Scheunendach neu decken




Die Dachziegel meiner 70-ca.100 Jahre alten, großen Fachwerk-Scheune sind fällig- das Dach muß neu gedeckt werden. Ziel ist es, die Substanz der Scheune (Holzkonstruktion, Sparren(ca.16 cm, 70 cm Abstand )sehr lange, so gut wie möglich zu schützen.
Jetzt gibt es verschiedenste Vorschläge:
-wenn nicht ausgebaut werden soll-->Ziegel+Dachlatten runter, neue rauf reicht.
-neue rauf reicht nicht, es müssen alle Unebenheiten durch Beischrauben von Konstruktionsholz ausgeglichen werden, dann eine Unterspannbahn drauf, Konterlattung...
-neue rauf reicht nicht, nach dem Ausgleich der Unebenheiten kann man mit Holzfaserdämmplatten (4 cm ) arbeiten (mein Wunsch, da die letzte Unterspannbahn in einem anderen Teil des Hauses nach 15 Jahren schon zerfällt), Konterlattung...
-wie eben, aber das reicht nicht, dann muß noch eine Unterspannbahn dazu, denn auch durch die HFD Platten kann vor allem nach einigen Jahren bei Starkregen Feuchtigkeit durchdringen, was der Kontruktion schadet...

Was ist denn nun wie???
Wer hat Erfahrungen?
Thea



Variantenvielfalt



ausschlaggebend für die Entscheidungsfindung ist, wie die Scheune in Zukunft genutzt werden soll. Da ein Dach lange hält, sollte auch die Nutzung in fernerer Zukunft bedacht werden. Also ( ohne Ihnen zu Nahe treten zu wollen), dies mit den Erben bereden. Und schlussendlich ist die Entscheidung auch von der Ihrer Finanzlage abhängig.Die Unterspannbahn fungiert als 2. wasserführende Ebene, vor allem um zu verhindern, dass untergeblasener Flugschnee beim Tauen auf die abgestellten Möbel oder aufs Fahrrad tropft bzw. bei einem evtl Ausbau in die Dämmung dringt.



Dachdeckung-Alternativen



Was sinnvoll ist hängt von der beabsichtigten Nutzung ab und von euren Finanzen.
Bei hochwertiger Nutzung Holzfaser-Unterdachplatten auf einigermaßen ebene Sparren schrauben mit Konterlattung und Dachlattung und Tonpfannen. Nut und Federverbindungen müssen dicht sein.

Diese Platten sind hydrophobiert, feuchtebeständig und für Unterdächer geeignet bei entsprechender Zulassung.

Falls Ausrichtung und Wohnnutzung vorgesehen sind:
Seitlich an die Sparren 5-6 cm dicke Bohlen ab 18 cm Breite anschrauben
(bei späterer Dämmung auch breiter)
Damit hat man gleichzeitig innen und außen eine ebene Fläche.

Biberschwänze können auch auf welligen Dächern verlegt werden- sind aber schwerer und teurer, dafür kein Ausrichten notwendig und sieht lebendiger aus.
Falls Denkmalschutz gibt's evt Förderungen.

Gute Unterspannbahnen halten viel länger als billige, nicht uv-beständige.

Biliglösungen wären Bitumen- oder Blechdeckungen

Andreas Teich



Das



sind einige gute Informationen, danke.
Eine absehbare Nutzung ist nicht vorgesehen. Die Meinung war bis jetzt, nicht zuviel Gewicht auf das Dach zu bringen- keine Biberschwänze. Tonziegel auf jeden Fall.
Aus Sicht der langfristigen Erhaltung des Gebälkes: Unterspannbahn? HFD-Platten? Nur Ziegel?
Um meine Fahrräder mache ich mir keine Sorgen:)

Thea



Dachdeckung



Wenn niemals ein Ausbau vorgesehen ist genügen Dachlatten und Tonpfannen-alles andere ist unnötig.
Undichtigkeiten stellt man so am schnellsten fest



Apropos Undichtigkeiten



Ist das Dach überhaupt undicht? Man kann ein Dach immer reparieren.



Ja,



Mathusalem, das Dach hat inzwischen eine Reihe gespaltener Ziegel, einige abgebrochene Ecken und die ersten Dachlatten geben nach. Mir wurde gesagt, daß man die 20 Stellen schon flicken kann- dann kommen nächstes Jahr wieder welche.....und am Ende wäre es besser das Dach gleich neu gedeckt zu haben.



Falzbiber



Wäre vielleicht eine Möglichkeit ? Wiegen nicht so viel wie ein Biberschwanz-Doppeldach.

Nicht sicher ob die im Schwarzwald verbreitet sind, im Elsass sieht man sie recht oft.



Danke für den Tipp.



Die Entscheidungen müssen jetzt alle sehr schnell fallen. Es ist nun Nelskamp Reformziegel R13 S vorgesehen. Hätte der Falzbiber Vorteile was Flexibilität--> Schnee und Wasserdichte angeht?