäre mir zu sportlich. Für den Schliff vor einer Ölung gelten erhöhte Anforderungen. Wir schleifen meist (16), (24), 36 bzw. 40, 60/80/100/120, und dann die Tellerschleifgänge.

Grüße

Thomas



das habe ich übersehen...



... der Sprung von 40 auf 80 ist tatsächlich zu heftig - das würde man am Ende sehen.

Grüße Frank



Also wir



hatten eher andere Probleme als Riefen vom 40er-Papier... ich weiß bis heute nicht ob das an der Maschine oder unserer Technik lag. Jedenfalls hatten wir sowohl mit einer Lägler Profit als auch mit einer Maschine von Bona (genaue Bezeichnung weiß ich leider nicht, verwendet aber die gleichen Schleifbänder wie die Profit) am einen Rand des Schleifbandes jedesmal eine ca. 15mm breite und meiner Schätzung nach 0,5-1mm tiefe gerundete Mulde in Längsrichtung, auch beim 120er. Die dann mit der Tellermaschine zu entfernen war äußerst mühsam und natürlich nicht im Sinne des Erfinders.

Wie gesagt was den Ölauftrag angeht haben wir uns im letzten Zimmer auf den Rat der Malermeisterin gestützt, die die ganze restliche Wohnung gemacht hat.



War da...



...eventuell an der Walze was "eingetreten"?

Grüße

Thomas



Sichtbar



war nichts und wir hatten das Problem mit glaube ich 5 Maschinen von 3 Firmen (2 Baumärkte und 1 Werkzeughandlung). Die Walze hatte keinerlei mit freiem Auge sichtbare Schäden. Insofern waren wir etwas ratlos.

Zur Schleifmittelfolge: wir haben mit 40-60-80-120 begonnen, aber im Verlauf der Arbeiten hat mein Vater dann befunden 60 sei überflüssig. Im Endeffekt kann man sich in den Böden spiegeln, mag aber durchaus sein, daß der Verzicht auf 60 den weiteren Arbeitsverlauf mühsamer gemacht hat.



War die Riefe...



...immer an der selben Seite des Scheifbandes? Rechts oder links?

Grüße

Thomas



Vielen Dank...



...für die ganzen Antworten! Ich war einige Tage auf Lehrgang und "abgeschnitten" vom Internet ;-/

Treppe schleifen ist vorerst gestorben... FuBo bleibt. Wir werden wohl auch mit einem Parkett-Schleifer arbeiten - könnt ihr mir da etwas raten???

Grüße....



In



Arbeitsrichtung gesehen rechts, und ich denke schon immer auf der selben Seite (hab das jetzt nicht in allen Zimmern kontrolliert und das ist 8 Jahre her). Die Walzen (bestehen ja bei diesem Maschinentyp aus Gummilamellen die sich durch die Fliehkraft aufstellen und das Schleifband spannen) haben wir nachdem wir diese RIllen bemerkt haben penibelst auf Verschmutzungen oder Beschädigungen kontrolliert, erfolglos.

Eine Frage habe ich mir letztens zum Schleifen gestellt: in manchen Anleitungen steht man soll die Maschine rückwärts gehend ziehen, so macht das auch mein Vater, in einer anderen habe ich kürzlich gelesen man solle die Maschine selbst fahren lassen und nur leicht bremsen. Was stimmt bzw. ist besser?



Wenn die Rillen...



...rechts waren, sollte von links nach rechts arbeiten, und die alte Bahn im Randbereich bei der nächsten Spur dabei noch einmal überschleifen. Oft ist die Justierung der Fahrrollen nicht so ganz perfekt, mitunter kippt sie auch bewusst etwas zu einer Seite.

Geschliffen wird hin und zurück. Auch der Parkettschleifer läuft nicht gern leer.

Grüße

Thomas